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	<title>Ludwig van Beethoven &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Ludwig van Beethoven &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Beethoven – einfach nur ein Titan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2021 05:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Beethoven-Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Reinhard Starkl]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig van Beethoven]]></category>
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					<description><![CDATA[Zeitgeistige Zwerge vermögen den Meister nicht zu vereinnahmen Zum 250. Geburtstag des wahrscheinlich größten Tondichters aller Zeiten huldigte man Ludwig van Beethoven (1770-1827) zeitgemäß: nicht mit heißem Herzen, nicht demütig, nicht in überströmender Dankbarkeit, sondern als „Megastar“, als „Weltbürger“ als „deutschen Migranten“. Ein Kommentar von Dr. Reinhard Starkl Eine politisch instrumentalisierte Huldigung also, die man [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Zeitgeistige Zwerge vermögen den Meister nicht zu vereinnahmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum 250. Geburtstag des wahrscheinlich größten Tondichters aller Zeiten huldigte man Ludwig van Beethoven (1770-1827) zeitgemäß: nicht mit heißem Herzen, nicht demütig, nicht in überströmender Dankbarkeit, sondern als „Megastar“, als „Weltbürger“ als „deutschen Migranten“.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Kommentar von Dr. Reinhard Starkl</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Eine politisch instrumentalisierte Huldigung also, die man den Verantwortlichen jedoch nicht übelnehmen darf. Denn wie anders sollte sich die Gegenwart einem Giganten innerlich anzunähern versuchen, der alle Maßstäbe des gegenwärtigen Seelenlebens sprengt, sie invertiert oder belächelt. Wie sollten Zwerge dem Riesen eine Krone aufs majestätische Haupt drücken, wenn sie es nicht zu sich herabziehen dürfen?<br>„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ waren Worte, die den jungen Beethoven begeisterten. Aber seine wunderbare „Eroica“ hat er später nicht den Parlamentariern (genauer: den Mitgliedern des Konvents) gewidmet, sondern (zunächst ) dem Eroberer Napoleon, dem Maßlosen, dem großen Neuerer und Herrenmenschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Archaische Schöpferkraft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beethoven kennt keine maßgeschneiderte Gleichheit. Seine Musik ist die lebendige Antithese zum Christentum mit all seinen säkularisierten Fassungen. Wo in den stürmenden Passagen der Pathetique, der Mondscheinsonate, der Appassionata lebt geduckte Demut, Angstfrömmigkeit? Wo in den glühenden Klangfarben seiner Symphonien lebt die allein seligmachende asketische Dürftigkeit des Priesters? Wo das bequeme Eintauchen in die breitmäulige Geschwätzigkeit des Pöbels?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Elitärer Individualismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Ingredienzien unserer Zeit fehlen vollkommen in Beethovens Werk. Ganz im Gegenteil: Jede Zeile Beethovenscher Musik ist individuell elitär. Sie ist Ausdruck der Überhebung nicht nur über andere Menschen, sondern auch über das Schicksal – ja, über die Götter hinaus. Und wenn der Meister in seiner 9. Symphonie Schillers „Ode an die Freude“ vertont, dann sieht er im Satz „alle Menschen werden Brüder“ nicht etwa die durch Kastrierung der Begabten hervorgerufene Angleichung an den Pöbel – im Einklang mit dem heutigen Gleichheitsbegriff –, sondern vielmehr die Aufhebung der Knechtung der Begabung durch privilegierte Nullen. Soviel zum Mißverständnis der Gegenwart.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kühne Rhythmik und farbige Instrumentierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da sich Beethovens Werk in diesem Rahmen nicht einmal skizzenhaft würdigen läßt, möchte ich auf eine gedrängte Darstellung verzichten und nur einige spezielle Besonderheiten kurz herausheben: Zunächst gehört er zu den emotionalsten Komponisten. Hier wird er nur selten von einem der nachfolgenden Romantiker erreicht oder übertroffen (wie etwa von Tschaikowsky und Wagner). Daneben schwelgt Beethoven in Naturbildern leuchtender Schönheit, seine Instrumentierung ist farbig, die Rhythmik kühn. Nie stellt er die Form oder den Effekt über die musikalische Aussage (wie beispielweise Liszt), jede glänzend virtuose Passage besitzt gleichzeitig einen hohen musikalischen Gehalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Technisch und musikalisch gleichermaßen anspruchsvoll</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das wird vor allem bei den Klavierkonzerten deutlich. Sie sind technisch und musikalisch gleichermaßen anspruchsvoll und höchst effektvoll. Die alles auf die Spitze treibende nachfolgende Romantik kann sie nicht übertrumpfen, weder musikalisch noch im Hinblick auf den virtuosen Glanz. (Man vergleiche beispielweise die beiden Klavierkonzerte der Tastenlöwen Chopin und Liszt mit den Beethoven-Konzerten in c-moll und Es-Dur.) Die Universalität Beethovenscher Kunst ist bedrückend übermenschlich. Niemand schrieb je großartigere, tiefere Symphonien als er. Niemand schrieb je eine der „Mondscheinsonate“ oder der „Appassionata“ gleichkommende Klaviersonate. Niemand schrieb je so mitreißende Klavierkonzerte, niemand brachte je ein besseres Violinkonzert zu Papier. Alleine bei Oper und Kammermusik kann man anderer Ansicht sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unvergleichliche Meisterschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Meisterschaft wird noch unbegreiflicher, wenn man bedenkt, daß Beethoven das Komponieren nicht so leicht fiel wie z.B. Mozart. Während der Letztgenannte seine Kompositionen in kürzester Zeit aufs Papier warf, vollkommen bereits beim ersten Niederschreiben und später keine Note mehr änderte, quälte sich Beethoven mit einem Werk oft über viele Jahre hinweg. Er änderte und änderte, verwarf und setzte neu an, ähnlich wie der sagenhafte Schmied Wieland sein Meisterschwert Mimung immer wieder zerfeilte und neu erschuf. Ein verzehrender Prozeß, der eine künstlerische Redlichkeit verdeutlicht, die heute bizarr erscheint. Beethoven verdient die Liebe der besten Deutschen, denn er hat ihr Seelenleben dominant mitgestaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://dereckart.at/rundbrief/" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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		<title>Vom Werden, Streben und Ringen eines Genies um Vollendung</title>
		<link>https://dereckart.at/vom-werden-streben-und-ringen-eines-genies-um-vollendung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Blechinger]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig van Beethoven]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens Beethovens Schicksal hätte leichter sein können. Der bewunderte Großvater starb früh, seine geliebte Mutter als er 16 war, der Vater wurde zum Trinker und er ungewollt zum Familienoberhaupt. Die Lehrer waren zu viele, und vieles mußte der Wißbegierige sich selbst beibringen. Angefeindet durch Konkurrenten und Rezensenten, geplagt durch sein [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beethovens Schicksal hätte leichter sein können. Der bewunderte Großvater starb früh, seine geliebte Mutter als er 16 war, der Vater wurde zum Trinker und er ungewollt zum Familienoberhaupt. Die Lehrer waren zu viele, und vieles mußte der Wißbegierige sich selbst beibringen. Angefeindet durch Konkurrenten und Rezensenten, geplagt durch sein Gehörleiden, seinen schlimmen Neffen und glücklos in der Liebe war sein lebenslanger Leitspruch: Ich schreibe Noten aus Nöten…</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Beitrag von Alexander Blechinger</em></p>



<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Ludwig van Beethoven wurde am 17. Dezember 1770 in Bonn getauft, geboren wahrscheinlich am Tag davor, da damals so üblich. Er war der älteste von insgesamt sieben Kindern, von denen aber nur er und seine zwei jüngeren Brüder Kaspar Karl und Nikolaus Johann das Erwachsenenalter erreichten und ihm auch nach Wien folgten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs lebten sie in der Bonngasse 20, in einem musikalischen Haus: Sein Vater Johann war Tenor und Gesangslehrer, sein Großvater, der erste Musiker der Familie, ebenfalls mit Namen Ludwig, ab 1733 Baßsänger und ab 1761 sogar zum Hofkapellmeister des Kurfürsten am Kurkölnischen Hof berufen wie sein Sohn, nebenbei erfolgreicher Weinhändler und Geldverleiher, und zeitlebens ein großes Vorbild für den kleinen Ludwig, der noch in seinem Sterbezimmer ein Ölgemälde von ihm hängen hatte. Er verstarb, als Ludwig gerade drei Jahre alt war.<br>Da der Vater die Weinhandlung nicht erfolgreich weiterführen konnte, wurde 1776 in die Rheingasse zu Bäckermeister Fischer übersiedelt, der ein großer Musikfreund war.<br>Der Vater war sein erster, strenger Lehrer und konnte ihn soweit für die Musik begeistern, daß weitere Lehrer darauf aufbauen konnten. „Seit meinem vierten Lebensjahr begann die Musik die erste meiner jugendlichen Interessen zu werden“, erinnert sich der 13jährige.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Erster großer Auftritt mit sieben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sieben Jahren gab es den ersten Auftritt als Pianist, 1778 den ersten Auftritt in Köln. 1784 wurde Beethoven zum Stellvertreter des neuen Hoforganisten Christian Gottlob Neefe, der ihm auch Klavier- und Kompositionsunterricht gab. Die allgemeine Schulbildung Beethovens ging über Grundlegendes wie Lesen, Schreiben und Rechnen kaum hinaus, aber es stand ihm die Musikbibliothek des Habsburger Kurfürsten Maximilian Franz zur Verfügung, die als eine Art Leihbibliothek für die Hofmusiker fungierte, wohin er als Cembalist und Bratschist auch Zutritt hatte. So konnte er schon damals Werke von Haydn und Mozart studieren und an ihnen lernen. Neefe vermittelte auch die erste Veröffentlichung von Klavierwerken Beethovens, und 1787 kam er auch durch ihn mit der Lese- und Erholungsgesellschaft und dadurch mit den Ideen der Französischen Revolution in Berührung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neefe 1783 in Carl Friedrich Cramers „Magazin der Musik“: Er werde „gewiß ein zweyter Wolfgang Amadeus Mozart werden, wenn er so fortschritte, wie er angefangen“. Kurfürst Maximilian Franz läßt Beethoven daraufhin Ende Dezember 1786 nach Wien reisen, um Schüler Mozarts zu werden. Das Treffen Anfang 1787 in Wien mit Mozart hatte nicht den gewünschten Erfolg, die Rückreise aber brachte viele Kontakte und Anregungen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote" style="border-color:#cf2e2e"><blockquote><p>Den vollständigen Artikel lesen Sie in der ECKART-Novemberausgabe 2020, die sie <span class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong><a href="https://dereckart.at/lieferbare-ausgaben/">HIER</a></strong> </span>bestellen können.</p></blockquote></figure>
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		<title>Ludwig van Beethoven und der Kampf um die Freiheit</title>
		<link>https://dereckart.at/ludwig-van-beethoven-und-der-kampf-um-die-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 11:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Blechinger]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsbegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig van Beethoven]]></category>
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					<description><![CDATA[Beethoven war auch ein politischer Mensch Ein Beitrag von Alexander Blechinger Die Freiheitsliebe Beethovens äußerte sich vor allem in drei Bereichen: neben der politischen und dem Hingezogensein zur Natur und ihrer Weite war es die Ablehnung von Konventionen und Manieren. Ungebändigt, wie Goethe es ausdrückt, war Beethoven, sonst wäre er nicht er selbst gewesen. Er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Beethoven war auch ein politischer Mensch</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Beitrag von Alexander Blechinger</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Freiheitsliebe Beethovens äußerte sich vor allem in drei Bereichen: neben der politischen und dem Hingezogensein zur Natur und ihrer Weite war es die Ablehnung von Konventionen und Manieren. Ungebändigt, wie Goethe es ausdrückt, war Beethoven, sonst wäre er nicht er selbst gewesen. Er war eben souverän – er schafft sich selbst das Gesetz und folgt ihm dann. Und das vor allem in der Musik, wo das Wahre, Gute und Schöne für ihn das lohnende Ziel ist.</strong></p>



<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Schon als Kind ist der kleine Ludwig bereit, selbständig zu handeln, die Musik, seine Lieblingsbeschäftigung, läßt ihn stundenlang improvisieren und bald Klaviervariationen schreiben. Daneben werden Späße gemacht – das lateinische spatium deutet ja darauf hin, daß die tiefere Bedeutung davon Freiraum ist –, Streiche ausgeheckt und Sänger, die sich allzuviel auf ihre Singfestigkeit einbilden, aufs Glatteis geführt: Derartiges erlaubte er sich beispielsweise als frischgebackener 14jähriger 2. Organist des Kurfürstlichen Hofes in Bonn als auch bei der Uraufführung seiner Oper „Fidelio“ 1805. Seine musikalische Begleitung war derart, daß diese ihre Töne nicht mehr finden konnten.<br>Er war immer zu Scherzen aufgelegt; auch noch 1826 schickte er einer Dame, die sich eine Locke von ihm erbeten hatte, Barthaare eines Ziegenbocks. Als der Scherz bekannt wurde, entschuldigte er sich und sandte ein Büschel seiner echten Haare.<br>Doch es gibt auch den politischen Menschen Beethoven, der in Neefes Lese- und Erholungsgesellschaft 1787 die Ideale der französischen Revolution kennenlernte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Enttäuschung über Napoleon</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Werke, die die freiheitliche Gesinnung Beethovens ausdrücken, sind unter anderem die 3. Symphonie, op. 55, Eroica, die Heroische, genannt, eigentlich Napoleon gewidmet, doch dann, als dieser sich zum Kaiser krönte, umgewidmet in „einem großen Mann“.<br>Hier nimmt Beethoven sich die Freiheit, seinen monumentalen Stil, den Stil der Massen des 3. Standes, des Bürgertums, zu beginnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschöpfe des Prometheus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher hatte er schon die Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“, der bekanntlich den Menschen das Feuer, eigentlich den Verstand, gegeben hat, op. 43, geschrieben, bekannt daraus ist die berühmte Ouvertüre.<br>Seine Oper „Fidelio“, op. 72 ist die deutsche Antwort auf die französische Befreiungsoper „Leonore oder die eheliche Liebe“ von Jean Nicolas Bouilly. Leonore, die Frau von Florestan befreit ihren Mann, einen „Gesinnungstäter“, der erzählt: „Wahrheit wagt ich kühn zu sagen, doch die Ketten sind mein Lohn“, verkleidet als „Fidelio“, aus den Klauen eines machtbesessenen unterdrückerischen Politikers Pizarro, dessen Name an „bizarr“ und an unsere Zeit erinnert. Die Schauspielmusik für Goethes Theaterstück Egmont, des Kämpfers für die Freiheit der Niederlande, op. 84, komponiert er ohne Honorar.<br>Wieder wird die Ouvertüre zum Repertoirestück für Orchester. Sogenannte französische Revolutionsmusik greift er in seiner 5., der Schicksalssinfonie, op. 67, und auch in seiner 9. Sinfonie, op. 125, auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ode an die Freude – oder an die Freiheit?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In deren 4. Satz erklingen die ersten vier der insgesamt neun Strophen von Schillers „Ode an die Freude“ für Solisten und Chor, die ihn schon früh interessierte. Es soll ursprünglich „Freiheit schöner Götterfunken“ geheißen haben, doch der Zensor ließ das nicht zu, und so wurde daraus „Freude“, berichtet „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn 1796. Dadurch ergibt sich folgender sinnvoller Text der frühen Fassung: „Freiheit, schöner Götterfunken,/Tochter aus Elisium,/wir betreten feuertrunken/Himmlische, dein Heiligtum./Deine Zauber binden wieder,/was die Mode streng geteilt;/Bettler werden Fürstenbrüder,/wo dein sanfter Flügel weilt.“, was sehr in Beethovens Sinne war.<br>Später wurde außerdem die vorletzte Zeile durch „Alle Menschen werden Brüder“ ausgewechselt, was zu der irrigen Annahme führte, Beethoven und Schiller seien die idealen Schöpfer einer EU-Hymne. Zur Zeit Beethovens gab es in Österreich noch Leibeigene, die erst 1848 die Freiheit bekamen. So hat sich Beethoven zwar dem Zwang der Zensur gebeugt, aber den ursprünglichen Sinn Schillers, mit dem er auf einer Gesinnungsebene war, vertont. Wieso sollte er sonst den Chorteil der 4. Strophe <em>„Froh, wie seine Sonnen fliegen,/durch des Himmels prächtgen Plan,/Laufet Brüder eure Bahn,/freudig wie ein Held zum siegen.“</em> mit französischer Revolutionsmusik begleitet haben?</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Der freie Mann“: Lied und Sehnsucht zugleich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Lied ohne Opuszahl „Der freie Mann“ (Text: Conrad Gottlieb Pfeffel) besingt ebenfalls die von ihm bevorzugten Tugenden. Freiheit gibt uns die Möglichkeit, Dinge zu erträumen, zu planen, zu gestalten und zu tun, die nicht von außen befohlen worden sind:<br><em>Wer ist ein freier Mann?/Der, dem nur eigner Wille,/und keines Zwingherrn Grille/Gesetze geben kann;/Der ist ein freier Mann!<br>Wer ist ein freier Mann?/Der das Gesetz verehret,/nichts tut, was es verwehret,/Nichts will, als was er kann;/der ist ein freier Mann!<br>Wer ist ein freier Mann?/Der in sich selbst verschlossen,/der feilen Gunst der Großen/und Kleinen trotzen kann;/der ist ein freier Mann!<br>Wer ist ein freier Mann?/Der fest auf seinem Stande,/Auch selbst vom Vaterlande,/Den Undank dulden kann; der ist ein freier Mann!</em></p>



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		<title>„Eine Rauhheit, wie alte Sagen in einem dunklen Wald&#8230;&#8220;</title>
		<link>https://dereckart.at/eine-rauhheit-wie-alte-sagen-in-einem-dunklen-wald/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 16:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Beethoven-Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Jowita Sip]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig van Beethoven]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Sopranistin Jowita Sip im ECKART-Exklusivinterview Beethoven kennt fast jeder. Am Besten kennen ihn jedoch Künstlerinnen und Künstler, die mit seiner Kunst arbeiten. Gleichzeitig haben sie in diesem Jahr mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Grund genug für den ECKART, mit der in Wien ansässigen Künstlerin Jowita Sip über den großen Menschen und Musiker zu sprechen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Die Sopranistin Jowita Sip im ECKART-Exklusivinterview</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Beethoven kennt fast jeder. Am Besten kennen ihn jedoch Künstlerinnen und Künstler, die mit seiner Kunst arbeiten. Gleichzeitig haben sie in diesem Jahr mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Grund genug für den ECKART, mit der in Wien ansässigen Künstlerin Jowita Sip über den großen Menschen und Musiker zu sprechen. Daß die bekannte und international erfolgreiche Sopranistin auch in Bezug auf den Bonner Meister etwas zu sagen hat, stellte sie mit dem für das Jubiläumsjahr bestimmten Konzert „Beethovens Erbe&#8220; nachdrücklich unter Beweis.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Der ECKART: Wann und wie sind Sie der Musik Beethovens&nbsp; begegnet, wann dem Menschen?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jowita Sip</strong>: Alle Musiker sind bereits im Studium mit ihm in Kontakt gekommen, aber dort vor allem als Symphoniker. Aber darum war er lange gar nicht „mein&#8220; Komponist, ich empfand ihn vor allem als laut. Als Mensch beeindruckt mich, daß er immer seine Meinung vertrat. Durchaus auch provokant, aber er kannte seine Bedeutung und kümmerte sich nicht um Formen und war bisweilen auch schroff gegenüber anderen, wie z.B. gegenüber seinen adeligen Förderern, die ihn zwar unterstützten, sich aber bei einem Konzert miteineinander unterhielten und sein Spiel störten. Er stand auf und ging mit den Worten „Für solche Schweine spiele ich nicht&#8220; – das war natürlich wenig diplomatisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Er war ja schließlich Beethoven!</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, aber er dachte vor allem an seine Musik. Früher gab es nicht soviele große Konzertsäle wie heute den Musikverein, und in den kleinen Räumen wurden daher viele seiner Werke als zu laut empfunden. Natürlich stellt sich die Frage: Wollte er es so laut haben, oder waren das bereits Anzeichen seiner beginnenden Taubheit?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Warum hört man sich heute nach 250 Jahren noch die Musik Beethovens an?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Musik ist nach wie vor wertvoll, und dieses Jubiläum hat mich wieder in seine Musik vertieft. Gute Stücke muß man sich erarbeiten, und manchmal liegt es an den Umständen oder den Interpreten, wenn sie einem beim ersten Mal nicht zusagen. Beethoven hat viele Lieder geschrieben, und manche haben mich nicht auf Anhieb berührt – aber es lag nicht an den Stücken selbst! Ich mußte die Stücke für mich selbst entdecken, bis sie mich wirklich begeisterten. Eigentlich begann es bereits 2006: Als ich im Mozartjahr ein Programm gestaltete, kam ich auf die Idee, mich mit seiner Person zu beschäftigen und ihn als Liedkomponisten kennenzulernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie oft haben Sie in diesem Jahr konzertieren können?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten das Konzert „Beethovens Erbe&#8220; geplant, das aber nicht stattfinden konnte. Dieses wurde dann aber mit Unterstützung des Bezirksvorstehers des 19. Bezirks in acht Teilen aufgenommen und kann nun online auf YouTube angehört werden. Damit erfülle ich mir auch einen anderen Wunsch, nämlich diese Stücke anderen Menschen zugänglich zu machen, die vorher noch wenig damit zu tun hatten. Aufgenommen habe ich außerdem eine Arie aus Goethes Schauspiel Egmont, die von Beethoven auf ausdrücklichen Wunsch Goethes vertont wurde. Beethoven und Goethe – zwei der größten deutschen Künstler ihrer Epoche.</p>



<figure class="wp-block-pullquote" style="border-color:#cf2e2e"><blockquote><p>Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen ECKART-Ausgabe November 2020, die sie <span class="has-inline-color has-vivid-red-color"><strong><a href="https://dereckart.at/eckart-abonnieren/">HIER</a></strong> </span>bestellen können.</p></blockquote></figure>
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