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	<title>Dr. Herbert FRITZ &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Dr. Herbert FRITZ &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Syrien, der sadistische Sultan und der Sturm auf Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2021 05:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Herbert FRITZ]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurdistanexperte Dr. Herbert Fritz zur aktuellen Lage in Nahost Mit dem Satz „Syrien ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält“ ließe sich in Abwandlung eines Zitats von Friedrich Hebbel die Lage in Syrien beschreiben. Tatsächlich prallen in dem Krieg, der nun schon neun Jahre lang dauert und zum größten Flüchtlingsstrom seit [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Kurdistanexperte Dr. Herbert Fritz zur aktuellen Lage in Nahost</h2>



<p></p>



<p><strong>Mit dem Satz „Syrien ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält“ ließe sich in Abwandlung eines Zitats von Friedrich Hebbel die Lage in Syrien beschreiben. Tatsächlich prallen in dem Krieg, der nun schon neun Jahre lang dauert und zum größten Flüchtlingsstrom seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges geführt hat, Regional- und Großmächte sowie Volks- und Religionsgruppen mit unterschiedlichen Interessen und Zielen aufeinander.</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Herbert FRITZ</em></p>



<p></p>



<p class="has-drop-cap">Der berühmte Ausspruch „Le boche payera tout!“ („Der Deutsche wird alles zahlen“!), kennzeichnete den Ungeist, in dem das Versailler Diktat vor über einem Jahrhundert mit seinen katastrophalen Langzeitfolgen entstand. An diesen haßtriefenden Satz fühlt man sich erinnert, wenn man die vollmundigen Versprechungen Angela Merkels, die sie dem türkischen Präsidenten betont devot gegeben hat, vernimmt. Dieser hatte Anfang des Jahres gedroht – und es Ende Februar auch in die Tat umgesetzt –, die Grenzen seines Landes zu öffnen und so eine Flüchtlingswelle in Richtung Europa in Gang zu setzen.<br>Er hatte der EU vorgeworfen, die Vorgaben aus dem Flüchtlingspakt von 2016 nicht vollständig erfüllt zu haben. In der Vereinbarung mit der EU hatte die Türkei zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen.<br><br>Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Für jeden abgeschobenen Syrer will die EU einen anderen Syrer aufnehmen. Das heißt, daß die illegale Einwanderung auf diesem Weg einfach ausgetauscht werden soll! Ankara sollte zudem über mehrere Jahre mit insgesamt sechs Milliarden Euro finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land erhalten. Abgesehen davon, daß diese Mittel wohl kaum zu hundert Prozent syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen zugute kommen, muß auch daran erinnert werden, daß sich gerne Migranten aus aller Welt unter die Syrer in der Türkei mischen. Überdeutlich wurde dies auch bei den gewaltsamen Versuchen der Migranten, die Grenze zu Griechenland zu stürmen, als man an vorderster Front immer wieder Schwarzafrikaner, Afghanen und Menschen vom indischen Subkontinent sehen konnte.<br></p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutsches Steuergeld von Merkel verteilt in aller Welt<br></h3>



<p>Merkel zeigte sich offen für zusätzliche Hilfen wie etwa Unterstützung beim Bau von Flüchtlingsunterkünften, wie es die Türkei in Idlib plant. Damit stärkt sie Erdogans Position als Schleusenwärter der Flüchtlingsströme, statt diese zusätzlich geplanten Beträge einer Verstärkung der EU-Außengrenze zuzuführen. Außerdem zeigte sie sich auch bereit, den türkischen Präsidenten beim Aufbau von Notunterkünften an der syrischen Grenze zu unterstützen, was de facto eine Anerkennung der türkischen Vertreibungspolitik bedeutet. Selbst Bundesaußenminister Heiko Maas hatte den türkischen Militäreinsatz als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet: „Wir glauben nicht, daß ein Angriff auf kurdische Einheiten oder kurdische Milizen völkerrechtlich legitimiert ist oder auch legitimierbar ist.“ (In: „Berlin direkt“, 20.10.2019)<br>Der weitgehende Rückzug der USA hat, wie fast alle politischen Handlungen Washingtons wirtschaftliche Gründe. Der Nahe Osten war für die USA wegen der enormen Erdölvorkommen stets von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahrzehnt erfolgten allerdings im Bereich der Fördermöglichkeiten des Schieferöls, das lange Zeit als nicht förderbar galt, größte Veränderungen. Durch neue Frackingverfahren, durch die das Schieferöl mit geringen Kosten produziert werden kann, versorgt das so produzierte Schieferöl bereits jetzt 8% des globalen Ölbedarfs und wird bereits in wenigen Jahren vermutlich über 12% des Bedarfs decken. Die USA sind somit von den nahöstlichen Ölquellen nahezu unabhängig. Dadurch erklärt sich das mangelnde Interesse Trumps am Nahen Osten. Andererseits erklärt sich daraus der Kampf der USA gegen den Bau der „Nord Stream 2“-Pipeline, da russisches Erdöl billiger ist als das amerikanische. Und die USA wollen ihr Öl in Europa verkaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Differenzen in Syrien, potentielle Partner <br></h2>



<p>Während die westlichen Staaten und die Türkei auf Seiten der Aufständischen standen und die Beseitigung des Regimes Baschar al Assads forderten, trat im Verlauf des Bürgerkrieges zumindest für die westlichen Staaten immer mehr der Kampf gegen den IS in den Vordergrund.<br>Für Rußlands Putin ging es jedoch von Beginn des Aufstandes an um die Stützung Assads, da er in ihm den Garanten für den Erhalt der russischen Marinebasis in Tartus sieht. In dieser Frage steht Rußland in absolutem Gegensatz zur Türkei, doch überwiegen für beide Seiten die Vorteile einer Zusammenarbeit.<br>Zu den wirtschaftlichen Vorhaben wie der geplanten Gaspipeline „Turkstream“ und dem Bau des Atomkraftwerkes Akkuyu in Mersin, die beiden Seiten Gewinne bringen, kommt die Lieferung von russischen S-400 Luftabwehrraketen, die eindeutig eine Provokation der Nato-Führungsmacht USA darstellt.<br>Damit hat Rußland einen Fuß in der Tür des westlichen Verteidigungsbündnisses: Vielleicht eine bescheidene Revanche dafür, daß sich die NATO, die heute an den Grenzen Rußlands steht, obwohl Gorbatschow im Verlauf der Verhandlungen über die Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten zugesichert wurde, daß sie sich nicht nach Osten erweitern würde. Für die Türkei, der schon von der EU die Rolle des Schleusenwärters der Flüchtlingsströme eingeräumt wurde, führen die guten Beziehungen zu Moskau zu einer Erweiterung ihres politischen Spielraumes.<br>Iran und Hisbollah kämpfen in Syrien für die Erhaltung eines ihnen verwandten Regimes.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Rolle der Kurden</h2>



<p>In diesem Zusammenhang muß auf die ideologische Ausrichtung der Kurdenmiliz YPG und ihrer Partei PYD, die sich als Schwesterpartei der PKK betrachtet, hingewiesen werden. Sie sehen sich gesellschaftlich als Linke, vertreten den 1995 von Abdullah Öcalan entwickelten „demokratischen Konföderalismus“, der nicht mehr wie früher einen kurdischen Nationalstaat anstrebt, sondern Autonomie. Im April 2015 sagte mir im Sindschar-Gebirge ein Kommandeur der YPG, „der Staat ist nicht so wichtig, wichtig ist die Erhaltung des Volkes.“ Diese Einstellung ist durchgehend zu finden. Solche „Linken“, die vermutlich vom DÖW in die rechte Ecke geschoben würden, haben mit unseren Linken kaum Gemeinsamkeiten. So sind etwa Figuren wie ein Karl Öllinger bei den Kurden nicht zu finden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">An Idlib kann sich der Konflikt wieder entzünden</h3>



<p>Seit Dezember kämpfte Damaskus, unterstützt durch iranische Truppen und russische Luftangriffe, um die Rückeroberung von Idlib und drängte fast eine Million Zivilisten nach Norden an die türkische Grenze. Mittlerweile verständigten sich Rußland und die Türkei auf einen neuen Waffenstillstand in der nordsyrischen Region Idlib. Er trat am 6. März in Kraft. Gemäß der Übereinkunft soll nördlich und südlich der strategisch wichtigen M4-Autobahn ein zwölf Kilometer breiter Sicherheitskorridor eingerichtet werden. Ab dem 15. März sollen dort russische und türkische Militäreinheiten gemeinsam auf Patrouille gehen. Damit kann wohl eine Flüchtlingswelle aus der letzten syrischen Islamistenhochburg vermieden werden, mehr aber nicht!<br>Kein Staatschef, also auch Assad nicht, kann akzeptieren, daß sich innerhalb seines Staatsgebietes eine ihm feindliche Enklave bildet; Erdogan dagegen würde im Falle eines syrischen Sieges nicht nur einen gewaltigen Gesichtsverlust erleiden, sondern wäre auch mit einer weiteren gewaltigen Flüchtlingswelle konfrontiert, die er nur schwer bewältigen könnte. Weder wirtschaftlich noch politisch.<br>Der Waffenstillstand in Idlib ist also nur eine Atempause in der syrischen Tragödie…</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://dereckart.at/rundbrief/" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="384" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png" alt="" class="wp-image-6155" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-1024x384.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-300x113.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief-768x288.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2020/11/Banner-Rundbrief.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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		<title>Hans Dichand und die Elsässer</title>
		<link>https://dereckart.at/hans-dichand-und-die-elsaesser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2021 05:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Minderheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Herbert FRITZ]]></category>
		<category><![CDATA[Elsaß]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Anmerkung zum 100. Geburtstag von Österreichs Boulevardkönig Am Sonntag, den 24. Jänner gedachte die „Kronen Zeitung“ in ihrem Sonntagsmagazin anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstages am 29. Jänner ihres verstorbenen Gründers Hans Dichand. Ausführlich wurde sein Leben gewürdigt, Fotos mit und Beiträge von Prominenten, wie dem Bundespräsidenten und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn gaben einen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Eine Anmerkung zum 100. Geburtstag von Österreichs Boulevardkönig</h2>



<p></p>



<p><strong>Am Sonntag, den 24. Jänner gedachte die „Kronen Zeitung“ in ihrem Sonntagsmagazin anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstages am 29. Jänner ihres verstorbenen Gründers Hans Dichand. Ausführlich wurde sein Leben gewürdigt, Fotos mit und Beiträge von Prominenten, wie dem Bundespräsidenten und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn gaben einen eindrucksvollen Überblick über sein Leben. Ein Hinweis auf seine Jugend in den bewegten Jahren der Zwischenkriegszeit durfte ebenso wenig fehlen wie die Erwähnung seiner Militärzeit, wobei der Untergang seines Schiffes im Jahre 1941, der ihn fast das Leben gekostet hätte, zweifellos das prägendste Erlebnis der Kriegsjahre gewesen war. Im Zentrum des Berichts stand aber sein journalistischer Werdegang, sein Aufstieg zum mächtigsten Zeitungsmacher Österreichs.</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Dr. Herbert FRITZ</em></p>



<p class="has-drop-cap">Diese Würdigung möchte ich um ein Detail ergänzen, das in keiner Zeitung oder Medium Erwähnung fand, nämlich seine Unterstützung der Aktion „Elsässische Kinder nach Österreich“. 1980 hatte ich zu Ostern für meinen Freundeskreis eine Reise nach Frankreich organisiert. Auf der Rückreise von Paris besuchten wir in Straßburg den Rene-Schickele-Kreis, der sich die Erhaltung, bzw. Wiedergewinnung der Zweisprachigkeit der Elsässer zum Ziel gesetzt hatte. Das heißt konkret: Rettung der im Elsaß bedrohten deutschen Sprache. Pfarrer Jean Keppi, der Präsident des Kreises gab uns einen Überblick über den dramatischen Rückgang der deutschen Sprachkenntnisse im Elsaß und die Bemühungen seiner Organisation, diesen zu stoppen.</p>



<p>Jahrelang war nach dem 2. Weltkrieg jeder Versuch, die elsässischen Kinder ihre Muttersprache zu lehren, mit dem Hinweis auf „Pangermanismus“ und „Neonazismus“(!) diffamiert und abgewürgt worden. Franzosen und Französlinge erklärten die schöne elsässische Mundart zur eigenen Sprache, die mit dem Deutschen nur am Rande verwandt sei. Deutsch war die Sprache des Feindes, und es wurde so getan, als hätten „die Preußen“ zwischen 1871 und 1918 den Elsässern die deutsche Sprache aufgezwungen. Die „patriotische“ Haltung der Menschen wurde gemessen an der Verachtung, die sie der deutschen Sprache entgegengebrachten. Versuche heimatbewußter Menschen, eine Änderung herbeizuführen, misslangen immer wieder, teilweise sogar nach beachtlichen Anfangserfolgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Rene-Schickele-Kreis</h2>



<p>Erst mit der Gründung des Rene-Schickele-Kreises 1968 als Sammelbecken jener Kräfte, denen es vor allem um die Rettung nicht nur der Mundart, sondern auch der deutschen Hochsprache im Elsaß ging, begann sich zaghaft eine Wende anzubahnen. Die Ziele de Kreises:<br>&#8211; Gebrauch von „Elsässisch“ in der Kleinkinderschule.<br>&#8211; In allen Schulen Unterricht in deutscher Sprache ab Schulbeginn.<br>&#8211; Zweisprachige Orts- und Straßenschilder.<br>&#8211; Zweisprachigkeit des gesamten öffentlichen Lebens.</p>



<p>Nachdem der Kreis 1970/71 freiwillige Deutschkurse zu organisieren begann und – trotz Behinderung durch staatliche Stellen –, 1972 bereits 61 Kurse in 23 Ortschaften mit weit über 1.000 Schülern liefen, erhielt Georges Holderith, Generalinspektor für Deutsch und gebürtiger Elsässer, für sein offizielles Experiment, die deutsche Sprache ab der 4.Klasse Volksschule, also ab dem 9. Lebensjahr, 2,5 Stunden pro Woche anzubieten, dafür auch die staatliche Genehmigung. Da diese Kurse auch für Lehrer freiwillig sind, wurden nicht alle Kinder erreicht, zum Zeitpunkt unseres Besuches etwa 30%. Der Schickele-Kreis tritt weiter dafür ein, den Deutschunterricht schon früher beginnen zu lassen, vor allem aber die Möglichkeit zu schaffen, in den Kleinkinderschulen die Mundart zu verwenden. Die Eltern schicken ihre Kinder im Durchschnitt im Alter von drei Jahren dorthin, und man kann sich leicht vorstellen, wie es danach mit der Beherrschung der Muttersprache aussieht. Die Franzosen schaffen bereits vollendete Tatsachen, bevor das Kind überhaupt in die Schule kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Elsässische Kinder nach Österreich“</h2>



<p>Unser Treffen mit Pfarrer J. Keppi, einer beeindruckenden Persönlichkeit, sollte zur Geburtsstunde der Aktion „Elsässische Kinder nach Österreich“ werden. Wir boten ihm an, im kommenden Sommer zunächst fünf elsässische Kinder nach Österreich für einen dreiwöchigen Urlaub einzuladen, um ihre Sprachkenntnisse in ihrer Muttersprache zu fördern. Er nahm erfreut an und meinte zum Abschied: „Aber bitte betreiben sie die Sache nicht zu missionarisch…“ Tatsächlich hatten sich bereits im ersten Jahr elf Familien aus unserem Freundeskreis bereit erklärt, ein elsässisches Kind aufzunehmen. Danach begannen wir, die Aktion auszubauen.</p>



<p>Zunächst warben wir in der 1981 gegründeten Zeitschrift „Der Völkerfreund“ und in befreundeten Kreisen später auch in anderen Zeitungen. Eine namhafte Spende (einer deutschen Stiftung) ermöglichte uns eine Postwurfsendung, in der wir unsere Zeitschrift an jeden Vorarlberger Haushalt schicken konnten. Wir suchten in Österreich Familien, die bereit waren, ein elsässisches Kind für drei Wochen aufzunehmen, und die rührige und tüchtige Mademoiselle Anne-Marie Keppi, die Schwester Pfarrer Keppis, rekrutierte im Elsaß die Kinder. Bereits bei der zweiten Aktion im Sommer 1981 konnten wir 56 Kinder in befreundeten Familien unterbringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dichand förderte großzügig unsere Aktion</h2>



<p>Eine gewaltigen Aufschwung und österreichweiten Bekanntheitsgrad erfuhr die Aktion durch die Unterstützung der „Kronen Zeitung“. Ein gemeinsamer Bekannter, der Gefallen an der Aktion gefunden hatte, machte mich mit Hans Dichand bekannt. Schon nach einem kurzen Gespräch erklärte sich der Chef der größten österreichischen Tageszeitung, der sich über die sprachliche Situation der Elsässer voll informiert gezeigt hatte, bereit zu helfen. Am 9. Mai 1982 erschien ein Aufruf in der „Kronen Zeitung“: „Wer lädt ein Kind aus dem Elsaß ein?“ (Siehe „Krone“-Zeitungsausschnitte unten: links der erste Aufruf vom 9.&nbsp;Mai&nbsp;1982 und&nbsp;rechts&nbsp;jener vom&nbsp;23.&nbsp;7.&nbsp;1988.) Beeindruckend war dabei nicht nur die große Reichweite der „Kronen Zeitung“, sondern vor allem die Tatsache, daß sich Hans Dichand bereit erklärte hatte, solange wir wollten, jedes weitere Jahr, einen gleichartigen Aufruf zu veröffentlichen. (Was in der heutigen „Krone“ sicher undenkbar wäre&#8230;) Tatsächlich erschien 1990 der letzte Aufruf. Danach ließen wir die Aktion ausklingen, die 1992 offiziell ihr Ende fand.</p>



<p>Weit über tausend elsässischen Kindern konnten wir in diesem Zeitraum einen dreiwöchigen Aufenthalt in österreichischen Familien vermitteln und somit einen bescheidenen Beitrag zur Erhaltung der deutschen Sprache im Elsaß leisten. Dank dafür gebührt vor allem den österreichischen Gastfamilien und allen an der Organisation und Werbung Beteiligten, aber Hans Dichand verdankt etwa die Hälfte aller eingeladenen elsässischen Kinder ihren Aufenthalt in Österreich. Es ist mir daher ein Bedürfnis, dies anlässlich des 100. Geburtstages von Hans Dichand dankbar in Erinnerung zu rufen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="841" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-1024x841.jpg" alt="" class="wp-image-7788" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-1024x841.jpg 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-300x246.jpg 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-768x631.jpg 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-1536x1262.jpg 1536w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2021/02/FRITZ-Elsass-Krone-2048x1682.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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		<title>Afghanen: Ehrenmänner, die nicht nach Europa gehören</title>
		<link>https://dereckart.at/afghanen-ehrenmaenner-die-nicht-nach-europa-gehoeren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 11:54:01 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Neueste Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Herbert FRITZ]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Migrantenkriminalität]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Fritz und seine Erfahrungen mit der afghanischen Mentalität Der Publizist Dr. Herbert Fritz ist nicht nur ein ausgewiesener Kurdistan-Experte, sondern bereiste als Weltenbummler Länder, die zu jener Zeit schwer zugänglich und äußerst gefährlich waren: So wagte er sich 1987 und 1989 nach Afghanistan. Bei seiner ersten Reise mit Khazan Gul stand noch die sowjetische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Herbert Fritz und seine Erfahrungen mit der afghanischen Mentalität</h2>



<p></p>



<p><strong>Der Publizist Dr. Herbert Fritz ist nicht nur ein ausgewiesener Kurdistan-Experte, sondern bereiste als Weltenbummler Länder, die zu jener Zeit schwer zugänglich und äußerst gefährlich waren: So wagte er sich 1987 und 1989 nach Afghanistan. Bei seiner ersten Reise mit Khazan Gul stand noch die sowjetische Armee im Land, bei der zweiten Reise waren die Sowjets bereits abgezogen, das kommunistische Regime aber noch nicht besiegt.</strong></p>



<p><em>Ein Beitrag von Dr. Herbert FRITZ</em></p>



<p>Bei beiden Reisen konnte ich Prof. Sibghatullah Mojaddedi, Gründer der „Afghanischen Nationalen Befreiungsfront“ interviewen, bei der zweiten war ich mit Mudschaheddin von Prof. Mojaddedi unterwegs und konnte auch Prof. Burhānuddin Rabbāni, einen weiteren prominenten Parteichef der Siebener-Allianz interviewen. Prof. Sibghatullah Mojaddedi, Gründer der „Afghanischen Nationalen Befreiungsfront“, einer islamisch-traditionellen Partei, war ab 1989 Oberhaupt des „Vorläufigen Islamischen Staates Afghanistan“ und vom 28. April bis zum 28. Juni 1992 Präsident des neugeschaffenen „Islamischen Staates Afghanistan“ und ist am 11. Februar 2019 gestorben. Burhānuddin Rabbāni übernahm am 28. Juni 1992 von Sibghatullah Mojaddedi den Vorsitz im Islamischen Rat von Afghanistan, der von den Mudschaheddin geführten Übergangsregierung. Am 30. Dezember 1992 wurde er von einer Wahlversammlung für zwei Jahre zum Präsidenten gewählt. Tatsächlich blieb er bis zum 22. Dezember 2001, also auch in der Zeit, als die Taliban den größten Teil des Landes beherrschten, der international anerkannte Präsident Afghanistans. Zuletzt führte er den Vorsitz im „Hohen Friedensrat“, der im Auftrag der afghanischen Regierung mit den Taliban verhandeln sollte. Am 20. September 2011 fiel Rabbāni einem Selbstmordattentat der Taliban zum Opfer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Als Gast bei afghanischen Freiheitskämpfern</h3>



<p>Doch gehen wir zurück in jene Tage, als ich Afghanistan persönlich in Augenschein nahm: Im Juli 1987 hatte ich eine Gruppe afghanischer Freiheitskämpfer unter Führung Khazan Guls in das Gebiet des Tani Stammes begleitet. Obwohl unsere Gruppe bewaffnet war, beteiligte sie sich bei diesem Einsatz nicht an den Kämpfen. Khazan Gul sah sich vielmehr in der Rolle eines Entwicklungshelfers. Geboren 1943, studierte er von 1964 bis 1972 in der BRD Mathematik und Physik, erwarb das Lehramt und kehrte nach einem sechsmonatigen Praktikum 1973 mit klaren Vorstellungen und der festen Absicht, seinen Beitrag zur Entwicklung des Landes zu leisten, in seine Heimat zurück.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Afghanen werden in ihrer Heimat gebraucht!</h3>



<p>„Afghanistan kann sich nur entwickeln“, lautet sein politisches Credo, „wenn es einfach beginnt und keine fertigen Waren kauft. Die Bedürfnisse der Bevölkerung sind aus eigener Produktion zu decken. Der Lebensstandard darf nicht durch Importe künstlich gehoben werden. Mit zunehmender Entwicklung der Produktivkräfte wird er automatisch steigen. Was nützt es uns, wenn Afghanen zwar in Europa studieren können, dann aber nicht zurückkehren? Wir brauchen afghanische Ärzte, Techniker, Ingenieure usw., nicht in der BRD, nicht in Österreich oder Frankreich, sondern bei uns in Afghanistan.“<br>Er widmete sich der Landwirtschaft, errichtete Bewässerungsanlagen und ließ terrassenförmige Felder anlegen und zum Schutz der Bevölkerung Höhlen bauen, förderte den Wiederaufbau zerstörter Häuser und versuchte, die Menschen im Lande zu halten, da er der Meinung war, daß Flüchtlinge in den Lagern zu Almosenempfängern würden, das Arbeiten verlernten, ihren Stolz verlören und weit mehr Kosten verursachen würden. Es war ihm gelungen, daß von 600 ausgebombten Familien 537 in ihrer Heimat geblieben waren. 200 Rupien (damals nicht ganz 160 ATS) monatlich genügten, um sie die ärgsten Schwierigkeiten überwinden zu lassen. Khazan Gul war auch in politisch interessierten Kreisen in Österreich kein Unbekannter. So waren sowohl in der „Kronen Zeitung“ als auch im „Kurier“ Interviews mit ihm bzw. Artikel von ihm erschienen. Nach dem Sturz der Taliban war Khazan Gul eineinhalb Jahre lang Erziehungsminister in der Provinz Khost In dieser Zeit hat er über fünfzig Schulen gegründet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Khazan Gul – der Unbeugsame</h3>



<p>Zwischen 2004 und 2013 hatten ihn Monika Koch und Heiner Tettenborn, zwei junge Deutsche, mehrmals in Afghanistan besucht und waren von ihm und seinen Aktivitäten so begeistert, daß sie über ihn ein Buch, basierend auf seinen Erzählungen und den Gesprächen mit ihm geschrieben haben: „DER UNBEUGSAME. Das Leben des Khazan Gul Tani für Afghanistan“. Darin sind nicht nur sein Werdegang beschrieben, sondern vor allem seine Bemühungen, die Lebensverhältnisse in Afghanistan zu verbessern, wobei die Förderung der Landwirtschaft und die Gründung von Schulen im Mittelpunkt seiner Bestrebungen stehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blutrache für jeden Afghanen Selbstverständlichkeit</h3>



<p>Zwei Stellen daraus möchte ich hier zitieren, die mehr über Afghani-stan und die Afghanen aussagen, als so manches dicke Buch zu diesem Thema:<br><em>„Blutrache ist ein Element der Stammesgesetze, die in ganz Afghanistan gültig sind, vor allem aber bei den paschtunischen Stämmen. Wo die Regierung sehr schwach ist und die Verbrecher nicht bestrafen kann, machen die Leute selbst ihre Gesetze. Das ist sehr demokratisch. In einer Jirga wird entschieden, ob jemand verurteilt wird. Wenn die Jirga eine Verurteilung beschlossen hat, dann wird vom nächsten Verwandten Blutrache genommen. Wenn der Vater getötet worden ist, dann ist der Sohn dafür verantwortlich. Er muß den Mörder töten“</em>. Auf die Frage: „Wenn ein Mann deiner Tochter nachpfeift, würdest du ihn umbringen?“ antwortet Khazan Gul: „<em>Wenn er meine Tochter nur anschaut, werde ich ihn umbringen! Das ist meine Ehre! Ich muß meine Ehre verteidigen, sonst kann ich in Afghanistan nicht leben“ […] Es gibt nichts Wichtigeres als meine Ehre! […] Das Problem in Afghanistan ist, daß der Staat nicht für Sicherheit sorgt. Auf Polizei, Justiz und Gefängnisse, die in Deutschland viele davon abhalten, Verbrechen zu begehen, kann man sich hier nicht verlassen. Deshalb muß man als betroffene Familie auf jede Ehrverletzung reagieren, indem man alles dafür tut, die Ehre wiederherzustellen. Sonst gibt es keine glaubwürdige Abschreckung für die nächste, noch schlimmere Grenzüberschreitung. Wenn eine Familie die Ehre nicht verteidigt, also Verletzungen nicht mit aller Macht ahndet, werden die Leute sagen: Diese Familie hat keine Ehre, keine Abschreckung mehr, mit der kann man alles machen, und von da an wird es wirklich gefährlich.“ </em> Wie kann von jungen Menschen, die in einem derartigen politischen und sozialen Umfeld aufgewachsen und davon geprägt sind, erwartet werden, daß sie sich wie Mitteleuropäer benehmen? Selbstverständlich halten sie Frauen, die auf sie zugehen, für Dirnen und sich selbst berechtigt, ja verpflichtet, Männer, die ihren Mädchen nachpfeifen oder sie auch nur anschauen, anzugreifen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Einwanderungsbefürworter: Die wahren Schuldigen</h3>



<p>Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß unsere Staaten konsequent Rechtsverletzungen ahnden müssen, aber die wahren Schuldigen sind jene Realitätsverweigerer und Humanitätsexhibitionisten, die sie ins Land geholt haben, anstatt weit effektivere Hilfe vor Ort zu leisten! Übrigens: Derzeit kommt der Großteil der Menschen, die nach Europa wollen, aus Afghanistan…</p>
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