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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Grimmelshausen zum 350. Todestag</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 13:56:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (79) 350 Jahre ist es her, daß Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen starb: am 17. August 1676. Der eine Klassiker der Weltliteratur, den er schuf, hat ihn unsterblich gemacht und hält die grausame Realität des Dreißigjährigen Krieges lebendig. Geboren wurde Grimmelshausen 1621 oder 1622 in Gelnhausen nahe Frankfurt. Als sein [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (79)</h2>



<p>350 Jahre ist es her, daß Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen starb: am 17. August 1676. Der eine Klassiker der Weltliteratur, den er schuf, hat ihn unsterblich gemacht und hält die grausame Realität des Dreißigjährigen Krieges lebendig.</p>



<p>Geboren wurde Grimmelshausen 1621 oder 1622 in Gelnhausen nahe Frankfurt. Als sein Vater verstarb, nahm ihn der Großvater zu sich und schickte ihn für ein paar Jahre auf die Lateinschule im Ort. Nach der Schlacht von Nördlingen (5./6. September 1634) verloren die Schweden ihren Einfluß in Süddeutschland. Im selben Jahr 1634 wurde auch das lutherische Gelnhausen von den Kaiserlichen geplündert und in Brand gesteckt, und Grimmelshausen geriet unter die Soldaten, unter kroatische Reiter. Sein Lebensweg und der seiner berühmten literarischen Figur Simplicissimus überschneiden einander in manchen Punkten, doch das Los Grimmelshausens war eine weitere Gefangennahme: Hessische Soldaten überwältigten die Kroaten und setzten sie sowie Grimmelshausen in Kassel fest.</p>



<p>Nachdem dieser die Wechselfälle des Kriegsgeschehens fast sämtlich mitgemacht hatte, begann er nach dem Friedensschluß von 1648 ein neues Leben. Er heiratete, gründete eine Familie, verdiente sich seinen Unterhalt als Verwalter, Gastwirt und Bürgermeister in Renchen, zwanzig Kilometer östlich von Straßburg. Erst jetzt begann er mit dem Schreiben. Unter zahlreichen Pseudonymen verfaßte er ein Werk nach dem anderen. <em>Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch</em>, sein zweiter Roman, wurde gleich nach der Veröffentlichung 1668 zu einem großen Erfolg: In den nächsten vier Jahren erschienen sechs Auflagen, wovon eine ein Raubdruck war.</p>



<p>Gegen Ende seines Lebens wurde Grimmelshausen erneut Soldat: Denn als Ludwig XIV. die östliche Grenze Frankreichs bis an den Schwarzwald ausdehnen wollte, wurde die Region um Renchen zum Schlachtfeld. Auch der Bürgermeister Grimmelshausen mußte noch einmal in den Krieg ziehen. Vielleicht an den Folgen einer Verwundung oder an einer Krankheit starb er am 17. August 1676 mit etwa 55 Jahren im Kreis seiner Familie. Er war einer unter Hunderttausenden im Heer der namenlosen Kriegshandwerker gewesen, die in jenen dreißig Jahren schießend und stechend, raubend und mordend durch die deutschen Lande gezogen waren. Oft war es purer Zufall, wer auf der Seite des Kaisers und wer auf der Seite seiner Gegner ins Gefecht ging. Was sie antrieb, waren nur Not und Hunger, denn sie waren Söldner.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>25. Todestag von Peter von Zahn</title>
		<link>https://dereckart.at/25-todestag-von-peter-von-zahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 12:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (78) Vor einem Vierteljahrhundert, am 26. Juli 2001, starb Peter von Zahn, einer der großen deutschen Hörfunk- und Fernsehjournalisten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Älteren als einer der Reporter der „Windrose“ bekannt, machte von Zahn auch durch seine einprägsame Sprechweise auf sich aufmerksam. Doch das war beileibe nicht [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (78)</h2>



<p>Vor einem Vierteljahrhundert, am 26. Juli 2001, starb Peter von Zahn, einer der großen deutschen Hörfunk- und Fernsehjournalisten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Älteren als einer der Reporter der „Windrose“ bekannt, machte von Zahn auch durch seine einprägsame Sprechweise auf sich aufmerksam. Doch das war beileibe nicht alles, was der humanistisch gebildete Journalist zu bieten hatte.</p>



<p>Es darf bei allem Lob für den am 29. Januar 1913 in Chemnitz geborenen und im Zweiten Weltkrieg als Dolmetscher und Kriegsberichterstatter eingesetzten von Zahn nicht vergessen werden, daß er von den britischen Besatzern für den Nordwestdeutschen Rundfunk – 1956 aufgegliedert in Norddeutscher Rundfunk (NDR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR) – für den Sender der alliierten Militärregierung engagiert wurde. Er machte Journalismus, wie die Besatzer ihn sehen wollten. Es ist daher nur beschönigend, wenn heute gesagt wird, er habe den Rundfunk in Westdeutschland „nach britischem Vorbild“ gestaltet, die britischen Besatzer hätten den Sender zwar kontrolliert, jedoch „den deutschen Journalisten viele Freiheiten“ gewährt.</p>



<p>1948 wechselte Peter von Zahn, der Jura, Geschichte und Zeitungswissenschaften studiert und 1939 promoviert hatte, ins Studio Düsseldorf, dessen Leitung er 1949 übernahm. Doch wegen Differenzen mit Generaldirektor Adolf Grimme blieb von Zahn nicht lange am Rhein: 1951 machte er den Sprung über den großen Teich und wurde in den USA zu einem Pionier der Auslandsberichterstattung. Seine 15minütige Radiosendung „Aus der neuen Welt“ erklärte den Deutschen Gesellschaft und Politik der US-Besatzungsmacht – was natürlich keinesfalls unabhängiger Journalismus war. Das gleiche Format führte Peter von Zahn ab 1955 auch im TV zum Erfolg. Legendär sind seine „Windrose“-Reportagen. Nach langen Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk verließ von Zahn den NDR und gründete 1961 seine eigene Produktionsfirma, die Windrose Film- und Fernsehproduktions-GmbH. Seine Reportagen liefen z. B. im WDR, der daraus die Reihe&nbsp;„Weltspiegel“ machte, die es heute noch gibt.</p>



<p>Aus den USA zurück, veröffentlichte von Zahn 1991 seine Autobiographie <em>Stimme der ersten Stunde</em>. Sein imposantes Gesamtwerk umschließt rund 3.000 Hörfunk- und mehr als 1.000 Fernsehbeiträge, und es ist trotz aller erwähnten Einschränkungen nicht übertrieben, ihn als einen wahren Pionier des Journalismus zu ehren.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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		<title>100. Geburtstag von Peter Alexander</title>
		<link>https://dereckart.at/100-geburtstag-von-peter-alexander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 16:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (77) Er war im deutschsprachigen Raum unleugbar einer der ganz großen Unterhaltungskünstler und ist bis heute unvergessen: Peter Alexander, dessen 100. Geburtstag jetzt zu feiern ist. Mit bürgerlichem Namen hieß der am 30. Juni 1926 in Wien geborene Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. Er war Sohn eines Bankbeamten, doch seine [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (77)</h2>



<p>Er war im deutschsprachigen Raum unleugbar einer der ganz großen Unterhaltungskünstler und ist bis heute unvergessen: Peter Alexander, dessen 100. Geburtstag jetzt zu feiern ist.</p>



<p>Mit bürgerlichem Namen hieß der am 30. Juni 1926 in Wien geborene Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. Er war Sohn eines Bankbeamten, doch seine Mutter, Tochter eines Musikalienhändlers, vererbte Peter die Musikalität. Da schon als Schüler der Hang zum Parodieren auftrat, erwies sich das vom Vater für ihn präferierte Medizinstudium als unpassend. Vielmehr legte Peter 1948 eine staatliche Prüfung als Schauspieler ab.</p>



<p>Für sein erstes Engagement am Wiener Burgtheater mit gerade einmal 200 Schilling Monatsgage entlohnt entwickelte sich Peter Alexander statt zum jugendlichen Helden immer mehr zum Talent für komische Rollen. 1951 besann sich Peter auf sein Sangestalent und sang bei einer österreichischen Plattenfirma vor, was ihm sogleich einen Plattenvertrag und seinen ersten Hit („Die Beine von Dolores“) eintrug.</p>



<p>Der Rest ist Musik-, TV- und Unterhaltungshistorie: über vierzig Filme, dazu Tourneen mit bis zu achtzig Konzerten in Folge durch Österreich, die Schweiz und Deutschland, unzählige Nr. 1-Hits, noch mehr Plazierungen in den Musikcharts, zahlreiche LPs/CDs und eine lange Liste von Film-, Gesangs- und Showpartnern. Viele kennen Peter Alexander besonders aus seinen Filmen, etwa als verarmten Adligen in der Graf Bobby-Reihe, als braven Soldaten Schwejk, als Charleys Tante oder als sympathischen Lehrer in der Filmreihe <em>Die Lümmel von der ersten Bank</em>. Viele pfeifen noch heute seine Melodien, wenn es „Endlich Feierabend!“ heißt oder sie „Die kleine Kneipe“ (in Österreich: „Das kleine Beisl“) aufsuchen. Und wer erinnert sich nicht an die „Peter-Alexander-Show“, die 1963-1996 in der BRD und Österreich eine echte Fernsehinstitution war?</p>



<p>Bei allen seinen Erfolgen und Ehrungen ist Peter Alexander immer der freundliche, liebenswürdige Mensch geblieben, der für jeden Spaß zu haben war und lieber zum Angeln, seiner großen Passion, ging, als sich dem Streß des Showgeschäftes auszusetzen. Daher ging er auch nicht wie viele andere aus dieser Branche in die USA. Vom Tod seiner Frau 2003 und seiner Tochter 2009 erschüttert lebte er zuletzt zurückgezogen in Grinzing. Als er am 12. Februar 2011 in aller Stille verstarb, paßte dazu der Titel eines von ihm gesungenen Liedes: „Sag beim Abschied leise Servus“.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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		<item>
		<title>160 Jahre Königgrätz</title>
		<link>https://dereckart.at/160-jahre-koeniggraetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 19:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (76) 160 Jahre liegt der als „Deutscher Krieg“ in die Geschichte eingegangene Bruderkampf zwischen den beiden deutschen Großmächten Preußen und Österreich zurück. Der Ausgang dieses Krieges stellte die Weichen dafür, daß innerhalb Deutschlands Preußen zum Hegemon, Österreich aber aus Deutschland verdrängt wurde. Es soll hier nicht darum gehen, gerafft die [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (76)</h2>



<p>160 Jahre liegt der als „Deutscher Krieg“ in die Geschichte eingegangene Bruderkampf zwischen den beiden deutschen Großmächten Preußen und Österreich zurück. Der Ausgang dieses Krieges stellte die Weichen dafür, daß innerhalb Deutschlands Preußen zum Hegemon, Österreich aber aus Deutschland verdrängt wurde.</p>



<p>Es soll hier nicht darum gehen, gerafft die Ereignisse aufzuzählen, die zu Preußens Sieg von Königgrätz (3. Juli 1866) führten, der beileibe noch nicht das Ende dieses Krieges hätte sein müssen – denn Österreich hätte noch weiterkämpfen können, was Kaiser Franz Joseph I. jedoch nicht wollte. Vielmehr wollen wir hier bewerten und einordnen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Veröffentlichung von Akten und einer Befreiung des Bismarck-Bildes von nationalstaatlichen Klischeevorstellungen brach sich diese Ansicht Bahn: Zwischen 1864 und 1866 habe Otto von Bismarck erwogen, gemeinsam mit Österreich eine Alternative zum Krieg um die Führung in Deutschland zu verfolgen. Doch trifft das die Realität?</p>



<p>Aus Sicht eines gesamtdeutsch denkenden Patrioten darf nicht übersehen werden: Mit dem Sieg Preußens über dessen deutschen Widersacher Österreich im Krieg von 1866 war für die Schaffung eines deutschen Nationalstaates die „großdeutsche“ Variante obsolet geworden. Der Hohenzollernstaat hatte mittels der von Bismarck betriebenen Politik von „Eisen und Blut“ die nationalstaatliche Einigung Deutschlands in die Tat umgesetzt. Doch das war eine Einigung <em>unter der Führung Preußens</em> und <em>unter dem Ausschluß Österreichs</em> – ergo nur die „kleindeutsche“ Variante.</p>



<p>Österreich ging notgedrungen einen anderen Weg, sodaß erst nach der Auflösung der Habsburgermonarchie nach dem Ersten Weltkrieg die Frage nach der „kleindeutschen“ oder der „großdeutschen“ Lösung nochmals akut wurde. Die Pariser Vorortverträge von Versailles und Saint-Germain-en-Laye schlossen eine deutsch-österreichische Vereinigung kategorisch aus, und so scheiterte 1931 auch eine Zollunion zwischen dem Deutschen Reich und Österreich. Als es im März 1938 zum „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich kam, dauerte das Zusammengehen ganze sieben Jahre lang. Das „Großdeutsche Reich“ brach 1945 auseinander, und seitdem gehen Deutsche und Österreicher erneut getrennte Wege. Daran, daß es dazu kam, hat der Ausgang des Deutschen Krieges von 1866 einen maßgeblichen Anteil. Und hinter all dem steht als treibende Kraft Bismarcks deutsche Politik.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Der alte Dessauer ist verreckt“ – und vor 350 Jahren geboren</title>
		<link>https://dereckart.at/der-alte-dessauer-ist-verreckt-und-vor-350-jahren-geboren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 18:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (75) Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (75)</h2>



<p>Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 – vor 350 Jahren – geboren.</p>



<p>Durch seine Mutter mit den Herrscherhäusern der Republik der Niederlande und Englands verwandt, offenbarte Leopold bereits früh seine Vorliebe für das Militärwesen. Seit 1698 an der Herrschaft, konnte der junge Fürst mit seinem kleinen Reich militärisch nicht viel Staat machen und trat daher in fremde Dienste. Mit gerade 18 Jahren verdingte er sich als Oberst im brandenburgischen Regiment Anhalt zu Fuß. Dieses machte er zu einer vorbildlichen Einheit und wirkte darüber hinaus mustergültig in Brandenburg-Preußens gesamter Armee.</p>



<p>Während Leopold auf die Heeresorganisation im großen Rahmen kaum Einfluß nehmen konnte – denn sie war Friedrich Wilhelms I. eigenes Werk –, richtete der Dessauer sein Augenmerk auf die straffe Reglementierung von Dienstbetrieb und Elementartaktik. Früh rüstete er sein Regiment nach seinen Vorstellungen aus, exerzierte es ein, machte es zum Modell für die ganze&nbsp;preußische&nbsp;Infanterie. Den hölzernen Ladestock ersetzte er durch den eisernen und standardisierte das Gewehrkaliber. Dazu führte er den Gleichschritt für die nur noch drei Glieder tief aufgestellten Pelotons ein. Die Steigerung der Feuergeschwindigkeit und die Verbindung von Salvenfeuer und geordneter Bewegung lagen Leopold besonders am Herzen. Dies wollte er dadurch realisieren, daß er die Truppe unter Einschluß der Offiziere einem bis dahin beispiellosen Drill unterwarf. Er brachte so die Lineartaktik zur Vollendung und wurde zum Schöpfer der preußischen&nbsp;Infanterie, die sich in den Kriegen Friedrichs des Großen bewährte. Auch in Fragen der Kavallerie war Leopold beschlagen und trug dazu bei, daß sie während des ersten Schlesischen Krieges in Preußens&nbsp;Armee glänzte.</p>



<p>Die erwähnten Neuerungen&nbsp; wogen mehr als seine Leistungen im Krieg, obwohl Leopold sowohl im Spanischen Erbfolgekrieg wie in den beiden Schlesischen Kriegen Ruhm erwarb. Im zweiten gewann er Friedrich die Schlacht von Kesselsdorf, was den Krieg beendete. Trotzdem hatte der „alte Fritz“ bei der Kunde vom Tode Leopolds (9. April 1747) nur diese wenig taktvollen Worte für seinen Getreuen übrig: „Der alte Dessauer ist verreckt.“</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Paul Gerhardt – widerständiger Kirchenmann</title>
		<link>https://dereckart.at/paul-gerhardt-widerstaendiger-kirchenmann/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 25 May 2026 16:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (74) Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal. Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (74)</h2>



<p>Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal.</p>



<p>Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. Gerhardt besuchte die Fürstenschule St. Augustin in Grimma und studierte ab 1628 in Wittenberg Theologie. Dort lernte er auch das Werk des Poeten August Buchner, der in Wittenberg dozierte, kennen und dazu weitere Personen, die Gerhardts spätere Verbindung von Frömmigkeit und Dichtkunst prägten.</p>



<p>1643 ging Gerhardt nach Berlin und arbeitete zunächst als Hauslehrer. 1657-67 war er als Pfarrer an der Berliner Nikolaikirche tätig. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete Gerhardt in weiteren Liedtexten, in die er auch theologische Themen einarbeitete. 1651 wurde Gerhardt Pfarrer in der St.-Moritz-Kirche in Mittenwalde im heutigen Brandenburg. In dieser Zeit verfaßte er u. a. das bekannte Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“. Anfang 1655 heiratete Paul Gerhardt, aus seiner Ehe überlebte am Ende nur ein Kind die Eltern.</p>



<p>Als Brandenburgs Kurfürst Friedrich Wilhelm das Berliner Religionsgespräch einberief, um das reformierte und das lutherische Bekenntnis miteinander zu versöhnen, nahm Gerhardt als ein lutherischer Vertreter daran teil. Der reformiert gläubige Kurfürst erließ 1664 ein Toleranzedikt, das der Lehre der Reformierten Vorschub leistete und das auch die Lutheraner unterzeichnen sollten. Gerhardt verweigerte seine Unterschrift, was dazu führte, daß er als Pfarrer entlassen wurde. Nach Protesten einiger Bürger und märkischer Landstände setzte der Kurfürst Gerhardt zwar wieder ein, doch lehnte der eine Rückkehr ins Amt aus Glaubens- und Gewissensgründen ab. Ab 1668 übernahm Gerhardt in Lübben (Spreewald) geistliche sowie seelsorgerische Tätigkeiten.</p>



<p>Paul Gerhardt verstarb am 27. Mai 1676 nach julianischem Kalender (6. Juni 1676 nach gregorianischem) in Lübben, wo seit 1930 die Kirche nach ihm benannt ist. Im seinem tätigen Leben zeigte er nicht nur große Spiritualität, sondern auch Mut vor den Mächtigen: Immerhin nahm er seine Wiedereinsetzung als Pfarrer durch den Kurfürsten nicht an. Eigener Glaube und eigenes Gewissen besaßen für diesen Theologen und Kirchenlieddichter einen höheren Stellenwert als die Macht eines Fürsten.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ludwig Wittgenstein zum 75. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/ludwig-wittgenstein-zum-75-todestag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:19:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (73) Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal. Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (73)</h2>



<p>Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal.</p>



<p>Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig Wittgenstein kam aus einer wohlhabenden Familie; sein Vater betätigte sich als Unternehmer in der Stahlindustrie. Zunächst ab 1906 Ingenieurwissenschaften in Berlin-Charlottenburg und danach in Cambridge studierend traf Ludwig Wittgenstein mit Bertrand Russell zusammen. Aus dem Ersten Weltkrieg zurück in Wien verzichtete Wittgenstein auf sein Erbe, wurde Lehrer, reüssierte dabei aber nicht. Nach einer Depression kehrte er in den 1930er-Jahren ins Universitätsleben zurück.</p>



<p>Auf die Frage, ob die menschliche Sprache alles sagen könne, gibt Wittgenstein zwei quasi entgegengesetzte Antworten. Die erste, im <em>Tractatus logico-philosophicus</em> (1921) enthalten, sagt, daß sie es nicht könne. Die gewöhnliche Sprache sei unvollkommen und könne die volle Komplexität der Realität nicht erfassen. Die zweite, die aus Wittgensteins <em>Philosophischen Untersuchungen</em> (1953 posthum publiziert) stammt, formuliert das Problem auf andere Art neu: Indem man Sprache in ihren relativen und bewegenden Aspekten analysiere, lasse sich ihr ganzes Potential erkennen. Daher ist es Usus, von einem „ersten“ und „zweiten“ Wittgenstein zu reden.</p>



<p>Für den „ersten“ Wittgenstein ist die logische Form von Sprache unzugänglich. Er urteilt, nur eine perfekte Sprache würde es ermöglichen, die für sie geltenden Regeln offenzulegen. Dieses Modell einer perfekten Sprache verläßt der „zweite“ Wittgenstein und interessiert sich für die Sprache, wie sie konkret praktiziert wird: Die logische Analyse sei die Analyse der Sätze so, wie sie seien. Denn es wäre ja seltsam, wenn die menschliche Gesellschaft bisher gesprochen hätte, ohne einen richtigen Satz konstruieren zu können. Eine Idee verbindet die „zwei Wittgensteins“ dennoch: Philosophie sei eine von innen heraus voranschreitende, von der Sprache ausgehende Tätigkeit begrifflicher Klärung – und keine abstrakte Begriffsspekulation.</p>



<p>Der am 29. April 1951 in Cambridge verstorbene Ludwig Wittgenstein besitzt nicht nur als Philosoph der Sprache und des Bewußtseins, sondern auch der Logik große Bedeutung. Sein philosophischer Nachlaß umfaßt ca. 20.000 Seiten Geschriebenes.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Beneš-Dekrete Nr. 5</title>
		<link>https://dereckart.at/benes-dekrete-nr-5/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 07:32:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der US-Besatzungszone liegenden Bayern eine neue Bleibe fanden.</p>



<p>Edvard Beneš, Präsident der Tschechoslowakischen Republik, hatte in jenem Dekret „über die Ungültigkeit einiger vermögensrechtlicher Handlungen aus der Zeit der Unfreiheit […]“ massive vermögensrechtliche Einschränkungen für Deutsche und Ungarn, angeblich „staatlich unzuverlässige Personen“, verfügt. Eine Folge dessen war die organisierte Deportation von über drei Millionen Sudetendeutschen aus ihren jahrhundertealten Siedlungsgebieten, die jetzt von der Tschechoslowakei beansprucht wurden.</p>



<p>Am 25. Januar 1946 traf im bayerischen Grenzbahnhof Furth im Wald der erste der Züge mit Sudetendeutschen ein, die diese beklagenswerten Menschen abschoben. Die erste „Fuhre“ brachte 1.205 Sudetendeutsche aus Budweis fort, wobei der Zug 40 Waggons umfaßte. Nur 40 Kilogramm Gepäck durften die oft schlechter als Vieh traktierten Vertriebenen aus ihren Häusern mit auf die Reise ins Ungewisse nehmen – und hatten dafür nicht einmal 60 Minuten Zeit. In aller Regel verkündete ihnen ein Tscheche ihr Los, und dann mußten sie von jetzt auf gleich ihr altes Daheim aufgeben. Bei Beginn dieser Austreibung waren aber bereits 800.000 Deutsche Opfer der „wilden Vertreibungen“ geworden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“&#8230;</h3>



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<p>Um den von der Tschechoslowakei per Zug aus der Heimat geschafften Sudetendeutschen einen Namen zu geben und so das dahinter stehende grausame Schicksal persönlich zu machen, bereitet das Sudetendeutsche Museum in der ersten Hälfte dieses Jahres die Möglichkeit vor, in den Digitalisaten der in Tschechien überlieferten ca. 1.000 Transportlisten der Vertreibung von 1946 zu recherchieren. Diese Listen beziehen sich auf 55 Prozent aller Transporte. Ab August 2026 sollen die Digitalisate im Sudetendeutschen Museum in München in einer Medienstation einzusehen sein.</p>



<p>Erinnern wir die heutige SPD angesichts dessen an ihren auch von Willy Brandt – ehe er die Oder-Neiße-Linie anerkannte – getragenen Aufruf von 1963, in dem es heißt: „Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“ Noch bekannt?</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Heinz Nixdorf – 40. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/heinz-nixdorf-40-todestag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[artikel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 17:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf. Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf.</p>



<p>Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs er im kleinbürgerlichen Milieu auf. Nach Abschluß seiner Schulausbildung studierte der ungemein talentierte Nixdorf in Frankfurt Physik und BWL. Die Begegnung mit einem Entwicklungsingenieur veranlaßte ihn 1952 zu Abbruch seines Studiums und zur Gründung einer eigenen Firma, des „Labors für Impulstechnik“. In einer Essener Kellerwerkstatt im Haus des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE), das Heinz Nixdorf u. a. mit 30.000 DM Starthilfe unterstützte, fabrizierte er seinen ersten Abrechnungscomputer.</p>



<p>Der eigentliche unternehmerische Durchbruch glückte dem mittlerweile nach Paderborn umgesiedelten Nixdorf 1968, als er um 17,5 Millionen DM seinen Hauptkunden, die Wanderer-Werke, aufkaufte. Jetzt besaß er neben effizienten Abteilungen für Entwicklung und Produktion auch eine Vertriebsstruktur, die die ganze BRD abdeckte. Die Nixdorf Computer AG wurde in den 1970er-Jahren in Deutschland Marktführer, expandierte ins Ausland und beschäftigte am Ende jenes Jahrzehntes weltweit ca. 10.000 Mitarbeiter. Mit Blick auf die Zukunft – die heute Gegenwart ist – vertrat Heinz Nixdorf die Ansicht, Computer „müssen so klein sein, daß sie in die […] Schublade eines Buchhalterschreibtisches passen“. Sie sind heute noch weitaus kleiner!</p>



<p>Doch der Mann, der großen persönlichen Einsatz und viel Geld in die Ausbildung seiner Lehrlinge steckte, der selbst sportlich aktiv und dessen höhere Leitlinie der Aufbau einer sozialen Gesellschaft war, wurde durch die Folgen eines Herzinfarktes schon recht früh aus seinem immer so aktiven Leben gerissen: Wie ein Schauspieler auf der Bühne, so starb Heinz Nixdorf am 17. März 1986 auf der Computermesse Cebit in Hannover. Mit ihm ging urplötzlich einer der unternehmerischen Pioniere, die in der BRD durch ihr unermüdliches Schaffen, ihren Einfallsreichtum und ihre Ausdauer das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg erst möglich gemacht hatten. Mit seinen Kleinrechnern hatte Nixdorf im damals aufkommenden Zeitalter der Computer eine Marktlücke gefüllt und war imstande gewesen, sich damit gegen die Konkurrenz mit ihren Großrechnern zu halten.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Maecenas – Kaiserberater, Kunstförderer und Namensgeber</title>
		<link>https://dereckart.at/maecenas-kaiserberater-kunstfoerderer-und-namensgeber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (71) Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (71)</h2>



<p>Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er heute weitgehend vergessen, wäre er nicht für alle Mäzene Namensgeber geworden.</p>



<p>Dieser Förderer der Künste und Berater von Caesars Adoptivsohn Octavian, dem nachmaligen Kaiser Augustus, stammte laut Horaz „aus uraltem Königsgeschlecht“, war Properz zufolge ein „Ritter aus etruskischem Königsgeblüt“. Geboren am 13. April 70 v. Chr.&nbsp; bzw. nach einer anderen Lesart 65 v. Chr. in der etruskischen Stadt Arretium gehörte Gaius Cilnius Maecenas seit seiner Geburt dem vermögenden Ritterstand an. Er war erfüllt von Stolz auf seine Herkunft aus altem Adels- und Königsgeschlecht – wiewohl der mit ihm befreundete Dichter Horaz diese vornehme Abkunft in einem Gedicht überhöht hat. Väterlicherseits dem in Arretium beheimateten Rittergeschlecht der Maecenates (daher Maecenas), mütterlicherseits der etruskischen Aristokratensippe der Cilnia (daher Cilnius) entstammend ererbte Maecenas nicht nur ein veritables Vermögen, sondern auch die Zugehörigkeit zum Ritterstand und – für sein weiteres Dasein von geradezu unschätzbarem Wert – die politische Nähe zu Octavian. In dessen Entourage befand sich Maecenas schon während der Schlacht von Philippi 42 v. Chr., in der die Heere Octavians und&nbsp; Marcus Antonius’ die Truppen der Cäsarmörder Brutus und Cassius entscheidend besiegten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ererbtes Vermögen, ägyptischer Wein und Wohnimmobilien als Basis</h3>



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<p>Weil Maecenas ein überaus geschäftstüchtiger Mann war, verstand er es hervorragend, den ererbten Wohlstand zu mehren. Dadurch wurde er in seiner Epoche mit der Zeit zu einem der wohlhabendsten Bürger Roms. Nachdem Octavian als Kaiser zu Augustus geworden war, übertrug er Maecenas Ländereien in Ägypten, das nach dem Sieg Octavians im Machtkampf mit Marcus Antonius und Kleopatra an Rom gefallen war. Im Land der Pharaonen ließ der von Augustus so großzügig bedachte Maecenas alsdann Weine für den römischen Markt herstellen. Bei dem Dichter Plinius werden diese Rebensäfte als „vina maecenatiana“ erwähnt. Damit nicht genug, verschafften ihm seine guten Beziehungen zu Augustus in jener Zeit neu erschlossene Areale der Stadt Rom, in denen Maecenas eine Vielzahl von Mietshäusern unterhielt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diplomat und Berater ohne eigene Karriereambitionen</h3>



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<p>Nachdem bereits der Vater Maecenas’ in den ersten Jahren nach dem Tod Gaius Iulius Caesar’ den noch jungen, unerfahrenen Octavian beraten hatte, wuchs auch der Sohn mehr und mehr in diese einflußreiche Rolle hinein, die ihm einen direkten Zugang zu dem Alleinherrscher des römischen Imperiums sicherte. Maecenas unterstützte diesen bei der Festigung seiner Prinzipat genannten Herrschaft maßgeblich. Er legte dabei große Loyalität an den Tag und entwickelte keinen persönlichen Ehrgeiz. Letzteres zeigt sich besonders daran, daß Maecenas niemals ein öffentliches Amt bekleidete. Er verschmähte es immer, in Rom eine Ämterlaufbahn (lat. cursus honorum) einzuschlagen, und so war er kein einziges Mal Quästor, Prätor oder Konsul. Ohne Streben nach politischer Macht war Maecenas für Augustus u. a. als Diplomat tätig. So brachte dieser Berater des Alleinherrschers nicht nur – als Augustus noch Octavian war – die temporäre Allianz mit Marcus Antonius zustande, sondern war auch an der neuen Staatsdoktrin mit der Überwindung der Republik als Kern beteiligt.</p>



<p>Was jedoch in Maecenas’ Leben für uns Heutige den bekanntesten Aspekt darstellt, ist seine mit System betriebene Förderung zeitgenössischer Dichter. Daher leitet sich das Wort „Mäzen“ auch von seinem Namen ab, was aber in unserer bildungsfernen Gegenwart nur noch sehr wenigen Zeitgenossen bekannt sein dürfte. Zu seinen Schützlingen zählten die schon genannten Horaz und Properz, aber auch der berühmte Vergil. Allerdings war Maecenas’ Förderung der Dichtkunst durchaus strategisch und propagandistisch motiviert und keineswegs so selbstlos wie das, was wir uns heute unter einem Mäzen vorstellen. Der vom 8 v. Chr. in Rom verstorbenen Maecenas so geförderte Vergil z.B. ließ mit seiner Version der Aeneas-Sage die Herkunft der Iulier – und damit auch die des Augustus – als eine göttliche erscheinen&#8230;</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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