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	<title>Volkstum &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Volkstum &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Trachtenhochzeiten – zwischen Tradition und Mode</title>
		<link>https://dereckart.at/trachtenhochzeiten-zwischen-tradition-und-mode/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jun 2021 09:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Tracht]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum 200. Todestag des vermeintlich kleingewachsenen und doch großen Korsen Napoleon Bonaparte wird heuer wieder sehr viel über ihn veröffentlicht. Für die Leser des ECKARTS dürften dabei Betrachtungen über seine vielschichtigen Beziehungen zu Österreich und zum Haus Habsburg von ganz besonderem Interesse sein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wer Tracht trägt, zeigt, wo er herkommt! Wer sich zu den alten Formen bekennt, stellt sich als fortlaufendes Glied der Tradition dar. Lange Zeit als rückständig und verpönt gegolten, gewinnt sie zunehmend wieder an Zuspruch: die Hochzeitstracht. Doch was steckt alles dahinter? Ist es wirklich<br>„nur“ eine Modeströmung, die entscheidet, zu welchem Gewand man an hohen Festtagen greift?</p>



<p>Immer häufiger kann dem aufmerksamen Beobachter auffallen, daß inmitten bunter Hochzeitsgesellschaften auch das Brautpaar in Tracht erstrahlt.<br>Besonders im ländlichen Raum ist wahrzunehmen, daß sich die Tracht als Brautmode wieder zunehmend wachsender Beliebtheit erfreut. Damit erleben nicht nur die Dirndl für&#8217;s Oktoberfest eine Wiederbelebung, sondern auch die Festtrachten im traditionellen Schnitt, mit hochwertigem Stoff, geziert mit altem Trachtenschmuck.<br><br>Diese Entwicklung ist nicht nur eine Rückbesinnung auf die alten Werte, sondern vielmehr eine Verknüpfung des Alten mit dem Neuen. Woher diese Besinnung zu den alten Formen und Traditionen kommt, mag Spekulation bleiben, doch ist anzunehmen, daß sie von der Sehnsucht<br>des Menschen für Zusammengehörigkeit, Gemeinschaft und Verwurzelung herrührt. Das Tragen der Tracht ist Ausdruck der Gesinnung und des Traditionsbewußtseins des Trägers. Es ist also nicht nur eine reine Modeströmung, sondern vermittelt die eigene Einstellung zu Brauchtum und Tradition, zu seiner Kultur und der Verwurzelung in seiner Heimat. Wer selbst schon einmal in seiner Tracht in einer Gruppe Gleichgewandeter unterwegs war, weiß, daß allein die einheitliche Kleidung zu einem enormen Gemeinschaftsgefühl beiträgt. Gerade bei Hochzeiten, an denen die Braut sonst durch ihr weißes Kleid besonders hervorsticht, drückt sich durch das Tragen einer Tracht das Gemeinschaftsgefühl mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft aus. Die Brautleute signalisieren durch die Art ihrer Kleidung, – vielleicht auch unbewußt – daß sie sich als Teil des großen Ganzen sehen.<br><br>Für jene Brautleute, die sich als Mittelpunkt des Ereignisses dennoch gerne hervorheben, bietet die Schatzkiste der Traditionen reichlich Möglichkeiten. Mit Blumenkranz, aufwendiger Frisur und Brautstrauß auf der weiblichen Seite sowie dazu passendem Blumenanstecker beim<br>Bräutigam, können sich die Brautleute als solche auszeichnen. Auch die zumeist aufeinander abgestimmte Kleidung der Brautleute in Farb- und<br>Stoffwahl und deren aufwendige Verarbeitung, setzt das Paar zusätzlich festlich in Szene. Neben all diesen materiellen Aspekten sind aber unzweifelhaft das Strahlen des Brautpaares und die exponierte Stellung, die es einnimmt, sei es bei der Trauungszeremonie, beim Brautwalzer oder an der Festtafel, der wirksamste Umstand, um ein „Untergehen“ in der Gästeschar unmöglich zu machen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote" style="border-color:#cf2e2e"><blockquote><p>Den vollständigen Artikel lesen Sie in der ECKART-Juniausgabe 2021, die sie <strong><a href="https://dereckart.at/lieferbare-ausgaben/">HIER</a></strong> bestellen können.</p></blockquote></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Kärntner Feiern ohne Volk</title>
		<link>https://dereckart.at/kaerntner-feiern-ohne-volk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2020 18:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten]]></category>
		<category><![CDATA[Kärntner Volksabstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 Kärnten Freiheit und Einheit brachte, wurde dieses Jahrhundertereignis vom Land nur schmalbrüstig gefeiert – und nicht nur wegen der vorgeschobenen Corona-Panik. Ein Kommentar von Dr. Bruno Burchart Schon von vornherein waren die Landesplanungen auf ein niedriges Niveau angelegt: Keine Landesausstellung, sondern eine mickrige Wanderausstellung. Vor allem kein Landesfestzug, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Obwohl die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 Kärnten Freiheit und Einheit brachte, wurde dieses Jahrhundertereignis vom Land nur schmalbrüstig gefeiert – und nicht nur wegen der vorgeschobenen Corona-Panik.</strong><br><br><em>Ein Kommentar von Dr. Bruno Burchart</em></p>



<p class="has-drop-cap">Schon von vornherein waren die Landesplanungen auf ein niedriges Niveau angelegt: Keine Landesausstellung, sondern eine mickrige Wanderausstellung. Vor allem kein Landesfestzug, wie er in den Jahrzehnten zuvor die Vielfalt, Fröhlichkeit und Begeisterung der Kärntner aller Bevölkerungsschichten zum Ausdruck gebracht hatte, sondern ein sog. Fest der Täler, das dann auch nicht stattfand. Keine traditionelle Volksfeier an der Stätte der Kärntner Einheit im Landhaushof. Es gab nur eine für einige &#8222;Prominente&#8220; durchgeführte Veranstaltung im traditionsreichen Wappensaal.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Republik geniert sich</h3>



<p>Traurigerweise vermittelte diese mithilfe des Staatsrundfunks den Eindruck, als ob Kärnten ein halbslowenisches Land sei, da alle Kommentare zweisprachig gesendet wurden. Dabei wohnen die Angehörigen der slowenischen Minderheit in Streusiedlung gerade einmal im südlichsten Landesteil, der maximal ein Sechstel Kärntens ausmacht. Während die roten Vertreter Kärntens immerhin ein wenig auf den Anlaß der für Kärnten und Österreich so bedeutsamen Volksabstimmung eingingen, erwähnten die grünen, türkisen und schwarzen Redner – blaue waren nicht vorgesehen – ihn überhaupt nicht. Eine überaus peinliche Vorstellung lieferte Bundespräsident Van der Bellen, als er nach einer radebrechenden Einleitung auf Slowenisch sich ohne Anlaß bei der Minderheit entschuldigte. Kein Glückwunsch für Kärntens Abstimmung seitens der Alpenrepublik, ganz im Gegensatz zur früheren Parlamentsadresse: „Diesen Sieg werden wir den Kärntner nie vergessen“. Hatte man vom eingeladenen Präsidenten Sloweniens erwartet, daß er sozusagen als Gastgeschenk etwas Positives zu seinen volksdeutschen Landsleuten sagen würde -was sogar der Europarat fordert- so wurde man enttäuscht: Stattdessen forderte er widersinnig die Erfüllung des längst erfüllten Staatsvertrages ein – eine europäische Nachbarschaftsgeste sieht anders aus.</p>



<p>Ein ganz anderes Zeichen setzte der Akademikerverband Kärnten, mit der einzigen am Abstimmungstag in der Landeshauptstadt durchgeführten öffentlichen Veranstaltung: der Heldenehrung am Hülgerth-Denkmal. Aus dem ganzen deutschen Sprachraum waren zahlreiche Farbenstudenten angereist, um in Solidarität mit den Kärntnern diesen Festtag zu begehen. Mit einer feierlichen Kranzniederlegung und der Kärntner Landeshymne schloß dieses gelungene Gedenken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Bevölkerung feierte selbst</h3>



<p>Der Geschichtsverein organisierte mit einem mit Universitätsprofessoren hochkarätig besetztes Symposium über Plebiszite, die Universität Klagenfurt eines über das Selbstbestimmungsrecht, die Kärntner Landmannschaft mit monatlichen Vorträgen über Aspekte der Kärntner Volksabstimmung, der Kärntner Akademikerverband mit mehreren Vorträgen über dieses Ereignis, der Abwehrkämpferbund mit schönen Festveranstaltungen, die Sängerrunde Emmersdorf mit einem würdigen Fest der Freiheit am geschichtsträchtigen Herzogstuhl, u.a.m. Einige wenige neue Gedenkstätten wurden errichtet: Das Land beteiligte sich mit einer Gedächtnistafel in der Landesregierung für Landesverweser Arthur Lemisch sowie eine für die amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, Prof. Archibald Coolidge und Kommissionsleiter Sherman Miles, die sog. Konsensgruppe mit einer Gedächtnisstele für Hans Steinacher, der Kärntner Abwehrkämpferbund eine Gedächtnistafel in Sankt Jakob im Rosental zur Erinnerung an die Rückeroberung des strategisch wichtigen Karawanken-Eisenbahntunnels und eine Tafel beim Mahnmal in Klagenfurt-Annabichl, wo die Namen aller gefallenen Abwehrkämpfer eingemeißelt sind. Auch die <a href="https://www.oelm.at/eckartschrift-240-kaernten/" data-type="URL" data-id="https://www.oelm.at/eckartschrift-240-kaernten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eckartschrift zur Jahrhundertfeier</a> widmete sich zahlreichen, bis her nicht bekannten  Schwerpunkten wie die Rolle der Frauen.</p>



<p>Auch wenn die Landesfeiern mit allen Projekten, Veranstaltungen, usw. eher auf bescheidener Sparflamme stattfanden, so hat die Bevölkerung in den verschiedenen Gemeinden doch ihre eigenen traditionellen Volkabstimmungsfeiern durchgeführt mit Chören, Kapellen, Schülern, Tänzern, Liedern und Festreden. Damit wurde zum Ausdruck gebracht, daß das Volk sehr wohl um die Bedeutung dieses geschichtlichen Ereignisses weiß und das auch weiterhin so halten will!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dänemarks deutsche Minderheit</title>
		<link>https://dereckart.at/daenemarks-deutsche-minderheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 17:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsdeutsche]]></category>
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		<category><![CDATA[Versailler Diktat]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 100 Jahren wurde Nordschleswig von Deutschland abgetrennt Eins vorweg: Die deutsche Minderheit in Dänemark besteht gegenwärtig aus annähernd 15.000 bis 20.000 Menschen in Nordschleswig. Dieses Land gehört heute zu Dänemark und seit 13 Jahren zur Region Syddanmark, die aufgrund der erhöhten Bewohneranzahl einen Anteil von ein bis zwei Prozent deutscher Nordschleswiger hat. Es gibt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Vor 100 Jahren wurde Nordschleswig von Deutschland abgetrennt</h2>



<p></p>



<p><strong>Eins vorweg: Die deutsche Minderheit in Dänemark besteht gegenwärtig aus annähernd 15.000 bis 20.000 Menschen in Nordschleswig. Dieses Land gehört heute zu Dänemark und seit 13 Jahren zur Region Syddanmark, die aufgrund der erhöhten Bewohneranzahl einen Anteil von ein bis zwei Prozent deutscher Nordschleswiger hat. Es gibt aber auch Deutsche in Kopenhagen. Doch von diesen ist in der vorliegenden Abhandlung keine Rede.</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Georg Ladurner</em></p>



<p class="has-drop-cap">Bei den deutschen Nordschleswigern gibt es ein Konglomerat aus Sprache, kultureller Herkunft und nationaler Mentalität. Dessen ungeachtet muß man wissen, daß seitens der dänischen Mehrheit die Deutschen durchaus als Deutschgesinnte bezeichnet werden. Kein Däne beschreibt sich aus freien Stücken als Nordschleswiger. Der Begriff des Deutschgesinnten wird ab und zu als Schmähwort empfunden, obwohl viele es als althergebrachte und in der Summe neutrale Kennzeichnung meinen. Die Dänen sehen sich vielmehr als Süderjüten; das Land wird als Süderjütland bezeichnet.<br>Am Ende des Ersten Weltkrieges bot sich der dänischen Bevölkerungsgruppe mit Beihilfe Kopenhagens die Chance, eine Volksabstimmung über die herannahende Zugehörigkeit Schleswigs in die Wege zu leiten und demzufolge auch zu beanspruchen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwei Volksabstimmungen 1920</h3>



<p>Die Mehrheit Nordschleswigs(74,4%) entschied sich vor 100 Jahren, genauer gesagt am 10. Feber 1920, für eine Zugehörigkeit zu Dänemark. In den Gemeinden der zweiten Abstimmungszone stimmte eine vornehmliche Mehrheit (80,2%) für den Verbleib bei Deutschland. Die nach dem dänischen Geographen und Bevölkerungsstatistiker Hans Victor Clausen benannte Clausen-Linie, welche die erste von der zweiten Zone trennte, wurde in der Folge zur neuen Staatsgrenze zwischen den beiden Staaten. Durch das von US-Präsident Woodrow Wilson proklamierte Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde Schleswig geteilt; der nördliche Teil wurde an das dänische Königreich abgetreten. Südschleswig blieb mit Holstein dem Deutschen Reich enthalten. Man kann ohne weiteres sagen, daß diese Maßnahme so etwas wie eine Geburtsstunde der deutschen Volksgruppe in Dänemark zum Inhalt hatte. Die Deutschen hatten in Tondern, Apenrade, Sonderburg und Hadersleben, aber auch in der Peripherie des südlichen Nordschleswig ihre Zentren. Die Zeit danach war seitens der deutschen Minderheit von dem Anrecht auf eine Grenzberichtigung geprägt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutsche Besatzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg</h3>



<p>Ein Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam es zur Gleichschaltung aller deutsch-nordschleswigschen Verbände und Organisationen. Diese Akte kulminierten in einer schweren Belastung des Grenzlandklimas. Ähnlich war es, als im April 1940 deutsche Truppen das kleine Dänemark besetzten. Die kriegerischen Auseinandersetzungen forderten auch von der deutschen Bevölkerung schwere Opfer. Die naturgemäß enge Verbindung der deutschen Volksgruppe zur deutschen Besatzungsmacht und die Kriegsteilnahme von vielen Freiwilligen, welche der Minderheit angehörten, belasteten in der Nachkriegsära noch lange das Verhältnis zwischen Dänen und Deutschen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Neuanfang nach dem Krieg</h3>



<p>Das Kriegsende brachte eine einschneidende und in der gleichen Weise fundamentale Neuformation der Politik der deutschen Volksgruppe. Die 1920 gezogene Staatsgrenze wurde gebilligt; es folgte eine Loyalitätserklärung gegenüber Dänemark. Die Absage der ursprünglich umstrittenen Grenzziehung war ein offenkundiger Fingerzeig an die dänische Seite, daß seitens der Deutschen um Einfühlungsvermögen für ihre historisch-kulturelle Wesenseinheit und ihre weitere Existenz innerhalb des dänischen Königreiches geworben wurde. Man kann auch sagen, daß es eine Wandlung und ein Aufruf an den Staat gewesen sein, den Bewohnern deutscher Muttersprache ein gleichgestelltes Leben zu versichern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955</h3>



<p>Die deutsche Bevölkerung mußte sich aber noch ein Jahrzehnt lang gedulden. Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 wurden abgegeben. Dabei handelte es sich um analog verlaufene Erklärungen der Regierungen Dänemarks und Deutschlands jeweils gegenüber der im eigenen Staat ihr Dasein fristenden Minderheit. Diese Erklärungen gelten nach wie vor als vorbildhaft für den Umgang mit nationalen und sprachlich-kulturellen Minderheiten in Europa. Dessen ungeachtet muß man wissen, daß die Sehnsüchte nach Amnestie und Zurückerstattung des beschlagnahmten Eigentums von deutscher Seite als Eingriff in innerdänische Obliegenheiten betrachtet und demnach abgewehrt wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entspannungsprozeß hält bis heute an </h3>



<p>Der Entspannungsprozeß führte dazu, daß das Verhältnis als gutnachbarlich beschrieben werden kann. Die deutsche Minderheit verfügte sogar über ein eigenes Mandat im Folketing. Die Staatsbesuche von Königin Margarethe II. und Bundespräsident Richard von Weizsäcker Mitte/Ende der 1980er-Jahre sorgten dafür, daß die kulturelle Gleichstellung der beiden Volksgruppen komplett anerkannt wurde. Ein weiterer positiver Wendepunkt erfolgte mit der Einladung an den Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, als man die 75-Jahr-Feier der Grenzziehung von 1920 feierte. Dadurch wurde einmal mehr die Äquivalenz der deutschen Nordschleswiger hervorgehoben. Das Zentrum der deutschen Minderheit findet man im Bund Deutscher Nordschleswiger; es gibt deutsche Einrichtungen wie schulische Institutionen und Bibliotheken. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu Dänemark sehen sich die Deutschen nun als Schleswiger und nicht so sehr als deutsch oder dänisch. Interessant ist auch der Fakt, daß die deutsche Volksgruppe als einzige Minderheit im Königreich Dänemark heute mit ihrer kulturellen und sprachlichen Eigenheit entsprechend der Rahmenkonvention des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten und durch die Charta zum Schutz von Regional- und Minderheitensprachen anerkannt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutsch-dänisches Grenzland besitzt Modellcharakter</h3>



<p>Der 2003 verstorbene dänische Politiker Ivan Hansen, der der konservativ-liberalen Partei angehörte, gab zu Protokoll: „Man erkennt einen demokratischen Staat zuallererst daran, wie er seine Minderheiten behandelt. Der Modellcharakter des deutsch-dänischen Grenzlandes liegt in der guten Behandlung der Minderheiten. Wir haben dadurch die Möglichkeit, anderen Staaten und Minderheiten zu zeigen, wie sich Minderheitenprobleme lösen lassen.“<br>Somit kann das Ganze als Stück Hoffnung für andere Minderheiten angesehen werden, die in Europa oder in der Welt um ihre Daseinsberechtigung kämpfen oder sogar in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind. Die Entwicklung vom Gegeneinander zum Miteinander sollte bei der gegenseitigen Wertschätzung und Anerkennung das Ziel sein, das realistisch angepeilt und keineswegs als hohle Phrase angesehen werden kann.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Die Frauen haben den Ausschlag in der Abstimmung gegeben&#8230;&#8220;</title>
		<link>https://dereckart.at/die-frauen-haben-den-ausschlag-in-der-abstimmung-gegeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 21:22:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Eckartschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Kärntner Abwehrkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kärntner Volksabstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Tributsch]]></category>
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					<description><![CDATA[Walter Tributsch im Gespräch über die neue Eckartschrift Die Kärntner gelten in Österreich als besonders heimattreu: Die Erinnerung und das Gedenken an Abwehrkampf und Volksabstimmung waren gewissermaßen sacrosankt – doch ist das auch heute noch so? Wir haben darüber mit dem aus Kärnten stammenden Publizisten Walter Tributsch gesprochen, der in der ECKARTSCHRIFT 240 wichtige Aspekte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Walter Tributsch im Gespräch über die neue Eckartschrift</h2>



<p></p>



<p><strong>Die Kärntner gelten in Österreich als besonders heimattreu: Die Erinnerung und das Gedenken an Abwehrkampf und Volksabstimmung waren gewissermaßen sacrosankt – doch ist das auch heute noch so? Wir haben darüber mit dem aus Kärnten stammenden Publizisten Walter Tributsch gesprochen, der in der <a href="https://www.oelm.at/category/eckartschriften/">ECKARTSCHRIFT 240</a> wichtige Aspekte der Kärntner Geschichte und Gegenwart behandelt.</strong></p>



<p><strong>Der ECKART:</strong> <strong><em>Herr Mag. Tributsch, Kärnten feiert dieses Jahr 100 Jahre Volksabstimmung. Welchen Stellenwert hat dieses historische Ereignis heute eigentlich noch?</em></strong></p>



<p><strong>Walter Tributsch:</strong> Es ist mit Sicherheit auch heute noch der wichtigste Tag in Kärnten, und es sollte auch der wichtigste für die Kärntner sein. Immerhin wurde vor einhundert Jahren darüber abgestimmt, ob Kärnten ungeteilt bei Österreich bleiben würde. Und damals haben unter schwierigsten Umständen die Einwohner des Südkärntner Raumes eindeutig für den Verbleib bei Österreich gestimmt.</p>



<p><strong><em>Wenn Sie einen persönlichen Vergleich ziehen zwischen den 10. Oktoberfeiern, die Sie als Kind und Jugendlicher in Kärnten erlebt haben und jenen der letzten zehn oder zwanzig Jahre: Ist das Heimatbewußtsein der Kärntner die tragende Säule geblieben, oder hat der Zeitgeist auch hier Spuren hinterlassen?</em></strong></p>



<p>Auch hier muß ich leider Gottes Ihre Frage mit dem zweiten Teil Ihrer Andeutung beantworten. Leider ist nicht nur der klassische Fall für ein stärker gelebtes Heimatbewußtsein dem unseligen vorherrschenden Zeitgeist anheimgefallen. Ja, viel mehr noch, die regierenden Sozialisten, mit ihrem Landeshauptmann Peter Kaiser an der Spitze tun nahezu alles, um aus dem Kärntner Landesfeiertag ein beliebiges Etwas zu schaffen, für das sich kaum jemand in Kärnten zuständig fühlt und das auch heuer weitgehend ausfällt. Aus dem Tag mit gelebtem Nationalbewußtsein, wie ich ihn noch in jungen Jahren in der Schule und auch außerhalb erleben durfte, ist das geworden, was der Fritz Schretter mit seinem Abwehrkämpferbund als nicht viel mehr als ein „Multikulti-Ereignis“ bezeichnet.</p>



<p><strong><em>Sowohl der Kärntner Abwehrkampf als auch die Volksabstimmung waren entscheidend von heimattreuen Freiwilligen getragen. Heimattreue Verbände – allen voran der Kärntner Abwehrkämpferbund – hatten auch nach dem Zweiten Weltkrieg über lange Zeit großen politischen Einfluß. Welche Rolle spielen diese Traditionsverbände im gegenwärtigen Kärnten?</em></strong></p>



<p>Die Traditionsverbände in Kärnten sind vielfältig und vielzählig. Neben dem von Ihnen angesprochenen Abwehrkämpferbund gibt es da natürlich auch noch den Kärntner Heimatdienst mit Dr. Josef Feldner an der Spitze, die Kärntner Landsmannschaft, die immerhin für den braunen Kärntneranzug und für die legendäre vierte Strophe des Kärntner Heimatliedes der Agnes Millonig gesorgt hat. Nicht vergessen werden dürfen aber auch die zahlreichen Trachtenvereine, von denen es aus jedem Tal zumindest einen auch heute noch gibt. Den Kärntner Heimatdienst möchte ich insofern hervorheben, als auch dieser heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hat und immerhin auf einen äußerst verdienstvollen Mann wie Hans Steinacher zurückblickt. Ohne ihn und ohne den seinerzeitigen Landesverweser Arthur Lemisch hätte es weder den bewaffneten Widerstand gegen die freche Annexion Südkärntens durch die SHS-Slowenen gegeben noch die schließlich alles entscheidende Volksabstimmung. </p>



<p><strong><em>Sie betonen in Ihrer kürzlich erschienenen <a href="https://www.oelm.at/category/eckartschriften/">ECKARTSCHRIFT </a>über Kärnten die Rolle der Frauen in den Jahren des Abwehrkampfes und der Volksabstimmung; weshalb diese ungewöhnliche Gewichtung?</em></strong></p>



<p>Es mag von meiner Seite her tatsächlich absonderlich erscheinen, daß in dieser <a href="https://www.oelm.at/category/eckartschriften/">ECKARTSCHRIFT </a>tatsächlich ein ganzes Kapitel den Frauen gewidmet ist – ist es aber keineswegs. Ich schließe damit eine Lücke in der einschlägigen Literatur, die bisher kaum behandelt wurde. Immerhin haben die Frauen den Ausschlag in der Abstimmung gegeben. Sie waren deutlich in der Überzahl, schließlich sind auch viele Kärntner Männer im Feld des Ersten Weltkriegs geblieben. Darüber hinaus hatten die Frauen auch erstmals in einer großen, entscheidenden Wahl das Stimmrecht. Und was wir keinesfalls vergessen dürfen lag ihr äußerst wertvoller Beitrag in der Vorbereitung der Wahl. Das Genie des Schriftstellers Joseph Friedrich Perkonig, der für die Werbung auf Kärntner Seite zuständig war, hätte niemals ausgereicht, wären unsere Frauen mit ihrer Schmuggeltätigkeit durch die streng bewachten slowenischen Demarkationslinien nicht so konsequent und letzten Endes so erfolgreich gewesen. </p>



<p><strong><em>Bundespräsident Van der Bellen verkündete im Juli, daß der 100. Jahrestag der Volksabstimmung gemeinsam mit Sloweniens Präsidenten Borut Pahor gefeiert werde. Werden die diesjährigen Feierlichkeiten zum 10. Oktober mit jenen früherer Jahrzehnte vergleichbar sein – oder hat sich hier schon längst ein Traditionsbruch vollzogen?</em></strong></p>



<p>Wie bereits gesagt, leben wir derzeit mit dem Traditionsbruch. Schuld daran sind aber nicht nur Peter Kaiser und die Kärntner Sozialisten, sondern die meisten politischen Parteien in ganz Österreich. Denken wir nur an die NEOS, die ohne jegliches Prinzip über die Runden kommen wollen. Lediglich der Gedanke an die Aufgabe nationaler Werte in Europa und die Hinwendung zu einem alles bestimmenden Bundesstaat EU mit seinem Zentrum in Brüssel scheint so etwas Ähnliches wie ein ideologisches Programm zu sein. Ähnliches triff t mittlerweile auf die ÖVP zu, die über die EU alles zu vergessen scheint, was sie einst charakterisiert und auch stark gemacht hat. Sie war ja auch jene österreichische Partei, die damals, noch mit dem mittlerweile verurteilten Ernst Strasser an der EU Spitze, ihren Parteitag in Brüssel abgehalten hat. Von den Grünen und damit auch von unserem jetzigen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen brauchen wir gar nicht zu reden. Wenn jemand Aussagen publiziert und duldet wie „Wer Heimat im Herzen hat, hat auch Scheiße im Hirn“, braucht eigentlich nicht mehr kommentiert zu werden. An UHBP ist aber schon die Unverfrorenheit hervorzuheben, mit der er sich im Wahlkampf heimatliche Werthaltungen umhängen ließ, als Atheist nach Maria Taferl pilgerte und schließlich die Führung des Bundesheeres übernahm. Eine Einrichtung immerhin, für deren Abschaffung er lauthals plädiert hatte, als er noch Chef der Grünen in Österreich war. Meldungen von ihm wie jene zum Kärntner Landesfeiertag sind daher bei weitem noch nicht die Spitze seiner Denkungsweise. </p>



<p><strong><em>Um den, wie Sie es nennen, „Jahrhundertstreit“ über die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln ist es zuletzt recht ruhig geworden. Die Lösung des Memorandums von 2011, auf Minderheitenfeststellungen zu verzichten, wurde nicht von allen Kärntnern als befriedigend angesehen. Wurde hier tatsächlich ein Kompromiß gefunden, oder trügt der Schein? </em></strong></p>



<p>Natürlich kann man die schließliche Einigung auf eine bestimmte Anzahl an zweisprachigen Ortstafeln, die unter maßgeblicher Mitwirkung von Josef Feldner erfolgt ist, durchaus hinterfragen. Sie haben schon recht, daß die geforderte Minderheitenfeststellung nicht erfolgt ist. wir dürfen allerdings auch nicht vergessen, daß wir den Zweiten Weltkrieg verloren haben und daß es einen Staatsvertrag gibt, an den sich allerdings heute nicht mehr viele Politiker zu halten gedenken. Denken wir nur an die immerwährende Neutralität und die geübte Rolle in der EU und mit unserem Bundesheer. Die Frage war damals nur, ob mit der Ausverhandlung einer gemeinsamen Regelung nach dem Chaos, das der Sozialist Hans Sima im Wesentlichen angerichtet hatte, eine Befriedung und Ruhe mit der slowenisch-sprachigen Minderheit in Kärnten einkehren würde. Jüngsten „Aktionen“ der Slowenen zufolge ist das allerdings leider weniger der Fall.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Deutschtum in den Karpaten</title>
		<link>https://dereckart.at/vom-deutschtum-in-den-karpaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 21:16:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Wolfgang Steffanides]]></category>
		<category><![CDATA[Karpatendeutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Slowakei]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
		<category><![CDATA[Zips]]></category>
		<category><![CDATA[Zipser Triologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Trilogie bringt uns Geschichte und Schicksal der Zips näher Die Zips nimmt in der Siedlungsgeschichte der Deutschen in Osteuropa eine besondere Stellung ein: Gemeinsam mit Siebenbürgen stellt sie das älteste Siedlungsgebiet außerhalb des geschlossenen deutschen Volksraumes dar! Bereits um 1135 wurden deutsche Bergleute, Bauern und Handwerker von dem ungarischen Herrscher ins Land gerufen: Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Eine Trilogie bringt uns Geschichte und Schicksal der Zips näher</h2>



<p></p>



<p><strong>Die Zips nimmt in der Siedlungsgeschichte der Deutschen in Osteuropa eine besondere Stellung ein: Gemeinsam mit Siebenbürgen stellt sie das älteste Siedlungsgebiet außerhalb des geschlossenen deutschen Volksraumes dar! Bereits um 1135 wurden deutsche Bergleute, Bauern und Handwerker von dem ungarischen Herrscher ins Land gerufen: Der heute in der Slowakei gelegene Landstrich war nach Kriegen menschenarm, verwüstet, zerstört.</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Dr. Wolfgang Steffanides</em></p>



<p>In deutschen Landen waren die demographischen Voraussetzungen gerade dafür (leider) sehr gut: Bevölkerungswachstum bei etwa gleicher Arbeitsproduktivität, also Armutsgefährdung. So kam es zur friedlichen Kultivierung – bis 1945. Die Zips liegt in der heutigen Ostslowakei, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Teil von Oberungarn. Bis heute ist das aus beiden Staatswappen ersichtlich: die drei Berge Matra, Tatra und Fatra mit dem überhöhenden Kreuz sprechen für sich. Die Hohe und die Niedere Tatra sowie die Große und die Kleine Fatra sind in der Slowakei, die Matra liegt im heutigen Ungarn. Auf dem Titelbild des ersten Bandes der „Zipser Trilogie“ ist die gut erhaltene und vielfach genutzte Burg von Käsmark zu sehen, gestaltet und benannt nach der adeligen Thökely-Familie, die lange die Grundherren stellte. Die Zips war bis 1918 voll, dann auslaufend mindestens dreisprachiges Gebiet, wie beim Ortsnamen angeführt: deutsch/slowakisch/ magyarisch. Dazu kam noch je nach Stamm eine Zigeunersprache, etwa die der Roma oder der Sinti. Das Zusammenleben war ein gutes Nebeneinander, bis vor allem nach dem Reichsausgleich 1867 Österreich-Ungarn die Magyaren sehr stark dominieren wollten, sogar bis zur Änderung der Vornamen auf Grabsteinen! </p>



<h3 class="wp-block-heading">Potokisch und mandakisch</h3>



<p>Die beiden ehemaligen deutschen Hauptdialekte heißen potokisch und mandakisch. Zum Glück gibt es neben den schriftlichen Aufzeichnungen auch Tondokumente der jüngeren Zeit: als Umgangssprache, Haussprache sind die deutschen Dialekte den verbrecherischen Beneš-Dekreten, also der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei zum Opfer gefallen. Der gewachsene, gesprochene, alltagsgebrauchte Dialekt ist in der Breite und bei der Jugend nicht mehr vorhanden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wertvolle Triologie</h3>



<p>Umso wichtiger ist das Vorhandensein von Literatur, wie der heuer erschienenen „Zipser Trilogie“, die ein Wiederentdecken des kulturellen Erbes ermöglichen. Die drei Bände dokumentieren eine Welt, die Jahrhunderte lang friedlich war. Die Zips ist auch für die Hochkultur ungemein interessant: weltweit das Gebiet mit der größten Dichte an gotischen Holzaltären und entsprechenden Kirchen; Zentrum ist Leutschau/Levoca. In Käsmark gibt es sogar zwei evangelische Kirchen – die ältere ist die Holzkirche, ganz aus Holz gebaut mit Lehmverputz. Diese barocke Artikularkirche aus 1717 bietet 1.500 Gläubigen Platz und ist als Ganzes wunderbar. Daneben steht die neue evangelische Kirche, 1898 fertiggestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutsche Schicksale in der Hohen Tatra</h3>



<p>Der erste Band der Trilogie behandelt die Oberzips, also das Gebiet im Nahbereich der Hohen Tatra, des kleinsten Hochgebirges der Welt. Hauptort ist Poprad; Käsmark ist die alte Bildungshochburg. Hobgarten/Chmelnica ist die Ausnahmegemeinde: von der Vertreibung verschont geblieben, aber nicht von der politischen Situation vor und nach der Wende 1989/90: Abwanderung in den „goldenen“ Westen, im slowakischen Wohlstandsgefälle vom Westen (Preßburg) bis zum Osten (Kaschau/Kosice). Einleitend wird der Initiator der Reihe, Johann Schürger (1914-1997), mit Bild vorgestellt: Auch er hatte seine Heimat Obermetzenseifen 1945 verlassen müssen, ist aber auch in Niederbayern seiner alten Heimat verbunden geblieben – wie so viele andere auch, aber eben mit dem gedruckten Wort als immateriellem Erbe. In diesem ersten Band der Trilogie kommen auf 159 Text- und 24 Bildseiten Schicksale der verschiedensten Art zur Kenntnis – alle durchdrungen von einer Liebe zum Damals und de Verbundenheit mit dem Heute. In Käsmark findet übrigens seit rund 20 Jahren die größte Gesamtveranstaltung des Karpatendeutschen Vereins (in der Slowakei) statt: jeweils Ende Juni im großen Innenhof des Tökely- Schlosses, eröffnet jeweils durch den Bürgermeister und andere Ehrengäste – und immer auch durch einen Vertreter der Österreichischen Landsmannschaft!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nur die Steine sprechen (noch) deutsch</h3>



<p>Der zweite Band der „Zipser Trilogie“ behandelt die Unterzips, also die Orte rund um Einsiedel/Mnisek nad Hnilcom mit dem Haus der Begegnung und Schwedler: Von dort stammt Prof. Dr. Ferdinand Klein, der mit seiner Ehefrau Anna und Frau Aranka Stiglohrer-Liptak die treibende Kraft zum Erscheinen der drei Bände war. Dort ist der mantakische Dialekt daheim gewesen. Die 144 Text- und 12 Bildseiten geben ebenfalls ein sehr lebendiges Bild der Gegenwart, vor allem aber der Vergangenheit. 1945 ist auch hier der zentrale Punkt – das Ende von Jahrhunderten von Kulturleistungen; nur die Steine sprächen (noch) deutsch, liest man oft. So wird dem Leser in angenehm großem Druck Zeitgeschichte vermittelt, wie sie wirklich war. Vergleiche mit den „großen Medien“ drängen sich auf&#8230; Der dritte Band der „Zipser Trilogie“ wurde aus dem reichhaltigen Nachlaß der beiden Mantaken Franz Richweis (1929-2001, geboren, gelebt und verstorben in Schwedler), und Ladislaus Müller (1928-2002, geboren in Einsiedel an der Göllnitz, verstorben in Göllnitz/Gelnica) gestaltet. Müller verfaßte vor allem Gedichte, die ebenfalls die Liebe zur Heimat verdeutlichen – wie auch die Prosatexte beider Herren. Insgesamt hat der in Käsmark ansässige ViViT-Verlag unter Ing. Mikulas/Miki Liptak die drei Bände äußerst leserfreundlich gestaltet, weshalb ihm auch weitestmögliche Verbreitung, auch unter ortsfremden, aber an der Slowakei und deren deutschen Elementen Interessierten zu wünschen ist.</p>



<p><em>Die ZIPSER TRILOGIE kann beim Verlag ViViT (Hviezdoslavova 18, SK-06001 Kežmarok) oder bei Frau Aranka Stigloher (Mühlmoosstraße 2, D-83043 Bad Aibling, Tel. 08061-1492) für 30.- Euro (zzgl. Porto) erworben werden. ISBN 978-80-8175-060-1 I; ISBN 978-80-8175-061-8 II; ISBN 978-80-8175-062-5 III</em></p>
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		<title>Die Kärntner Heimattreue lebt!</title>
		<link>https://dereckart.at/die-kaerntner-heimattreue-lebt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 12:09:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Harald Regenfelder]]></category>
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					<description><![CDATA[Die 100. Wiederkehr der Kärntner Volksabstimmung von 1920 bildete den Schwerpunkt der ECKART-Oktoberausgabe. Am 10. Oktober wurde in Kärnten allerorten dieses Ereignisses feierlich und würdig gedacht, worüber die Medien praktisch nicht berichteten, außer über die bescheidene offizielle Feier in Klagenfurt, die wiederum bei heimattreuen Kärntnern auf viel Kritik stieß. So spricht der Kärntner Abwehrkämpferbund angesichts [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Die 100. Wiederkehr der Kärntner Volksabstimmung von 1920 bildete den Schwerpunkt der ECKART-Oktoberausgabe. Am 10. Oktober wurde in Kärnten allerorten dieses Ereignisses feierlich und würdig gedacht, worüber die Medien praktisch nicht berichteten, außer über die bescheidene offizielle Feier in Klagenfurt, die wiederum bei heimattreuen Kärntnern auf viel Kritik stieß.</strong></p>



<p class="has-drop-cap">So spricht der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.kab-or.at/presse-2020.html" target="_blank">Kärntner Abwehrkämpferbund</a> angesichts des Auftrittes des Bundespräsidenten von einer „Provokation“ und die im Rahmen der Jubiläumsfeier erfolgte Entschuldigung Van der Bellens bei der slowenischen Minderheit „vollkommen deplatziert“ . Ganz anders ging es bei einer Vielzahl von kleineren und würdigeren Gedenkveranstaltungen zu, die zumeist vom Kärntner Abwehrkämpferbund und den jeweiligen Gemeinden organisiert wurden: Überall im Land wurden Kerzen, Blumengebinde und Kränze an den Denkmälern des Abwehrkampfes niedergelegt, und das Kärntner Heimatlied erklang. Wie unter anderem in St. Veit/Glan wo über 150 Teilnehmer am Fackelzug und der Festveranstaltung „100 Jahre Kärnten frei und ungeteilt“ teilnahmen, darunter ÖLM-Landesgruppenobmann Harald Regenfelder. Dieser berichtete von weiteren Veranstaltungen, an denen er persönlich teilgenommen habe: „Alleine am 8. Oktober fanden im Bezirk St. Veit drei Veranstaltungen statt: Das Gedenken an Oberstleutnant Ludwig Hülgerth in St.Georgen/ Längsee, an Landesverweser Dr. Arthur Lemisch in Dreifaltigkeit sowie an den Historiker des Abwehrkampfes Dr. Martin Wutte in Obermühlbach.“ Auch wenn der große Freiheitskommers nicht stattfinden konnte, so versammelten sich dennoch an die 120 Teilnehmer beim Gedenken für Ludwig Hülgerth bei dessen Denkmal in Klagenfurt, das vom Verband Freiheitlicher Akademiker organisiert wurde. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Fest der Kärntner Freiheit“ am Herzogstuhl</h2>



<p>Die bei weitem größte Veranstaltung fand jedoch am Herzogstuhl bei Maria Saal statt, wo einst vor jener schicksalshaften Volksabstimmung von 1920 40.000 Kärntner ihrer Heimat den Treueid ablegten: Dorthin hatte die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.liedertafel.info/" target="_blank">Sängerrunde Emmersdorf</a> zu einem „Fest der Kärntner Freiheit“ geladen, das in Zeiten von Corona-Zwangsmaßnahmen durchaus eine gewisse Doppeldeutigkeit hat. Über 400 Gäste erlebten ein würdiges Fest an diesem historischen 10. Oktober. Chorleiter und Organisator Karlheinz Klement äußerte sich im Gespräch mit dem ECKART angetan von dem großen Zuspruch und der Begeisterung, die die Veranstaltung bei den Teilnehmern auslöste: „Eine kleine Sängerrunde hat eine einzigartige Veranstaltung hervorgezaubert.“ Man habe eine „Besinnung auf die einzigartige Kärntner Geschichte mit Stolz auf die Ahnen und ihre großen Taten“ erlebt. Klement betonte die besondere Verbindung seiner Sängerrunde Emmersdorf mit dem Kärntner Abwehrkampf; diese habe sich 1919 in der Vorbereitung der Volksabstimmung engagiert.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>Von der Feier ist auf YouTube auch ein Video abrufbar:</p>



<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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		<title>Bleibt Kärnten auch in Zukunft ein Hort der Heimatliebe?</title>
		<link>https://dereckart.at/bleibt-kaernten-auch-in-zukunft-ein-hort-der-heimatliebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2020 09:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kärnten]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Zur 100. Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 ist die neue ECKARTSCHRIFT aus der Feder von Walter Tributsch erschienen: „Kärnten. 100 Jahre nachdem ‚Mannesmut und Frauentreu` die Heimat sich erstritt aufs neu`‘“. 30 Jahre nach der ECKARTSCHRIFT „Kärnten – Tausend Jahre und siebzig“ von Otto Scrinzi, nimmt Tributsch eine tiefschürfende Untersuchung [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p class="has-drop-cap"><strong>Zur 100. Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 ist die neue ECKARTSCHRIFT aus der Feder von Walter Tributsch erschienen: „Kärnten. 100 Jahre nachdem ‚Mannesmut und Frauentreu` die Heimat sich erstritt aufs neu`‘“. 30 Jahre nach der ECKARTSCHRIFT „Kärnten – Tausend Jahre und siebzig“ von Otto Scrinzi, nimmt Tributsch eine tiefschürfende Untersuchung der Kärntner Geschichte der letzten hundert Jahre vor. Er zeigt die grundlegenden identitätstiftenden Linien auf, die nördlich der Karawanken ein besonderes Heimatbewußtsein entstehen ließen, aber auch die Probleme des Sprachen-&nbsp;und Volksgruppenkonflikts der letzten Jahrzehnte. Lesen Sie nachstehend einen Textauszug&#8230;</strong></p>



<p><strong>Ein Beitrag von Walter Tributsch</strong></p>



<p>Während heutzutage alles darauf ausgerichtet&nbsp;ist, in den europäischen Staaten die nationalen Identitäten und Bindungen zu untergraben und abzubauen, mußten die Bestrebungen vor 100 Jahren freilich in die gegenteilige Richtung gehen. Der Weltkrieg war verloren,&nbsp;die Donaumonarchie zerfiel. Der Kaiser als Identitätsfigur für das Habsburgerreich war zurückgetreten und im Exil. Zurückgelassen blieben die Bürger des einstigen&nbsp;Vielvölkerstaates in einem Vakuum mit vagen Vorstellungen zu ihrer staatlichen Neuorganisation. Dabei hatten es Tschechen, Kroaten&nbsp;oder auch Ungarn einfacher als die&nbsp;deutsche Volksgruppe der ehemaligen k.u.k.Monarchie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Lügen der alliierten Sieger</h3>



<p>Alle anderen konnten sich, dem Schlagwort der Wilsonschen Weltordnung vom Selbstbestimmungsrecht der Völker entsprechend, auf&nbsp;den Aufbau ihres Nationalstaates&nbsp;konzentrieren. Was übrig blieb war „Restösterreich“, dem nicht nur Kriegsschuld und Verliererstatus verblieben, sondern auch eine wenig verheißungsvolle Zukunft.&nbsp;Der weitaus größten Volksgruppe&nbsp;im Land entsprechend nannte sich&nbsp;die neugegründete Republik auch „Deutsch-Österreich“. Ganz selbstverständlich gingen Politiker wie auch der Großteil der Bevölkerung von der Überzeugung aus, daß es sich bei diesem Rumpfstaat nur um&nbsp;eine vorübergehende Zwischenlösung handeln würde.</p>



<p>Eine Vereinigung mit dem anderen, ebenfalls aus einer Monarchie hervorgegangenen deutschen Nachfolgestaat galt eigentlich als&nbsp;logische Konsequenz dessen, wofür der amerikanische Präsident den&nbsp;Friedensnobelpreis bekommen hatte: des Selbstbestimmungsrechtes&nbsp;der Völker. Wenn sich schon unter diesem Titel die einstigen Nationen des habsburgischen Vielvölkerstaates die Legitimation ableiteten,&nbsp;eigene neue Staaten zu gründen,&nbsp;mußte es wohl auch der deutschen&nbsp;Bevölkerung zustehen, ihre künftige nationale Körperschaft selbständig gestalten zu können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diktate von Versailles und St.&nbsp;Germain schaffen Unfrieden&nbsp;</h3>



<p>Mitnichten: Die Diktate von Versailles und Saint Germain waren&nbsp;darauf abgestimmt, eine neue starke Macht in Zentraleuropa ein für&nbsp;alle Mal zu verhindern. Das hätte&nbsp;man wohl von einem deutschen Staat, gebildet aus den Nachfolgern der Monarchien, die den Krieg&nbsp;verloren hatten, trotz aller Repressalien, die in den Friedensdiktaten schließlich eingebaut wurden, erwarten müssen.</p>



<p>Daher waren die österreichischen&nbsp;und auch deutschen Vertreter in St. Germain und Versailles gezwungen, Verträge ohne Verhandlungs- oder Einspruchsrecht zu unterzeichnen, die diese Möglichkeit einer Vereinigung in einem&nbsp;gemeinsamen Staat ausdrücklich untersagten.</p>



<figure class="wp-block-pullquote" style="border-color:#cf2e2e"><blockquote><p>Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen ECKART-Ausgabe, die sie <span class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong><a href="https://dereckart.at/eckart-abonnieren/">HIER</a></strong> </span>bestellen können.</p></blockquote></figure>
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		<title>Waltzing Matilda und Weinbau – Australiens deutsches Erbe</title>
		<link>https://dereckart.at/hello-world-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2020 08:23:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionen]]></category>
		<category><![CDATA[Volkstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Die zahlreichen Besucher aus der Bundesrepublik, aus Österreich oder der Schweiz kommen ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Vom zähen Ringen um den Erhalt von Australiens Deutschtum</h2>



<p></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>„You’ll come a Waltzing Matilda with me.” So beginnt der Refrain des wohl berühmtesten aller „Buschlieder”, für die der Kontinent am Ende der Welt bekannt ist. Neben Känguruhs, Koalabären und allerlei giftigem Getier versteht sich&#8230;</strong></h5>



<p></p>



<p><em>Ein Beitrag von Jörg Sobolewski</em></p>



<p class="has-drop-cap">Die zahlreichen Besucher aus der Bundesrepublik, aus Österreich oder der Schweiz kommen heute vor allem der spektakulären Natur wegen, so manche verlieben sich in Land und Leute und bleiben.&nbsp;<br>Bis heute hält der Auswandererstrom nach „Down Under” an. In einigen Städten machen Neuankömmlinge bis zu einem Viertel der Bevölkerung aus.&nbsp;<br>Dabei ist den wenigsten Deutschen bewußt, wie reich auch hier das deutsche Erbe ist.&nbsp;<br>Zwei Weltkriege und die enorme Größe des Landes haben die Spuren verblassen lassen, aber wer nach ihnen sucht, wird reichlich fündig. Denn tatsächlich haben Deutsche diesen Kontinent mindestens so sehr geprägt wie die ebenfalls zahlreichen Italiener oder Holländer. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung haben deutsche Vorfahren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fünf Prozent der Australier sind deutscher Abstammung</h3>



<p>Besonders in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zog es viele Deutsche nach Down Under. Es scheint die typisch deutsche Mischung aus Freiheitsliebe und Fleiß gewesen zu sein, die die Australier bis heute mit der deutschen Einwanderung verbinden. Selbst die inoffizielle Hymne des Kontinents wäre ohne die deutsche Sprache nicht denkbar. Denn tatsächlich bezieht sich der Titel „Waltzing Matilda” nicht auf einen wilden Tanz mit einer Matilda, sondern auf die deutsche „Walz” der Handwerksleute, die „Matilda” hingegen ist die australische Bezeichnung für das Bündel, das reisende Schafscherer mit sich tragen. Eine echte deutsch-australische Wortkreation, die noch heute in Australien gebräuchlich ist. Wer sich anschickt, den heimischen Herd zu verlassen, um das ganze Land zu bereisen, der geht „Waltzing Matilda”.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Deutschen und der Weinbau&nbsp;</h3>



<p>Auch der Weinbau im Süden des riesigen „Commonwealth of Australia” wäre ohne den Deutschen Joseph Ernelt Seppelt nicht denkbar. Sein Weingut „Seppeltfield” war das erste im berühmten Coonawarra-District. Heute gehört es zu den besten Anbaugebieten Südaustraliens.&nbsp;<br>Es sind viele Geschichten wie diese, die den Australiern heute durch den Kopf gehen, wenn sie an ihr deutsches Erbe denken. Selbst einer der weltweit größten Bergbaukonzerne – die BHP Group – wäre ohne den württembergischen Querkopf Charles Rasp nicht denkbar. Der verließ aus ungeklärten Gründen seine Heimat und sich unter falschem Namen nach Australien einschiffte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Preußen, Schlesier &amp; Schwaben</h3>



<p>Zu Tausenden verließen Deutsche wie Rasp oder Seppelt Europa. Es zog sie ein Kontinent, der bis heute dünn besiedelt ist und damit Freiraum bietet für fast jeden. Preußische Altlutheraner, Schlesier und Württemberger. Gescheiterte Revolutionäre, Goldsucher und entlaufene Schiffsjungen. Einige gründeten blühende Siedlungen wie Klemzig oder Lobethal. Andere suchten und fanden eine zweite Chance im Goldrausch.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie überall: Deutsche litten unter den Weltkriegen</h3>



<p>Nicht immer stießen sie dabei auf Gegenliebe. Den Klemziger Siedlern wehte ein kalter Wind entgegen. Ihre englischen Nachbarn konnten mit den fremdsprachigen Neuaustraliern nichts anfangen und wünschten sie „zum Teufel”. Doch nach wenigen Jahren änderten sie ihre Meinung, und der zweite Gouverneur von Südaustralien wünschte sich sogar „weitere Tausende” ins Land. Hartnäckigkeit und deutsche Gastlichkeit hatten die Herzen und Köpfe der Südaustralier gewonnen. <br>Doch zwei Weltkriege zerstörten, was Generationen in harter Arbeit aufgebaut hatten. Die Deutschen galten nun als „Feind im eigenen Land”. Namen von Dörfern und Farmen wurden geändert, Vereine verboten und viele Deutsche interniert. <br>Nach dem Krieg kam das deutsche Kulturleben langsam wieder in Fahrt, und der älteste, australische Männerchor – die „Adelaide Liedertafel” feierte 2008 in der Adelaide Townhall ihr 150. Jubiläum. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Australiens Deutschtum verschwindet heute immer mehr</h3>



<p>Und heute? „Unsere Kinder haben mit dem Deutschtum wenig am Hut. Für die Australier war es ein Volltreffer, die Deutschen ins Land zu holen.” Peter Ruys nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um seinen Chor geht: „Als ich der Liedertafel 1983 beitrat, haben wir auf drei Reisen nach Deutschland nur wenige Chöre gefunden, die uns das Wasser reichen konnten. Heute können wir das Ende der Fahnenstange klar erkennen.”&nbsp;<br>In den letzten zehn Jahren ist in Australien ein regelrechtes Chöresterben vonstatten gegangen. Der Nachwuchs fehlt und wird auch nicht mehr nachkommen. Zu schwer ist die Sprache der Väter und zu groß die Identifikation mit der australischen Mehrheitsgesellschaft.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Australiens europäische Identität steht auf dem Spiel</h3>



<p>In einem Land, das in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts sich vor ganz neuen Identitätskonflikten sieht, das mit sich selbst darum ringt, wie europäisch es in Zukunft noch geprägt sein möchte – in einem solchen Land rückt die Vielfalt des alten Kontinents in den Hintergrund. Verständlich und traurig zugleich.&nbsp;<br>Dennoch merkt man Peter den Stolz an, wenn er über sein Erbe spricht: „Obwohl ich ein australischer Staatsbürger bin, werde ich im Innern immer ein Deutscher sein. Das legt man nicht ab.”&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stolz auf deutsche Zähigkeit</h3>



<p>Stolz sind auch die Australier, die kein Deutsch mehr sprechen, aber in ihrem Namen das Erbe weiter tragen. <br>„Mein Ururgroßvater kam als Goldsucher nach Down Under. Er litt sehr früh an Gicht – die Arbeit in den feuchten Schächten hat ihn kaputt gemacht. Aber bis heute zehren wir von seinem Wohlstand.” Andrea Hofmeisters Augen glitzern, wenn sie über ihre Familiengeschichte spricht. Identitätskonflikt? „Nicht die Spur”, meint sie, „ich bin Australierin, und in meinem Blut fließt das Beste des alten Kontinents.” Sie lacht, und ihr Mann wirft ein: „Wenn sie nicht so stur wäre, hätten wir hier schon längst die Farm dicht gemacht. Aber ihr Deutschen gebt ja einfach nicht auf, und jetzt geht es uns doch ganz gut.” Das Farmerpaar betreibt eine Baumwollfarm am Rande des Staates Neusüdwales. Das deutsche Erbe der Familie Hofmeister, es lebt weiter und läßt sich nicht unterkriegen. Ganz so wie der Swagman aus „Waltzing Matilda”: unbeugsam, frei und echt australisch.</p>



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