Monatszeitschrift für Politik, Volkstum und Kultur.

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Wilder Westen NRW

von Alain Felkel

Tief im Westen

Glaubt man den Veranstaltern der ­– ja, wie soll man sie nennen?  – „Pro-Brandmauer-Anti-AFD-Demo“ in Köln, waren es etwa 20.000 Demonstranten, die zwei Tage nach dem Wahlsieg der AFD in Sachsen-Anhalt zum Kölner Heumarkt pilgerten. Die Wahrheit sieht anders aus. Laut Polizeiangaben fanden nur 9.000 Demonstranten dorthin. Aber was schert es die Verblendeten, die sich an jenem Tag in bester Gutmenschenherrlichkeit als aufrechte Demokraten abfeierten? Wie immer in solchen Fällen fehlte es nicht an abgedroschenen Politparolen: „Haltung zeigen!“, „Keine Macht den Faschisten!“ oder „Wir lassen uns unsere Demokratie nicht kaputtmachen!“. Welch seltsames Demokratieverständnis! Mit ihrer Kundgebung, die nach Schema F auch in anderen Städten Deutschlands stattfand, bewiesen die vermeintlich aufrechten Demokraten geradezu in eklatanter Weise ihr fehlendes Demokratieverständnis. 

Und natürlich kam es, wie es kommen mußte. Kaum strahlte Wahlsieger Ulrich Siegmund wie ein Honigkuchenpferd von den Bildschirmen der Nation, kriegten seine geschlagenen Gegner Schnappatmung. Da drohte Bundeskanzler Friedrich Merz einer etwaigen AFD-Regierung im Fall mangelnder Bundeskonformität mit dem „Bundeszwang“ und forderte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sofort ein AFD-Verbot. Das erstaunt, ist doch Wüst eher ein Mann, der sich auf Bundesebene sonst sorgsam im Hintergrund hält. Wetzt da etwa bereits ein Brutus seinen Dolch, um Merz als Bundeskanzler zu beerben? Wenn ja, gleicht die Attacke politischem Selbstmord. Besser kann man sich nicht als schlechter Verlierer inszenieren. Aber vielleicht hat ja Wüst einfach nur nicht den Schuß gehört?

Das könnte sein. Wie es aussieht, ist Nordrhein-Westfalen nämlich mittlerweile zum Wilden Westen der Berliner Republik geworden. Abgesehen von den mittlerweile obligatorischen Messerattacken rauchen in Köln, Duisburg, Essen oder Dortmund wöchentlich die Colts. Ihre Geschosse schlagen in Schaufenster, Autos oder Menschenleiber ein – letzteres sogar manchmal mit Todesfolge. Die mutmaßlichen Täter sind fast immer Migranten nahöstlicher Herkunft, deutsch-türkische Rocker oder Roma aus dem Balkan, Tendenz steigend. Wo bleiben da die Demos? Wieso erklingt hier kein „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“, angesichts eines dysfunktionalen Einwanderungssystemes, das migrantische Straftäter eher zu beschützen als zu bestrafen scheint? 

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