von Peter Wassertheurer
Tradition aus Pflicht und Stolz
Am 26. September 2026 veranstaltete der Kärntner Abwehrkämpferbund (KAB) im Congress Center Wörthersee seine traditionelle Landesfeier zum 10. Oktober 1920. Damals war die Bevölkerung Südkärntens (Zone A) dazu aufgerufen worden, über die Zukunft dieses Teiles Kärntens abzustimmen. Der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 war ein zweijähriger Abwehrkampf vorausgegangen. Mit der Waffe in der Hand hatte sich Kärnten gegen die feindliche Besetzung Südkärntens durch Truppen des neu gegründeten SHS-Staates (Königreich Jugoslawien) gestellt und in Paris bei den Entente-Mächten eine Volksabstimmung erzwungen.
Das Blutopfer von 150 Kärntner Abwehrkämpfern war nicht umsonst gewesen.
Bei der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 sprach sich eine Mehrheit für den Verbleib Südkärntens bei der Republik Österreich aus. Neben dem Kärntner Heimatdienst (KHD) pflegt der KAB als größerer Traditionsverband das Andenken an die Jahre des Kärntner Abwehrkampfes von 1918-1920. Ohne den militärischen Widerstand und die heldenhafte Gegenwehr der Kärntner, an deren Seite auch Formationen aus den anderen Bundesländern kämpften, wäre Südkärnten in Saint-Germain bei den Verhandlungen Jugoslawien zuerkannt worden. Der 10. Oktober 1920 stellte nicht nur ein Bekenntnis Kärntens zur Republik Österreich dar: Der Abwehrkampf war auch ein Kampf für das nationale Selbstbestimmungsrecht, das anderen deutschen Volksgruppen wie den Sudetendeutschen oder den Südtirolern 1918/19 verwehrt worden war.
Gründung des KAB
Daß der 8. Oktober 1955 als Gründungstag für den KAB ausgewählt wurde, war kein Zufall, denn mit der Landesfeier zum Abstimmungstag vom 10. Oktober 1920 konnte sich der Abwehrkämpferbund gleich einer großen Masse präsentieren. Dutzende ehemalige Abwehrkämpfer traten schon bei der Feier 1955 dem KAB bei. Treibende Kraft für die Einrichtung eines Trägervereines zur Pflege des Abwehrkampfes war der in Klagenfurt tätige Rechtsanwalt Dr. Hans Pichs. Der 1885 in Winklern im Mölltal geborene Jurist war in der Zeit des Abwehrkampfes Sekretär des damaligen Landeshauptmannes Arthur Lemisch. Zum ersten Vorsitzenden des KAB wurde am 18. Dezember 1955 Hofrat DI Hubert Brabek gewählt. Zunächst bestand nur für aktive Abwehrkämpfer die Möglichkeit, Mitglied im KAB zu werden, was im Gründungsjahr sinnvoll war – lebten doch im Jahr der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages vor allem im Abstimmungsgebiet Südkärntens sowie in den 1918 umkämpften Tälern wie dem unteren Gailtal oder dem Lavanttal noch Hunderte von Abwehrkämpfern.
Bei der zweiten Jahreshauptversammlung von 1956 fasste der KAB den Beschluß, auch die Traditionsträger als Mitglieder in den KAB aufzunehmen. Es waren Töchter und Söhne von Abwehrkämpfern. Als erste Traditionsträger wurden Hofrat Prof. Dr. Valentin Einspieler und LAbg. Erich Sila aufgenommen. Beide setzten Initiativen, um den Abwehrkämpfern eine finanzielle Entschädigung zukommen zu lassen. In weiterer Folge konnten auch Personen Mitglieder des KAB werden, die sich zu den Zielsetzungen des Traditionsvereines bekannten.
Später wurden Ortsgruppen gegründet, zuerst im Grenzland und dann in den übrigen Landesteilen. Von diesen wurden Initiativen gesetzt, um am Vorabend des 10. Oktobers Gedenkfeiern in den Gemeinden zu veranstalten. Diese Feiern fanden vornehmlich im Abstimmungsgebiet statt. Auch das Abbrennen von Höhenfeuern war eine Initiative des KAB, was auf die Freudenfeuer des 10. Oktobers 1920 zurückgeht. Heute verfügt der KAB über 52 Ortsgruppen – auch in Wien existiert eine Gruppe. Die Gesamtzahl der Mitglieder liegt bei mehr als 8.000. 2011 wurde sogar eine KAB-Jugendgruppe gegründet, in der zukunftsweisende Nachwuchsarbeit geleistet wird.
Herausforderungen für die Zukunft
Die ständigen Angriffe linksextremer Bilderstürmer gegen Denkmäler des KAB, die immer wieder mit kommunistischen Symbolen beschmiert werden, rufen zu erhöhter Wachsamkeit auf. Die Speerspitzen linker Ideologen richten sich dabei auch gegen das vom KAB am Klagenfurter Domplatz errichtete Mahnmal, das an die 1945 von Tito-Partisanen ermordeten 100 Kärntner Zwangsverschleppten erinnert. 2020 verabschiedete der KAB deshalb anläßlich der 100-Jahr-Feier eine Kärntner Erklärung. In dieser Erklärung bekennt sich der KAB zu den abendländischen Werten, zum Patriotismus und zum Erhalt der eigenen Kärntner Identität.
Kärnten, frei und ungeteilt!
Diese Ziele gilt es nach wie vor zu bewahren, um eine Umschreibung der Geschichte des Kärntner Abwehrkampfes zu verhindern. Vor allem die Zeithistoriker an der Universität Klagenfurt bemühen sich darum, den Kärntner Abwehrkampf als bedeutungslose Fußnote in der Geschichte Kärntens darzustellen und in absurder Weise in die Nähe des Faschismus zu rücken. Gegen solche Diffamierungen leistet der KAB Widerstand und hält an seinen Zielsetzungen fest, um das Vermächtnis der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 noch fester im Bewußtsein der Bevölkerung zu verankern. Der Kärntner Abwehrkämpferbund wird deshalb von seinen Forderungen auch in Zukunft keinen Millimeter abrücken und erneuert immer wieder den alten Ruf: „Kärnten, frei und ungeteilt!“