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	<title>Kulturerbe &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Das Sudetendeutsche Museum</title>
		<link>https://dereckart.at/das-sudetendeutsche-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Aug 2021 14:35:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturerbe]]></category>
		<category><![CDATA[Sudeten]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Weg zu dem am 12. Oktober 2020 offiziell eröffneten Sudetendeutschen Museum in der bayerischen Landeshauptstadt München war lang. Es dauerte Jahrzehnte, bis der Plan für das Bauwerk verwirklicht werden konnte. Die Idee dafür entstand bereits vor zwanzig Jahren. Da erklärte der damals amtierende bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, daß für die neben Altbayern, Franken und [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Der Weg zu dem am 12. Oktober 2020 offiziell eröffneten Sudetendeutschen Museum in der bayerischen Landeshauptstadt München war lang. Es dauerte Jahrzehnte, bis der Plan für das Bauwerk verwirklicht werden konnte. Die Idee dafür entstand bereits vor zwanzig Jahren.</strong></p>



<p class="has-drop-cap">Da erklärte der damals amtierende bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, daß für die neben Altbayern, Franken und Schwaben als Bayerns „vierter Stamm“ – der Begriff wurde 1956 vom seinerzeitigen bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner geprägt – geltenden Sudetendeutschen ein repräsentatives Museum entstehen solle.<br><br><strong>Das neue Haus</strong><br>Der Reiz des in der Hochstraße an der Hangkante zur Isar im Stadtteil „Münchner Au“ errichteten Museums beginnt mit seiner Fassadenverkleidung aus Kalkstein. Die Natursteinfläche zieht sich über den gesamten Gebäudekörper, einschließlich der Dachfläche hin. Dadurch gleicht der Bau, seine Bedeutung und seinen kulturgeschichtlichen Inhalt betonend, einem aus einem einzigen Steinblock gehauenen Kunstdenkmal. Das architektonisch einen markanten Akzent setzende Museum grenzt unmittelbar an den eher nüchtern wirkenden Zweckbau des Sudetendeutschen Hauses mit seinen diversen Institutionen, wie der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Sudetendeutschen Stiftung, dem Collegium Carolinum und anderen für die Volksgruppe relevanten Einrichtungen. In dem nach neuestem museumspädagogischen Standard gestalteten Gebäude kann sich der Besucher intensiv mit der fast 1000 Jahre währenden, wechselvollen Geschichte der Sudetendeutschen vor und nach der Vertreibung auseinandersetzen. Über Touchscreens, Hörstationen und Bildschirme ist eine Fülle von Informationen abzurufen. Die Texte werden in Blindenschrift, Deutsch, Tschechisch und Englisch angeboten.<br><br><strong>5 Themenbereiche auf 5 Ebenen</strong><br>Die Ausstellungsfläche verteilt sich auf fünf Ebenen. Das oberste Stockwerk steht unter der Überschrift „Heimat und Glaube“. Hier bestimmen Brauchtum und Dialekte sowie symbolträchtige, kostbare Artefakte der im Sudetenland ehedem vorherrschenden Religionen – katholisch, evangelisch, jüdisch – das Bild. Im Geschoß darunter lautet das Thema „Wirtschaft und Kultur“. Neben Zeugnissen der hochentwickelten Industrie und des Handwerks der Sudetendeutschen wird auf ihr reiches kulturelles Leben hingewiesen.</p>



<p><strong>Nationalismus und Nationalstaat</strong><br>Eine Ebene tiefer wird die Thematik „Nationalismus und Nationalstaat“ beleuchtet. Dabei versucht man, die Vielschichtigkeit des Verhältnisses<br>zwischen Sudetendeutschen und Tschechen deutlich zu machen, ohne dem Betrachter das allzu einfache Schema einer Ursache-Folge-Logik aufzudrängen, nach der die Vertreibung der Sudetendeutschen 1945/46 als bloßer Reflex auf den antitschechischen Terror der Nationalsozialisten zurückzuführen sei. Daß dem nicht so ein kann, ergibt sich schon allein daraus, daß die Tschechen selbst anerkannte sudetendeutsche Hitlergegner des Landes verwiesen haben. Auf einer weiteren Etage nach unten wird der Besucher mit dem Kapitel „Verlust und Vertreibung“ konfrontiert. Zu den ergreifendsten Exponaten, die diese schmerzliche Periode der sudetendeutschen Geschichte veranschaulichen, gehört eine Puppe, die ein kleines sudetendeutsches Mädchen beim berüchtigten Brünner Todesmarsch mit sich führte. Der Chronologie entsprechend behandelt das unterste Stockwerk des Museums den Komplex „Nachkriegszeit und Neubeginn“. Hier wird schwerpunktmäßig dargelegt, wie sich nach der Vertreibung die Landsmannschaft der Sudetendeutschen allmählich formieren konnte und sudetendeutsche Firmen durch Neugründungen in der Fremde wirtschaftlich wieder Fuß faßten.<br><br><strong>Große Persönlichkeiten aus Böhmen und Mähren</strong><br>Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß es mit dem Museum gelungen ist, die von den Deutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien in Jahrhunderten geschaffene kulturelle wie wirtschaftliche Substanz in ihrer Diversität zu präsentieren und für die Zukunft zu<br>bewahren. Diese Einschätzung gilt ebenso für die Darstellung des Wirkens der Sudetendeutschen nach ihrer Vertreibung aus der Heimat. Das Erbe der Volksgruppe, dessen Mitgestalter Persönlichkeiten wie der Baumeister Balthasar Neumann, der Vererbungsforscher Gregor Johann Mendel, der Physiker Ernst Mach, der Autobauer Ferdinand Porsche, der Neurologe Sigmund Freud, die Komponisten Johann Stamitz und Gustav Mahler und die Schriftsteller Adalbert Stifter, Rainer Maria Rilke, Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach und Franz Kafka waren, hat eine würdige Bleibe gefunden.<br><br><strong>Die Geschichte der Sudetendeutschen geht weiter!</strong><br>Der Besucher des Sudetendeutschen Museums sollte sich bewußt werden, daß die Geschichte der Sudetendeutschen selbst 75 Jahre nach ihrer durch die Tschechen verübten Entrechtung und Enteignung, nach Zwangsarbeit (ab dem zehnten Lebensjahr) und Internierungslager, nach Todesmärschen, wie sie die Brünner oder Komotauer zu erleiden hatten, nach Massakern, für die neben einer Vielzahl anderer Stätten des Grauens die Orte Aussig, Duppau, Klattau, Landskron und Postelberg stehen, und schließlich nach ihrer Vertreibung aus der angestammten Heimat mit – laut Angaben der Zentralstelle des kirchlichen Suchdienstes – 295.000 Todesopfern, durch die Errichtung eines Museums nicht beendet ist. Diese Geschichte bleibt aus rechtlichen, materiellen und immateriellen Gründen weiterhin aktuell. Wenn dem anders wäre, verkäme jegliche Form von Erinnerungskultur, so wichtig sie für die Psyche der Vertriebenen und ihrer Nachkommen ist, lediglich zu einem Synonym für den Verzicht auf<br>Wiedergutmachung der an ihnen begangenen Verbrechen.<br><br><strong>Zum Begriff Heimat</strong><br>Die im Eingangsbereich des Sudetendeutschen Museums zu lesende Sentenz, „… NICHTS GERINGERES UND NICHTS GRÖSSERES ALS DAS ERLEBNIS NAMENS HEIMAT …“, kann als eine Aufforderung an die Tschechen verstanden werden, dem von den Sudetendeutschen erlittenen Heimat- und Besitzverlust mit mehr Empathie zu begegnen.<br><br><strong>Václav Havel: Ambivalentes Verhältnis zu den Deutschen</strong><br>Daß der Ausspruch über die elementare Bedeutung der Heimat von einem Tschechen, dem Schriftsteller und ehemaligen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Václav Havel stammt, entbehrt nicht einer gewissen Paradoxie. Denn Havel war ein persönlicher Nutznießer dieser Verordnungen: Gehörte doch „sein“ von ihm so sehr geliebtes Sommerhaus in Silberstein im Norden Böhmens vor der Enteignung und Vertreibung einer sudetendeutschen Familie, war deren Heimat. Ob der über den Begriff Heimat reflektierende Havel mit den heimatvertriebenen Eigentümern des Hauses, die es wahrscheinlich ebenso geliebt haben, wie er es tat, jemals in Verbindung getreten ist? Ob er sich Gedanken gemacht hat, in welchem Haus, das früher die Heimat anderer Menschen war, er da eigentlich wohnte? Darüber gehört oder gelesen hat man von dem ansonsten sprachgewaltigen Poeten jedenfalls nichts.</p>
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		<title>Traunkirchen: Mythisches Ambiente im pittoresken Ort</title>
		<link>https://dereckart.at/traunkirchen-mythisches-ambiente-im-pittoresken-ort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2021 11:30:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturerbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Traunsee liegt einer der reizvollsten Plätze Österreichs Nachdem wir uns wegen der Corona-Pandemie so lange brav zu Hause isoliert haben, wollen wir jetzt aber wieder einmal hinaus. Wir wäre es mit einem Ausflug an den Traunsee, nach Traunkirchen, dessen Kloster heuer schon seit 1.000 Jahren besteht? Ein Lokalaugenschein von Kurt Guggenbichler „Ist das nicht [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Am Traunsee liegt einer der reizvollsten Plätze Österreichs</h2>



<p></p>



<p><strong>Nachdem wir uns wegen der Corona-Pandemie so lange brav zu Hause isoliert haben, wollen wir jetzt aber wieder einmal hinaus. Wir wäre es mit einem Ausflug an den Traunsee, nach Traunkirchen, dessen Kloster heuer schon seit 1.000 Jahren besteht?</strong></p>



<p><em>Ein Lokalaugenschein von Kurt Guggenbichler</em></p>



<p class="has-drop-cap">„Ist das nicht zauberhaft!“, schwärmte die ältere Dame zu ihrem Begleiter auf dem Seeparkplatz in Traunkirchen. Dort stand das Paar beeindruckt im Schatten des schroff aus dem See ragenden Johannesfelsens mit der Kapelle und war hingerissen von dem pittoresken Anblick. Hier ließe es sich aushalten, meinte auch der Mann. Der Aussprache nach zu schließen handelte es sich bei dem Paar um Norddeutsche. Besucher, heißt es in einer Broschüre des Tourismusverbandes, brauchen meist nicht lange, um sich in diesen zauberhaften Ort zu verlieben. Der Verfasser dieses Textes ist niemand geringerer als der Schriftsteller Alfred Komarek, der aber nur zu Papier brachte, was die Bevölkerung von Traunkirchen schon seit Jahrhunderten beobachtet und erlebt hatte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Seit Jahrtausenden besiedelt</h3>



<p>Vom ungefährlichen Traunkirchen-Virus werden arme und reiche Menschen gleichermaßen infiziert. Dem Reiz dieses alten Ortes, der schon seit 3.500 Jahren besiedelt ist, vermag kaum jemand nicht zu erliegen, stellte seinerzeit schon der Volksbildner und Heimatforscher Ferdinand Mittendorfer fest. „Neapel sehen und sterben“ sei ein gängiges Wort, erklärte er, den man seiner Ansicht nach aber auch anders interpretieren könnte: „Traunkirchen sehen und hier leben.“ So erging es in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch der russischen Gräfin Pantschoulidzeff. Die Adelige sei nicht schön gewesen, aber klug und von edlem Gemüt, heißt es. Als sie während einer Europareise nach Traunkirchen kam, glaubte sie eine Landschaft zu erblicken, die ihr zu ihrem „wohligen Erschrecken“ aus vielen sehnsuchtsvollen Träumen recht vertraut erschien. Daraufhin winkte sie den Stararchitekten Theophil von Hansen herbei und ließ ihn hoch über dem Ort ihr neues Domizil bauen, das man heute als „Russen-Villa“ bezeichnet. Sowie ihr kleines Schlößchen stand, hielt es Pantschoulidzeff nicht mehr für nötig zu reisen, denn ihre Traumlandschaft schaute nun ohnehin jeden Tag durchs Fenster herein. So mag es vermutlich auch die bekannte österreichische Malerin Xenia Hausner, Tochter des nicht minder bekannten Malers Rudolf Hausner, empfinden. Denn für sie ist Traunkirchen einer der „schönsten Orte der Welt“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kloster an einem Kraftplatz</h3>



<p>Ihr Lieblingsplatz dort ist „ein Bankerl unterhalb des Klosters Traunkirchen“ und „direkt am Seeufer.“ Das Kloster dürfte vermutlich schon um 900 herum gegründet und dann in mehreren Etappen und über mehrere Epochen hinweg erbaut worden sein. Doch mit seiner Lage am Fuße des Johannesberges liegt es an einem bedeutenden Kraftplatz, was dieser schon in der Bronzezeit und auch davor war. Wegen seines Bestandes an Eiben, die in der Mythologie als heilige Bäume galten, wurde dieser Kalkfelsen – der in vielen Legenden auch Odin-Stein genannt wird – zum Naturdenkmal. An den Stammtischen in den Gasthäusern der Region erzählt man sich, daß einmal ein Götzentempel auf dem Johannesberg stand, der Baal geweiht war. Für das historische Christentum war Baal ein Dämon.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sagenhafte Erzählungen umranken Sonnstein und Teufelsgraben</h3>



<p>Als schließlich auch Traunkirchen ins Visier der christlichen Bekehrer geriet, nahm Baal Reißaus. Er flüchtete auf den Sonnstein, so die Legende, von wo man ihn aber ebenfalls vertrieb. Als er keinen Ausweg mehr sah, stürzte er sich in den See und nahm dabei einen Teil des Berges mit – der Riß ist der Teufelsgraben. Die frommen Stifter des Klosters hätten sich nach dem Dämonensturz sehr beeilt, eine Kapelle auf dem Platz des zerstörten Tempels zu errichten. Daß dieser auf dem Boden einer früheren heidnischen Kultstätte steht, findet in der Inschrift oberhalb des Portals der Kapelle keine Erwähnung. Vielmehr schreibt man dort von einem Schlupfwinkel heidnischer Seeräuber. Tatsächlich ist Traunkirchen schon in prähistorischer Zeit ein bedeutender Umschlagplatz für Salz aus Hallstatt gewesen, weiß Manfred Schindlbauer, der Obmann des Vereins Archekult. Eigentlich hätte heuer im April das 1.000-Jahre-Jubiläum des Klosters begangen werden sollen. Doch „Corona“ hat diese Feier vereitelt.</p>



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