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	<title>xStartseite &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>xStartseite &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Die Südtiroler Rückoption</title>
		<link>https://dereckart.at/die-suedtiroler-rueckoption/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 17:16:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
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					<description><![CDATA[von Robert Rediger Der lange Schatten der Option Die Südtiroler Option, unmittelbare Folge der Berliner Vereinbarung vom Juni 1939 sowie des Hitler-Mussolini-Abkommens vom Oktober desselben Jahres, führte zu einem beispiellosen Aderlaß für Südtirol. Obgleich sich rund 86 % der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung für die Auswanderung entschieden hatten, verließen letztlich nur rund 75.000 Personen das [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Robert Rediger</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der lange Schatten der Option</h2>



<p></p>



<p>Die Südtiroler Option, unmittelbare Folge der Berliner Vereinbarung vom Juni 1939 sowie des Hitler-Mussolini-Abkommens vom Oktober desselben Jahres, führte zu einem beispiellosen Aderlaß für Südtirol. Obgleich sich rund 86 % der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung für die Auswanderung entschieden hatten, verließen letztlich nur rund 75.000 Personen das Land sowie einige weiter südlich liegende Sprachinseln. Die unter großem Druck erzwungene Entscheidungsfindung hinterließ tiefe Spaltungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen – von der Familie bis zur Volksgemeinschaft –, deren Reminiszenzen als Teil des kollektiven Gedächtnisses der Südtiroler fortlebten. Doch die Optionsgeschichte endet keinesfalls mit dem Massenexodus, sondern erst mit der nachfolgenden Phase von Entscheidungsfindung und Rückkehr, in der Forschung als „Rückoption“ bezeichnet. Diese läßt sich grundsätzlich in zwei Abschnitte unterteilen: eine rund dreijährige Periode der Illegalität sowie die daran anschließende legale Rücksiedelung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bei Nacht und über die grüne Grenze „illegal“ zurück in die Heimat</h3>



<p></p>



<p>Als „illegal“ galten jene Rücksiedler, die zwischen Kriegsende und 1948 nach Südtirol zurückgekehrt waren – mangels einer rechtsverbindlich-politischen Lösung der Optantenfrage. Die Rückkehrer passierten überwiegend in Brennernähe, meist bei Nacht und durch unwegsames Gelände, die „grüne Grenze“. Diese entbehrungsreiche Überquerung forderte vereinzelt auch Todesopfer; zeitweilig etablierte sich zudem ein organisierter Menschenschmuggel. Vor allem jüngere Einzelpersonen nahmen die damit verbundenen Risiken in Kauf und fanden nach erfolgreicher Rückkehr oft bei Verwandten oder Bekannten Quartier. Das Heimkommen der illegalen Rücksiedler vollzog sich weitgehend abseits der Öffentlichkeit, zurückzuführen auf ihre dezentrale Streuung über das gesamte Land. Da die volkswirtschaftliche Ausgangslage in Südtirol nach Kriegsende verhältnismäßig gut war, blieben die illegalen Rücksiedler weitgehend von offenem Konkurrenzkampf um Wohnraum und Arbeit verschont. Ihre genaue Anzahl läßt sich heute nicht mehr rekonstruieren, mehrere Historiker nennen jedoch eine Zahl in der Größenordnung von rund 10.000 Personen.</p>



<p>Erst Anfang 1947 wurden bilaterale, großteils schwierige Verhandlungen zwischen Österreich und Italien zur Klärung der Situation aufgenommen. Das daraus resultierende Optantendekret vom Februar 1948 eröffnete ausgesiedelten Optanten die Möglichkeit, binnen eines Jahres ihre Optionsentscheidung zu revidieren und damit die italienische Staatsbürgerschaft – und mit ihr wesentliche Bürgerrechte – wiederzuerlangen. Die Entscheidungsfindung unterlag dabei einer Reihe externer Einflüsse: Österreich kombinierte Zwangsmaßnahmen mit Anreizen, die Südtiroler Volkspartei und der frisch gegründete Gesamtverband der Südtiroler warben aktiv für die Rückoption, während Italien aus sozioökonomischen wie ethnopolitischen Gründen die Zahl der Rücksiedler möglichst niedrig halten wollte und gezielt Rechts- und Planungsunsicherheit erzeugte. Die legale Rücksiedelung begann offiziell mit dem großangelegten Empfang des ersten Rücksiedelungstransportes im Juni 1949 am Bozener Bahnhof. Insgesamt kehrten zwischen 1949 und 1958 rund 9.600 Optanten legal nach Südtirol zurück, die überwiegende Mehrheit davon bis 1952. Danach nahm der Rücksiedelungsdruck rasch ab – nicht zuletzt deshalb, weil viele Optanten nach bis zu zehn Jahren in der neuen Heimat bereits sozial verwurzelt waren, die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hatten und eine Rückkehr schlicht nicht mehr anstrebten.</p>



<p>Die gesellschaftliche Wiedereingliederung vieler Rücksiedler wurde durch strukturelle Faktoren erheblich erschwert. Industrie und öffentliche Verwaltung wurden nahezu vollständig von Italienern dominiert. Vertrauliche Regierungsdokumente belegen, daß diese Situation keineswegs dem Zufall geschuldet war, sondern auch in der Nachkriegszeit Teil einer bewußten „51-Prozent-Politik“ zur Herbeiführung einer italienischen Bevölkerungsmehrheit war. Staatliche Arbeitsbeschaffungs- und Wohnbauprogramme waren überdies ausschließlich für zugewanderte Italiener vorgesehen; die für Rücksiedler dringend benötigten Wohnungen wurden erst ab 1952 gebaut, als der Rücksiedelungsstrom bereits wieder abebbte. Diese anhaltende Repression gegenüber der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung sollte letztlich mit zu den Bombenanschlägen führen, die im Laufe der 1960er-Jahre ihren Höhepunkt fanden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bozner Bergsteigerlied und Südtirols Berge</title>
		<link>https://dereckart.at/bozner-bergsteigerlied-und-suedtirols-berge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 10:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Georg Alexander „Wohl ist die Welt so groß und weit …“ – so beginnt das Bozner Bergsteigerlied, besser bekannt als Südtiroler Heimatlied, die inoffizielle Hymne Südtirols. In diesem 1926 von Karl Felderer in einem Gasthaus auf dem Ritten gedichteten Lied wird die geographische Ausdehnung des Landes liebevoll beschrieben, ohne das Wort Südtirol überhaupt zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Georg Alexander</em></p>



<p></p>



<p>„Wohl ist die Welt so groß und weit …“ – so beginnt das Bozner Bergsteigerlied, besser bekannt als Südtiroler Heimatlied, die inoffizielle Hymne Südtirols. In diesem 1926 von Karl Felderer in einem Gasthaus auf dem Ritten gedichteten Lied wird die geographische Ausdehnung des Landes liebevoll beschrieben, ohne das Wort Südtirol überhaupt zu verwenden; ein Kunstgriff, der notwendig war, weil der Name des Landes unter der faschistischen Zensur nicht genannt werden durfte. Vom Eisack-Ursprung in der Nähe des Brenners über das Etschtal und Schloß Sigmundskron bei Bozen bis zur Salurner Klause, Sprachgrenze zwischen Deutschen und Welschen, spannt sich der Bogen. Doch natürlich spielen im Bergsteigerlied die Berge die Hauptrolle. Begeben wir uns also auf eine Reise zu jenen Gipfeln Südtirols, die Felderer in seinem Welthit verewigte – auch wenn die Melodie selbst aus einem älteren Lied entlehnt ist.</p>



<p>Da reckt König Ortler „seine Stirn hoch in die Lüfte“: Mit 3.905 Metern ist er der höchste Berg Südtirols und war einst der höchste der gesamten Monarchie. Er thront über dem Stilfser Joch am westlichsten Zipfel des Landes, jenseits der Paßstraße liegt bereits das lombardische Bormio, bekannt durch die berüchtigte Abfahrt „Pista Stelvio“, die Stilfser Piste. Eine Besteigung des Ortlers ist keine Kleinigkeit, schon für den Normalweg von Sulden aus, dem mythischen Sommerfrischeort von Altkanzlerin Merkel, braucht man zwei Tage, eine komplette Gletscherausrüstung und alpine Erfahrung. Übernachtet wird auf der Julius-Payer-Hütte auf 3.000 Metern Seehöhe. Mit etwas Glück wird man von einem Bergführer namens Ortler begleitet, der den Gipfel seines Namensgebers bereits weit über hundertmal bestiegen hat.</p>



<p>Mit „König Laurins Felsenburg“ ist die Rosengartengruppe gemeint, eine schroff abfallende Bergkette, die in der Abenddämmerung in rötlichem Licht zu glühen scheint. Die Sage geht, daß der Zwergenkönig Laurin hier einen prächtigen Rosengarten besessen habe, den er, als er von Dietrich von Bern gefangen genommen wurde, mit einem Fluch belegt habe: Weder bei Tag noch bei Nacht sollte ihn je ein Mensch mehr sehen. Laurin habe allerdings die Dämmerung vergessen, sodaß man das Alpenglühen beim Übergang von Tag und Nacht auch heute noch in überwältigender Schönheit erblicken kann.</p>



<p>Natürlich dürfen auch der Schlern und die Drei Zinnen im Bergsteigerlied nicht fehlen, wie sie sich ja auch in jedem Fremdenverkehrsprospekt finden. Der Schlern, Hausberg von Bozen, ist vergleichsweise leicht zu besteigen. Anders seine vorgelagerten Türme, Santnerspitze und Euringerspitze: Für deren Besteigung sollte man den vierten Klettergrad sicher beherrschen und die Nerven behalten, wenn der nächste Bohrhaken erst zehn Meter weiter oben sichtbar wird. Besonders Wagemutige wählen die Sonnwendnacht für den Aufstieg zur Santnerspitze und entzünden dort die Herz-Jesu-Feuer, deren Leuchten bis nach Bozen hinab sichtbar ist.</p>



<p>Die Drei Zinnen, heimliches Wahrzeichen Südtirols, liegen in den Sextener Dolomiten, nahe der Grenze zu Österreich. Generationen von Bergsteigern haben sich an ihren fast unbezwingbar scheinenden Nordwänden versucht. Doch auch der vermeintlich leichte Normalweg auf die Große Zinne ist nicht zu unterschätzen. Hier ist nicht so sehr die hohe Kletterkunst gefordert als vielmehr sichere Wegfindung in einem Labyrinth von Spalten, Türmen und Platten, das schon manchen Alpinisten an seine Grenzen geführt hat. Wer nämlich irrtümlich die Route verläßt, steht bald vor glatten Wänden, an denen es weder ein Vor noch ein Zurück gibt.</p>



<p>Zahlreich und wunderschön sind die Berge Südtirols: Rund 350 Gipfel über 3.000 Meter zählt man, und wirklich für jeden ist etwas dabei. Vergletscherte Bergriesen, die nur mit Pickel und Steigeisen bezwungen werden können, herrlicher und fester Fels in den Dolomiten, die weltweit als eines der besten Klettergebiete gelten, oder sanfte Wanderungen über weite Almen – allen voran die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas.</p>



<p>Das Bozner Bergsteigerlied endet nicht mit der Beschreibung eines weiteren Gipfels, sondern mit dem Blick zum Himmel, der – so ist der Dichter überzeugt – „schön wie die Heimat ist“. Wir wollen es ihm glauben und fügen hinzu, daß der Abstand zwischen Berg und Himmel zumindest geographisch ohnehin nur ein kleiner ist.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gestickte Heimat, gewebter Widerstand: Die Südtiroler Tracht</title>
		<link>https://dereckart.at/gestickte-heimat-gewebter-widerstand-die-suedtiroler-tracht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 21:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Evelyn Krezdorn und Lorenz Puff Von der bäuerlichen Arbeitskleidung zum identitätsstiftenden Kulturgut: Eine Zeitreise durch die Stoffgeschichte des Landes an Etsch, Eisack und Rienz zwischen Erbe und Erneuerung. Wer an einem hohen kirchlichen Feiertag oder zum Erntedankfest durch ein Südtiroler Dorf geht, erlebt ein Schauspiel, das weit über touristische Folklore hinausgeht. Wenn die Musikkapellen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Evelyn Krezdorn und Lorenz Puff</em></p>



<p></p>



<p><strong>Von der bäuerlichen Arbeitskleidung zum identitätsstiftenden Kulturgut: Eine Zeitreise durch die Stoffgeschichte des Landes an Etsch, Eisack und Rienz zwischen Erbe und Erneuerung</strong>.</p>



<p>Wer an einem hohen kirchlichen Feiertag oder zum Erntedankfest durch ein Südtiroler Dorf geht, erlebt ein Schauspiel, das weit über touristische Folklore hinausgeht. Wenn die Musikkapellen in Formation aufmarschieren und die Schützenkompanien Flagge – bzw. eigentlich Fahne – zeigen, wird Geschichte physisch greifbar. Doch die Südtiroler Tracht ist kein starres Kostüm aus der Mottenkiste der Geschichte; sie ist das „Ehrenkleid“ einer Region, die ihre Eigenart über Jahrhunderte gegen äußere Widerstände verteidigt hat. Sie ist gewebter Widerstand, gestickte Heimat und ein lebendiges Bekenntnis zur eigenen Herkunft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Entstehung der Südtiroler Tracht ist untrennbar mit der sozialen und rechtlichen Sonderstellung des historischen Tirols verbunden.</h3>



<p></p>



<p>Während in vielen europäischen Regionen die bäuerliche Kleidung lediglich eine vereinfachte, billige Kopie der höfischen Mode war, entwickelte sich im Tiroler Raum eine eigenständige Ästhetik. Ein entscheidender Katalysator war die Tiroler Landesordnung von 1511. Sie sprach den Bauern das Recht – und die Pflicht – zur Selbstverteidigung des Landes zu. Mit diesem wachsenden politischen Selbstbewußtsein der freien Bauernschaft festigte sich auch der Stolz auf das eigene Gewand. Die Tracht war kein Zeichen der Untertänigkeit, sondern ein Symbol für Wehrhaftigkeit und Freiheit.</p>



<p>Im 18. und 19. Jh., begünstigt durch die Aufhebung der Kleiderordnungen, die zuvor genau festlegten, welcher Stand welche Stoffe tragen durfte, differenzierten sich die Trachten regional stark aus. Es entstand jene Vielfalt, die wir heute bewundern. Man konnte – und kann teilweise heute noch – an der Stickerei der Hosenträger, der Form des Hutes, der Farbe der Socken oder der Art des „Loden“ präzise erkennen, aus welchem Tal, ja manchmal aus welchem Dorf ein Mann stammte. Die Tracht fungierte als der „Paß“ des kleinen Mannes, als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu einer lokalen Gemeinschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Zerreißprobe: Unterdrückung, Instrumentalisierung und Behauptung</h3>



<p></p>



<p>Die wohl schicksalhafteste Phase für die Südtiroler Tracht begann nach dem Ersten Weltkrieg mit der Annexion Südtirols durch das Königreich Italien. Unter dem faschistischen Regime wurde das öffentliche Tragen der Tracht zum Politikum und teilweise massiv unterdrückt. In einer Zeit, in der die deutsche Sprache aus Ämtern und Schulen verbannt wurde, wurde das „Gewand“ zum stillen, aber unübersehbaren Protestmittel. Eine weitere Zerreißprobe stellte die Zeit der Nationalsozialistischen Option dar. Die „Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland“ versuchte, die Tracht zu vereinheitlichen und für ideologische Zwecke zu instrumentalisieren. Man wollte weg von der „kirchlich geprägten“ Tracht hin zu einem germanisch-völkischen Einheitskleid. In der Nachkriegszeit hingegen wandelte sich die Tracht endgültig zum Symbol des friedlichen Widerstandes und der Bewahrung der Südtiroler Identität. Wer Tracht trug, zeigte: Wir sind noch da. Wir bleiben, wer wir sind. In den 1950er- und 60er-Jahren entstanden viele der heutigen Trachtenvereine, die es sich unter der fachlichen Leitung von Volkskundlern zur Aufgabe machten, die überlieferten Formen vor der einsetzenden Modernisierungswelle zu retten und die „echte“ Tracht von modischen Verfälschungen zu trennen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Form, Farbe und Funktion: Ein Blick in die Details der Handwerkskunst</h3>



<p></p>



<p>Die Südtiroler Tracht besticht durch ihre handwerkliche Tiefe. Es sind oft die Details, die dem Kenner die Geschichte des Trägers erzählen:</p>



<p><strong>Der Hut: </strong>Er ist das markanteste Herzstück der Männertracht. Ob der weite, flache Vinschger Hut, der mit Spielhahnstoß verzierte Hut im Pustertal oder die grünen Hüte des Burggrafenamtes – die Kopfbedeckung verrät oft den Familienstand oder die Funktion innerhalb der Gemeinschaft. Das Schmücken des Hutes mit echtem Blumenschmuck zu festlichen Anlässen ist dabei ein streng ritualisierter Akt.</p>



<p><strong>Der Ranzen: </strong>Besonders eindrucksvoll ist die Sarner Tracht mit dem breiten Ledergürtel, dem „Ranzen“. Die darauf befindliche Federkielstickerei – gefertigt aus den gespaltenen Kielen von Pfauenfedern – ist eine Kunstform, die weltweit ihresgleichen sucht. Ein solcher Gürtel zeigt oft den Namen des Besitzers und Symbole des bäuerlichen Glücks.</p>



<p><strong>Das Mieder und die Schürze: </strong>Bei der Frauentracht ist die Farbwahl entscheidend. Oft deutet die Farbe der Schürze (z.B. Schwarz für verheiratete Frauen in bestimmten Tälern, hell für Ledige) auf den sozialen Status hin. Handgewebte Leinenstoffe, feine Klöppelspitzen und die kunstvollen „Viertel“ (Miederteile) zeugen von einer Zeit, in der Kleidung ein kostbares Gut war, das über Generationen vererbt wurde.</p>



<p><strong>Die Farben: </strong>In Regionen wie Partschins oder Rabland sieht man oft das typische „Lodenbraun“ oder „Schwarz“, kombiniert mit dem Rot der Westen („Leibl“). Rot symbolisierte historisch oft den Schutz vor dem „bösen Blick“ und galt als Farbe der Lebenskraft.</p>



<p><strong>Der Loden: </strong>Dieses wasserabweisende, durch Walken verfestigte Wollgewebe ist das Rückgrat der alpinen Kleidung. Die Lodenherstellung in Südtirol, etwa in den traditionsreichen Betrieben des Pustertals, verbindet bis heute archaische Funktionalität mit schlichter Eleganz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In einer zunehmend digitalen und uniformen Welt bietet die Tracht einen physischen Ankerpunkt.</h3>



<p></p>



<p>Heute erlebt die Tracht in Südtirol eine Renaissance, die alle sozialen Schichten und vor allem die Jugend erfaßt hat. Es ist längst nicht mehr nur die „Tracht der Väter“, die aus Pflichtgefühl zu offiziellen Anlässen aus dem Schrank geholt wird. Ein neues Selbstbewußtsein ist spürbar. Junge Südtiroler tragen die Tracht heute mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt. Sie ist Ausdruck einer „glokalen“ Identität: Man ist in der Welt zu Hause, aber in der Heimat verwurzelt. Dabei gibt es eine spannende Koexistenz: Während die Trachtenvereine streng auf die historische Genauigkeit achten – die „Erneuerung aus dem Geist der Tradition“ –, interpretieren junge Designer alte Schnitte neu. Sie verwenden moderne Materialien oder kombinieren traditionelle Elemente wie den Lodenjanker mit moderner Kleidung. Die Bedeutung für die Südtiroler Identität bleibt dabei ungeschmälert. In einer zunehmend digitalen und uniformen Welt bietet die Tracht einen physischen Ankerpunkt. Sie ist keine Verkleidung, sondern eine Haltung. Wenn heute ein junger Südtiroler zur Hochzeit oder zur Primiz in der Tracht seines Tales erscheint, ist das kein konservativer Rückzug ins Gestern, sondern eine kraftvolle Ansage von Selbstbewußtsein, Kontinuität und Heimatliebe. Die Südtiroler Tracht bleibt somit, was sie immer war: ein Gewand, das Identität stiftet, indem es die Geschichte der Vorfahren mit dem Lebensgefühl der Gegenwart verwebt.</p>



<p><em>Die Tracht ist für mich gelebte Zukunft. Als Schneiderin bewahre ich das alte Handwerk, um es mit heutigem Selbstbewußtsein neu zu interpretieren. Sie ist kein Blick zurück, sondern unser modernster Ausdruck von Identität – ein ‚Ehrenkleid‘, das uns in einer digitalen Welt fest verwurzelt und zeigt: Wir wissen, wer wir sind. (</em>Evelyn Krezdorn, Schneiderin und Marketenderin) </p>



<p><strong><em>Über die Autoren:</em></strong></p>



<p>Evelyn Krezdorn, gebürtig aus St. Martin in Passeier, ist als Schneiderin, Marketenderin der Schützenkompanie „Mjr. Josef Eisenstecken“ und Sängerin im Stiftspfarrchor fest im Brauchtum verwurzelt. Heute widmet sie sich im Familienbetrieb dem „Energetischen Nähen“ und fertigt Abschirmtextilien für ein gesundes Wohnumfeld. Ihr Mann, Lorenz Puff, ist Maschinenbauer und Biotechnologieunternehmer (Alchewat). Der Grieser Schütze findet seinen Ausgleich zur Technik in der Geschichtsschreibung, als Verfasser historischer Texte zu seiner Heimat. Gemeinsam mit dem Sohn führt das in Gries bei Bozen wohnhafte Ehepaar ein Familienunternehmen, das handwerkliche Tradition, ökologische Innovation und die Liebe zur Tiroler Identität vereint.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rechter Ostfußball?</title>
		<link>https://dereckart.at/rechter-ostfussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 17:03:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kaisers Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Benedikt Kaiser Kaisers Zone Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast Von rechts gelesen des [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Benedikt Kaiser</em></p>



<p><a></a><strong>Kaisers Zone</strong></p>



<p>Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast <em>Von rechts gelesen</em> des Dresdner Jungeuropa Verlages; einmal wurde „Undercover“ während einer öffentlichen Veranstaltung der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Boßdorf mit dem neuen AfD-Jugendchef Jean-Pascal Hohm und mir gefilmt.</p>



<p>Es ging in der effekthascherischen Linksdoku – neben einzelnen unschönen Entgleisungen rechtsorientierter Fußballfans – ganz grundsätzlich um die vermeintliche rechte „Unterwanderung“ von Fankurven im bundesdeutschen Fußball durch patriotische Kreise. Summa summarum ist die Doku (frei auf <em>YouTube</em> und anderswo verfügbar) für mich ein Lehrstück propagandistisch motivierter Realitätsverdrehung. Nicht, weil die Macher der Sendung es nicht besser wüßten, sondern weil sie die alte „Kampf gegen rechts“-Stimmung neu aufdrehen wollen. Ihre bisherigen Anstrengungen diesbezüglich reichen ihnen selbst offenbar nicht mehr aus.</p>



<p>Es ist derweil so: Während ein je nach Stadt und Region verschiedenartiges Geflecht aus Antifas, Sozialarbeitern, Journalisten und Fußballfunktionären von der Bundesliga bis in den Amateurbereich hinunter über viele Jahre hinweg einigermaßen deutschlandweit eine feingliedrige linksorientierte Hegemonie errichtete – von Bremen bis München, von Potsdam bis Bochum –, werden einzelne Rechte im Fußball, die sich ungern verdrängen lassen, sondern sich zu behaupten wagen, als Bedrohung nach einem dunklem Masterplan inszeniert. Die Art der massiv überzeichneten, unverhohlen diffamierenden, wenn nicht sogar teils hysterischen Berichterstattung über solche einzelnen Fälle, beispielsweise in der brandenburgischen Fußballhochburg Cottbus, spricht für die Angst vor einem nahenden Hegemonieverlust der linken Lebenswelten im Sport. Man hat sich nach den erfolgreichen Kämpfen längst eingerichtet, mitunter lukrative, jedenfalls meinungsprägende und einflußnehmende Posten besetzt und Andersdenkende – das sind meistens einfach Nicht-Linke – ausgegrenzt oder gar vollkommen aus den Kurven verdrängt.</p>



<p>Daß diese Situation der linken Hegemoniesicherung in einzelnen Gegenden der BRD aufgebrochen wird, ist ein Ausdruck sich derzeit wandelnder gesamtgesellschaftlicher Realitäten: Links ist nicht vorbei, aber eben nicht mehr selbstverständlich! Und bereits das läßt die vielfältige linke Szene im Zeichen ihrer ätzenden Platzhirschattitüde wütend werden, begleitet von ihren journalistischen Assistenten und Hofberichterstattern. Dabei ist mindestens in bezug auf unsere politischen Zusammenhänge schon der Terminus „Unterwanderung“ absurd. Denn eine solche – und das diskutiere ich in meinem neuen Buch <em>Der Hegemonie entgegen</em> (2. Aufl., Dresden 2026) genauso wie die linke Sportstrategie ausführlich, was den „Monitor“-Journalisten entging – funktioniert nie. Entweder korrigiert und beeinflußt man etwas „organisch“ – d.h. durch Leute, die den Sport und das Fandasein in dieser Sphäre leben, und zwar authentisch, glaubwürdig und unverstellt –, oder man läßt es sein. Von außen als politischer Akteur zu „Szenen“ und „Subkulturen“ zu predigen, ist nicht nur peinlich, sondern, wie vor allem die realexistierende Situation in der BRD unter Beweis stellt, auch chancenlos.</p>



<p>Die erfolgreiche Prägung ganzer Sportwelten in der BRD durch linke Strukturen aller Art kam so erfolgreich, wie sie ist, eben von innen, nicht von außen, und just dies garantiert die Nachhaltigkeit ihres Tuns. Unterstützt werden linke Kräfte dabei vielerorts durch sogenannte Fanprojekte in Trägerschaften durch bestimmte linksoffene Sozialverbände. Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat passenderweise Anfang Mai 2026 einen Antrag eingereicht, in dem sie mehr Förderungen, mehr Geld, mehr Arbeitsplätze, mehr Befugnisse usf. für die Fanprojekte verlangt. Die Autoren des Antrags, kundig im Jargon und in den Lebenswelten des Sports, vermengen hierbei kluge und berechtigte Anliegen zum Schutz der bedrohten Fankultur mit explizit ideologiemotivierten Bestrebungen zugunsten ihnen zugeneigter „sozialarbeiterischer Fanprojekte“, wie es im Antragstext heißt.</p>



<p>Wer sich mit diesem „rechts der Mitte“ seit Jahrzehnten (!) unterschätzten Thema beschäftigen möchte, sollte sich die eingangs vorgestellte „Monitor“-Reportage sparen – und beim alternativen Sender AUF1 den kurzen „Input“ mit dem in Österreich lebenden mitteldeutschen Fußballexperten Steve Henschke ansehen (<a href="https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026">https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026</a>). Denn es ist wichtig und richtig, die linken Domänen auch im Fußball aufzubrechen – wenn etablierte Journalisten schäumen, scheinen sich mindestens erste Risse in deren linksliberalem Hegemonieapparat abzuzeichnen. Der Sommer wird heiß!</p>



<h3 class="wp-block-heading"></h3>



<p>Benedikt Kaiser</p>



<div class="inherit-container-width wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p><em>Über den Autor:<br>Benedikt Kaiser, Jg. 1987, studierte an der Technischen Universität Chemnitz im Hauptfach Politikwissenschaft. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lektor und Publizist. Kaiser schreibt u.a. für Sezession (BRD), Kommentár (Ungarn) und Tekos (Belgien); für éléments und Nouvelle École (Frankreich) ist er deutscher Korrespondent. </em></p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alles für Tirol und Schützen Heil!</title>
		<link>https://dereckart.at/alles-fuer-tirol-und-schuetzen-heil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2026 14:04:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Landeskommandant Mjr.&#160;Christoph&#160;Schmid Heimat bewahren und Zukunft sichern – Der Auftrag des Südtiroler Schützenbundes Der Südtiroler Schützenbund versteht sich als Wertegemeinschaft, kultureller Schutzraum und politisches Gewissen der deutschen und der ladinischen Volksgruppe in Südtirol. Unsere Aufgabe ist es, Identität, Sprache und Geschichtsbewußtsein zu bewahren – nicht rückwärtsgewandt, sondern mit Blick auf kommende Generationen. In den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>von Landeskommandant Mjr.&nbsp;Christoph&nbsp;Schmid</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heimat bewahren und Zukunft sichern – Der Auftrag des Südtiroler Schützenbundes</h2>



<p></p>



<p>Der Südtiroler Schützenbund versteht sich als Wertegemeinschaft, kultureller Schutzraum und politisches Gewissen der deutschen und der ladinischen Volksgruppe in Südtirol. Unsere Aufgabe ist es, Identität, Sprache und Geschichtsbewußtsein zu bewahren – nicht rückwärtsgewandt, sondern mit Blick auf kommende Generationen. In den vergangenen Jahren hat der Südtiroler Schützenbund diesen Auftrag mit Nachdruck verfolgt. Die Zusammenarbeit mit den Schützen aller Landesteile Tirols und mit den bayerischen Gebirgsschützen wurde vertieft. In der Jugend- und Bildungsarbeit wurde verstärkt auf historische Aufklärung gesetzt, um jungen Menschen zu vermitteln, daß Heimat kein Zufallsprodukt sei, sondern das Ergebnis von Verantwortung und Einsatz. Gedenkveranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen – etwa zu den Katakombenschulen – haben gezeigt, daß Erinnerungspolitik keine Frage der Vergangenheit ist, sondern Grundlage für die Zukunft. Die Katakombenschulen mahnen uns bis heute. Ohne diesen mutigen Widerstand unserer Lehrerinnen und Lehrer gegen das faschistische Schulverbot wäre die deutsche Sprache in Südtirol ausgelöscht worden – so wie es im Elsaß geschehen ist. Die Geschichte lehrt uns, daß Sprache und Identität nicht selbstverständlich bestehen bleiben. Sie können verloren gehen, wenn sie nicht hartnäckig verteidigt werden.</p>



<p>Heute drohen keine offenen Verbote mehr, wohl aber schleichende Veränderungen. Die demographische Entwicklung in Südtirol zeigt besorgniserregende Tendenzen: Zwar liegt die Geburtenrate mit rund 1,58 Kindern pro Frau über dem staatsweiten Durchschnitt, doch bleibt sie unter dem Niveau, das für langfristiges natürliches Wachstum erforderlich wäre. Zugleich sanken die Geburtenzahlen in den letzten Jahren spürbar, und in einzelnen Jahren lagen sie sogar unter der Zahl der Todesfälle. Währenddessen beschäftigt sich die Politik lieber mit Themen wie der Erfassung von Hunde-DNA als mit der nachhaltigen Stärkung der traditionellen, christlichen Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft. Parallel dazu steigt der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung. 2024 lebten knapp 60.000 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Südtirol, was etwa 11 % der Bevölkerung entspricht und über dem staatsweiten Durchschnitt liegt; im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl spürbar gestiegen.</p>



<p>Diese Entwicklungen führen zu tiefgreifenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur und stellen eine reale Herausforderung für das Fortbestehen unserer Volksgruppe dar. Gleichzeitig ist eine zunehmende Identifikation vieler Südtiroler mit dem italienischen Staat zu beobachten, während die Bindung an Tirol und Österreich schwächer wird. Eine Politik, die ihren Blick fast ausschließlich nach Rom richtet, vernachlässigt diese Wirklichkeit – und schafft Bedingungen, in denen kulturelle Bindungen schwinden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heimat ist keine romantische Kulisse, sondern ein Auftrag. Wer sie nicht pflegt, wird sie verlieren.</h3>



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<p>Der Südtiroler Schützenbund will dieser Entwicklung entgegenwirken. Unser Ziel sind die Stärkung der deutschen und der ladinischen Schule, die Pflege der Tiroler Geschichte und der Schutz der Sprache im öffentlichen Raum. Wir wirken auf die Vertiefung der Bande zwischen Nord-, Ost- und Südtirol hin und bekennen uns klar zum Selbstbestimmungsrecht unseres Landes – nicht als Akt der Abgrenzung, sondern als Ausdruck demokratischer Reife. Wir erwarten von unseren Freunden in Österreich mehr als wohlwollende Erinnerungspolitik. Südtirol darf nicht aus dem Bewußtsein verschwinden; es braucht politische, kulturelle und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Die Möglichkeit einer österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler wäre ein starkes Zeichen dieser Verbundenheit – als Brücke zwischen den Landesteilen Tirols und als Schutzband gegen Entfremdung vom Vaterland Österreich.</p>



<p>Heimat ist keine romantische Kulisse, sondern ein Auftrag. Wer sie nicht pflegt, wird sie verlieren. Wer sie bewahrt, übernimmt Verantwortung – für Sprache, Kultur, Heimat und Freiheit. Der Südtiroler Schützenbund nimmt diese Verantwortung weiterhin wahr: manchmal laut, manchmal leise, aber immer bestimmt; nicht rückwärtsgewandt, sondern standhaft; nicht aus Abgrenzung, sondern aus Liebe zur eigenen Heimat und Identität. Alles für Tirol und Schützen Heil! </p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p>46 Jahre alt, aufgewachsen in Eppan/Berg, seit zwanzig Jahren wohnhaft in Neumarkt, vier Kinder; technischer Verantwortlicher des österreichischen Unternehmens Sodian (Vorchdorf) in Italien. Seit 2012 Mitglied im Südtiroler Schützenbund, Heimatkompanie Neumarkt a.d.Etsch, drei Jahre Lkdt.-Stv., seit 2025 Lkdt.</p>



<p></p>
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		<title>Politische Kursbestimmung in Südtirol</title>
		<link>https://dereckart.at/politische-kursbestimmung-in-suedtirol/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 17:05:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[BOZEN – Die folgende Umfrage behandelt die politischen Positionen deutscher Parteien in Südtirol zu Selbstverständnis, Zielsetzungen und Zusammenarbeit. Sie gibt einen interessanten Einblick in programmatische Schwerpunkte sowie strategische Überlegungen der jeweiligen politischen Akteure. Zugleich verdeutlicht sie die unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige Entwicklung des Landes. Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hat unsere Anfrage nicht beantwortet. Unsere [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>BOZEN</strong> – Die folgende Umfrage behandelt die politischen Positionen deutscher Parteien in Südtirol zu Selbstverständnis, Zielsetzungen und Zusammenarbeit. Sie gibt einen interessanten Einblick in programmatische Schwerpunkte sowie strategische Überlegungen der jeweiligen politischen Akteure. Zugleich verdeutlicht sie die unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige Entwicklung des Landes. Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hat unsere Anfrage nicht beantwortet.</p>



<p><strong>Unsere Gesprächspartner:</strong></p>



<p><strong>Otto Mahlknecht: </strong>Promovierter Jurist, Rechtsanwalt und Historiker. Von Oktober 2023 bis Juni 2024 gemeinsam mit Roland Stauder interimistisch Obmann der Freiheitlichen, seither Obmann-Stellvertreter. Verantwortlich für die Koalitionsverhandlungen mit der Südtiroler Volkspartei und den italienischen Mitte-Rechts-Parteien.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="800" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Otto-Mahlknecht-2.jpg" alt="" class="wp-image-11995" style="width:218px;height:auto" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Otto-Mahlknecht-2.jpg 800w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Otto-Mahlknecht-2-300x300.jpg 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Otto-Mahlknecht-2-150x150.jpg 150w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Otto-Mahlknecht-2-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Die Freiheitlichen</figcaption></figure>



<p><strong>Bernhard Zimmerhofer:</strong> (Bild rechts) 2005–2013 Gemeinderat in der Gemeinde Ahrntal, Koordinator des Selbstbestimmungsreferendums 2013, Mitglied im STF-Hauptausschuß, 2013–2018 Abgeordneter im Landtag; 2023 erneut gewählt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-11996" style="width:236px;height:auto" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q-1024x1024.jpg 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q-300x300.jpg 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q-150x150.jpg 150w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q-768x768.jpg 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-2q.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Süd-Tiroler Freiheit</figcaption></figure>



<p><strong>Jürgen Wirth Anderlan:</strong> (Bild rechts unten) Bauer, Skilehrer, Musiker und seit 2023 Abgeordneter zum Südtiroler Landtag. Der Kalterer war Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes. Als Aktivist gegen das Corona-Regime wurde er auch außerhalb seiner Heimat bekannt. Mit seiner Liste JWA hat er den Begriff „Remigration“ in Südtirol populär gemacht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-11997" style="width:243px;height:auto" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q-1024x1024.jpg 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q-300x300.jpg 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q-150x150.jpg 150w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q-768x768.jpg 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/18-3q.jpg 1416w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Liste JWA</figcaption></figure>



<p><strong>Wo verorten Sie Ihre Partei im Südtiroler Parteienspektrum?</strong></p>



<p><strong>Otto Mahlknecht: </strong>Wir Freiheitlichen verorten uns als national-liberale bis rechtskonservative Partei, vergleichbar mit der FPÖ. Wir sind im deutschen Spektrum die einzige Partei rechts der Mitte und ein wichtiges Korrektiv zur dominierenden Volkspartei.</p>



<p><strong>Bernhard Zimmerhofer: </strong>Ich würde sagen Mitte-Rechts. Die Ideale, auf denen die Bewegung insgesamt fußt, sind Freiheit, Demokratie und Patriotismus.</p>



<p><strong>Jürgen Wirth Anderlan:</strong> Wir sind keine Partei. Wir sind eine Stimme aus dem Volk, entstanden während der Corona-Proteste. Wir sind unkonventionell und halten wenig von Schubladen. Unsere zentralen Themen stehen für sich. Remigration, Sezession, Corona-Aufarbeitung. Und vor allem eine Politik, in der das Volk und der Volkserhalt an erster Stelle stehen und nicht Migranten und Profitinteressen.</p>



<p><strong>Warum braucht es trotz der Vielzahl patriotischer Bewegungen gerade Ihre Partei?</strong></p>



<p><strong>O. M.: </strong>Eine „Vielzahl patriotischer Bewegungen“ sehe ich nicht. Neben einzelnen Protestakteuren existiert im Wesentlichen nur die Süd-Tiroler Freiheit (STF) mit Sven Knoll an der Spitze. Mit dieser Partei verbindet uns wenig. Sie ist zwar ebenfalls sezessionistisch, ideologisch aber im christlich-konservativen Spektrum verortet, nicht im freiheitlichen. Bezeichnend ist etwa der Name ihrer Fraktionszeitung <em>Tiroler Stimmen</em>, das war im 19. Jahrhundert das politische Kampfblatt der Christlich-Konservativen, das vehement gegen die Freiheitlichen hetzte. Bis vor kurzem war die STF zudem Mitglied der Europäischen Freien Allianz (EFA), einer grün-sozialistischen Parteienfamilie auf EU-Ebene. Erst nach dem Abgang von Eva Klotz orientierte sich die STF in einzelnen Punkten – etwa beim Migrationsthema – stärker an unseren freiheitlichen Positionen; für mich wirkt das wenig glaubwürdig.</p>



<p>Da wir im Gegensatz zur STF eine Rechtspartei sind, verbindet uns ideologisch einiges mit den italienischen Rechtsparteien, die die STF immer nur als „Faschisten“ beschimpft. Mir sind italienische Rechte jedenfalls wesentlich lieber als diese Sozis von PD &amp; Co., an die sich die SVP und die STF immer anbiedern.</p>



<p><strong>B. Z.:</strong> Die Süd-Tiroler Freiheit ist die erste Adresse, wenn es um die Selbstbestimmung geht! Wenn es uns nicht gäbe, dann würden im Landtag Themen wie z.B. Toponomastik oder das Recht auf Gebrauch der Muttersprache kaum vorkommen!</p>



<p><strong>J. W. A.: </strong>Weil die Liste JWA ihren Fokus auf das Thema legt, das über unsere Existenz entscheidet. Den Volkserhalt. Südtirol ist seit über 1.200 Jahren mehrheitlich deutsch. 1910 lebten 250.000 Menschen in Südtirol. Rund 90 Prozent davon waren Deutsche. 2024 lag die Einwohnerzahl bei 535.000 – wovon jedoch nur mehr 57 Prozent Deutsche waren. Wenn wir die Massenmigration nach Südtirol nicht stoppen und umkehren (Remigration), werden wir zu einer Minderheit im eigenen Land. Damit wären alle Leistungen und Kämpfe unserer Vorfahren umsonst. Dann stirbt jede Chance auf Selbstbestimmung und schließlich unsere Volksgruppe.</p>



<p><strong>Welchen politischen Status strebt Ihre Partei für Südtirol letztlich an?</strong></p>



<p><strong>O. M.: </strong>Wir fühlen uns der deutschen Sprach- und Kulturgemeinschaft sowie dem österreichischen Vaterland verbunden. Politisch setzen wir uns für einen Freistaat Südtirol ein, in dem die verschiedenen Volksgruppen gemeinsam Verantwortung tragen.</p>



<p><strong>B. Z.: </strong>Ziel der Bewegung „SÜD-TIROLER FREIHEIT – Freies Bündnis für Tirol“ ist, unter Berufung auf Artikel 1 der UNO-Menschenrechtspakte, die Durchsetzung des Rechtes auf Selbstbestimmung für die Süd-Tiroler!</p>



<p><strong>J. W. A.: </strong>Einen Staat Südtirol. Natürlich sind wir Südtiroler Tiroler und damit Österreicher und Deutsche. Doch aktuell ist ein eigenständiger Staat nicht nur die realistischste Variante, um möglichst viele Menschen für die Sezession zu gewinnen, sondern diese Variante bietet auch andere Möglichkeiten – wie den Ausstieg aus der EU oder eine eigenständige Migrationspolitik. Aber auch eine souveräne Sozial- und Wirtschaftspolitik, die die Interessen des Volkes in den Mittelpunkt stellt. Bücher wie <em>Kann Südtirol Staat?</em> belegen klar, daß die Eigenstaatlichkeit möglich ist.</p>



<p><strong>Wie beurteilen Sie die Regierungsbeteiligung der Südtiroler Freiheitlichen – grundsätzlich bzw. deren konkrete Ergebnisse in der Regierung?</strong></p>



<p><strong>O. M.: </strong>Die freiheitliche Regierungsbeteiligung ist ein Segen für Südtirol. Wir sind das nationale Gewissen der Landesregierung, etwa beim Schutz der deutschen Schule. Nach Jahrzehnten des Stillstandes wurde durch uns die große Wohnreform 2025 umgesetzt, die den Interessen der Einheimischen stärker Rechnung trägt. Zudem haben wir neue Akzente in der Sicherheitspolitik gesetzt und treiben den Ausbau der Ortspolizei zu einer schlagkräftigen und deutschsprachigen Südtiroler Polizei inklusive einer Landespolizeischule voran.</p>



<p><strong>B. Z.: </strong>Die Freiheitlichen haben sich auf Grund der Regierungsbeteiligung schon gespalten. Die Zielsetzungen dieser Partei sind mit jenen der italienischen Regierungsparteien nicht kompatibel.</p>



<p><strong>J. W. A.: </strong>Solange mit der Regierungsbeteiligung nicht grundlegende Weichenstellungen in Richtung Migrationsstop, Remigration und Sezession verbunden sind, sind einzelne Reformen vollkommen nebensächlich. Unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht sind. Wir sitzen in einem Zug, der mit Vollgas auf einen Abgrund zurast. Da nützt es wenig, wenn der Zugführer die Mütze wechselt oder 2&nbsp;km/h langsamer fährt. Der Zug muß gestoppt werden.</p>



<p><strong>Auf welchen Gebieten arbeiten die patriotischen deutschen Parteien Südtirols schon jetzt zusammen?</strong></p>



<p><strong>O. M.: </strong>Es gibt keine Zusammenarbeit mit der STF – im Gegenteil! Diese beschimpft uns teils unflätig und redet alles an unserer Arbeit schlecht. Berührungspunkte bestehen lediglich in einzelnen Sachfragen, etwa beim Einsatz für die muttersprachliche Schule und bei der Forderung nach Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler.</p>



<p><strong>B. Z.: </strong>Etwa beim Thema Migration.</p>



<p><strong>J. W. A.: </strong>Auf inhaltlicher Ebene, wenn es darum geht, sinnvolle Beschlußanträge der anderen patriotischen deutschen Fraktionen zu unterstützen. Die Liste JWA war immer gegen Fraktionszwänge und für eine inhaltsbezogene Politik. Was gut ist, sollte unterstützt werden, egal von wem es kommt. Deshalb gab es auf Gemeindeebene – etwa in Kaltern – auch gemeinsame Wahlantritte mit den Freiheitlichen, aber ebenso Begehrensanträge im Landtag mit der Unterstützung der Süd-Tiroler Freiheit.</p>



<p><strong>Können bzw. sollen sich die verschiedenen Bewegungen langfristig zusammenschließen –<br>und falls nein, warum nicht?</strong></p>



<p><strong>O. M.: </strong>Einen Zusammenschluß mit der STF kann ich mir nicht vorstellen. Dafür gibt es wie gesagt viel zu wenig Berührungspunkte. Es wäre auch nicht sinnvoll. Die STF wird nie in der Landesregierung sein, während die Freiheitlichen gerade bravourös zeigen, wie intelligente rechte Regierungspolitik gemacht wird. Südtirol braucht eine handlungsfähige Mitte-Rechts-Politik, davon bin ich überzeugt.</p>



<p><strong>B. Z.: </strong>Meine persönliche Meinung: Die Zeit arbeitet gegen uns, deshalb ist es notwendig, alle patriotischen Kräfte zu bündeln mit dem Ziel Selbstbestimmung. Wie diese letztendlich aussehen wird, das soll die Bevölkerung entscheiden.</p>



<p><strong>J. W. A.: </strong>Wenn der Zusammenschluß dazu führt, daß die Kräfte gebündelt und die zentralen Positionen – Remigration, Sezession – gestärkt werden, dann ja. Wenn er dazu führt, daß Kernpositionen aufgegeben werden, nur um „wählbarer“ zu sein, dann nein. Wir waren dahingehend immer klar. Wir wollen keine Massenmigration, keine Massenintegration, keine Mischschulen. Wir wollen Südtirol als Land der deutschen Südtiroler erhalten. </p>



<p><em>Redaktion: Andreas Raffeiner</em></p>
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		<title>Paul Gerhardt – widerständiger Kirchenmann</title>
		<link>https://dereckart.at/paul-gerhardt-widerstaendiger-kirchenmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 16:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (74) Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal. Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (74)</h2>



<p>Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal.</p>



<p>Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. Gerhardt besuchte die Fürstenschule St. Augustin in Grimma und studierte ab 1628 in Wittenberg Theologie. Dort lernte er auch das Werk des Poeten August Buchner, der in Wittenberg dozierte, kennen und dazu weitere Personen, die Gerhardts spätere Verbindung von Frömmigkeit und Dichtkunst prägten.</p>



<p>1643 ging Gerhardt nach Berlin und arbeitete zunächst als Hauslehrer. 1657-67 war er als Pfarrer an der Berliner Nikolaikirche tätig. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete Gerhardt in weiteren Liedtexten, in die er auch theologische Themen einarbeitete. 1651 wurde Gerhardt Pfarrer in der St.-Moritz-Kirche in Mittenwalde im heutigen Brandenburg. In dieser Zeit verfaßte er u. a. das bekannte Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“. Anfang 1655 heiratete Paul Gerhardt, aus seiner Ehe überlebte am Ende nur ein Kind die Eltern.</p>



<p>Als Brandenburgs Kurfürst Friedrich Wilhelm das Berliner Religionsgespräch einberief, um das reformierte und das lutherische Bekenntnis miteinander zu versöhnen, nahm Gerhardt als ein lutherischer Vertreter daran teil. Der reformiert gläubige Kurfürst erließ 1664 ein Toleranzedikt, das der Lehre der Reformierten Vorschub leistete und das auch die Lutheraner unterzeichnen sollten. Gerhardt verweigerte seine Unterschrift, was dazu führte, daß er als Pfarrer entlassen wurde. Nach Protesten einiger Bürger und märkischer Landstände setzte der Kurfürst Gerhardt zwar wieder ein, doch lehnte der eine Rückkehr ins Amt aus Glaubens- und Gewissensgründen ab. Ab 1668 übernahm Gerhardt in Lübben (Spreewald) geistliche sowie seelsorgerische Tätigkeiten.</p>



<p>Paul Gerhardt verstarb am 27. Mai 1676 nach julianischem Kalender (6. Juni 1676 nach gregorianischem) in Lübben, wo seit 1930 die Kirche nach ihm benannt ist. Im seinem tätigen Leben zeigte er nicht nur große Spiritualität, sondern auch Mut vor den Mächtigen: Immerhin nahm er seine Wiedereinsetzung als Pfarrer durch den Kurfürsten nicht an. Eigener Glaube und eigenes Gewissen besaßen für diesen Theologen und Kirchenlieddichter einen höheren Stellenwert als die Macht eines Fürsten.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Vom Bauen in Südtirol</title>
		<link>https://dereckart.at/vom-bauen-in-suedtirol/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 06:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Michael Demanega Eine Häuserlandschaft in Südtirol ist zumeist schon auf den ersten Blick von einer Häuserlandschaft, die etwa in Niederösterreich liegt, zu unterscheiden. Das betrifft nicht nur die Struktur der Dörfer, sondern mitunter auch die Einzelbauwerke, die Materialien, die Konstruktionsart, die Art und Weise insgesamt, wie Menschen bauen und wohnen. Martin Heidegger unterstreicht die [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Michael Demanega</em></p>



<p></p>



<p><strong>Eine Häuserlandschaft in Südtirol ist zumeist schon auf den ersten Blick von einer Häuserlandschaft, die etwa in Niederösterreich liegt, zu unterscheiden. Das betrifft nicht nur die Struktur der Dörfer, sondern mitunter auch die Einzelbauwerke, die Materialien, die Konstruktionsart, die Art und Weise insgesamt, wie Menschen bauen und wohnen.</strong></p>



<p></p>



<p>Martin Heidegger unterstreicht die tiefere Bedeutung, die dem Bauen innewohnt:</p>



<p><em>Was heißt nun Bauen? Das althochdeutsche Wort für bauen, „buan“, bedeutet wohnen. Dies besagt: bleiben, sich aufhalten. Die eigentliche Bedeutung des Zeitwortes bauen, nämlich wohnen, ist uns verlorengegangen. Die Art, wie du bist und ich bin, die Weise, nach der wir Menschen auf der Erde sind, ist das Buan, das Wohnen. Mensch sein heißt: als Sterblicher auf der Erde sein, heißt: wohnen. Das alte Wort bauen, das sagt, der Mensch sei, insofern er wohne, dieses Wort bauen bedeutet nun aber zugleich: hegen und pflegen, nämlich den Acker bauen, Reben bauen.</em></p>



<p>Befaßt man sich mit dem bodenständigen Bauen in Südtirol, dann greifen im Rahmen einer Charakterisierung verschiedene Ebenen ineinander. Erstens ethnische oder kulturelle Komponenten. Weiters geographische Komponenten, die mit dem Klima zusammenhängen. Dann Geologie und Geomorphologie mit der Frage, welche Baustoffe der Boden hergebe und wie steil und wie sicher gegen Naturgefahren das Land sei. Wesentlich ist aber auch die Vegetation: Gibt es Wälder und wenn ja, welche? Zuletzt ist das Eigentumsrecht entscheidend: Wie werden die Bauparzellen aufgeteilt, wem gehört das Land, welche Siedlungsformen werden begünstigt, wie wird Eigentum von Generation zu Generation übertragen? Nicht zu vergessen ist die Wirtschaftsform – ob Ackerbau und Getreidebau oder Viehwirtschaft betrieben wird, hat wesentliche Auswirkungen auf die Ausprägung von Haus und Hof.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Deutliche Unterschiede zwischen Welschtirol und Deutschtirol</h3>



<p></p>



<p>Geht man von Tirol als einer historisch-politischen Einheit aus, so werden zuallererst einmal die Unterschiede zwischen Welschtirol und Deutschtirol deutlich. Die Baukultur Südtirols unterscheidet sich deutlich von der Baukultur südlich von Südtirol. Während die deutsche Besiedlung Tirols darauf hinaus lief, daß Höfe in kühner Lage errichtet wurden, die unteilbar waren, wurde das bäuerliche Eigentum in den romanischen Tälern durch die praktizierte Realteilung immer weiter zerstückelt. In Deutschtirol prägen stolze Höfe das Landschaftsbild, die augensichtlich aus der Natur gerodet wurden, während sich in Welschtirol vorwiegend romanische Haufensiedlungen vorfinden. Es vollzieht sich, wenn man von Nordtirol nach Südtirol und weiter nach Welschtirol reist, aber auch fortlaufend ein Übergang von einem alpinen zu einem zunehmend mediterranen Territorium.</p>



<p>Der Österreichische Ingenieur- und Architekten-Verein (ÖIAV) gab 1906 eine Übersicht über die Bauernhöfe in Österreich-Ungarn heraus. Die Wohnverhältnisse in Welschtirol wurden darin wie folgt charakterisiert:</p>



<p><em>„In derselben Wohnung, welche in der Regel nur aus zwei Räumen besteht, müssen alle Familienmitglieder von zwei und drei Geschlechtern wohnen, und die Leute vertragen sich in der Regel recht gut.“ Im deutschen Etschtal wird die Situation hingegen deutlich anders beschrieben: „Im allgemeinen herrscht im Etschtale, den Seitentälern und auf den Höhen die getrennte Hofanlage mit besonderem Wohnhause und Stallscheuer. Die Weinbauern haben kleinere oder gar keine Tennen über dem Stalle. In der reichen Wein- und Obstbaugegend in den niederen Lagen sieht man oft städtisch beeinflußte, südlich von Bozen schloßähnliche Häuser in wechselnder Anlage. Die jetzigen Bewohner entsprechen jedoch nicht der Hofanlage. Viele Höfe besaßen nachweisbar früher besondere Rechte, größeres Einkommen und wahrscheinlich auch größere Bestiftung, wie die Ansitze um Eppan, die Schildhöfe bei Meran u. a., was auch in anderen Gegenden Tirols vorkommt.“</em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-11986" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross-1024x683.jpeg 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross-300x200.jpeg 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross-768x512.jpeg 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross-1536x1024.jpeg 1536w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/AdobeStock_132994208-Gross.jpeg 1620w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Adobe Stock, S.Feistle<br>Südtiroler Bergbauernhof</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">In Südtirol dominiert der Paarhof.</h3>



<p></p>



<p>Mit Blick auf Südtirol wird in erster Linie deutlich, daß bezugnehmend auf die landwirtschaftlichen Bauweisen der Paarhof überwiegend dominiert. Wohntrakt und Wirtschaftstrakt sind bei landwirtschaftlichen Höfen getrennt. Das trifft insbesondere auf Vollerwerbsbauern zu, während bei Nebenerwerbsbauern in Südtirol durchaus auch Einhöfe vorkommen. Dort, wo der landwirtschaftliche Betrieb also eine bestimmte Größenordnung erreichte, trennte man das Wohnen im Sinne einer Rationalisierung vom Wirtschaften. Davon ausgenommen sind Weinbauernhöfe, die wirtschaftlich anders organisiert sind. Der Weinbauer ist deutlich weniger autark als der Viehbauer, lebt vom Handel mit dem Wein, sodaß sich unter Rückgriff auf die Geldwirtschaft ein bestimmter Wohlstand ausbilden konnte. Ähnliche stellen die Höfe in Osttirol vielfach Paarhöfe dar, während Nordtirol in Richtung Einhof tendiert, was im übrigen auch auf Bayern oder Salzburg zutrifft, weshalb in der historischen Literatur von Bauernhäusern „bayrischer oder Salzburger Art“ die Rede ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nur 5,5 Prozent der Fläche Südtirols gelten als bebaubar.</h3>



<p></p>



<p>Die Tendenz zum Paarhof erklärt sich auch durch die Steilheit des Geländes in Südtirol. Nur 15 Prozent Südtirols liegen unterhalb von 1.000 Höhenmetern. Als bebaubar gelten nur 5,5 Prozent der Fläche Südtirols. Im steilen Gelände ist es nicht ohne weiteres möglich, stolze Einhöfe zu bauen. Der verfügbare Raum und auch die Zufahrt sind durch das Gelände beschränkt. Es ist deutlich einfacher, mehrere kleinere Bauwerke aneinander zu reihen und diese Gebäude gegebenenfalls zu erweitern. Ausgehend vom Wohnhaus und dem Wirtschaftsgebäude sowie der in Tirol obligatorischen Hauskapelle wurden die Bauernhöfe vielfach mit weiteren Gebäuden ausgestattet, je nachdem, wie die konkreten Bedürfnisse gegeben waren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Neben Baugrund und Gebäudeanordnung entscheidet das Material über Wahrnehmung und Identität.</h3>



<p></p>



<p>Neben der Bereitstellung des Baugrundes sowie der Anordnung der Gebäude entscheidet die Materialität wesentlich über die Wahrnehmung und Identität. Die Materialität ist im gesamten Etschtal, also im Süden Südtirols, auf den Mauerwerksbau ausgerichtet. Je weiter man sich in Richtung Norden bewegt, werden im Eisacktal und im Pustertal die Holzkonstruktionen häufiger. Es handelt es sich zwar stets um Mischbauwerke aus Stein und Holz, es wird aber deutlich, daß der Holzeinfluß nordwärts zunimmt und teilweise sogar gegenüber dem Mauerwerksbau überwiegt. Im Raum Innsbruck wird dann der Mauerwerksbau wieder stärker.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nadelwälder ergeben andere Dächer als Laubwälder.</h3>



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<p>Charakteristisch ist aber auch das Material, mit dem ein Dach gedeckt wird. Während in Südtirol, insbesondere in der südlichen Landeshälfte, Mönch- und Nonnenziegel häufig vorkommen, sind diese weiter im Norden eher selten anzutreffen und konzentrieren sich mehr auf sakrale Bauwerke. Das Material, mit dem das Dach gedeckt wird, ergibt sich nicht nur aufgrund der lokalen Verfügbarkeit von Dachziegeln, Schindeln oder Steinplatten, sondern hat auch mit der Dachkonstruktion zu tun. Im gesamten Alpenraum ist das Pfettendach dominierend. Durch die Verfügbarkeit von Nadelbäumen, die gerade, lange Stämme haben, ist es naheliegend, Pfetten, also längsgerichtete Dachträger, auf Mauerwerk oder auf Stützen aufliegen zu lassen. Das Pfettendach wird relativ flach ausgeführt. Daraus ergibt sich der Vorteil, daß der Schnee lange am Dach bleibt und das Dach dämmt. Das Pfettendach kann technisch problemlos mit einem Dachüberstand ausgeführt werden. Die Dachdeckung wird aufgrund der geringen Dachneigung im ländlichen Bauen ohne weitere Probleme mit Schindeln aus Lärchenholz oder Stein ausgeführt.</p>



<p>Dort, wo vorwiegend Laubwälder vorherrschen, beispielsweise im österreichischen Flachland, ist das Holz gekrümmter und astreich, sodaß mit kürzeren Bauelementen gearbeitet werden muß. Die Baumstämme sind wenig geeignet, um als lange Dachträger eingesetzt zu werden. Stattdessen werden die kürzeren Holzelemente als Fachwerk eingesetzt und im Bereich der Dachkonstruktion zu dreieckigen Elementen vereint. Das Dach „steht“ also als ein Dreieck. Günstig ist daraus folgend ein steiles, um rund 45 Grad geneigtes Sparrendach, das in der Regel keinen Dachüberstand hat, weil ein solcher aufwändig wäre. Für Legeschindeln ist das Dach zu steil, es kommen stattdessen etwa Biberschwanzziegel zum Einsatz. Insbesondere im südlichen Etschtal, am Ritten, im Raum Bozen und südlich davon ist das Krüppelwalmdach üblich. Ein Walmdach hat vier geneigte Dachseiten. Beim Krüppelwalmdach sind hingegen zwei Seiten nicht vollständig abgeschrägt. Es handelt sich folglich um eine Mischung aus Walmdach und Satteldach. Diese Dachform prägt weite Teile Südtirols, vor allem des südlichen Südtirols.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="735" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-23-084354-Gross-Mittel-1024x735.png" alt="" class="wp-image-11987" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-23-084354-Gross-Mittel-1024x735.png 1024w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-23-084354-Gross-Mittel-300x215.png 300w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-23-084354-Gross-Mittel-768x551.png 768w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-23-084354-Gross-Mittel.png 1070w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">In Südtirol treffen im Bereich der Bauwerke zwei Welten aufeinander.</h3>



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<p>Einerseits der nordische Holzbau und andererseits der südliche Steinbau. Man darf annehmen, daß bereits die Räter und Rätoromanen, bevor die Bajuwaren das Land nach der Rodung besiedelten und auf Holz setzten, Meister des Steinbaus und der Gewölbekonstruktionen waren. Mit der bajuwarischen Besiedelung wurden zahlreiche Einzelhofsiedlungen als Neusiedelland angelegt, um Viehwirtschaft zu betreiben. Die bestehenden Dörfer, das Altsiedelland, weichen mit ihren engen und dichten Dorfkernen folglich in Konstruktion und Bauweise von den neuen Besiedelungen ab, die durch Rodungen als stolze Höfe entstanden sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Prägende Moden</h3>



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<p>Neben den materiellen und konstruktiven Voraussetzungen sind es aber die Moden, die das Bauen prägen, also das, was man gemeinhin als Baukunst oder Architektur bezeichnet. Ein Blick auf die architektonischen Epochen liefert weitere Antworten zur Frage nach der Baukultur in Südtirol. Für die romanische Epoche zwischen 11. und 13. Jh. war es in Südtirol charakteristisch, einen steinernen Unterbau zu errichten und die Wohnräume in Holzbauweise darauf zu setzen. In der Gotik setzte in Tirol ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der durch den Handel zwischen Süddeutschland und Venedig sowie durch den Silber- und Kupferbergbau vorangetrieben wurde. Baulich schlägt sich die Epoche in zwei Stoßrichtungen nieder. Einerseits in der Schaffung kubischer, vieleckiger Baukörper, frei in der Landschaft stehend, andererseits in der reichen Innengestaltung der Häuser mit feinen Steinmetzarbeiten und künstlerisch ausgestatteten gotischen Stuben. Der Erker gilt seit der Gotik als beliebter Vorbau der Fassade. Ursprünglich hatte der Erker eine wehrtechnische Bedeutung, wurde jedoch immer öfters als Erweiterung des Wohnraumes verwendet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Renaissance verändert alles: Vom gotischen „Winkelwerk“ zum identitätsstiftenden „Überetscher Stil“.</h3>



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<p>Ausgehend von Oberitalien sollte die Baukunst im Sinne des Humanismus und des antiken Ideals weitreichend evolutioniert werden. Die Renaissance erfaßte Oberitalien, ging als architektonischer Hochstil auch auf Süddeutschland über, konnte in Tirol jedoch kaum eigenständige Bauwerke ausbilden. Die Nähe Tirols oder Südtirols zu Italien war folglich noch lange kein Grund, die Bautraditionen zu übernehmen, wenngleich oberitalienische Baumeister auch in Südtirol zahlreiche Aufträge annahmen. Die Renaissance setzte auf regelmäßige, geschlossene Fassaden und auf eine symmetrische Grundrißanordnung. Um 1600 wanderten zahlreiche oberitalienische Baumeister nach Tirol. Die unregelmäßigen, aber malerischen Bauformen der Gotik, die sie vorfanden, das sogenannte „Winkelwerk“, wurde weiterentwickelt, „domestiziert“, mit Symmetrie und Regelmäßigkeit ausgestattet. Der Kunsthistoriker Josef Weingartner definiert diesen spezifischen Stil als „Überetscher Stil“, weil er charakteristisch ist für das Gebiet zwischen Trient und Bozen bis Brixen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Es bleibt „die alte deutsche Freude an malerischer Abwechslung lebendig“.</h3>



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<p>Verbreitet ist der Überetscher Stil dort, wo der Weinbau jenen Reichtum ermöglichte, der es vornehmen Familien zwischen 1550 und 1650 erlaubte, sich herrschaftliche Ansitze im Stil der Zeit zu errichten. Der Stil wirkte darüber hinaus identitätsstiftend für die Region. Josef Weingartner hebt hervor, daß trotz des Einflusses der Renaissance in Tirol „die alte deutsche Freude an malerischer Abwechslung lebendig“ geblieben sei. Daraus folgend vollzog sich zwar eine zunehmende Regelmäßigkeit in Grundriß und Fassade, es entstanden jedoch auch Erker, Freitreppen, Loggien sowie unregelmäßige Dachvorsprünge, sodaß charakteristische Gestaltungselemente beibehalten wurden. Weingartner urteilt: „So ist also der sogenannte Überetscherstil, dessen Blüte vom Ende des 16. bis zur Mitte des 17. Jh. reicht, nichts anderes als eine lokale Abart der von Süden heraufdringenden Renaissancebauweise, die aber auch den Zusammenhang mit der vorangehenden deutschgotischen Bauart nicht aufgibt.“</p>



<p>Befaßt man sich baukulturell mit dem Überetscher Stil, wird deutlich, daß die Mitte des Hauses ein Flur oder Saal einnimmt, seitlich sind die Seitenräume symmetrisch angeordnet. Ein großes, steingerahmtes Haustor bildet die Mittelachse. Der mittige Flur oder Saal ist mit Doppelbogenfenstern ausgestattet. Die übrigen Fenster sind viereckig in streng regelmäßigen Reihen angeordnet. Während Erker und sonstige unregelmäßige Vorsprünge im Rahmen der Baukunst der Renaissance vermieden werden, erfreuen sich diese in Südtirol im Rahmen des „Überetscher Stils“ großer Beliebtheit.</p>



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		<title>Flanieren, ein Zeichen der Muße</title>
		<link>https://dereckart.at/flanieren-ein-zeichen-der-musse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 10:49:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heftschwerpunkte]]></category>
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					<description><![CDATA[von Erich Körner-Lakatos Gedanken zur Entschleunigung Das Flanieren – sohin das beinahe provokant langsame Umherschlendern ohne rechtes Ziel – macht denjenigen, der es sich gönnt, irgendwie verdächtig. Was hat der Mensch im Sinne? Hat er nichts zu tun? Sucht er gar ein passendes Objekt, ein Haus oder Fahrzeug, in das er nach Einbruch der Dunkelheit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Erich Körner-Lakatos</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gedanken zur Entschleunigung</h2>



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<p>Das Flanieren – sohin das beinahe provokant langsame Umherschlendern ohne rechtes Ziel – macht denjenigen, der es sich gönnt, irgendwie verdächtig. Was hat der Mensch im Sinne? Hat er nichts zu tun? Sucht er gar ein passendes Objekt, ein Haus oder Fahrzeug, in das er nach Einbruch der Dunkelheit einbrechen will? Das Flanieren ist heutzutage generell weitgehend tabu. Sicher, an einem lauen Urlaubsabend an der Meeresküste, da mag solches angehen. Aber sonst? Mit dem Flanieren als Zeichen der Muße verhält es sich anders als mit den meisten Verhaltensweisen. Denn heute darf man vieles, was früher strikt verpönt gewesen ist: zum Beispiel Mann und Frau ohne Trauschein unter einem Dach. Das Tabu der Nacktheit ist nicht nur gefallen, es hat sich sogar ins Gegenteil verkehrt. Die Reklametafeln sind voll mit spärlich bekleideten jungen Damen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Mit Max Webers </em>Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus <em>hört sich das gemütliche Dasein auf.</em></h3>



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<p>Bei der Muße – das Flanieren ist ja bloß eine äußere Form dieses entspannten Lebensgefühls – ist es gerade umgekehrt: Was früher alltäglich war, scheint seit ungefähr anderthalb Jahrhunderten verpönt zu sein. Ab da ist Betriebsamkeit angesagt, die Stechuhr wird zur Taktgeberin. Die Industrialisierung zwingt den Arbeiter zum Schuften um der bloßen Existenz willen. Mit Max Webers Werk <em>Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus</em> hört sich dann das gemütliche Dasein selbst für den Fabriksherrn auf. Rastloses Schaffen, bisher nur in calvinistisch beeinflußten Gegenden üblich, greift auf katholisch geprägte Landstriche über. Weber schreibt: „Nicht Muße und Genuß, sondern nur Handeln dient dem unzweideutig geoffenbarten Willen Gottes zur Mehrung seines Ruhmes. Zeitvergeudung ist also die erste und prinzipiell schwerste aller Sünden.“ Allem Work-Life-Balance-Gerede zum Trotz verlangt in unseren Tagen die hektische Betriebsamkeit einen Arbeitsmenschen, der von der fraglosen Wichtigkeit der von ihm zu leistenden Handgriffe überzeugt ist. Mit dieser Fixierung gerät sohin eine andere Eigenschaft, um nicht zu sagen <em>conditio humana</em>, ins Visier: die Muße. Der Zwillingsbruder der Muße ist der Müßiggang, dem a priori etwas Negatives anhaftet, er ist bekanntlich aller Laster Anfang. Vor allem bei der Unterschicht, die seit jeher im Rufe steht, wenig leistungsbereit zu sein. Das war schon seit Jahrhunderten so, wie ein von Rolf Schwendter (<em>Reiche speisen, Arme essen</em>, 2005) ausgegrabenes G’stanzl aus dem 19. Jh. bezeugt, das aus dem Wiener Vorort Erdberg stammt: „Fünf Kreuzer für d’Suppn, fünf Kreuzer fürs Kraut, auf d’Arbeit wird pfiffen…“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heute bummeln selbst die alten Herren nur noch mit schlechtem Gewissen.</h3>



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<p>Heutzutage gerät die schlichte Weisheit, man könne sich auch auf zwei Beinen fortbewegen, ins Vergessen. Das einfache Schreiten, der zweckfreie wie ziellose Spaziergang, der Gefühle und Gedanken in uns aufsteigen läßt, die man im Rahmen des rastlosen Alltags gleichsam unterdrückt, wird zum recht zweifelhaften Vergnügen. Der schlendernd seines Weges Ziehende wird in den Augen seiner Mitmenschen zum Bummler, zumal wenn er im arbeitstüchtigen Alter steht. Ein solcher Außenseiter provoziert in den ihm Begegnenden die Frage: „Was fällt denn dem ein, hat der nichts Besseres zu tun?“ Der von solch stummen Fragen, ja Anklagen Betroffene mag sich der Übertretung der von allen stillschweigend akzeptierten Regel – immer und um jeden Preis betriebsam zu sein – bewußt sein; er wird vorbringen, er gehe spazieren, weil es der Arzt ihm verordnet habe. Oder weil er vor einer große Herausforderung stehe, für deren Bewältigung er sich fithalten müsse.</p>



<p>Aus meiner Jugendzeit sind mir die alten Herren in Erinnerung. Pensionäre, die im Wiener Stadtpark in endlosen Gesprächen auf- und ab wandelten. Wesen, über die die Zeit ein mildes Regiment zu führen schien. Heute kommt mir vor, als ob selbst die alten Herren nur noch mit schlechtem Gewissen bummeln. Seit der Antike gilt der Grundsatz des Alterns in Würde. So prägte Cicero den Begriff des <em>otium cum dignitate</em>, der mit philosophischer Betätigung verbrachten würdevollen Muße in Zurückgezogenheit, zu der auch das vermeintlich ziellose Bummeln gehört.</p>



<p>Auch in unseren Breiten ist es hoch an der Zeit, das Tabu zu brechen und die Muße kleinweis’ wiederzubeleben. Zum Beispiel am Sonntag. In meiner Kindheit waren die Geschäfte am Sonntag geschlossen. Man durfte länger schlafen, frühstückte gemütlich. Nach dem Sonntagsbraten – „unter der Woche“ Fleisch zu essen, galt als unschicklich – machte es sich jedermann bequem, döste vor sich hin. Und ging danach flanieren… </p>



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		<title>Zweiundvierzig Stunden</title>
		<link>https://dereckart.at/zweiundvierzig-stunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 16:11:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heftschwerpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Eva Klotz Der Gewaltmarsch des Georg Klotz Wir Angehörigen des Südtiroler Freiheitskämpfers Georg Klotz konnten uns die Strapazen seines Fluchtweges, eines regelrechten Gewaltmarsches, nicht vorstellen, solange wir zumindest Teile der Strecke nicht mit eigenen Füßen „erwandert“ hatten. Dabei vollzogen wir diese in mehreren Tagesetappen, nicht in einem Stück wie unser Vater damals im September [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Eva Klotz</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Gewaltmarsch des Georg Klotz</h2>



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<p>Wir Angehörigen des Südtiroler Freiheitskämpfers Georg Klotz konnten uns die Strapazen seines Fluchtweges, eines regelrechten Gewaltmarsches, nicht vorstellen, solange wir zumindest Teile der Strecke nicht mit eigenen Füßen „erwandert“ hatten. Dabei vollzogen wir diese in mehreren Tagesetappen, nicht in einem Stück wie unser Vater damals im September 1964, als er sich nach dem Mordanschlag in einer Heuhütte in Passeier zu Fuß über Berge und Gletscher vor Tausenden von italienischen Verfolgern nach Nord-Tirol retten konnte. Er hatte viel Blut verloren, trug eine Kugel in der Brust und hatte Wundfieber. Zweiundvierzig Stunden, also zwei lange Tage und eine ganze Nacht lang war er unterwegs, konnte nicht frei gehen, wie wir dann später, sondern mußte versuchen, möglichst gedeckt durch Bäume an der Waldgrenze oder durch größere Steinblöcke auf den Hochalmen des hintersten Passeiertales voran zu kommen. Hörte er nahende Aufklärungsflugzeuge, warf er sich dort, wo keine Deckung war, sofort auf den Boden und rührte sich nicht. Er hatte sich auf der Flucht von Verwandten auf einem der entlegenen Bergbauernhöfe einen unauffälligen Lodenrock und einen Hut, wie ihn die Hirten tragen, besorgen können. So, regungslos auf dem Boden liegend, blieb er zweimal von den Hubschraubern, welche die weite Gegend nach ihm absuchten, unentdeckt.</p>



<p>Auf einem unserer Fluchtweg-Märsche begleitete meinen Bruder und mich ein Bergbauer, der 1964 ein 14jähriger Hirte gewesen war, hoch über dem Dorf Stuls, das zur Gemeinde Moos in Passeier gehört. Er stieg mit uns die „Gande“, eine nicht ungefährliche Geröllhalde hinan, von der aus man, sämtliche Almhütten umgehend, auf einen Bergrücken gelangt, der sich Richtung Schneeberg erstreckt und von weiter unten nicht mehr einsehbar ist. Luis, der Bauer, zeigte und erklärte uns die weite Gebirgslandschaft. Wir konnten so nicht nur die ganze Gegend mit eigenen Augen genauestens erkunden, sondern auch weitere Strecken des Fluchtweges unseres Vaters einsehen und im Geiste nachvollziehen. Luis sagte während unseres Marsches mehr als einmal: „Wenn ich sie (er meinte unseren Vater und dessen Begleiter) nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, ich würde niemals glauben, daß sie das ,gepackt‘ haben!“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Georg Klotz hatte viel Blut verloren, Wundfieber und eine Kugel in der Brust.</h3>



<p></p>



<p>Dieser Fluchtweg ist vor allem in den letzten Jahren von vielen, auch jungen und körperlich kräftigen Menschen, begangen worden, allerdings immer nur in einzelnen Abschnitten. Ich kenne nur einen einzigen, nämlich einen optimal trainierten Sportler in den besten Jahren, der das im Ganzen, auch mit den gefährlichen Abstiegen und Querungen von Gebirgsbächen und kleineren Hochtälern durchgezogen hat. Sein spärlicher „Kommentar“ und der Gesichtsausdruck nach vollbrachter Leistung verrieten mir, daß er dabei an seine körperlichen und mentalen Grenzen gestoßen war.</p>



<p>Nach all diesen zum Teil schmerzlichen persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen, aber auch aus ausführlichen Beschreibungen und Anmerkungen anderer bei Begehung des Fluchtweges meines Vaters bekommt die Einschätzung des österreichischen Schriftstellers Karl Springenschmid in seinem Buch <em>Der Jörg</em> (Schütz-Verlag, Preußisch Oldendorf, 1980) eine ganz besondere Bedeutung:</p>



<p><em>Was Jörg Klotz in diesen zweiundvierzig Stunden erlebt, was er, rein physisch gesehen, durchgestanden hat, ist so unvergleichbar und ohne Beispiel in der Geschichte des Landes, daß es niemals vergessen werden sollte. Sooft man von Jörg Klotz spricht, gleichgültig, wie man zu ihm steht, das, was er sich selbst abverlangt hat, sollte immer als Beispiel eines aufrechten Charakters und eines unbeugsamen Willens gelten, wahrhaft, ein Tiroler bester Art. (…) So hatte jene große Passion für ihn begonnen, das feindliche Geschoß im eigenen Körper über die Grenze zu schaffen. Das Geschoß, das ihn Stunde um Stunde an den Tod, dem er entfliehen wollte, gemahnte. Doch am Ende dieses furchtbaren Leidensweges stand nicht der Tod, sondern das Leben. Aber welches Leben? Für ihn bedeuteten diese zweiundvierzig Stunden eine entscheidende Wende. Nicht nur sein Leben, sein Schicksal wurde damit entschieden. Was in den kommenden, den „österreichischen Jahren“, geschah, was seine Haltung, seine Gesinnung betraf, ist nur zu verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, was während dieser zweiundvierzig Stunden in Jörg Klotz vor sich gegangen war.</em></p>



<p>Einfühlsamer und eindringlicher kann man es nicht beschreiben! Und wenn man einen Teil dieses unvergleichlichen Weges, der einst Fluchtweg war, auf eigenen Füßen bewältigt hat, kann man es auch selbst ein wenig nachvollziehen&#8230; </p>



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