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	<title>Ungarn &#8211; Der Eckart</title>
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	<title>Ungarn &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Die Geschichte eines ganz besonderen Bundeslandes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2021 12:56:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Von der Zeit an, als dieser Landstrich von den Römern „Boierwüste“ genannt wurde, bis zur nicht unproblematischen Taufe in „Burgenland“ und dem Gefecht bei Kirchschlag vergehen über 2.100 Jahre. Nun wohnen in jener so lange umkämpften Landschaft des Ostalpenraums keine Kelten mehr (sie sind übrigens auch nicht die Stammväter der Bajuwaren, wie man lange geglaubt [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Von der Zeit an, als dieser Landstrich von den Römern „Boierwüste“ genannt wurde, bis zur nicht unproblematischen Taufe in „Burgenland“ und dem Gefecht bei Kirchschlag vergehen über 2.100 Jahre. Nun wohnen in jener so lange umkämpften Landschaft des Ostalpenraums keine Kelten mehr (sie sind übrigens auch nicht die Stammväter der Bajuwaren, wie man lange geglaubt hat), sondern „Heanzen“, und sie bilden Österreichs östlichstes Bundesland</strong>.</p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Bis zur Unterzeichnung des Venediger Protokolls im Oktober 1921 ist es jedoch für die deutschen Bewohner des westungarischen Gebietes ein langer und entbehrungsreicher Weg. In das in Marken organisierte Oberpannonien werden bereits im Frühmittelalter von adeligen und geistlichen Grundherren unter dem Oberbefehl des Markgrafen von Oberpannonien bayerische Bauern als Kolonisten angesiedelt. Im 9. Jahrhundert gab es eine Welle umfangreicher Landschenkungen durch die karolingischen Könige, die eine intensive deutsche Kolonisation bewirkten, die von der Oberschicht des Adels gefördert wurde, indem sie ihnen gewisse Freiheiten gewährte. Die Jobagionen genannten Grenzwächter trotzten Tartaren- und Türkeneinfällen sowie innerungarischen Adelskämpfen und hielten dem Boden ihrer Ahnen über Jahrhunderte die Treue. Sie bildeten den deutschen Grundstock, den auch die Wirren der mongolischen und ungarischen Einfälle nicht beirren konnte. <br><br>Eine weitere, stärkere Öffnung für Kolonisten hing schließlich mit der Veränderung des Grenzwächtersystems zusammen, das sich hin zum Ausbau von exponierten Burgen umwandelte, wobei sich vor allem die einheimische Grenzwächterfamilie Osl um die Kolonisierung mit deutschen Bauern<br>besonders bemühte. Aus dem fränkisch-deutschen Lehenswesen eingewandert und mit relativ großzügigen Freiheiten ausgestattet erfuhren die Jobagionen schon bald eine signifikante Verschlechterung der bäuerlichen Freiheiten. Spätestens im Verlauf des 17. Jahrhunderts wandelte sich die Erbuntertänigkeit der Grundhörigen in eine Form bäuerlicher Unfreiheit mit dominanten Elementen der persönlichen Abhängigkeit (Leibeigenschaft). Diese gesteigerte herrschaftliche Gewalt beschränkte die Rechtsfähigkeit der Bauern und erstreckte sich über Heirats-, Berufs- und Eigentumsfragen. Diese besonders ausgeprägte grundherrliche Willkür läßt sich bezeichnenderweise vor allem im habsburgisch kontrollierten West-, Oberungarn und Siebenbürgen feststellen, wo die untertänigen Bauern zu mehreren Frondiensten pro Woche herangezogen wurden und damit einer nahezu unmöglichen Belastung ausgesetzt wurden. Anstelle der Geldrente trat wieder die Naturalrente. Dieser rückständige und unerträgliche Zustand änderte sich erst mit den Josephinischen Reformen 1785, die bäuerliche Unfreiheit wiederum endete definitiv erst mit 1848. Doch die von Kaiser/König Ferdinand I. erlassenen Aprilgesetze ließen vor allem in Fragen der inneren Verwaltung und des Verhältnisses zu.</p>



<p><strong>Von der Revolution 1848 zum Dualismus von 1867</strong><br>Nachdem Ferdinand noch 1848 ausgerechnet den Ban von Kroatien zum bevollmächtigten Kommissär in Ungarn und damit zum Stellvertreter des Königs ernannte, kam es im Herbst zum bewaffneten Konflikt. Wenige Monate später, als Kaiser Franz Joseph den Reichstag zu Kremsier auflöste und mit der neuen Verfassung Ungarn zu einem Kronland degradierte, erklärte der ungarische Reichstag schließlich eine Unabhängigkeitserklärung. Nach der militärischen Niederwerfung mit der Hilfe Rußlands wurde Ungarn – mit der Einläutung des Neoabsolutismus – unter eine absolut regierende Verwaltung gestellt. Dies hatte zur Folge, daß Ungarn auf die 1860 (Oktoberdiplom) und 1861 (Februarpatent) eingeleiteten bzw. angekündigten Zugeständnisse mit anarchistischen Ausschreitungen antwortete. Der zehnjährige Absolutismus hatte einen zu großen Haß aufgestaut. Sechs Jahre später kam es daher zu Verhandlungen zwischen der Wiener Regierung und den ungarischen Ministern, die durch die Verabschiedung der neuen Verfassung und die Einführung der konstitutionellen Monarchie bekanntlich im sogenannten Dualismus endeten.<br><br><strong>Nationalitätenkonflikt auch in Deutsch-Westungarn</strong><br>Diesmal konnten damit die Ungarn ruhiggestellt werden, doch der bereits lange schwelende ethnische Konflikt („Nationalitätenkonflikt“) zwischen deutschen Westungarn und Magyaren begann mit der Jahrhundertwende in eine kritische Phase einzutreten. Grund dafür war die sogenannte Magyarisierung, der versuchte historische Prozeß der Umvolkung nichtmagyarischer Volksgruppen und ihrer Eingliederung in die magyarische Kultur- und Sprachgemeinschaft. In den ländlichen Gegenden waren die Versuche der sprachlichen und volklichen Angleichung jedoch kaum erfolgreich, so also vor allem im heute burgenländischen Gebiet. <br><br><strong>Das Nationalitätenproblem schuf einen permanenten Unruheherd.</strong><br>Der Zerfall der Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg ließ natürlich die Frage der zukünftigen Staatszugehörigkeit der vorwiegend von Deutschen besiedelten Landschaften Westungarns aufkommen. Bereits 1907 wurde in Wien der Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn gegründet, doch sein Wirkbereich beschränkte sich auf Wien und konnte den burgenländisch-westungarischen Raum nicht erreichen. Die dort ansässigen Deutschen waren größtenteils Bauern, Landwirte, Gewerbe- und Industriearbeiter, die nicht die Zeit und die Muße hatten, sich für derlei politische Belange aus der Residenzstadt zu interessieren. Doch das änderte sich mit dem Desaster des Ersten Weltkrieges.<br><br><strong>„national zu Deutschösterreich“</strong><br>Nachdem am 16. 11. 1918 die ungarische Republik ausgerufen worden war, heißt es in der Staatserklärung der Republik Deutschösterreich zehn Tage später: „Die geschlossenen deutschen Siedlungsgebiete der Komitate Preßburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg gehören geographisch, wirtschaftlich und national zu Deutschösterreich, (und) stehen seit Jahrhunderten in innigster wirtschaftlicher und geistiger Gemeinschaft mit Deutschösterreich“. Das hatten selbst die Deutschwestungarn gehört und veranstalteten die ersten proösterreichischen Kundgebungen.<br>Am 6. Dezember 1918 wird – nicht wenig zur Verwunderung der Kollegen in Wien – in Mattersburg durch den zuvor gegründeten „Deutschen Volksrat für Westungarn“ die Republik „Heinzenland“ gegründet. Der undurchdachte Versuch scheiterte jedoch durch militärische Intervention am nächsten Tag. Zugleich gab es im Süden heimliche Anschlußbestrebungen an die Steiermark, angeführt durch Karl Wollinger. Dazu muß festgehalten werden, daß die Beamten und der Klerus eine Lösung dieses Problems nur in einer Autonomie Deutschwestungarns sahen. Diese Idee nahm der Deutsche Volksrat für Westungarn auf und berief einen Deutschen Volkstag nach Ödenburg ein, auf welchem die ungarische Regierung per Beschluß aufgefordert wurde, ein Autonomiegesetz vorzulegen. Ansonsten würde Deutschwestungarn den Anschluß an Österreich vollziehen.<br>Dem Druck des Ultimatums mußte sich Ungarn schließlich beugen, erließ am 27. Jänner 1919 das „Volksgesetz über die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes des deutschen Volkes in Ungarn“ und richtete ein deutsches Gouvernement ein – Géza Zsombor wurde zum Gouverneur ernannt. Das Tribunal der Siegermächte sprach schließlich – aus rein machtpolitischen Überlegungen – Deutschwestungarn der Republik Deutschösterreich zu. Der am 10. September 1919 unterschriebene Friedensvertrag sah schließlich ein zugesprochenes Gebiet in einem Umfang von 4.320 km² mit 340.000 Einwohnern vor. Die neue ungarische Regierung unter Admiral Horthy empfand den Vertrag jedoch als Provokation und Erniedrigung. Doch allem Widerstand und Gesprächen mit anderen Ländern zum Trotz wurden am 26. 7. 1921 in Paris die Ratifikationsurkunden ausgetauscht, und das „Heinzenland“ wurde an Österreich übergeben.<br><br><strong>Militärische Scharmütze</strong>l<br>Die geordnete Übergabe am 28. wurde jedoch von zahlreichen Scharmützeln der österreichischen Militärs mit ungarischen Freischärlern gestört, was schließlich im Gefecht bei Kirchschlag am 5. September kulminierte. Die österreichischen Truppen siegten zwar, doch die Ungarn schlugen drei Tage später mit Unterstützung in Ödenburg zurück, woraufhin die österreichischen Kolonnen mitsamt ihrer neu eingerichteten Landesverwaltungsstelle flüchteten und schließlich von Wien zurückbeordert wurden. Abermals mußte ein diplomatisches Gremium den Vermittler spielen, und die neuen geopolitischen Voraussetzungen spielten diesmal Ungarn in die Hand. Bundeskanzler Schober mußte resignierend im „Venediger Protokoll“ am 13. Oktober 1921 einer Volksabstimmung in Ödenburg und acht benachbarten Landgemeinden zustimmen.</p>
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		<title>Das Tauziehen um die Grenze in Pinkafeld</title>
		<link>https://dereckart.at/das-tauziehen-um-die-grenze-in-pinkafeld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2021 14:24:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Heuer feiert das Burgenland seine 100jährige Zugehörigkeit zu Österreich. Nach der Volksabstimmung in Ödenburg samt Umgebung im Dezember 1921 scheinen die Grenzen des neuen Burgenlandes festzustehen. Zumindest nach allgemeiner Ansicht. Doch dem ist nicht so, weil im Süden des Landes, im Pinkatal, die endgültige Grenze erst 1923 gezogen wird, – und, ein paar Dörfer, die [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Heuer feiert das Burgenland seine 100jährige Zugehörigkeit zu Österreich. Nach der Volksabstimmung in Ödenburg samt Umgebung im Dezember 1921 scheinen die Grenzen des neuen Burgenlandes festzustehen. Zumindest nach allgemeiner Ansicht. Doch dem ist nicht so, weil im Süden des Landes, im Pinkatal, die endgültige Grenze erst 1923 gezogen wird, – und, ein paar Dörfer, die anderthalb Jahre zu Österreich gehören, wieder an Ungarn zurückfallen.</strong></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Wenn wir uns die Ostgrenze des südlichen Burgenlandes vergegenwärtigen, so sticht uns der unregelmäßige, geradezu zerfranste Verlauf der Staatsgrenze vor allem im unteren Pinkatal ins Auge. Die Ursache hierfür ist keineswegs landschaftlich bedingt. Nein, es handelt sich vielmehr um das Ergebnis eines langen Gezerres zwischen Ungarn und Österreich in der deutsch-kroatisch-ungarischen Gemengelage. Ende Juli 1921 bildet sich ein Internationaler Grenzregelungsausschuß (Commission de délimitation de la frontière entre l’Autriche et la Hongrie), im folgenden Text kurz als Grenzkommission bezeichnet. Im Gremium sitzt je ein Mitglied aus Frankreich, Italien, Großbritannien und Japan sowie – ohne Stimmrecht – je ein Vertreter Ungarns und Österreichs.<br><br><strong>Verspätete Grenzziehung als Folge der Friedensdiktate</strong><br>Vorsitzender ist Major André Jocard, der Franzose. Weitere Mitglieder der Grenzkommission sind Major Enrico Calma (Italien), Oberst Arthur Craven (Großbritannien), Oberst i.G. Graf Juhachi Yamagutchi (Japan), Ministerialrat Stefan Neugebauer (Österreich), Oberst Arthur Keresztes, später (ab 4. November 1921) Legationsrat Frigyes Baron Villani (Ungarn). <br><br><strong>Ein Japaner entscheidet mit</strong><br>Grundsätzliche Aufgabe der Kommission ist der Feinschliff des Grenzverlaufes, den der Oberste Rat der Entente am 11. Juli 1919 beschlossen hat und der Teil der Friedensdiktate von Saint Germain und Trianon ist. Bei den Sitzungen der Kommission zeigt sich die vorteilhafte Stellung Japans. Das fernöstliche Kaiserreich ist durch die Grenzziehung in Mitteleuropa in keiner Weise tangiert, und so kann sein Delegierter, der Generalstabsoberst Graf Yamagutchi, die bloßen Fakten sprechen lassen und sine ira et studio argumentieren. Und oft wird auf ihn gehört. Wir wenden uns nunmehr dem Tal der Pinka zu, dem Gebiet am Abhang des Eisenbergs. Hier – um das Ergebnis vorwegzunehmen – gelingt Ungarn eine doch bemerkenswerte Westverschiebung der in Saint Germain und Trianon festgelegten Linie.<br><br><strong>Ungarn will das ganze Pinkatal</strong><br>Ungarn fordert Rechnitz, Schachendorf, Schandorf und alle Gemeinden des Pinkatales. Einiges Gewicht für die Grenzkommission haben Petitionen der Stadt Steinamanger (Szombathely; in der Folge sind die ungarischen Ortsnamen jeweils in Klammern gesetzt) und der königlich-bayerischen Domänendirektion in Pernau (Pornóapáti). Das Haus Wittelsbach hat in Ungarn große Besitzungen. Das ist mit ein Grund dafür, daß Bayerns letzter Monarch, Ludwig III., sich im November 1918 nach Rotenturm an der Raab (Sárvár) im Burgkomitat Eisenburg zurückzieht, wo er am 18. Oktober 1921 für immer die Augen schließt.<br><br><strong>Proungarische Kundgebungen</strong><br>Die Mitglieder der Grenzkommission wünschen, sich ein persönliches Bild von der Situation im Pinkatal zu machen. Daher unternehmen sie Mitte März 1922 eine Inspektion an Ort und Stelle. Als die Kommission in Oberschilding (Felsőcsatár) auftaucht ist sie mit einer mächtigen  proungarischen Kundgebung konfrontiert. Die hier versammelten Bewohner von Schachendorf, Schandorf, Nahring (Narda) und Kroatisch-Schützen (Horvátlövő) fordern vehement die Rückgliederung nach Ungarn; dasselbe Bild bietet sich in Prostrum (Szentpéterfa).<br><br><strong>Das Raabtal will zu Österreich</strong><br>Die deutschen Orte des Pinkatales – Pernau und Deutsch-Großdorf (Vaskeresztes) – wollen hingegen bei Österreich verbleiben. Ähnliches gilt für das Raabtal: Die Dörfer Raabfidisch (Rábafüzes), Jakobshof (Jakabháza), Radling (Rönök) und Luising (Lovászad) bestürmen die Grenzkommission mit Abordnungen, die den Anschluß an Österreich fordern. Vergeblich! Denn diese Raabtaler Gemeinden liegen östlich der Trianon-Grenze. Einzig Luising gelingt das scheinbar Unmögliche: Die Gemeinde wird Teil des Burgenlandes. Derweilen mahnt die Pariser Botschafterkonferenz der Entente am April 1922 ihre Vorgabe ein, die endgültige Grenzziehung habe sich an den Friedensverträgen und, was Ödenburg anlangt, am Venediger Protokoll zu orientieren. Jetzt wartet auf die Kommission harte Arbeit. Zunächst erhält Österreich den Zuschlag, was Rechnitz angeht. Jedoch bleibt ab Schachendorf abwärts das gesamte untere Pinkatal umstritten.<br><br><strong>Kompromiß zugunsten Ungarns</strong><br>Die Grenzkommission schlägt schlußendlich einen Kompromiß vor, der eher einseitig zu sein scheint: Ungarn erhält danach fast das ganze untere Pinkatal einschließlich der deutschen Dörfer Pernau, Deutsch-Großdorf sowie Ober- und Unterbildein. Der Vorschlag ist für Österreich unannehmbar. Es erfolgt ein Rekurs an den neu installierten Rat des Völkerbundes. Der nimmt Schachendorf, Schandorf, Ober- wie Unterbildein sowie Prostrum aus dem Vorschlag der Grenzkommission heraus und schlägt die Dörfer zu Österreich. Schachendorf und Schandorf bleiben hauptsächlich wegen der Bahnlinie Pinkafeld–Rechnitz bei Österreich, Bildein wegen seiner deutschen Bewohner. Prostrum hingegen wird wegen seiner überwiegend proungarischen Haltung wenig später zum Tauschobjekt für die bei Österreich verbleibenden Gemeinden Rattersdorf und Liebing.<br><br><strong>Eine Handvoll Dörfer wird von Österreich abgetrennt</strong><br>Ergebnis: Eine Handvoll Dörfer kommt wieder zu Ungarn, trotzdem ist dies Labsal für die Seele der Magyaren, die im Friedensdiktat zwei Drittel des Landes an die Nachbarn verloren haben. Ungeachtet ihrer Kleinheit (die Einwohnerzahl ist in Klammern beigefügt) seien die Siedlungen genannt: Es sind dies die Kroatendörfer Oberschilding (611), Großnahring (479) sowie Kroatisch-Schützen (409); die drei ursprünglich magyarischen Kleinadelsdörfer Unterschilding (240; davon 212 Kroaten), Ungarisch-Großdorf (314; trotz der Ortsbezeichnung Ungarisch-Großdorf lebt dort bloß ein einziger Magyare neben 313 Deutschen) und Kleinnahring (217; davon 210 Kroaten); schließlich die deutschen Gemeinden Deutsch-Großdorf<br>(396) und Pernau (700).<br><br><strong>Luising komm doch zum Burgenland</strong><br> Am 10. Jänner 1923 übergibt die Grenzkommission in Oberschilding die Gemeinden Schilding, Nahring, Kroatisch-Schützen und Großdorf an den Vizegespan des Burgkomitats Eisenburg, Géza Herbst, der das Gebiet für Ungarn übernimmt. Stunden später übergibt die Kommission in Pernau diese Gemeinde an den genannten Vertreter Ungarns. Am selben Tag überantwortet die Kommission die Gemeinde Luising (184 Bewohner) an den Güssinger Bezirkshauptmann Ernst Mayerhofer.<br><br><strong>Die Akte Grenzziehung wird erst 1924 endgültig geschlossen </strong><br>Erst am 8. März 1923 räumt Österreich Bleigraben (Olmód), am Tag darauf als letzte Gemeinde Prostrum. Damit hat jedes der Länder auch die faktische Gewalt über die auf seinem Gebiet liegenden Ortschaften. Die Grenzkommission tagt letztmalig am 2. August 1924 in Ödenburg, dann sind alle offenen Fragen beantwortet. Japans Delegierter Juhachi Yamagutchi, der Mann, dessen Argumente dem Verlauf der Staatsgrenze maßgeblich ihren Stempel aufdrückten, ist bereits im Dezember 1922 ins Land der aufgehenden Sonne zurückgekehrt.</p>
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			</item>
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		<title>Die Ungarndeutschen heute</title>
		<link>https://dereckart.at/die-ungarndeutschen-heute/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2021 04:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ÖLM]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarndeutsche]]></category>
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					<description><![CDATA[Sprachpflege und Bildungseinrichtungen der Deutschen in Ungarn In Ungarn leben zwischen 150.000 und 200.000 Menschen deutscher Abstammung, die sogenannten Ungarndeutschen oder Donauschwaben. Laut der Volkszählung von 2011 – die nächste findet 2021 statt – sprechen noch 96.000 zu Hause Deutsch. Ein Beitrag von Christoph Bathelt Die Beurteilung der Situation ist nicht immer eindeutig, und es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Sprachpflege und Bildungseinrichtungen der Deutschen in Ungarn</h2>



<p></p>



<p><strong>In Ungarn leben zwischen 150.000 und 200.000 Menschen deutscher Abstammung, die sogenannten Ungarndeutschen oder Donauschwaben. Laut der Volkszählung von 2011 – die nächste findet 2021 statt – sprechen noch 96.000 zu Hause Deutsch.</strong></p>



<p></p>



<p><em>Ein Beitrag von Christoph Bathelt</em></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Die Beurteilung der Situation ist nicht immer eindeutig, und es kommt darauf an, wen man fragt. Aber verglichen mit der Situation in anderen Ländern geht es den 13 anerkannten Minderheiten Ungarns, die rund 10% der Bevölkerung darstellen, gut. 2013 beschloß die Regierung Orbán eine Änderung des Wahlgesetzes, dessen Procedere zwar etwas kompliziert ist, aber dazu führte, daß mit Emmerich Ritter 2018 ein eigener Abgeordneter für die ungarndeutsche Minderheit ins Parlament einziehen konnte. Seit der Wende vor 30 Jahren identifizieren sich immer mehr Menschen mit ihrem Familienerbe, wie sich bei den bereits erwähnten Volkszählungen zeigt. Immer mehr Bildungsorganisationen werden von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) in Eigenregie übernommen, wie z.B. das Valeria-Koch-Gymnasium in Fünfkirchen/Pécs (Südungarn), das Deutsche Nationalitätengymnasium in Budapest und das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Werischwar/Pilisvörösvár bei Budapest.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtige Bildungseinrichtungen</h2>



<p>Das Fünfkirchner Bildungszentrum zeichnet sich durch einsprachige deutsche Kindergartengruppen besonders aus, seine frühere Direktorin, Ibolya Hock-Englender, ist seit letztem Jahr die Vorsitzende der LdU. Hervorzuheben ist auch das Ungarndeutsche Bildungszentrum (UBZ) in Baja, an dem die LdU ebenfalls beteiligt ist. Während es vor zehn Jahren landesweit nur zwölf Bildungseinrichtungen, meist in der Trägerschaft von örtlichen Selbstverwaltungen waren, sind es zehn Jahre später 91! Weitere wichtige Institutionen sind das Ungarndeutsche Pädagogische Institut und das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum sowie das Haus der Ungarndeutschen in Budapest, in welchem z.B. die wöchentliche „Neue Zeitung“ der Ungarndeutschen ihren Sitz hat. Zweites wichtiges Medium ist das „Sonntagsblatt“ der Jakob-Bleyer-Gemeinschaft in Wudersch/Budaörs, eines privaten Vereins, der sich sehr für das Bestehen der ungarndeutschen Muttersprache(n) und Identität engagiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deutsche Ortsnamen präsent</h2>



<p>Eine auch für Auswärtige sehr interessante Initiative sind die „Lehrpfade“, die in immer mehr Gemeinden über bestimmte identitätsstiftende Traditionen oder Besonderheiten anhand von Schautafeln und Installationen informieren. Auch die deutschen Ortsnamen sind ein wichtiges Zeichen. Manche tun es als „Alibipolitik“ ab, aber für andere ist es beeindruckend, wie hoch der Bekanntheitsgrad selbst kleiner Dörfer wie Nadasch, Tscholnok oder Schaumar in ganz Ungarn ist und trägt zu einer Revitalisierung der Gemeinschaft bei. 2013 stimmte das ungarische Parlament für einen nationalen Gedenktag der Vertreibung der Ungarndeutschen 1945, um an das „dunkle Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte“ zu erinnern. „Die heutige Regierung von Ungarn, die den Schmerz einer getrennten Nation kennt, setzt sich dafür ein, dieses Trauma zu lindern und die Wunden zu heilen“, hieß es in der damaligen Regierungserklärung. Denn trotz allem waren die Ungarndeutschen stets Patrioten: Sie waren die einzigen, die bei der Vertreibung auf die Viehwaggons der Transporte die ungarische Flagge steckten mit der Aufschrift: „Gott segne unsere Heimat, leb wohl!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mundart, ja – aber welche?</h2>



<p>Dies alles steht im Widerspruch zu der Tatsache, daß die Sprachkompetenz sehr bedroht ist: Die Großelterngeneration, die noch natürlich damit aufgewachsen ist, schwindet, und die Kinder und Enkelkinder beherrschen die lokale Mundart nicht oder mangelhaft. Dabei stellt sich eine interessante Frage: „Welches Deutsch soll im Sprachunterricht unterrichtet werden?“ Normaler Fremdsprachenunterricht ohne Bezüge zur lokalen Kultur und Tradition ist nicht ausreichend.<br>Es liegt auf der Hand, daß nicht jeder Dorfdialekt der sehr unterschiedlichen Mundarten in Ungarn erhalten werden kann, und die bundesdeutsche Standardsprache kann es auch nicht sein. Das österreichische Deutsch vielleicht? Dabei kamen die Vorfahren der Donauschwaben teilweise aus Hessen oder Franken und haben die Besonderheiten der dortigen Idiome mitgebracht. Hier liegt also eine der Herausforderungen für den Unterricht.<br>Ein Hauptaugenmerk gilt der Kindergärtneraus- und weiterbildung: Vor allem in Gemeinden, in denen die deutsche Sprache nicht mehr natürlich in Familien weitergegeben wird, kann mit einsprachigen Kindergärten und Schulen entgegengesteuert werden. Hier tritt nun der Mangel an einer ausreichenden Zahl von muttersprachlichen Lehrern in allen Fachbereichen zutage, denn nur mit ein paar Schulstunden ist es nicht getan, hier braucht es dringend Hilfe auch von außerhalb. Die Österreichische Landsmannschaft engagiert sich in diesem Bereich seit über 30 Jahren und freut sich über weitere Unterstützung!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ungarn fördert großzügig</h2>



<p>Die ungarische Regierung hat neben einigen anderen Programmen die Zuschüsse für Nationalitätenpädagogen ab dem 1. 1. 2020 um 40% erhöht, was eine Gehaltserhöhung um 81.000 Forint im Monat bedeutet. Insgesamt bekommen die 4.000 Kindergärtnerinnen und Lehrkräfte um drei Milliarden Forint mehr Zuschüsse als noch vor drei Jahren. Auch die steigende Zahl der Stipendienempfänger in den relevanten Studienfächern ist ein gutes Zeichen. Für den ungarischen Staat ist die Sprachförderung eine lohnende Investition, zeigt sie doch den Nachbarstaaten, wie man sich erfolgreiche Minderheitenpolitik wünscht und wie man die ungarischen Minderheiten behandelt wissen möchte. Und für die große Politik ist eine solide Deutschkompetenz, besonders im EU-Bereich, wichtig, erst recht in Nach-Brexit-Zeiten, zumal Deutsch die am meisten gesprochene Sprache Europas ist. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß viele Initiativen und Projekte versuchen, die deutsche Minderheit in Ungarn für das 21. Jahrhundert gut aufzustellen. Wunder können sie alle nicht bewirken, aber der Gemeinschaftssinn und der Pioniergeist der alten Siedler hat sich immer wieder bewährt – hoffen wir das Beste!</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://dereckart.at/rundbrief/" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Österreich-Ungarn: Es gibt neue Perspektiven!</title>
		<link>https://dereckart.at/oesterreich-ungarn-es-gibt-neue-perspektiven/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 05:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarndeutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Was man heutzutage über das Ungarn Viktor Orbáns in österreichischen und westlichen Massenmedien lesen kann, ist zumeist nichts Schmeichelhaftes. Grund genug für den ECKART, um auch einmal eine alternative Sicht der Dinge zuzulassen. Nicht nur wegen unserer gemeinsamen Geschichte, sondern auch aus Verbundenheit mit dem gegenwärtigen Ungarn, in dem Deutsche eine Brückenbauerfunktion ausüben. Es geht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Was man heutzutage über das Ungarn Viktor Orbáns in österreichischen und westlichen Massenmedien lesen kann, ist zumeist nichts Schmeichelhaftes. Grund genug für den ECKART, um auch einmal eine alternative Sicht der Dinge zuzulassen. Nicht nur wegen unserer gemeinsamen Geschichte, sondern auch aus Verbundenheit mit dem gegenwärtigen Ungarn, in dem Deutsche eine Brückenbauerfunktion ausüben. Es geht um den Erhalt und die Zukunft der Völker Europas, und hier ist und bleibt Ungarn ein Fels in der Brandung.</strong></p>



<p><em>Ein Kommentar von Christoph Bathelt</em></p>



<p class="has-drop-cap">Ungarn ist mehr als nur ein Nachbarland! Geschichtlich verbunden sind wir seit über 1.000 Jahren, mit allen Höhen und Tiefen. Es ist auch die Heimat von mehr als 150.000 Ungarndeutschen, darunter vieler Donauschwaben, die in den letzten Jahren erfreulicherweise ein neues Selbstbewußtsein gewonnen haben. Viele Initiativen und Projekte zeigen auch bei jungen Menschen deren wachsendes Interesse an den eigenen Wurzeln. Dazu gehören auch verschiedene Veranstaltungen, welche die Mundart zum Inhalt machen – eine davon, den Mundarttag in Tscholnok, haben wir besucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Dialekte werden immer weniger</h2>



<p>Das „Schwowische“ ist durchaus eine Herausforderung. Bei allem Optimismus können wir nicht verhehlen, daß die Sprachkompetenz in allen unseren Betreuungsgebieten schlechter ist als noch vor zehn Jahren. Von den einst 120 Dialekten wird es in der Zukunft nur noch eine Handvoll geben. Umso mehr richten wir unsere Hoffnungen auf die Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen, und die Begeisterung vieler Kinder und Jugendlicher, die sich in Theaterstücken, Mundartcafés und Projekten mit der Sprache ihrer Ahnen auseinandersetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">ÖLM in Ungarn seit gut 30 Jahren sehr aktiv</h2>



<p>In Ungarn ist es vor allem die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), es sind aber auch private Initiativen wie die Mitgliedsvereine des Bundes Ungarndeutscher Schulvereine (BUSCH), welche sich mit viel Kreativität und Energie dieser Aufgabe stellen. Seit mehr als 30 Jahren unterstützt die Österreichische Landsmannschaft Weiterbildungsprogramme und Initiativen, und es gibt immer noch viel zu tun. Natürlich kann man nicht von heute auf morgen Wunder erwarten, aber mit dem wachsenden Selbstbewußtsein werden auch wieder eine Rückbesinnung auf die eigene Muttersprache und ihre Wertschätzung folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ungarndeutsche als wichtige Brückenbauer</h2>



<p>Es geht hier nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um die Erkenntnis, daß die Ungarndeutschen sich als Brückenbauer aus beiden Völkern sehen sollten, die sowohl das eine, wie auch das andere Erbe anerkennen und pflegen. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist das politische Klima in unserem Nachbarland für die deutsche Minderheit durchaus günstig.</p>



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		<title>Puszta-Wirtschaftswunder</title>
		<link>https://dereckart.at/puszta-wirtschaftswunder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2021 04:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Seizer]]></category>
		<category><![CDATA[Fidesz]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungarn ist für internationale Konzerne äußerst attraktiv Was auch immer man von Viktor Orbán halten mag, die Wirtschaftskompetenz kann man ihm nicht absprechen. Wirtschaftlich blüht Ungarn auf, wichtige Kennzahlen zeigen Orbáns Erfolgskurs. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Löhne steigen deutlich.&#160;Zwischen 2011 und 2019 stiegen die Löhne in Ungarn um satte 42%. Während das Gender-„Studium“ 2018 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ungarn ist für internationale Konzerne äußerst attraktiv</h2>



<p></p>



<p><strong>Was auch immer man von Viktor Orbán halten mag, die Wirtschaftskompetenz kann man ihm nicht absprechen. Wirtschaftlich blüht Ungarn auf, wichtige Kennzahlen zeigen Orbáns Erfolgskurs. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Löhne steigen deutlich.&nbsp;Zwischen 2011 und 2019 stiegen die Löhne in Ungarn um satte 42%. Während das Gender-„Studium“ 2018 gestrichen wurde, werden Ausbildungen in den Fächern Informatik, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik massiv gefördert. </strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Christoph Seizer</em></p>



<p class="has-drop-cap">Eine neue Generation gut ausgebildeter junger Menschen zieht Unternehmen ins Land.&nbsp;&nbsp;Allein 50 südkoreanische Unternehmen bauten in den letzten Jahren Werke in Ungarn. Zusammen beschäftigen sie über 10.000 Mitarbeiter, vielfach gut bezahlte Ingenieure und Techniker. Der Technologiekonzern Samsung SDI, der schon vor Jahren 300 Millionen Euro in den Aufbau einer ersten Produktion in Göd investierte, kündigte erst kürzlich einen 1,2 Milliarden Euro teuren Ausbau mit 1.200 weiteren Arbeitsplätzen an.&nbsp;</p>



<p>Auch deutsche Firmen schätzen den Produktionsstandort Ungarn. BMW wird in Kürze beginnen eine neue Fabrik in Debrecen zu errichten. Runde eine Milliarde Euro soll dafür investiert werden. Der Münchner Autohersteller will dort mit 1.000 neuen Mitarbeitern insgesamt 150.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Die Milliarde wird laut BMW wegen der „guten Infrastruktur und des qualifizierten Personals“ investiert.&nbsp;Volkswagen läßt den Audi A3 und TT in Ungarn bauen, in Kürze soll der Q3 hinzukommen. Ende Jänner konnten die 12.000 Audi-Mitarbeiter in Györ eine Lohnerhöhung von 18% durchsetzen.&nbsp;Daimler läßt seine Mercedes A-Klasse und die CLA-Klasse in Ungarn herstellen. Suzuki unterhält ebenfalls ein Werk in Esztergom mit über 3.000 Mitarbeitern.&nbsp;</p>



<p>Diese Werksgründungen schlagen sich auch in den gesamtwirtschaftlichen Zahlen nieder, während die Industrieproduktion in vielen Euro-Staaten bereits vor Corona fiel, verzeichnete Ungarn einen deutlichen Anstieg. Verglichen mit -5,3% im dritten Quartal 2019 in Deutschland, -1% in Österreich und -2,2% in der Eurozone können sich die +6,4% in Ungarn sehen lassen.&nbsp;Während der letzten 30 Jahre verließen viele junge Ungarn ihre Heimat, um im Ausland zu arbeiten.&nbsp; Heute dagegen klagen ostösterreichische Landwirte, daß die Erntehelfer aus Ungarn ausblieben. Früher halfen sie zu Hunderten bei der Spargel- und Erdbeerernte. Bei einer Arbeitslosenrate von 3,4% in Ungarn (gegenüber 7,4% in der Eurozone) kommen jetzt immer weniger.&nbsp;Während die EU vor allem die Finanzindustrie hofiert, hat Ungarn nach der Krise von 2008/09 die Banken kräftig zur Kasse gebeten, sich auf den Aufbau der Realwirtschaft konzentriert und hat keine Angst, sich auch mit milliardenschweren Währungsspekulanten anzulegen. Ein BIP-Wachstum von 5% für 2019 zeigt den wirtschaftlichen Erfolg dieser Strategie.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://dereckart.at/rundbrief/" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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		<title>Nach einem Jahrzehnt Orbán: Ungarn ist Europas Bollwerk</title>
		<link>https://dereckart.at/nach-einem-jahrzehnt-orban-ungarn-ist-europas-bollwerk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2021 04:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Körner-Lakatos]]></category>
		<category><![CDATA[Fidesz]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Ist der magyarische Weg die Alternative zum Multikulti-Europa? Seit nunmehr zehn Jahren dient Viktor Orbán seinem Heimatland als Regierungschef. Das Vertrauen der ungarischen Bürger zu dem Mann, der in einer Ansprache anläßlich der Umbettung des ehemaligen Premiers Imre Nagy am 16. Juni 1989 die russischen Besatzer zum Verlassen des Landes aufforderte, scheint ungebrochen, denn Orbán [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ist der magyarische Weg die Alternative zum Multikulti-Europa?</h2>



<p></p>



<p><strong>Seit nunmehr zehn Jahren dient Viktor Orbán seinem Heimatland als Regierungschef. Das Vertrauen der ungarischen Bürger zu dem Mann, der in einer Ansprache anläßlich der Umbettung des ehemaligen Premiers Imre Nagy am 16. Juni 1989 die russischen Besatzer zum Verlassen des Landes aufforderte, scheint ungebrochen, denn Orbán und die Seinen erringen nicht nur bei der Parlamentswahl im April 2010 eine Zweidrittelmehrheit an Mandaten, sondern auch in den landesweiten Wahlen 2014 und 2018. Kritik aus Brüssel bewirkt im Land der Magyaren nur eines: Die Bürger scharen sich umso enger um den beliebten Staatsmann…</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Erich Körner-Lakatos</em></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Bereits das Ergebnis der EU-Wahl am 7. Juni 2009 spiegelte die Stimmung im Land wider: Die von Orbán angeführte oppositionelle Fidesz-KDNP räumte mit 56,37 % das Gros der Stimmen ab. Fidesz (Jungdemokraten) einerseits und KDNP (Christdemokraten) andererseits sind zwei separate Parteien, die jedoch bei Wahlen gemeinsam antreten. Die Überraschung des Wahlabends ist die patriotische Bewegung Jobbik Magyarországért (Für ein besseres Ungarn), bisher nicht im Parlament vertreten. Die als „rechtsextrem“ verunglimpfte Jobbik erhielt drei der 22 EU-Sitze Ungarns.<br>Bei den Parlamentswahlen im April 2010 lautete die Sitzverteilung:<br>Fidesz-KDNP 263 (2006: 164), MSzP 59 (2006: 186), neu im Parlament waren Jobbik mit 47 und die linksgrüne LMP mit 16 Sitzen. Das bedeutete eine knappe Zweidrittelmehrheit für Fidesz-KDNP bei einem Stimmenanteil von 52,73 %.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eintreten für Auslandsungarn</h3>



<p>Was bewegte Orbán ab 2010 mit seiner Zweidrittelmehrheit im Hohen Haus?<br>Das neue Parlament beschloß am 26. Mai 2010 das Gesetz über die doppelte Staatsangehörigkeit. Demnach können im Ausland lebende Personen ungarischer Herkunft, die des magyarischen Idioms mächtig sind, zusätzlich die rot-weiß-grüne Staatsbürgerschaft erlangen.<br>Wie stellen sich Ungarns Nachbarn dazu? Obwohl in Siebenbürgen nunmehr Hunderttausende ein zweites Reisedokument beantragen könnten, bleibt Bukarest still. Der Grund: Von den vier Millionen Bürgern Moldawiens (Bessarabien) hat jeder vierte zusätzlich einen rumänischen Paß, den man ganz leicht erhält, weil Moldawier als Landsleute jenseits der Grenze gelten. Von den übrigen Nachbarn protestierte nur Preßburg.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Keine Privilegien für Sozialfälle</h3>



<p>Ab Dezember 2011 trat das Anti-Obdachlosengesetz in Kraft. Es wurde vom Verfassungsgericht aufgehoben, aber dann modifiziert wiederum in Kraft gesetzt. Danach ist es verboten, auf störende Weise öffentliche Flächen zu benutzen, etwa durch Herumlungern auf der Straße oder Nächtigen im Freien, wenn im Obdachlosenasyl ein Plätzchen frei ist. Insassen von Gefängnissen sind ab sofort zur Arbeit verpflichtet. Häftlingen und Straftätern, die ihre Strafen abgesessen haben, ist es verboten, Interviews für Geld zu geben oder ihre Taten sonst irgendwie zu vermarkten. Zum Programm der Regierung gehört eine demokratische Verfassung, deren Entwurf seit 9. März 2011 vorliegt. Die Präambel beginnt mit der ersten Textzeile der Nationalhymne, nämlich „Gott, segne den Magyaren“, dann ist zu lesen: „Wir sind stolz darauf, daß unser König Stefan der Heilige vor tausend Jahren die festen Grundlagen für den ungarischen Staat gelegt und unsere Heimat zu einem Bestandteil des christlichen Europas gemacht hat … Wir anerkennen die Rolle des Christentums für die Bewahrung der Nation …“</p>



<figure class="wp-block-pullquote" style="border-color:#cf2e2e"><blockquote><p>Den vollständigen Artikel lesen Sie in der  ECKART-Ausgabe April 2020, die sie <span class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong><a href="https://dereckart.at/lieferbare-ausgaben">HIER</a></strong> </span>bestellen können.</p></blockquote></figure>
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