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	<title>Zweiter Weltkrieg &#8211; Der Eckart</title>
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	<title>Zweiter Weltkrieg &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Die Zwangsdeportation der Wolgadeutschen 1941</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2021 09:33:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Stalins Befehl hatte Enteignung und 250.000 Tote zur Folge Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Dezember 1991 setzte in der russischen Gesellschaft ein kritischer Aufarbeitungsprozeß der eigenen Geschichte ein, der viele der einstigen Mythen, allesamt der kommunistischen Propagandamaschinerie entsprungen, zum Inhalt hatte. Diesen Schritt machte man schon 1953 unter Nikita Chruschtschow, als es darum ging, [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Stalins Befehl hatte Enteignung und 250.000 Tote zur Folge</strong></p>



<p class="has-drop-cap">Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Dezember 1991 setzte in der russischen Gesellschaft ein kritischer Aufarbeitungsprozeß der eigenen Geschichte ein, der viele der einstigen Mythen, allesamt der kommunistischen Propagandamaschinerie entsprungen, zum Inhalt hatte. Diesen Schritt machte man schon 1953 unter Nikita Chruschtschow, als es darum ging, mit Stalins Verbrecherregime abzurechnen. Das brach Chruschtschow das Kreuz, und mit Leonid Breschnew fand der Entstalinisierungsprozeß ein rasches Ende.<br><br>Eine neue Ära der sowjetischen Geschichtsklitterung hielt im Kreml Einzug. Nichts und niemand durfte mehr den Glanz des Heldentums der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg beflecken. Es dauerte bis zu den 1990er-Jahren, ehe auch in den Archiven ein neuer Wind wehte und ein Unrecht wie die Zwangsdeportation der Wolgadeutschen kritisch beurteilt werden durfte. Dabei stießen Historiker auf recht interessante Details, die bislang zumindest im Westen unbekannt waren. Als die deutsche Wehrmacht im Sommer 1941 nach Osten vorrückte, erteilte Stalin am 28. August 1941 auf Basis eines Erlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets den Befehl, die Wolgadeutschen zu deportieren. Die Pläne für die Zwangsumsiedlung waren allerdings nicht neu. Bereits nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war den Deutschen im Heer des Zaren die Verantwortung für die Niederlage zugeschoben worden. Pauschal beschuldigte man sie, als Verräter und Spione für das deutsche Kaiserreich gearbeitet zu haben. Vor solchen Anschuldigungen war auch die rußlanddeutsche Zivilbevölkerung nicht gefeit. Zwischen 1915 und 1917 wurden in Moskau eine Reihe von Liquidationsgesetzen erlassen, mittels derer die Umsiedlung deutscher Bevölkerungsgruppen ins Landesinnere angeordnet wurde, die in Grenznähe siedelten. Ihnen unterstellte man Kollaboration mit dem vorrückenden deutschen Feind. Über 200.000 Wolhynien-Deutsche ereilte dieses Schicksal. Die Verantwortlichen für Stalins Befehle konnten also auf Beispiele aus dem Ersten Weltkrieg zurückgreifen und brauchten die Methoden und die Durchführung nur zu adaptieren. Deutschen Militärhistorikern liegen heute als Quellen Namenlisten vor, die eindeutig belegen, daß Stalin schon Jahre vor dem Krieg eine zwangsverordnete Umsiedlung der deutschen Bevölkerung geplant hatte.<br><br><strong>Der Stalinbefehl vom 28.8.1941</strong><br>Am 28. August 1941 ließ Stalin in Moskau vom Obersten Präsidium den Erlaß „Über die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolga-Bezirken leben“ verabschieden. Mit Brachialgewalt wurden bis Dezember 1941 etwa 894.000 Wolgadeutsche ihrer Heimat entrissen. Ihr gesamter unbeweglicher Besitz wurde vom Staat entschädigungslos enteignet. Die Deportation forderte nach heutigen Schätzungen mindestens 250.000 Opfer. Die Anschuldigungen der Sowjetführung glichen denen vom Ersten Weltkrieg. Moskau sprach von „Tausenden und Zehntausenden von Kollaborateuren und Spionen“, die sich in den Dienst der deutschen Wehrmacht stellten.</p>



<p>Unter Generalverdacht standen aber nicht nur die Rußlanddeutschen, sondern es traf auch andere Minderheiten oder soziale Gruppen wie die Kulaken, gegen die Stalin bereits in den 1930er Jahren vorgegangen war. Sie hatten sich der Zwangskollektivierung widersetzt und wurden zu Feinden und Abweichlern der Sowjetmacht abgestempelt. <br><br>Was aber waren die konkreten Inhalte dieses Deportationserlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets? Der Wortlaut des Erlasses verrät viel über das Verhältnis der Staatsmacht zur deutschen Volksgruppe, der neben Kollaboration auch Sprengstoffanschläge in den von ihnen bewohnten Gebieten vorgeworfen wurde. Ähnlich den Kulaken wurden im Deportationserlaß Teile der Wolgadeutschen kollektiv zu Feinden „des Sowjetvolks und der Sowjetmacht“ erklärt. Die Sowjetregierung sei durch das verräterische Verhalten der Wolgadeutschen gezwungen, „Strafmaßnahmen zu ergreifen“, um „ernsthaftes Blutvergießen zu vermeiden.“ Das Präsidium sieht sich veranlaßt, „die gesamte deutsche Bevölkerung, die im Wolgagebiet ansässig ist, in andere Regionen umzusiedeln, und zwar derart, daß den Umzusiedelnden Land zugeteilt und bei der Einrichtung in den neuen Gebieten staatliche Unterstützung gewährt werden soll.“ Aufgezählt wurden in diesem Erlaß „die an Ackerland reichen Regionen der Gebiete Novosibirsk und Omsk, der Region Altaj, Kasachstans und weitere benachbarte Gebiete.“ Auffällig ist hierbei die Verharmlosung der tatsächlichen Ereignisse, indem das Präsidium ganz bewußt den Eindruck vermitteln wollte, es handle sich bei der Umsiedlung um keine Strafaktion, sondern darum, den Deutschen neue landwirtschaftliche Gebiete mit großzügiger staatlicher Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Moskau wollte sich der Weltöffentlichkeit als friedliebender Staat darstellen, der sich unter dem Druck der deutschen Aggression zu dieser Maßnahme veranlaßt sah.<br><br><strong>Terror gegen die Deutschen</strong><br>Abseits der Propaganda traf die Rußlanddeutschen eine Welle der Verfolgung. Gewalt und Zwangsenteignungen prägten eine Wirklichkeit, die man vor den Alliierten versteckte, um die Opferrolle aufrechtzuerhalten. Erst am 13. Dezember 1955 erfolgte per Dekret die Einstellung der Umsiedlungen „in Anbetracht der Tatsache, daß die bestehenden Beschränkungen in der Rechtsstellung der deutschen Sondersiedler und ihrer Familienangehörigen (…) in Zukunft nicht weiter notwendig sind.“ Die Folgen der Zwangsumsiedlung waren unumkehrbar. Es gab das Verbot einer Rückkehr in die Siedlungsgebiete der Vorkriegszeit, da der wolgadeutsche Besitz nach der vollständigen Kollektivierung nicht mehr existent war. Außerdem waren die Häuser sowjetischen Neusiedlern zugeteilt worden. Trotz des Rückkehrverbots gelang es dennoch 1.672 Wolgadeutschen, über russische Ehepartner oder berufliche Versetzungen legal in die Wolgaregion zurückzukehren – freilich nicht auf die enteigneten Güter. Das Verbot der Rückkehr bestand zumindest bis Anfang 1974, ehe es vom Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR per Dekret aufgehoben wurde.<br><br><strong>Teilrehabilitation erst 1964</strong><br>Schon ein Jahrzehnt zuvor hatten die Wolgadeutschen am 29. August 1964 eine Teilrehabilitation erfahren. In diesem Erlaß wurden jene Passagen des verhängnisvollen Erlasses von 1941 aufgehoben, „der wahllos erhobene Anschuldigungen gegen die deutsche Bevölkerung“ aus dem Wolgagebiet enthielt. Dieser Passus bezog sich zweifelsohne auf die Kollektivschuldthese, in deren Folge die Deportation mit den Zwangsenteignungen angeordnet worden war. Außerdem bestimmte das Präsidium, daß in jenen Republiken, in denen die Wolgadeutschen<br>seit 1941 „festen Fuß gefaßt“ hatten, Anstrengungen unternommen werden sollten, damit den Deutschen „auch künftig Hilfe und Beistand beim wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau unter Berücksichtigung ihrer nationalen Besonderheiten und Interessen“ zukommen könnten.<br><br><strong>Rückkehr war ausgeschlossen</strong><br>Der Erlaß garantierte den Deutschen zwar alle Rechte von Bürgern der UdSSR, schloß jedoch eine Rückkehr dezidiert aus, womit ein Schlußstrich unter die 180-jährige Geschichte der Wolgadeutschen gezogen wurde. Die Geschichte der Wolgadeutschen begann mit der Regentschaft von Katharina der Großen. Ihre Kolonialpolitik orientierte sich am Beispiel der Habsburger, die im 18. Jahrhundert nach den erfolgreichen Offensiven gegen das osmanische Reich in Südosteuropa Bauern, Handwerker und Kleingewerbetreibende ansiedelten. Begehrt waren vor allem deutsche Bauern, deren Fleiß und Kolonialgeist man in Europa schätzte. Die Zarin bot Siedlern aus Bayern, Baden, Hessen, der Pfalz und dem Rheinland Land an. Sie kamen und gründeten über 100 Dörfer, wo die deutschen Kolonisten mit ihrem legendären Fleiß eine blühende Landwirtschaft und ein florierendes Genossenschaftssystem aufbauten.</p>
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		<title>„Völkermord verjährt nicht!“</title>
		<link>https://dereckart.at/voelkermord-verjaehrt-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 05:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Böhmen und Mähren]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Zeihsel]]></category>
		<category><![CDATA[SLÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Sudetendeutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Verbrechen an Deutschen]]></category>
		<category><![CDATA[Vertriebenenverbände]]></category>
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					<description><![CDATA[ECKART-Exklusivinterview mit SLÖ-Obmann Gerhard Zeihsel Als der Zweite Weltkrieg endete, hatten Millionen Deutsche östlich der Oder, in Böhmen und am Balkan das Schlimmste noch vor sich: Vernichtung, Vertreibung und Verlust einer Heimat, die sie seit Menschengedenken bewohnt, bewirtschaftet und gestaltet hatten. Ein Menschheitsverbrechen, das ungesühnt und für die Täter ohne Konsequenzen blieb. Dennoch verblaßt die [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">ECKART-Exklusivinterview mit SLÖ-Obmann Gerhard Zeihsel</h2>



<p><strong>Als der Zweite Weltkrieg endete, hatten Millionen Deutsche östlich der Oder, in Böhmen und am Balkan das Schlimmste noch vor sich: Vernichtung, Vertreibung und Verlust einer Heimat, die sie seit Menschengedenken bewohnt, bewirtschaftet und gestaltet hatten. Ein Menschheitsverbrechen, das ungesühnt und für die Täter ohne Konsequenzen blieb. Dennoch verblaßt die Erinnerung an das Leid und Martyrium 75 Jahre nach Beginn der Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Südosteuropa mit dem Abtreten der Erlebnisgeneration immer mehr. Wir haben darüber exklusiv mit dem Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SLÖ), Gerhard Zeihsel gesprochen.</strong></p>



<p><strong>Der ECKART: <em>Herr Zeihsel, in diesen Tagen jährt sich der Beginn der sogenannten wilden Vertreibungen zum 75. Male. Wie würden Sie insgesamt die Vertreibung, in deren Verlauf Millionen Deutsche ihrer Heimat, ihres Besitzes und ihres Lebens beraubt wurden, historisch einordnen?<br></em></strong></p>



<p><strong>Gerhard Zeihsel:</strong> Es war Völkermord, der nicht verjährt! Bei uns aber oft ein Tabu-Thema! Sowohl die Vertriebenen als auch deren Nachkommen sind noch heute traumatisiert.</p>



<p><strong><em>Sie sind Angehöriger des Jahrgangs 1939: Wie haben Sie als Kind die Vertreibung erlebt?</em></strong></p>



<p>Meine Mutter stammt aus Brünn-Kumrowitz/Komarov, mein Vater aus einem deutsch-südmährischen Bauerndorf im Kreis Znaim und ging auf die HAK-Brünn. In den 1920er-Jahren optierte er für Österreich. Nach der Heirat arbeitete mein Vater ab 1939 in Wien in der Reichsbank (heute Nationalbank). Ich kam Ende des Jahres in Wien zur Welt, und wir wohnten im III. Bezirk. Anfang 1942 wurde mein Bruder geboren. Als die Fliegerangriffe auf Wien begannen, zogen wir in unsere Villa in Damitz. In der Zwischenzeit wurde mein Vater in die Wehrmacht eingezogen – 1917 war er als 17jähriger im Ersten Weltkrieg an der Italienfront. Damitz war für uns Kinder ein Paradies, mit Turnplatz und Freibad! Im August 1944 kam unsere Schwester in Brünn bei den Großeltern zur Welt. Erst im Mai 1945 überflog ein feindliches Flugzeug den Ort und gab einige Feuerstöße mit einer Bordwaffe ab, es erfolgte die Besetzung durch die Rote Armee, und eine Partisanengruppe der Tschechen tauchte bei uns auf, und im Gefolge nisteten sich Tschechen in Bauernhäusern ein.</p>



<p><strong><em>Man hat von den Heimatvertriebenen – mehr oder weniger von Anfang an – gefordert, auf ihre Eigentumsrechte und auf Entschädigung des erlittenen Unrechtes zu verzichten. Sie haben sich stets für Wiedergutmachung und insbesondere die Beseitigung der verbrecherischen Beneš-Dekrete eingesetzt. Sind die Entschädigungsfragen heute endgültig obsolet?</em></strong></p>



<p>Von den 143 Beneš-Dekreten geht es uns Sudetendeutschen nur um das „schmutzige Dutzend“ von zwölf Entrechtungs- und Enteignungs-Dekreten.<br>Bei der EU-Aufnahme der Tschechischen Republik bemühte sich die SLÖ recht erfolgreich in der Öffentlichkeit, daß Österreich die Veto-Karte zieht! Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel versagte aber – er glaubte an bessere Verhandlungserfolge innerhalb der EU „auf gleicher Augenhöhe!“ Wir warnten davor! Für uns sind die Entschädigungsfragen noch immer offen! </p>



<p><strong><em>Den Sudetendeutschen wird von politischen Irrlichtern gerne eine (Mit-)Schuld an ihrer Vertreibung unterstellt. Die lange Vorgeschichte – man könnte bis zum Panslawistenkongreß 1848 zurückgehen –, vor allem aber die systematische Unterdrückung durch die Tschechen nach 1918 werden völlig verschwiegen. Was sind die Ursachen für diese geradezu groteske Sicht der Dinge?</em></strong></p>



<p>Drei Millionen Sudetendeutschen mußten 1945 büßen für die Nazi-Verbrechen. Die Frage nach der persönlichen Schuld spielte dabei keine Rolle. Das Urteil resultierte allein aus der ethnischen Zugehörigkeit und traf daher nicht nur die Täter, sondern auch unschuldige Frauen, Kinder und Greise. Rache für die Nazi-Greuel ist aber nur ein Teil der Erklärung.  Denn in den Köpfen tschechischer Nationalisten geisterte der Vertreibungsgedanke schon seit der Auflösung der Donaumonarchie herum. Einer von ihnen war Edvard Beneš, Außenminister(1918-1935) und Staatschef drei Jahre vor und nach sowie Exil-Präsident während der Nazi-Besatzungszeit. Er war überzeugt: Man hätte die Deutschen schon 1918 vertreiben müssen, was aber leider damals nicht möglich gewesen sei.</p>



<p><strong><em>Wenn es um Verbrechen an Deutschen ging, wurde auch stets die Forderung nach einem Schlußstrich erhoben. Nach einem dreiviertel Jahrhundert sind die Vertriebenen zu einer überschaubaren Gruppe geworden. Ist die Vertreibung nur noch Geschichte?</em></strong></p>



<p>Die „Vertriebenen“ sterben sicher aus – aber nicht ihre Nachkommen! Jeder fünfte Wiener hat sudetendeutsche Wurzeln, und das Bewußtsein um die Abstammung und die Leistungen auf vielen Gebieten wird weiterleben! </p>



<p><strong><em>Sie haben sich über Jahrzehnte durch Ihren Einsatz als Vertriebenenpolitiker in Österreich und darüber hinaus einen Namen gemacht. Wie beurteilen Sie insgesamt die Tätigkeit der Vertriebenenverbände – was wurde erreicht, was hätte anders laufen können? </em></strong></p>



<p>Die deutschen altösterreichischen Heimatvertriebenen in Österreich – 350.000 – haben sich gleich beim Wiederaufbau Österreichs voll eingebracht, haben in den demokratischen Parteien mitgewirkt und es zu Ansehen gebracht. Sie haben sich ihren Wohlstand ehrlich erarbeitet und sind allseits anerkannt als positive Glieder der Gemeinschaft.</p>



<p><strong><em>Welche Aufgaben sehen Sie für die Vertriebenenverbände für die Zukunft – wird es eine Enkelgeneration geben, die die Arbeit fortsetzt? Wie kann es gelingen, Kultur und Geschichte der Vertriebenen im kollektiven Gedächtnis der deutschen Nation zu bewahren?</em></strong></p>



<p>Ein positives Zeichen setzt die Enkelgeneration z.B. durch „Vorwissenschaftliche Arbeiten (VWA)“ in den höheren Schulen. Es sind immer mehr, die sich als Thema „Sudetendeutsche“ nehmen, wir helfen ihnen dabei gerne mit Unterlagen (Büchern), Zeitzeugengesprächen… Die hohe Politik ist auch gefragt, die kulturellen und geschichtlichen Entwicklungen aus der Vergangenheit zu pflegen (Schulen) und damit im kollektiven Gedächtnis des Volkes zu bewahren!</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p></p>



<p class="has-text-align-left"><em>Gerhard Zeihsel,<br>wurde am 21.12.1939 in Wien geboren. Das Kriegsende erlebte er in seiner Südmährischen Ahnenheimat in Damitz bei Mährisch Kromau. Nach Flucht und Vertreibung besuchte er in Wien eine Chemiefachschule und trat 1957 in die Dienste des Unilever-Konzerns, dem er ununterbrochen bis zum Jahre 2000 als erfolgreicher Chemiker und Anwendungstechniker angehörte. Für die FPÖ war Zeihsel als Bezirksrat und von 1987-1996 als Landtagsabgeordneter und Gemeinderat in Wien tätig. Unter anderem dafür erhielt er das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien. Eine besondere Herzensangelegenheit war und ist ihm die Arbeit für seine heimatvertriebenen Landsleute. In der Sudetendeutschen Jugend und Landsmannschaft bekleidete er viele Funktionen: Seit 2000 ist er Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), und als Vertreter der Sudetendeutschen ist er seit Jahren erster Vizepräsident des Verbandes der Deutschen Altösterreichischen Landsmannschaften.</em></p>



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<p></p>
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