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	<title>Weihnachtsgeschichte &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Weihnachtsgeschichte &#8211; Der Eckart</title>
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	<item>
		<title>Advent</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2021 23:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[advent]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird, und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin – bereit und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit. Rainer Maria Rilke]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Es treibt der Wind im Winterwalde</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>die Flockenherde wie ein Hirt,</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>und manche Tanne ahnt, wie balde</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>sie fromm und lichterheilig wird,</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>und lauscht hinaus. Den weißen Wegen</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>streckt sie die Zweige hin – bereit</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>und wehrt dem Wind und wächst entgegen</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>der einen Nacht der Herrlichkeit.</em></p>



<p><em>Rainer Maria Rilke</em></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Der allererste Weihnachtsbaum</title>
		<link>https://dereckart.at/der-allererste-weihnachtsbaum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Dec 2020 04:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Löns]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Von Hermann Löns Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein. weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm auf lief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute’ her.&#8220; Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Von Hermann Löns</em></p>



<p><strong>Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein. weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm auf lief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute’ her.&#8220; Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.</strong></p>



<p>Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen teilnehmen würden. Kostbarkeiten durften es auch nicht sein, denn er hatte so und soviel auszugeben und mehr nicht. So stapfte er denn auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzwege war, dort sollte er das Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Gaben. Schon von weitem sah er, daß das Christkindchen da war, denn ein heller Schein war dort. Das Christkindchen hatte ein langes, weißes Pelzkleidchen an und lachte über das ganze Gesicht. Denn um es herum lagen große Bündel Kleeheu und Bohnenstiegen und Espen- und Weidenzweige, und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen gütlich. Sogar für die Sauen gab es etwas, Kastanien, Eicheln und Rüben.</p>



<p>Der Weihnachtsmann nahm seinen Wolkenschieber ab und bot dem Christkindchen die Tageszeit. »Na, Alterchen, wie geht’s?« fragte das Christkind, »hast wohl schlechte Laune?« Damit hakte es den Alten unter und ging mit ihm. Hinter ihnen trabte der kleine Spitz, aber er sah gar nicht mehr betrübt aus und hielt seinen Schwanz kühn&#8216; in die Luft. »Ja«, sagte der Weihnachtsmann, »die ganze Sache macht mir so recht keinen Spaß mehr. Liegt es am Alter oder an sonst was, ich weiß nicht, ich hab kein Fiduz mehr dazu. Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das’ist nichts mehr. Das essen sie auf und dann ist das Fest vorbei. Man müßte etwas Neues erfinden, etwas, das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist, aber wobei Alt und Jung singt und lacht und fröhlich wird.«</p>



<p>Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht; dann sagte es: »Da hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch schon gedacht, aber das ist nicht so leicht.« »Das ist es ja gerade«, knurrte der Weihnachtsmann, »ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtiges Kopfweh von dem alten Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weiter geht, schläft allmählich die ganze Sache ein, und es wird ein Fest wie alle anderen, von dem die Menschen dann weiter nichts haben als Faulenzen, Essen und Trinken.«</p>



<p>Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann mit brummigem, das Christkindchen mit nachdenklichem Gesichte. Es war so still im Walde, kein Zweig rührte sich, nur, wenn die Eule sich auf einen Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang mit halblautem Ton herab. So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen Holze auf einen alten Kahlschlag, auf dem große und kleine Tannen standen. Das sah nun wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie Silber und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, daß es eine Pracht war. Eine fünf Fuß hohe Tanne, die allein im Vordergrunde stand, sah besonders reizend aus. Sie war regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweig. spitzen kleine Eiszapfen, und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein.</p>



<p>Das Christkindchen ließ den Arm des Weihnachtsmanns los, stieß. den Alten an, zeigte auf die Tanne und sagte: »Ist das nicht wunderhübsch?« »Ja«, sagte der Alte, »aber was hilft mir das?« »Gib ein paar Äpfel her«, sagte das Christkindchen, »ich habe einen Gedanken«. Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte es sich nicht fecht vorstellen, daß das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten Äpfel hatte. Er hatte zwar noch einen guten alten Schnaps in seinem Dachsholster, aber den mochte er dem Christkindchen nicht anbieten. Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte darin herum und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann faßte er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen. »Sieh, wie schlau du bist,« sagte das Christkindchen. »Nun schneid’ mal etwas Bindfaden in zwei fingerlange Stücke und mach mir kleine spitze Pflöckchen.« Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das Chtistkind ihm sagte. Als er die Bindfadenenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte den an einen Ast.</p>



<p>»So«, sagte es dann, »nun müssen auch an die anderen welche und dabei kannst du helfen, aber vorsichtig, daß kein Schnee abfällt!« Der Alte half, obgleich er nicht wußte, warum. Aber es machte ihm schließlich Spaß, und als die ganze kleine Tanne voll von rötbäckigen Äpfeln hing, da trat er fünf Schritte zurück, lachte und sagte: »Kiek, wie niedlich das aussieht! Aber was hat das alles für ’n Zweck?« »Braucht denn alles gleich einen Zweck zu haben’: lachte das Christkind. -»Paß auf, das wird noch schöner. Nun gib mal Nüsse her!« Der Alte krabbelte aus seiner Kiepe Walnüsse heraus und gab sie dem Christkindchen. Das steckte in jedes ein Hölzchen, machte einen Faden daran, rieb immer eine Nuß an der goldenen Oberseite seiner Flügel und dann war die Nuß golden, und die nächste an der silbernen Unterseite seiner Flügel, und darin hatte es eine silberne Nuß, und hing die zwischen die Äpfel.</p>



<p>»Was sagst’ nun Alterchen?« fragte es dann, ist das. nicht allerliebst?« » Ja«, sagte der, »aber ich weiß immer noch nicht « »Kommt schon!« lachte das Christkindchen. »Hast du Lichter?« »Lichter nicht«, meinte der Weihnachtsmann, »aber ’n Wachsstock!« »Das ist fein«, sagte das Christkind, nahm den Wachsstock, zerschnitt ihn und drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Zweigenden, bog sie hübsch gerade und sagte dann: »Feuerzeug hast du doch?« »Gewiß«, sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus, pinkte Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelspäne an. Die gab et dem Christkindchen. Das nahm einen hellbrennenden Schwefelspan und steckte damit erst das oberste Licht an, dann das nächste davon rechts, dann das gegenüberliegende, und rund um das Bäumchen gehend, brachte es so ein Licht nach dem andern zum Brennen.</p>



<p>Da stand nun das Bäumchen im Schnee; aus seinem halbverschneiten dunklen Gezweig sahen die roten Backen der Äpfel, die Gold: und Silbernüsse blitzten und funkelten, und die gelben Wachskerzen brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über das ganze rosige Gesicht und patschte in die Hände, der alte Weihnachtsmann sah gar nicht mehr so brummig aus, und der kleine weiße Spitz sprang hin und her und bellte. Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit seinen goldsilbernen Flügeln, und da gingen die Lichter aus. Es sagte dem Weihnachtsmann, er solle das Bäumchen vorsichtig. absägen. Das tat der, und dann gingen: beide den Berg hinab und nahmen das bunte Bäumchen mit. Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles. Beim kleinsten Hause machten die beiden Halt. Das Christkind machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann ging hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten &#8218; Platte, den stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte dann noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel und Nüsse unter den Baum, und dann verließen beide das Haus ebenso leise, wie sie es betreten hatten. Als der Mann, dem das Häuschen gehörte, am andern Morgen erwachte und den bunten Baum sah, da staunte er und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Als er aber an dem Türpfosten, den des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold- und Silberflimmer hängen, sah, da wußte er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und weckte Frau und Kinder.</p>



<p>Das war eine Freude in dem kleinen Hause wie an keinem Weihnachtstage. Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug und nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen nur alle nach dem Lichterbaum. Sie faßten sich an die Hände, tanzten um den Baum und sangen alle Weihnachtslieder, die sie wußten, und selbst das Kleinste, was noch auf dem Arme getragen wurde, krähte, was es krähen konnte. Vor dem Fenster aber standen das Christkindchen und der Weihnachtsmann und sahen lächelnd zu. Als es hellichter Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns, sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Die anderen Leute, die das sahen, machten es nach, jeder holte sich einen Tannenbaum und putzte ihn an, der eine so, der andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hingen sie alle daran. Als es dann Abend wurde, brannte im ganzen Dorfe Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum, überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder. Von da aus ist der Weihnachtsmann über ganz Deutschland gewandert und von da über die ganze Erde. Weil aber der erste Weihnachtsbaum am Morgen brannte, so wird in manchen Gegenden den Kindern morgens beschert.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=adVpFNMTTZE">Und natürlich gehört zu dieser Geschichte, mit der zugleich das letzte Türchen unseres ECKART-Adventkalender geöffnet wurde, auch noch das Lied &#8222;O Tannenbaum&#8220; von Ernst Anschütz, gesungen vom Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor.</a></strong></p>



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		<item>
		<title>Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte (4)</title>
		<link>https://dereckart.at/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2020 05:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch Ich kann mich noch an viele Geschenke von diesem Weihnachtsabend erinnern, weil es so außergewöhnlich viele waren. Sonst sind mir Geschenke kaum in Erinnerung. Aber noch immer ist die Wärme dieser Tage in mir. Selbst in den Tagen, wo wir durch verdunkelte Straßen gingen und auf Sirenen hörten. Selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch</em></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Ich kann mich noch an viele Geschenke von diesem Weihnachtsabend erinnern, weil es so außergewöhnlich viele waren. Sonst sind mir Geschenke kaum in Erinnerung. Aber noch immer ist die Wärme dieser Tage in mir. Selbst in den Tagen, wo wir durch verdunkelte Straßen gingen und auf Sirenen hörten. Selbst in den Jahren nach dem Krieg, wo es nichts gab. Absolut nichts. In meinem Leben waren Menschen, mit denen man reden konnte, die zuhörten, die erzählten. Wo es Wärme und Liebe gab. Menschen eben.</p>



<p>Soll ich Ihnen sagen, wie Ihre Vorweihnachtszeit aussieht? Ihre und Ihre? Ein Seufzen am Anfang „Ach Gott, in drei Wochen ist schon Weihnachten&#8220; ein Seufzen am Ende „Teufel noch mal, das fehlt auch noch!” und zwischendurch Überstunden, Betriebsweihnachtsfeiern, Geschenklisten, Einkäufe, Besorgungen, Anrufe, Hektik, Nervosität und noch etwas kaufen müssen. Und zwischendurch noch eine Weihnachtsfeier. Und noch etwas zu erledigen.</p>



<p>Und am Heiligen Abend – noch früher aufstehen, um noch alles hinzukriegen, und bitte dich, kannst du die Kinder nehmen, ich schaff&#8217;s sonst nicht. Dann die Bescherung, fünfzehn Minuten, dreißig maximal. Und dann schnell wegräumen, Tisch decken, schnell, schnell. Schmeckt&#8217;s? Vielen, vielen Dank für alles! Wegräumen, damit alles wieder in Ordnung ist. War das ein Tag! Und morgen der Besuch!</p>



<p>Ist es nicht so?</p>



<p>Oder die Flucht vor all diesen Dingen in ein anonymes Hotel, weit weg von dem Trubel.</p>



<p>Weit weg von der Freude.</p>



<p>Ich wünsche Ihnen ein paar Stunden Stille in dieser Zeit. Und das muß doch gar nicht in einem verzauberten Winterwald sein mit Rehlein und Sternlein. Und auch nach Lebkuchen muß das Ganze nicht duften. Es müssen gar keine gewaltromantischen Stunden sein. Schauen Sie den anderen zu, wie sie rennen. Reden Sie mit Freunden, zum Beispiel über Weihnachten ihrer Kindheit. Strecken Sie die Beine aus unter dem Tisch, einen ganzen Abend lang oder zwei oder drei.</p>



<p>Gehen Sie durch die Straßen, nach Geschäftsschluß, ganz langsam. Auch durch Nebengassen ohne Weihnachtsbeleuchtung. Oder wirklich in den Wald. Es gibt ihn auch bei der Stadt.</p>



<p>Wer hat schon für so etwas Zeit?</p>



<p>Jeder, der es will.</p>



<p>Machen Sie es natürlich nicht so. Denn es geht ja nicht um die Schablone, sondern um die Freude. Ich gehe zum Beispiel an einem Tag vor Weihnachten zu den Gräbern jener Menschen, die mir so wunderbare Weihnachten geschenkt haben und danke ihnen dafür. Hoffentlich konnte ich etwas von dieser unverkrampften Freude auch meinen Kindern weitergeben. Und diese eines Tages auch den ihren. Hoffentlich.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Was habe ich eigentlich bekommen, früher, damals, in dieser Zeit? Ich persönlich – denn Ratschläge sind etwas Fragwürdiges und oft nahe der Schulmeisterei. Was ich in dieser Zeit bekam? In den Weihnachtstagen meiner Kindheit? Wo alle so arm waren und wenig Freizeit hatten? ZEIT! Zeit füreinander. Und offene Augen und Wünsche, die man sich nicht unbedingt auf Raten kaufen muß.</p>



<p>UND FREUDE.</p>



<p></p>



<p><strong><a href="https://dereckart.at/2020/12/13/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-3/">“Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte”, Teil 3 – HIER weiterlesen.</a></strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Weihnacht bei den Tieren</title>
		<link>https://dereckart.at/weihnacht-bei-den-tieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 04:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Friedrich Blunck]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Von Hans Friedrich Blunck So alt war Vater Krohn, dass er sich auf sein Gehör nicht mehr verlassen konnte, das ihm doch bislang gut gedient hatte. Immer glaubte er, es kämen Schritte &#8211; er wartete ja, dass sein Sohn von drüben ihm zur Weihnachtsfeier holte, aber er wartete schon lange, man hatte ihn wohl [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Von Hans Friedrich Blunck</em></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">So alt war Vater Krohn, dass er sich auf sein Gehör nicht mehr verlassen konnte, das ihm doch bislang gut gedient hatte. Immer glaubte er, es kämen Schritte &#8211; er wartete ja, dass sein Sohn von drüben ihm zur Weihnachtsfeier holte, aber er wartete schon lange, man hatte ihn wohl vergessen.<br>Als der Altenteiler da nun trübselig saß, überlegte und halblaut seine Gedanken vor sich hin sprach, stand auf einmal der kleine Busemann Puk vor ihm. Das ist der Knirps aus dem Stall, den man nur zu hohen Festen sieht. Kindsgroß schien er und hatte eine neue rote Mütze auf dem Kopf.</p>



<p>„Kommst mit, Vater Krohn?“<br>„Wie soll ich mit die gehen“, knurrte der Alte, „meine Kinder werden mich gleich holen!“<br>Der Zwerg murrte und war nicht mehr zu sehen. Nach einer Weile kam Busemann wieder.<br>&#8222;Willst jetzt mit, Vater Krohn, das Essen ist bald gar!&#8220;<br>&#8222;Schönen Dank, Busemann, aber sie zünden drüben wohl noch die Lichter an.&#8220;<br>Als wieder eine Stunde vergangen war, zeigte sich der Kleine zum dritten Mal. &#8222;Die drüben sind schon mitten im Feiern, kommst jetzt mit mir?&#8220;<br>Da nickte der Bauer trübsinnig; Busemann kletterte blitzschnell auf den Stuhl und zog ihm seine gestrickte Mütze über den Kopf. Was glaubt ihr? Im Augenblick, wo der Mützenrand die Brauen berührte, saß der Alte, hui, durch Wand und Tür hindurch, bei den Tieren im Stall. Die Ohren sausten ein wenig, sonst war nicht viel besonderes dabei.</p>



<p>Am Weihnachtsabend war Vater Krohn nie lange im Stall gewesen, er sah jetzt ein dass man zu allen Lebzeiten noch dazulernen muss. Wie gemütlich hatte dieser Busemann es sich doch eingerichtet! Nahe der Laterne die über den Kuhköpfen hinflimmerte und noch die Pferde beschien, hatte er ein Laken über eine alte Haferkiste gehängt. Fein und wunderlich war das Muster, es musste jemand an die hundert Jahre daran gewebt haben. Und eine Milchkruke stand darauf, zwei Messer und zwei Teller. Krohn rieb sich die Augen, das hatte er nicht für möglich gehalten!<br>War aber noch längst nicht genug! Busemann kroch wie durch ein Mauseloch fort und kehrte nach einer Weile mit einer brutzelnden Pfanne Bratkartoffeln wieder. Und als der Duft davon durch den Stall zog, ruschelte der Igel aus dem Stroh, wünschte fröhliches Fest und hielt den Hut hin, um sich etwas Abendessen zu leihen. Und die Ringelnatter, die bei den Kühen wohnt, so lange man denken kann, nahte mit einem Kragen von kleinen Glocken um den Hals und mit einem Krüglein für die Weihnachtsmilch. Als die beiden aber den Altenteilsbauern sahen, vergaßen sie warum sie gekommen waren. Der Igel machte einen höflichen Kratzfuß, holte eine Pfeife aus der Tasche und fragte, ob einer der Herren eins mit ihm rauche. Und die Schlange hob und drehte sich. Wäre der alte Krohn nicht so taub gewesen, hätter er sicher gemerkt, dass die kleinen Glocken in ihrer Halskette wie ein Weihnachtslied klangen.</p>



<p>Dann, als sie schon zusammenrücken wollten, schlug es draußen vom Kirchturm Mitternacht. Mit dem zwölften Schlag klirrte und polterte es, allen Tieren fielen die Ketten ab. Ja, mehr noch, sie begannen sich wie die Menschen über allerhand Dinge zu unterhalten. Von Koben und Raufen kamen sie, stellten sich, so gut es ging, zum Tisch und erkundigten sich nach des lieben Gastes Gesundheit. Die Stute sagte ihm sogar ein altes Hausmittel gegen Gicht, und jeder fügte einen Wunsch für Weihnachten hinzu. Aber die Tiere waren auch höflich, keines von ihnen fragte, warum der greise Bauer das Fest gerade hier im Stall feierte.<br>So wurde es wirklich eine schöne, gemütliche Stunde; der Igel legte etwas Tabak auf das Tischtuch, er hatte genug für jedermann, und der heisere Wachhund, der drüben bei den Menschen weggejagt war und humpelnd zum Tor hereinkam, wusste eine ellenlange traurige Liebesgeschichte, der alle kopfschüttelnd zuhörten. Sogar die fünf großen Balken über dem Stall fanden in dieser Stunde die Sprache und redeten ernst und weise von der Zeit, wo Bauer Krohn jung gewesen war. Sie kannten jede Kuh beim Namen, die er einst gehabt hatte.</p>



<p>Sonderbar, sann der Alte, da muss man von seinen Kindern vergessen werden, um zu erfahren, wer alles an einen denkt.<br>Ob er sich nicht auch eine Pfeife anstecken wolle, fragte der Igel wieder und reichte den Tabaksbeutel herauf. Gewiss sagte Krohn, er hätte wohl Lust darauf.<br>Während er sich noch verwunderte, wo er eigentlich hauste und wie alles möglich war, begann eine sanfte Musik vom Stallende. Die Leute standen auf und riefen, der Ommegang, das ist der feierliche Umzug, aus dem Garten sei da. Dann traten auch schon mit Lichtern durch ein Tor sieben Unterirdische ein, hinter ihnen das Brunnenfräulein, danach drei dicke Apfelknechte und neun Hollerfrauen. Die Weibsen hatten Schnee an den Füssen, schüttelten sich, tanzten doch gleich wieder und trieben mit den Tieren ihren Schabernack. Der arme Hund wurde umgeworfen, weil er zu sauertöpfisch dreinschaute, und Busemann klopften sie auf die dürren Schenkel und wünschten ihm auf seine alten Tage, dass er noch etwas wüchse.</p>



<p>Wirklich kam der halbe Garten mit Singen und Klingen und Tanzen bei den kleinen im Stall zu Besuch. Immer mehr Leute fanden sich ein; die Kühe warfen die Köpfe, als könnte ihre Art Reigen lernen, und auch die Schweine grunzten und standen auf den Hinterbeinen.<br>Dann, auf einmal, geriet alles ins Laufen, hin und her, husch, husch, husch und auf und davon. Die Lichter und winzigen Laternen waren wie fortgeblasen, nur die Brunnendirn, die im Ommegang die größte gewesen war, hatte Mühe durchs Tor hinauszufahren. Sogar die Tiere trappelten und trabten wieder an ihre Plätze, steckten die Köpfe ins Geschirr und taten, als wenn sie von nichts wüssten.<br>Die Tür ging auf, der junge Bauer leuchtete in den Stall.<br>„Mein Gott, wie bist du hier her gekommen, Vater?“ fragte er , „wir suchen dich überall!“<br>Der Altenteiler wollte erst böse antworten, dann blickte er traurig in die Ecke, wo der bunte Ommegang verschwunden war. „Lass mich heute abend hier.“<br>„Willst du nicht zu uns kommen, Vater?“ bat der Junge. Er sah ein feines Tischtuch über die Krippe gedeckt, wunderte sich und hatte ein schlechtes Gewissen.<br>Der andere winkte ihm. „Geh nur, ich habe noch was zu bereden. Da ist ein alter Freund zu Besuch“, sagte er, „der wird gleich wieder da sein!“</p>
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		<title>Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte (3)</title>
		<link>https://dereckart.at/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2020 04:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch Und so war das: Stehenbleiben und mit Entgegenkommenden, oft Fremden, plaudern. All diese dummen, alten, überholten Rituale machen wie zum Beispiel Wunschbriefe schreiben, die dann von irgendeinem Engel abgeholt werden. Oder mit ein paar Schilling in der Tasche ein Weihnachtsgeschenk für die Freundin auswählen, später dann, als die Kindheit [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch</em></p>



<p>Und so war das: Stehenbleiben und mit Entgegenkommenden, oft Fremden, plaudern. All diese dummen, alten, überholten Rituale machen wie zum Beispiel Wunschbriefe schreiben, die dann von irgendeinem Engel abgeholt werden. Oder mit ein paar Schilling in der Tasche ein Weihnachtsgeschenk für die Freundin auswählen, später dann, als die Kindheit vorbei war. Das Geschenk auswählen. Nach vielen Gesichtspunkten, nicht nur – aber natürlich auch – nach der vorhandenen Barschaft. Die Sorgen der Erwachsenen mitspüren, wenn auch nicht mitwissen und glücklich sein, wenn plötzlich Freude da war.</p>



<p>Ich denke oft daran, wenn ich jetzt mit einem Zettel durch die Straßen fahre, um zwischendurch noch ein paar Geschenke zu erledigen, vorgeschriebene, gewünschte, notwendige. Abgehakt, erledigt. „Bitte gleich festlich einpacken?&#8220; „Ja, bitte. &#8220; „Du armes Schwein&#8220;, denke ich. Ich denke auch oft daran, wenn mir junge Leute erzählen, sie würden sich einmal „richtige Weihnachten leisten&#8220;. Ich denke daran, daß ich großartige Erwachsene um mich gehabt haben muß. Denn ich denke noch oft und voll Sehnsucht an diese Weihnachtszeit.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Der Heilige Abend. Die Freude begann mit dem Erwachen, denn alle waren zu Hause. Die Großmutter und die Tante und der Onkel. Vater kam später, der hatte noch mit dem Christkind zu sprechen. Und wieder hatten alle Zeit – das ist es nämlich! Der Weihnachtsspaziergang – je nach Wetter lang oder kurz und besonders lang bei Schnee. Einmal, da fand ich im Park auf einem Zweig einen Faden Lametta. Den hatte ein Engel verloren! Zu Mittag gab es nur eine Suppe, aber niemand rannte herum und kochte, reinigte, räumte weg. Es war alles ruhig und die Tür zum Zimmer verschlossen. Und alles saß um den Tisch, es war warm – und die Freude war im Raum.</p>



<p>Sicher – bei vielen, vielen Kindern wird es heute genauso sein. Sicher – alles ist verklärt in der Kindheit. Und doch – es gibt Unterschiede. Zum Beispiel: das wichtigste Gespräch am ersten Schultag nach Weihnachten war natürlich „Was hat dir das Christkindl gebracht?”, oder später „Was hast du bekommen?” Aber nie sagte der eine zum anderen am letzten Schultag vor Weihnachten: „Ich bekomme zu Weihnachten &#8230;&#8220; Nie. Hören Sie doch Ihren Kindern zu. Viele wissen alles. Zuviele.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Es ist etwas Gutes um das Wissen und etwas Schönes um das Glaubenkönnen. Meine Großmutter war fromm, eigenartig fromm fand ich, als ich selbst nicht mehr fromm war. Sie teilte ihre paar Groschen, die sie erübrigen konnte, auf die Sammelbüchsen der verschiedenen Heiligen in der Kirche auf. Fünf Groschen für den Hl. Antonius und zehn Groschen für die Hl. Elisabeth und so weiter. Manchmal bekam auch der Hl. Thaddäus etwas, nicht zu oft, denn der war der Namenspatron der Kirche und bekam sowieso viel. Zu Weihnachten bekam der Hl. Josef immer am meisten, weil er die meisten Sorgen um diese Zeit hatte. Mit der Familie und so. Aber ja, lachen Sie nur. Es ist ja auch lächerlich, wir lachten alle. Nur – wie meine Großmutter ihre paar Groschen bei der Statue des Hl. Josef in den Blechtopf warf und warum sie es zu Weihnachten tat – ich finde es ganz großartig. Ich liebe sie heute noch und nicht nur deswegen.</p>



<p>In meiner Kindheit gab es eigentlich nur einmal „reiche Weihnachten&#8220;, das heißt solche mit vielen Geschenken. Das war in dem Jahr, als mein Vater nicht mehr arbeitslos und noch nicht im Krieg war. Es gab nur ein solches Fest und einen besonders schönen Baum und eine Tafel und eine Burg und einen kleinen Schreibtisch und eine Trommel und eine aufziehbare Eisenbahn und einen Karpfen. Unglaublich viele Geschenke gab es da, viel mehr als zu den Weihnachten vorher oder nachher. Aber alle Weihnachten meiner Kindheit waren reich. Tief innen reich.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p><strong><a href="https://dereckart.at/2020/12/06/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-2/">“Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte”, Teil 2 – HIER weiterlesen.</a></strong></p>



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		<item>
		<title>„Es liegt doch an uns, wie wir diese Zeit erleben&#8230;“</title>
		<link>https://dereckart.at/es-liegt-doch-an-uns-wie-wir-diese-zeit-erleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Dec 2020 04:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Unter den zahlreichen Büchern von Konrad Windisch sind die Weihnachtsgeschichten mit die bekanntesten. Auch in Rundfunk und Fernsehen sind sie jedes Jahres zu hören, bei vielen Veranstaltungen werden sie gelesen. Es sind einfache, aber zu Herzen gehende Geschichten, die von der schönsten und stillsten Zeit im Jahr erzählen, vom Gestern und Heute. Von der [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><strong>Unter den zahlreichen Büchern von Konrad Windisch sind die Weihnachtsgeschichten mit die bekanntesten. Auch in Rundfunk und Fernsehen sind sie jedes Jahres zu hören, bei vielen Veranstaltungen werden sie gelesen. Es sind einfache, aber zu Herzen gehende Geschichten, die von der schönsten und stillsten Zeit im Jahr erzählen, vom Gestern und Heute. Von der Zeit heute, die schrill und laut geworden ist. Der ECKART hat mit dem Autor über Weihnachten gesprochen…</strong></p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">Konrad Windisch hat berührende Weihnachtsgeschichten geschrieben</h2>



<p><strong>Der ECKART: Herr Windisch, eine Ihrer bekanntesten Weihnachtsgeschichten trägt den Titel „Als man sich noch über Weihnachten freuen konnte“ und stammt aus dem Jahr 1980. Darin kritisieren Sie die Aushöhlung und Verflachung des Weihnachtsfestes durch Kommerzialisierung und Wohlstandsverwahrlosung. Rückblickend betrachtet: Waren die 1970er-Jahre im Vergleich mit den 2010er-Jahren nicht doch eher harmlos?</strong><br><strong>Konrad Windisch:</strong> Sicher waren es die Weihnachten der Kindheit, auf die man sich auch in der Erinnerung am meisten freuen konnte. Und sicher freuen sich auch heute die Kinder genauso. Wenn die Eltern Zeit für sie haben, falls sie überhaupt noch Eltern haben und nicht nur „vermögenswerteschaffende Sorgepflichtige“. Ich persönlich finde, man konnte sich früher mehr auf Weihnachten freuen. Einfach, weil man mehr Zeit dazu hatte. Und weil an die Stelle der Freude auf das Fest das Geschäft und die Erwartung auf Geschenke getreten sind, die allzu oft auf Raten gekauft werden.</p>



<p><strong>Weihnachtsmärkte heißen heutzutage oftmals schon Wintermärkte, aber auch auf alteingesessenen Weihnachtsmärkten findet man wenig, was noch mit Weihnachen zu tun hat. Statt Weihnachtsliedern ertönt in der Vorweihnachtszeit ein gräßliches „Christmas“-Gedudel. In den letzten Jahren hat sich ein regelrechter Kulturkampf um Weihnachten entwickelt. Wie beurteilen Sie diese Entwicklungen?</strong><br>Aus Weihnachtsmärkten werden Wintermärkte – aber vor allem: es werden Märkte, aus der Vorweihnachtszeit werden „Christmas-Times“, und die meisten Artikel stammen aus China. Und was ist noch still in dieser Zeit? Aber trotzdem: Es liegt doch an uns, wie wir diese Zeit empfinden und erleben. Im heurigen Jahr wurden die ersten Weihnachtsbäume zu Allerheiligen aufgestellt. Niemand zwingt uns hinzulaufen und den ersten Glühwein zu trinken.</p>



<p><strong>Können Sie sich persönlich – als ein Angehöriger des Jahrganges 1932 – noch auf Weihnachten 2019 freuen?</strong><br>Persönlich werden es für mich traurige Weihnachten sein, ein geliebter Mensch ist fortgegangen. Aber geblieben ist die Erinnerung an zarte und wunderbare, zauberhafte, ja kostbare, wenn auch arme Weihnachten.<br><br><strong>Wenn Sie junge Eltern heute fragen würden, wie sie Weihnachten für ihre Kinder gestalten sollen, um ihnen den Sinn des Festes zu vermitteln – was würden Sie antworten?</strong><br>Schenken Sie Ihren Kindern Zeit, das wertvollste Geschenk, welches Sie Ihren Kindern, ihren Lieben schenken können. Erzählen Sie ihnen zum Beispiel ein Märchen – klingt einfach, nicht? Besuchen Sie mit ihnen nicht unbedingt einen Markt, sondern eher einen Wald, auch wenn er nicht verschneit ist. Und erzählen Sie ihnen von den Weihnachten Ihrer Kindheit. Sie werden erstaunt sein, wie erstaunt die Kinder zuhören. Und es kostet gar nicht viel!</p>



<p><strong>Weihnachten ist seinem Sinngehalt nach das Fest der Wiederkehr des Lichtes: Das meiste des mannigfaltigen Brauchtums, das es umkränzt, ist Bewußtsein aber auch Hoffnung auf Erfüllung dieser kosmischen Gesetzmäßigkeit. Haben Sie als Dichter, der auf ein politisch bewegtes Leben zurückblicken kann, in dieser Dekadenzzeit noch Hoffnung für die deutsche Kultur und den Fortbestand der Völker Europas?</strong><br>Ja, ich habe Hoffnung! Ja, ich glaube daran! So sicher, wie an die Wiederkehr des Lichts. Jede Tiefe hat ihren tiefsten Punkt. Nicht heute und nicht auf einmal. Es wird der Ekel sein, der die Wende bringt. Und die Schönheit wird den Schund besiegen. Nicht bei allen, aber bei jenen, auf die es ankommt. Und einen kleinen Beitrag kann jeder von uns leisten. Jeder.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p><em>Konrad Windisch<br>wurde am 21. August 1932 in Wien geboren. Seit 1963 ist er Hauptschriftleiter der monatlich erscheinenden „Kommentare zum Zeitgeschehen“. In seinem umfangreichen schriftstellerischen und publizistischen Schaffen nehmen seine Weihnachtsgeschichten eine herausragende Stellung ein. Bislang sind neun Weihnachtsbändchen aus Windischs Feder erschienen:</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte</p><p>Der Mensch Stolzner</p><p>Ein Brief zu Weihnachten</p><p>Es gibt nichts Wirklicheres als Träume</p><p>Jetzt, um diese Zeit</p><p>Teiche sind wie wimpernlose Augen</p><p>Verschwundene Weihnacht</p><p>Vier Zeiten hat der lebendige Wald</p><p>Zeitig beginnen die Märchen</p></blockquote>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Felix holt Senf</title>
		<link>https://dereckart.at/felix-holt-senf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2020 04:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Eine kleine Weihnachtsgeschichte von Erich Kästner Es war am Weihnachtsabend im Jahre 1927 gegen sechs Uhr, und Preissers hatten eben beschert. Der Vater balancierte auf einem Stuhl dicht vorm Weihnachtsbaum und zerdrückte die Stearinflämmchen zwischen den angefeuchteten Fingern. Die Mutter hantierte draußen in der Küche, brachte das Essgeschirr und den Kartoffelsalat in die Stube [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Eine kleine Weihnachtsgeschichte von Erich Kästner </em></p>



<p><strong>Es war am Weihnachtsabend im Jahre 1927 gegen sechs Uhr, und Preissers hatten eben beschert. Der Vater balancierte auf einem Stuhl dicht vorm Weihnachtsbaum und zerdrückte die Stearinflämmchen zwischen den angefeuchteten Fingern. Die Mutter hantierte draußen in der Küche, brachte das Essgeschirr und den Kartoffelsalat in die Stube und meinte: „Die Würstchen sind gleich heiß!“ Ihr Mann kletterte vom Stuhl, klatschte fidel in die Hände und rief ihr nach: „Vergiss den Senf nicht!“ </strong></p>



<p>Sie kam, statt zu antworten, mit dem leeren Senfglas zurück und sagte: “Felix, hol Senf! Die Würstchen sind sofort fertig.“ Felix saß unter der Lampe und drehte an einem kleinen billigen Fotoapparat herum. Der Vater versetzte dem Fünfzehnjährigen einen Klaps und polterte: „Nachher ist auch noch Zeit. Hier hast du Geld. Los, hol Senf! Nimm den Schlüssel mit, damit du nicht klingeln brauchst. Soll ich dir Beine machen?“ Felix hielt das Senfglas, als wolle er damit fotografieren, nahm den Schlüssel und lief auf die Straße. </p>



<p>Hinter den Ladentüren standen die Geschäftsleute ungeduldig und fanden sich vom Schicksal ungerecht behandelt. Aus den Fenstern aller Stockwerke schimmerten die Christbäume. Felix spazierte an hundert Läden vorbei und starrte hinein, ohne etwas zu sehen. Er war in einem Schwebezustand, der mit Senf und Würstchen nichts zu tun hatte. Er war glücklich, bis ihm vor lauter Glück das Senfglas aus der Hand aufs Pflaster fiel. Die Rollläden prasselten an den Schaufenstern herunter und Felix merkte, dass er sich seit einer Stunde in der Stadt herumtrieb. Die Würstchen waren längst geplatzt! Er brachte es nicht über sich, nach Hause zu gehen. So ganz ohne Senf! Gerade heute hätte er Ohrfeigen nicht gut vertragen.</p>



<p>Herr und Frau Preisser aßen die Würstchen mit Ärger und ohne Senf. Um acht wurden sie ängstlich. Um neun liefen sie aus dem Haus und klingelten bei Felix Freunden. Am ersten Weihnachtsfeiertag verständigten sie die Polizei. Sie warteten drei Tage vergebens. Sie warteten drei Jahre vergebens. Langsam ging ihre Hoffnung zugrunde, schließlich warteten sie nicht mehr und versanken in hoffnungsloser Traurigkeit. Die Weihnachtsabende wurden von nun an das Schlimmste im Leben der Eltern. </p>



<p>Da saßen sie schweigend vorm Christbaum, betrachteten den kleinen billigen Fotoapparat und ein Bild ihres Sohnes , das ihn als Konfirmanden zeigte, im blauen Anzug , den schwarzen Filzhut keck auf dem Ohr. Sie hatten den Jungen so liebgehabt, und dass der Vater manchmal eine lockere Hand bewiesen hatte, war doch nicht böse gemeint, nicht wahr? </p>



<p>Jedes Jahr lagen die zehn alten Zigarren unterm Baum, die Felix dem Vater damals geschenkt hatte, und die warmen Handschuhe für die Mutter. Jedes Jahr aßen sie Kartoffelsalat mit Würstchen, aber aus Pietät ohne Senf. Das war ja auch gleichgültig, es konnte ihnen doch niemals schmecken. Sie saßen nebeneinander, und vor ihren weinenden Augen verschwammen die brennenden Kerzen zu großen glitzernden Lichtkugeln. Sie saßen nebeneinander, und er sagte jedes Jahr: „Diesmal sind die Würstchen aber ganz besonders gut.“ Und sie antwortete jedes Mal: „Ich hol dir die von Felix noch aus der Küche. Wir können jetzt nicht mehr warten.“ </p>



<p>Doch um es rasch zu sagen: Felix kam wieder. Das war am Weihnachtsabend im Jahre 1932 kurz nach sechs Uhr… Die Mutter hatte die heißen Würstchen hereingebracht, da meinte der Vater: „Hörst du nichts? Ging nicht eben die Tür?“ Sie lauschten und aßen dann weiter. Als jemand ins Zimmer trat, wagten sie nicht, sich umzudrehen. </p>



<p>Eine zitternde Stimme sagte: „So, da ist der Senf, Vater.“ Und eine Hand schob sich zwischen den beiden alten Leuten hindurch und stellte wahrhaftig ein gefülltes Senfglas auf den Tisch. Die Mutter senkte den Kopf ganz tief und faltete die Hände. Der Vater zog sich am Tisch hoch, drehte sich trotz der Tränen lächelnd um, hob den Arm, gab dem jungen Mann eine schallende Ohrfeige und sagte: „Das hat aber ziemlich lange gedauert, du Bengel. Setz dich hin!“ </p>



<p>Was nützte der Beste Senf der Welt, wenn die Würstchen kalt werden? Dass sie kalt wurden, ist erwiesen. Felix saß zwischen den Eltern und erzählte von seinen Erlebnissen in der Fremde, von fünf langen Jahren und vielen wunderbaren Sachen. Die Eltern hielten ihn bei den Händen und hörten vor Freude nicht zu Unterm Christbaum lagen Vaters Zigarren, Mutters Handschuhe und der billige Fotoapparat. Und es schien, als hätten fünf Jahre nur zehn Minuten gedauert. Schließlich stand die Mutter auf und sagte: „So Felix, jetzt hol ich dir deine Würstchen“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte (2)</title>
		<link>https://dereckart.at/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2020 04:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch Wir sangen die Weihnachtslieder abends, um den Tisch, und eine Kerze brannte. Und einige Lieder gab es, die durfte man nicht anstimmen: „Dieses erst am Heiligen Abend.&#8220; Sicher kommt es davon, daß mir bei einigen dieser Lieder unverschämterweise auch heute noch die Tränen kommen. Und auch die Wut, wenn [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch</em></p>



<p class="has-drop-cap">Wir sangen die Weihnachtslieder abends, um den Tisch, und eine Kerze brannte. Und einige Lieder gab es, die durfte man nicht anstimmen: „Dieses erst am Heiligen Abend.&#8220; Sicher kommt es davon, daß mir bei einigen dieser Lieder unverschämterweise auch heute noch die Tränen kommen. Und auch die Wut, wenn ich sie abgeleiert in Kaufhäusern höre. Ob es die Kinder heute glücklich macht? Natürlich freuen sie sich auf den „brennenden Christbaum” zu Hause. Natürlich. Aber ob nicht das eine oder das andere dabei denkt: „No, der Christbaum vorne an der Ecke bei der Schule ist aber schon größer!”</p>



<p>Nichts gegen die Werbung. Wer wirtschaftlich denkt, wird sie begrüßen, und wer kann es sich heute erlauben, nicht wirtschaftlich zu denken? Ohne Werbung kein Umsatz, ohne Umsatz kein Wohlstand. Richtig. Aber nun reden wir ja von der Freude. Vielleicht sollte man die Weihnachtswerbung zeitlich beschränken ~ man tut&#8217;s ja auch bei Wahlkämpfen. Als ich Kind war, wußte ich, daß der „Krampus kommt&#8220;, wenn die Auslagen rot dekoriert waren. Und daß nachher bald das „Christkind“ kommt. Und freute mich darauf. Nicht nur die Kinder freuten sich &#8211; es war ein gemeinsames Freuen und nicht einmal etwas Religiöses.</p>



<p>Es war die Freude auf die Freude.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Eines der seltsamsten Produkte sind jene Schokolade-Weihnachtsmänner, die anschließend (oder vorher) Osterhasen werden (oder waren). Nur das Stanniol verändert sich. Ein typisches Produkt finde ich und sicher zweckmäßig, praktisch und kostensparend. Nur – welches Kind freut sich über einen Weihnachtsmann, der sich beim Auspacken als Osterhase entpuppt? Oder welches Kind bemerkt das nicht eines Tages? Kinder sind nicht dumm. Sehr oft sind sie klüger und oft auch gescheiter als Erwachsene.</p>



<p>Wie war das? Am Morgen wieder ein Fenster des Adventkalenders öffnen, wieder ein Tag näher! Einkaufen mitgehen und die Neuigkeiten in den Schachteln bewundern oder durch den grauen Morgen zur Schule stolpern, verschlafen, die Wärme in der Klasse spüren und den Schulweg nicht mehr so schrecklich finden, wo doch jeder Tag, jeder vergangene Tag wieder ein Tag näher ist. Nachmittags das frühe Dämmern vor den Fenstern sehen, darauf warten, bis man mitgenommen wird durch die Straßen, vorbei an den Auslagen hinaus zum Stadtrand. Dort, wo der Park liegt und</p>



<p>dahinter die Allee und dann schon der Wald. Von wo die Freude herkommen wird, die ganz große. Oder beim Ofen sitzen und jemand liest vor. Märchen, Geschichten. Oder zuhören, wie die Großen von ihren Weihnachten erzählen, die weit zurückliegen, so weit, daß es gar nicht mehr vorstellbar ist. Mit offenen Ohren und Augen zuhören, wie die Älteren miteinander reden, wie sie von damals reden.</p>



<p>Das gab&#8217;s. Ich weiß, es klingt wie ein Märchen. Nein? Das gibt&#8217;s doch jetzt auch? Ja, natürlich – nur – ehrlich sein! – wie ist das denn bei Ihnen? Wie oft sitzen Sie denn mit Ihren Kindern, Ihren Enkeln vor der Zentralheizung und lesen ihnen Märchen vor oder erzählen ihnen von den Weihnachten, die einmal waren? Wie oft gehen Sie denn allein oder mit Freunden oder mit Kindern langsam durch die Straßen, am dunklen Park vorbei zum Rand des Waldes, wo die große Freude herkommt? Ohne „unterwegs noch schnell etwas zu erledigen&#8220;. Ganz langsam, ohne Termin und sei es ein „Zeit-im-Bild-Termin&#8220;. Ein bißchen sentimental, ein bißchen losgelöst, angesteckt von der Freude eines anderen, die nichts mit Geschenken zu tun hat, die er sich bereits gekauft hat. Wie oft denn? Jetzt, zu Weihnachten?</p>



<p>Oft?</p>



<p>Schön. Ich glaub&#8217;s Ihnen.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p><strong><a href="https://dereckart.at/2020/11/29/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-1/">&#8222;Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte&#8220;, Teil 1 &#8211; HIER weiterlesen. </a></strong></p>



<p><strong><a href="https://dereckart.at/2020/12/13/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-3/">&#8222;Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte&#8220;, Teil 3 &#8211; HIER weiterlesen.</a></strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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		<title>Das Märchen vom Glück</title>
		<link>https://dereckart.at/das-maerchen-vom-glueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 05:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Von Erich Kästner Siebzig war er gut und gern, der alte Mann, der mir in der verräucherten Kneipe gegenüber saß. Sein Schopf sah aus, als habe es darauf geschneit, und die Augen blitzten wie eine blank gefegte Eisbahn. „Oh, sind die Menschen dumm“, sagte er und schüttelte den Kopf, dass ich dachte, gleich müssten [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Von Erich Kästner</em></p>



<p><strong>Siebzig war er gut und gern, der alte Mann, der mir in der verräucherten Kneipe gegenüber saß. Sein Schopf sah aus, als habe es darauf geschneit, und die Augen blitzten wie eine blank gefegte Eisbahn. „Oh, sind die Menschen dumm“, sagte er und schüttelte den Kopf, dass ich dachte, gleich müssten Schneeflocken aus seinem Haar aufwirbeln. „Das Glück ist ja schließlich keine Dauerwurst, von der man sich täglich seine Scheibe herunterschneiden kann!“ „Stimmt“, meinte ich, „das Glück hat ganz und gar nichts Geräuchertes an sich. Obwohl …“ </strong></p>



<p>„Obwohl!?“ „Obwohl gerade Sie aussehen, als hinge bei Ihnen zu Hause der Schinken des Glücks im Rauchfang.“ „Ich bin eine Ausnahme“, sagte er und trank einen Schluck. „Ich bin die Ausnahme. Ich bin nämlich der Mann, der einen Wunsch frei hat.“ Er blickte mir prüfend ins Gesicht, und dann er zählte er seine Geschichte. „Das ist lange her“, begann er und stützte den Kopf in beide Hände, </p>



<p>„Sehr lange. Vierzig Jahre. Ich war noch jung und litt am Leben wie an einer geschwollenen Backe. Da setzte sich, als ich eines Mittags verbittert auf einer grünen Parkbank hockte, ein alter Mann neben mich und sagte beiläufig: ‚Also gut. Wir haben es uns überlegt. Du hast drei Wünsche frei.‘ Ich starrte in meine Zeitung und tat, als hätte ich nichts gehört. ‚Wünsch dir, was du willst‘, fuhr er fort, ‚die schönste Frau oder das meiste Geld oder den größten Schnurrbart, das ist deine Sache. Aber werde endlich glücklich! Deine Unzufriedenheit geht uns auf die Nerven.‘ Er sah aus wie der Weihnachtsmann in Zivil. Weißer Vollbart, rote Apfelbäckchen, Augenbrauen wie aus Christbaumwatte. Gar nichts Verrücktes. Vielleicht ein bisschen zu gutmütig. Nachdem ich ihn eingehend betrachtet hatte, starrte ich wieder in meine Zeitung. ‚Obwohl es uns nichts angeht, was du mit deinen drei Wünschen machst‘, sagte er ‚wäre es natürlich kein Fehler, wenn du dir die Angelegenheit vorher genau überlegtest. Denn drei Wünsche sind nicht vier Wünsche oder fünf, sondern drei. Und wenn du hinterher noch immer neidisch und unglücklich wärst, könnten wir dir und uns nicht mehr helfen. ‘Ich weiß nicht, ob Sie sich in meine Lage versetzen können. Ich saß auf einer Bank und haderte mit Gott und der Welt. In der Ferne klingelten die Straßenbahnen. Die Wachtparade zog irgendwo mit Pauken und Trompeten zum Schloss. Und neben mir saß nun dieser alte Quatschkopf!“ </p>



<p>„Sie wurden wütend?“ „Ich wurde wütend. Mir war zumute wie einem Kessel kurz vorm Zerplatzen. Und als er sein weiß wattiertes Großvatermündchen von neuem aufmachen wollte, stieß ich zornzitternd hervor: Damit Sie alter Esel mich nicht länger duzen, nehme ich mir die Freiheit, meinen ersten und innigsten Wunsch auszusprechen: Scheren Sie sich zum Teufel!‘ Das war nicht fein und höflich, aber ich konnte einfach nicht anders. Es hätte mich sonst zerrissen.“ </p>



<p>„Und?“ „Was, und?“ „War er weg?“ „Ach so! Natürlich war er weg! Wie fortgeweht. In der gleichen Sekunde. In nichts aufgelöst. Ich guckte sogar unter die Bank. Aber dort war er auch nicht. Mir wurde ganz übel vor lauter Schreck. Die Sache mit den Wünschen schien zu stimmen! Und der erste Wunsch hatte sich bereits erfüllt! Du meine Güte! Und wenn er sich erfüllt hatte, dann war der gute, liebe, brave Großpapa, wer er nun auch sein mochte, nicht nur weg, nicht nur von meiner Bank verschwunden, nein, dann war er beim Teufel! Dann war er in der Hölle. ‚Sei nicht albern‘, sagte ich zu mir selber. ‚Die Hölle gibt es ja gar nicht, und den Teufel auch nicht.‘ Aber die drei Wünsche, gab&#8217;s denn die? Und trotzdem war der alte Mann, kaum hatte ich&#8217;s gewünscht, verschwunden … Mir wurde heiß und kalt. Mir schlotterten die Knie. Was sollte ich machen? Der alte Mann musste wieder her, ob&#8217;s nun eine Hölle gab oder nicht. Das war ich ihm schuldig. Ich musste meinen zweiten Wunsch dransetzen, den zweiten von dreien, o ich Ochse! Oder sollte ich ihn lassen, wo er war? Mit seinen hübschen, roten Apfelbäckchen? ‚Bratapfelbäckchen‘, dachte ich schaudernd. Mir blieb keine Wahl. Ich schloss die Augen und flüsterte ängstlich: ‚Ich wünsche mir, dass der alte Mann wieder neben mir sitzt!‘ Wissen Sie, ich habe mir jahrelang, bis in den Traum hinein, die bittersten Vorwürfe gemacht, dass ich den zweiten Wunsch auf diese Weise verschleudert habe, doch ich sah damals keinen Ausweg. Es gab ja keinen.“ </p>



<p>„Und?“ „Was‚ und?“ „War er wieder da?“ „Ach so! Natürlich war er wieder da! In der nächsten Sekunde. Er saß wieder neben mir, als wäre er nie fortgewünscht gewesen. Das heißt, man sah&#8217;s ihm schon an, dass er … dass er irgendwo gewesen war, wo es verteufelt, ich meine, wo es sehr heiß sein musste. O ja. Die buschigen, weißen Augenbrauen waren ein bisschen verbrannt. Und der schöne Vollbart hatte auch etwas gelitten. Besonders an den Rändern. Außerdem roch&#8217;s wie nach versengter Gans. Er blickte mich vorwurfsvoll an. Dann zog er ein Bartbürstchen aus der Brusttasche, putzte sich Bart und Brauen und sagte gekränkt: ‚Hören Sie, junger Mann, fein war das nicht von Ihnen!‘ Ich stotterte eine Entschuldigung. Wie Leid es mir täte. Ich hätte doch nicht an die drei Wünsche geglaubt. Und außerdem hätte ich immerhin versucht, den Schaden wieder gutzumachen. ‚Das ist richtig‘, meinte er. ‚Es wurde aber auch höchste Zeit.‘ Dann lächelte er. Er lächelte so freundlich, dass mir fast die Tränen kamen. Nun haben Sie nur noch einen Wunsch frei‘, sagte er. ‚Den dritten. Mit ihm gehen Sie hoffentlich ein bisschen vorsichtiger um. Versprechen Sie mir das?‘ Ich nickte und schluckte. ‚Ja‘, antwortete ich dann, ‚aber nur, wenn Sie mich wieder duzen.‘ Da musste er lachen. ‚Gut, mein Junge‘, sagte er und gab mir die Hand. ‚Leb wohl. Sei nicht allzu unglücklich. Und gib auf deinen letzten Wunsch acht.‘ ‚Ich verspreche es Ihnen‘, erwiderte ich feierlich. Doch er war schon weg. Wie fortgeblasen.“ </p>



<p>„Und?“ „Was‚ und?“ „Seitdem sind Sie glücklich?“ „Ach so. Glücklich?“ Mein Nachbar stand auf, nahm Hut und Mantel vom Garderobenhaken, sah mich mit seinen blitzblanken Augen an und sagte: „Den letzten Wunsch hab&#8216; ich vierzig Jahre lang nicht angerührt. Manchmal war ich nahe daran. Aber nein. Wünsche sind nur gut, solange man sie noch vor sich hat. Leben Sie wohl.“ Ich sah vom Fenster aus, wie er über die Straße ging. Die Schneeflocken umtanzten ihn. Und er hatte ganz vergessen, mir zu sagen, ob wenigstens er glücklich sei. Oder hatte er mir absichtlich nicht geantwortet? Das ist natürlich auch möglich.</p>



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		<title>Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte (1)</title>
		<link>https://dereckart.at/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 23:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[***ECKART-Adventkalender*** Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte – das war in der Kindheit. Aber sicher freuen sich die Kinder heute genauso. Wenn die Eltern Zeit für sie haben und falls sie überhaupt noch Eltern haben und nicht vermögenswerteschaffende Sorgepflichtige. Es kann ein Irrtum sein – aber ich empfinde, [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">***ECKART-Adventkalender***</h2>



<p></p>



<p><em>Eine Weihnachtsgeschichte von Konrad Windisch</em></p>



<p class="has-drop-cap">Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte – das war in der Kindheit. Aber sicher freuen sich die Kinder heute genauso. Wenn die Eltern Zeit für sie haben und falls sie überhaupt noch Eltern haben und nicht vermögenswerteschaffende Sorgepflichtige. Es kann ein Irrtum sein – aber ich empfinde, man konnte sich früher mehr auf Weihnachten freuen. Ganz einfach, weil man Zeit dazu hatte.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Irgend etwas stimmt da nicht. „Früher“ – wann war denn das? Es war vor dem Ausbruch des totalen Wohlstandes. Und gerade damals hatten die Menschen doch sicher weniger Freizeit und sicher weniger Geld. Eines der Rätsel, die weder durch Meinungsforschung noch durch soziologische Untersuchungen zu lösen sind. Und die man lösen sollte, um einer Spur menschlichen Glücks auf die Spur zu kommen. Denn früher, da hatten die Menschen weniger Freizeit, weniger Geld und mehr Zeit für die Freude. Nicht alle, nein. Aber mehr als heute. Glaube ich. Wie kommt das?</p>



<p>Ich möchte mich erinnern, wie das in meiner Kindheit war, und da muß ich ein paar persönliche Bemerkungen anbringen. Diese Kindheit war in den Jahren vor und während des letzten Krieges. Meine Mutter war tot, ehe ich ihren Namen sagen konnte und die Verwandten, bei denen ich lebte, arm. Sie lebten nicht im Elend, aber sie waren arm. Für heutige Begriffe bitter arm. Die Wohnung in der Vorstadt war klein und alt. Das Äußerliche also war so, daß Kinder heute nicht glücklich wären, weil die Erwachsenen verzweifelt wären.<br>Aber für mich, damals, Waren es wunderschöne Wochen, diese Wochen vor Weihnachten.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Eine Tante vertrat Mutterstelle. Täglich arbeitete sie bis sechs Uhr abends und am Samstag bis zwei Uhr nachmittags. Wenn ich sie in der Weihnachtszeit von der Fabrik abholte, hatten die meisten Geschäfte schon geschlossen. Aber die Auslagen waren hell beleuchtet, und es gab viele Auslagen zwischen der Fabrik und der Wohnung. Jeden Tag durfte ich mir ein Christbaumstück aussuchen und kaufen, jeden Tag eines. Da gab es viel zu überlegen, zu gustieren und sich zu freuen. Wenn ich daran denke, wie man jetzt, so zwischendurch seine Striche macht, wenn die<br>Weihnachtsbaumbehangaktions-Liste herumgereicht wird. – Dort ein Kilo, von dem zwei Schachteln und dann noch drei Bonbonnieren zum „unter den Baum stellen“. Während des Krieges gab es nur einen künstlichen Christbaum. Die Freude darüber war nicht übermäßig, und niemandem möchte man ein solches Gestell wünschen. Aber vorher wurde der Baum nicht – wie jetzt – nach mehr oder weniger dekorativen Gesichtspunkten ausgesucht. Er wurde gesucht! Tagelang wurde besichtigt, überlegt, die Kosten erörtert. Ich weiß nicht, wo die Zeit dazu herkam, aber die Zeit für die Freude war eben da. Und war er gefunden – der beste aller möglichen und erschwinglichen -, wurde er heimgeholt und vor der Wohnung am eisernen Gang angebunden. Bis zur Abholung durch dafür bestimmte Engel.</p>



<p>O ja, ich weiß schon. Ich höre die Einwände: „Fauler Zauber. Verdummung. Zeitverschwendung. Ein großer schöner Baum wäre besser gewesen.&#8220; Vielleicht – nur, wer hätte denn einen solchen Baum, wie er jetzt im Zimmer steht, transportieren können? Jedenfalls habe ich mich über jeden Baum gefreut, und an viele kann ich mich noch heute erinnern, und um einige habe ich gekämpft, bis zum 2. Feber und bis zum letzten Christbaumstück. Es war etwas Lebendes, von dem man nicht Abschied nehmen wollte. Es war eine Freude.</p>



<p class="has-text-align-center">*</p>



<p>Ja, das weiß ich auch: Freude ist etwas, das man weder angreifen noch schätzen, weder produzieren noch kaufen kann. So gesehen müßte es doch etwas Sinnloses sein. Ist es aber nicht für den, der Freude kennengelernt hat. Sei&#8217;s drum, für den, dem das Wort Freude nicht real genug ist – lassen Sie mich „nostalgisch&#8220; sein, lassen Sie mich von den Weihnachten erzählen, auf die ich mich noch richtig freuen konnte.</p>



<p>Es war etwas Schummriges, Unheimlich-Heimliches um das Innere der Kirchen um diese Zeit. Wo der Platz schon hergerichtet wurde für die Krippe, wo der Adventkranz duftete und einzelne Kerzen brannten. Straßenbeleuchtungen waren unbekannt, und in der Vorstadt gab es sogar noch Gaslaternen. Es war stiller, und das lag natürlich an dem geringeren Verkehr. Auch Radioapparate gab es noch wenige, und wir hatten noch keinen. Aber die Stimmung war – für mich zumindest – weihnachtlicher als jetzt, wo Weihnachten nur Weihnachten ist, wenn auch Waggerl draufsteht!<br>Vielleicht hat die Weihnachtswerbung Schuld, daß die Weihnachtsgeschenke größer und die Weihnachtsfreude kleiner geworden ist. Schon deshalb, weil sie jetzt Ende Oktober und demnächst schon Mitte August beginnt. Vielleicht nimmt man auch aus diesem Grund am Weihnachtsabend gar nicht so ungern eine Fernsehshow in Kauf, hat man doch schon wochenlang vorher Tannenreisig, beleuchtete Christbäume, strahlende Kinderaugen und Schneeflocken gesehen bzw. die Stimme des Weihnachtsmannes und diverse Glöckchen bimmeln gehört. Und wochenlang die gleichen Lieder in allen Kauhäusern, in vielen Geschäften, immer die gleichen Lieder. Und wo sie nicht tönen, stehen die Schallplatten in Wühlkörben. So wird Stimmung nicht erzeugt, sondern getötet.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p><strong><a href="https://dereckart.at/2020/12/06/als-man-sich-auf-weihnachten-noch-freuen-konnte-2/">“Als man sich auf Weihnachten noch freuen konnte”, Teil 2 – HIER weiterlesen.</a></strong></p>



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<p></p>
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