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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>„Der alte Dessauer ist verreckt“ – und vor 350 Jahren geboren</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 18:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (75) Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (75)</h2>



<p>Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 – vor 350 Jahren – geboren.</p>



<p>Durch seine Mutter mit den Herrscherhäusern der Republik der Niederlande und Englands verwandt, offenbarte Leopold bereits früh seine Vorliebe für das Militärwesen. Seit 1698 an der Herrschaft, konnte der junge Fürst mit seinem kleinen Reich militärisch nicht viel Staat machen und trat daher in fremde Dienste. Mit gerade 18 Jahren verdingte er sich als Oberst im brandenburgischen Regiment Anhalt zu Fuß. Dieses machte er zu einer vorbildlichen Einheit und wirkte darüber hinaus mustergültig in Brandenburg-Preußens gesamter Armee.</p>



<p>Während Leopold auf die Heeresorganisation im großen Rahmen kaum Einfluß nehmen konnte – denn sie war Friedrich Wilhelms I. eigenes Werk –, richtete der Dessauer sein Augenmerk auf die straffe Reglementierung von Dienstbetrieb und Elementartaktik. Früh rüstete er sein Regiment nach seinen Vorstellungen aus, exerzierte es ein, machte es zum Modell für die ganze&nbsp;preußische&nbsp;Infanterie. Den hölzernen Ladestock ersetzte er durch den eisernen und standardisierte das Gewehrkaliber. Dazu führte er den Gleichschritt für die nur noch drei Glieder tief aufgestellten Pelotons ein. Die Steigerung der Feuergeschwindigkeit und die Verbindung von Salvenfeuer und geordneter Bewegung lagen Leopold besonders am Herzen. Dies wollte er dadurch realisieren, daß er die Truppe unter Einschluß der Offiziere einem bis dahin beispiellosen Drill unterwarf. Er brachte so die Lineartaktik zur Vollendung und wurde zum Schöpfer der preußischen&nbsp;Infanterie, die sich in den Kriegen Friedrichs des Großen bewährte. Auch in Fragen der Kavallerie war Leopold beschlagen und trug dazu bei, daß sie während des ersten Schlesischen Krieges in Preußens&nbsp;Armee glänzte.</p>



<p>Die erwähnten Neuerungen&nbsp; wogen mehr als seine Leistungen im Krieg, obwohl Leopold sowohl im Spanischen Erbfolgekrieg wie in den beiden Schlesischen Kriegen Ruhm erwarb. Im zweiten gewann er Friedrich die Schlacht von Kesselsdorf, was den Krieg beendete. Trotzdem hatte der „alte Fritz“ bei der Kunde vom Tode Leopolds (9. April 1747) nur diese wenig taktvollen Worte für seinen Getreuen übrig: „Der alte Dessauer ist verreckt.“</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Paul Gerhardt – widerständiger Kirchenmann</title>
		<link>https://dereckart.at/paul-gerhardt-widerstaendiger-kirchenmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 16:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (74) Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal. Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (74)</h2>



<p>Paul Gerhardt gehört in Deutschland zu den wichtigsten Kirchenlieddichtern, und zwar für Protestanten wie auch für Katholiken. Sein Todestag jährt sich 2026 zum 350. Mal.</p>



<p>Geboren wurde er am 12. März 1607 nach julianischem Kalender (22. März 1607 nach gregorianischem) in Gräfenhainichen, das im April 1637 schwedische Soldaten zerstörten. Gerhardt besuchte die Fürstenschule St. Augustin in Grimma und studierte ab 1628 in Wittenberg Theologie. Dort lernte er auch das Werk des Poeten August Buchner, der in Wittenberg dozierte, kennen und dazu weitere Personen, die Gerhardts spätere Verbindung von Frömmigkeit und Dichtkunst prägten.</p>



<p>1643 ging Gerhardt nach Berlin und arbeitete zunächst als Hauslehrer. 1657-67 war er als Pfarrer an der Berliner Nikolaikirche tätig. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete Gerhardt in weiteren Liedtexten, in die er auch theologische Themen einarbeitete. 1651 wurde Gerhardt Pfarrer in der St.-Moritz-Kirche in Mittenwalde im heutigen Brandenburg. In dieser Zeit verfaßte er u. a. das bekannte Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“. Anfang 1655 heiratete Paul Gerhardt, aus seiner Ehe überlebte am Ende nur ein Kind die Eltern.</p>



<p>Als Brandenburgs Kurfürst Friedrich Wilhelm das Berliner Religionsgespräch einberief, um das reformierte und das lutherische Bekenntnis miteinander zu versöhnen, nahm Gerhardt als ein lutherischer Vertreter daran teil. Der reformiert gläubige Kurfürst erließ 1664 ein Toleranzedikt, das der Lehre der Reformierten Vorschub leistete und das auch die Lutheraner unterzeichnen sollten. Gerhardt verweigerte seine Unterschrift, was dazu führte, daß er als Pfarrer entlassen wurde. Nach Protesten einiger Bürger und märkischer Landstände setzte der Kurfürst Gerhardt zwar wieder ein, doch lehnte der eine Rückkehr ins Amt aus Glaubens- und Gewissensgründen ab. Ab 1668 übernahm Gerhardt in Lübben (Spreewald) geistliche sowie seelsorgerische Tätigkeiten.</p>



<p>Paul Gerhardt verstarb am 27. Mai 1676 nach julianischem Kalender (6. Juni 1676 nach gregorianischem) in Lübben, wo seit 1930 die Kirche nach ihm benannt ist. Im seinem tätigen Leben zeigte er nicht nur große Spiritualität, sondern auch Mut vor den Mächtigen: Immerhin nahm er seine Wiedereinsetzung als Pfarrer durch den Kurfürsten nicht an. Eigener Glaube und eigenes Gewissen besaßen für diesen Theologen und Kirchenlieddichter einen höheren Stellenwert als die Macht eines Fürsten.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Ludwig Wittgenstein zum 75. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/ludwig-wittgenstein-zum-75-todestag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:19:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (73) Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal. Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (73)</h2>



<p>Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal.</p>



<p>Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig Wittgenstein kam aus einer wohlhabenden Familie; sein Vater betätigte sich als Unternehmer in der Stahlindustrie. Zunächst ab 1906 Ingenieurwissenschaften in Berlin-Charlottenburg und danach in Cambridge studierend traf Ludwig Wittgenstein mit Bertrand Russell zusammen. Aus dem Ersten Weltkrieg zurück in Wien verzichtete Wittgenstein auf sein Erbe, wurde Lehrer, reüssierte dabei aber nicht. Nach einer Depression kehrte er in den 1930er-Jahren ins Universitätsleben zurück.</p>



<p>Auf die Frage, ob die menschliche Sprache alles sagen könne, gibt Wittgenstein zwei quasi entgegengesetzte Antworten. Die erste, im <em>Tractatus logico-philosophicus</em> (1921) enthalten, sagt, daß sie es nicht könne. Die gewöhnliche Sprache sei unvollkommen und könne die volle Komplexität der Realität nicht erfassen. Die zweite, die aus Wittgensteins <em>Philosophischen Untersuchungen</em> (1953 posthum publiziert) stammt, formuliert das Problem auf andere Art neu: Indem man Sprache in ihren relativen und bewegenden Aspekten analysiere, lasse sich ihr ganzes Potential erkennen. Daher ist es Usus, von einem „ersten“ und „zweiten“ Wittgenstein zu reden.</p>



<p>Für den „ersten“ Wittgenstein ist die logische Form von Sprache unzugänglich. Er urteilt, nur eine perfekte Sprache würde es ermöglichen, die für sie geltenden Regeln offenzulegen. Dieses Modell einer perfekten Sprache verläßt der „zweite“ Wittgenstein und interessiert sich für die Sprache, wie sie konkret praktiziert wird: Die logische Analyse sei die Analyse der Sätze so, wie sie seien. Denn es wäre ja seltsam, wenn die menschliche Gesellschaft bisher gesprochen hätte, ohne einen richtigen Satz konstruieren zu können. Eine Idee verbindet die „zwei Wittgensteins“ dennoch: Philosophie sei eine von innen heraus voranschreitende, von der Sprache ausgehende Tätigkeit begrifflicher Klärung – und keine abstrakte Begriffsspekulation.</p>



<p>Der am 29. April 1951 in Cambridge verstorbene Ludwig Wittgenstein besitzt nicht nur als Philosoph der Sprache und des Bewußtseins, sondern auch der Logik große Bedeutung. Sein philosophischer Nachlaß umfaßt ca. 20.000 Seiten Geschriebenes.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Beneš-Dekrete Nr. 5</title>
		<link>https://dereckart.at/benes-dekrete-nr-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 07:32:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der US-Besatzungszone liegenden Bayern eine neue Bleibe fanden.</p>



<p>Edvard Beneš, Präsident der Tschechoslowakischen Republik, hatte in jenem Dekret „über die Ungültigkeit einiger vermögensrechtlicher Handlungen aus der Zeit der Unfreiheit […]“ massive vermögensrechtliche Einschränkungen für Deutsche und Ungarn, angeblich „staatlich unzuverlässige Personen“, verfügt. Eine Folge dessen war die organisierte Deportation von über drei Millionen Sudetendeutschen aus ihren jahrhundertealten Siedlungsgebieten, die jetzt von der Tschechoslowakei beansprucht wurden.</p>



<p>Am 25. Januar 1946 traf im bayerischen Grenzbahnhof Furth im Wald der erste der Züge mit Sudetendeutschen ein, die diese beklagenswerten Menschen abschoben. Die erste „Fuhre“ brachte 1.205 Sudetendeutsche aus Budweis fort, wobei der Zug 40 Waggons umfaßte. Nur 40 Kilogramm Gepäck durften die oft schlechter als Vieh traktierten Vertriebenen aus ihren Häusern mit auf die Reise ins Ungewisse nehmen – und hatten dafür nicht einmal 60 Minuten Zeit. In aller Regel verkündete ihnen ein Tscheche ihr Los, und dann mußten sie von jetzt auf gleich ihr altes Daheim aufgeben. Bei Beginn dieser Austreibung waren aber bereits 800.000 Deutsche Opfer der „wilden Vertreibungen“ geworden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“&#8230;</h3>



<p></p>



<p>Um den von der Tschechoslowakei per Zug aus der Heimat geschafften Sudetendeutschen einen Namen zu geben und so das dahinter stehende grausame Schicksal persönlich zu machen, bereitet das Sudetendeutsche Museum in der ersten Hälfte dieses Jahres die Möglichkeit vor, in den Digitalisaten der in Tschechien überlieferten ca. 1.000 Transportlisten der Vertreibung von 1946 zu recherchieren. Diese Listen beziehen sich auf 55 Prozent aller Transporte. Ab August 2026 sollen die Digitalisate im Sudetendeutschen Museum in München in einer Medienstation einzusehen sein.</p>



<p>Erinnern wir die heutige SPD angesichts dessen an ihren auch von Willy Brandt – ehe er die Oder-Neiße-Linie anerkannte – getragenen Aufruf von 1963, in dem es heißt: „Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“ Noch bekannt?</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Heinz Nixdorf – 40. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/heinz-nixdorf-40-todestag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 17:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf. Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf.</p>



<p>Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs er im kleinbürgerlichen Milieu auf. Nach Abschluß seiner Schulausbildung studierte der ungemein talentierte Nixdorf in Frankfurt Physik und BWL. Die Begegnung mit einem Entwicklungsingenieur veranlaßte ihn 1952 zu Abbruch seines Studiums und zur Gründung einer eigenen Firma, des „Labors für Impulstechnik“. In einer Essener Kellerwerkstatt im Haus des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE), das Heinz Nixdorf u. a. mit 30.000 DM Starthilfe unterstützte, fabrizierte er seinen ersten Abrechnungscomputer.</p>



<p>Der eigentliche unternehmerische Durchbruch glückte dem mittlerweile nach Paderborn umgesiedelten Nixdorf 1968, als er um 17,5 Millionen DM seinen Hauptkunden, die Wanderer-Werke, aufkaufte. Jetzt besaß er neben effizienten Abteilungen für Entwicklung und Produktion auch eine Vertriebsstruktur, die die ganze BRD abdeckte. Die Nixdorf Computer AG wurde in den 1970er-Jahren in Deutschland Marktführer, expandierte ins Ausland und beschäftigte am Ende jenes Jahrzehntes weltweit ca. 10.000 Mitarbeiter. Mit Blick auf die Zukunft – die heute Gegenwart ist – vertrat Heinz Nixdorf die Ansicht, Computer „müssen so klein sein, daß sie in die […] Schublade eines Buchhalterschreibtisches passen“. Sie sind heute noch weitaus kleiner!</p>



<p>Doch der Mann, der großen persönlichen Einsatz und viel Geld in die Ausbildung seiner Lehrlinge steckte, der selbst sportlich aktiv und dessen höhere Leitlinie der Aufbau einer sozialen Gesellschaft war, wurde durch die Folgen eines Herzinfarktes schon recht früh aus seinem immer so aktiven Leben gerissen: Wie ein Schauspieler auf der Bühne, so starb Heinz Nixdorf am 17. März 1986 auf der Computermesse Cebit in Hannover. Mit ihm ging urplötzlich einer der unternehmerischen Pioniere, die in der BRD durch ihr unermüdliches Schaffen, ihren Einfallsreichtum und ihre Ausdauer das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg erst möglich gemacht hatten. Mit seinen Kleinrechnern hatte Nixdorf im damals aufkommenden Zeitalter der Computer eine Marktlücke gefüllt und war imstande gewesen, sich damit gegen die Konkurrenz mit ihren Großrechnern zu halten.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Maecenas – Kaiserberater, Kunstförderer und Namensgeber</title>
		<link>https://dereckart.at/maecenas-kaiserberater-kunstfoerderer-und-namensgeber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (71) Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (71)</h2>



<p>Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er heute weitgehend vergessen, wäre er nicht für alle Mäzene Namensgeber geworden.</p>



<p>Dieser Förderer der Künste und Berater von Caesars Adoptivsohn Octavian, dem nachmaligen Kaiser Augustus, stammte laut Horaz „aus uraltem Königsgeschlecht“, war Properz zufolge ein „Ritter aus etruskischem Königsgeblüt“. Geboren am 13. April 70 v. Chr.&nbsp; bzw. nach einer anderen Lesart 65 v. Chr. in der etruskischen Stadt Arretium gehörte Gaius Cilnius Maecenas seit seiner Geburt dem vermögenden Ritterstand an. Er war erfüllt von Stolz auf seine Herkunft aus altem Adels- und Königsgeschlecht – wiewohl der mit ihm befreundete Dichter Horaz diese vornehme Abkunft in einem Gedicht überhöht hat. Väterlicherseits dem in Arretium beheimateten Rittergeschlecht der Maecenates (daher Maecenas), mütterlicherseits der etruskischen Aristokratensippe der Cilnia (daher Cilnius) entstammend ererbte Maecenas nicht nur ein veritables Vermögen, sondern auch die Zugehörigkeit zum Ritterstand und – für sein weiteres Dasein von geradezu unschätzbarem Wert – die politische Nähe zu Octavian. In dessen Entourage befand sich Maecenas schon während der Schlacht von Philippi 42 v. Chr., in der die Heere Octavians und&nbsp; Marcus Antonius’ die Truppen der Cäsarmörder Brutus und Cassius entscheidend besiegten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ererbtes Vermögen, ägyptischer Wein und Wohnimmobilien als Basis</h3>



<p></p>



<p>Weil Maecenas ein überaus geschäftstüchtiger Mann war, verstand er es hervorragend, den ererbten Wohlstand zu mehren. Dadurch wurde er in seiner Epoche mit der Zeit zu einem der wohlhabendsten Bürger Roms. Nachdem Octavian als Kaiser zu Augustus geworden war, übertrug er Maecenas Ländereien in Ägypten, das nach dem Sieg Octavians im Machtkampf mit Marcus Antonius und Kleopatra an Rom gefallen war. Im Land der Pharaonen ließ der von Augustus so großzügig bedachte Maecenas alsdann Weine für den römischen Markt herstellen. Bei dem Dichter Plinius werden diese Rebensäfte als „vina maecenatiana“ erwähnt. Damit nicht genug, verschafften ihm seine guten Beziehungen zu Augustus in jener Zeit neu erschlossene Areale der Stadt Rom, in denen Maecenas eine Vielzahl von Mietshäusern unterhielt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diplomat und Berater ohne eigene Karriereambitionen</h3>



<p></p>



<p>Nachdem bereits der Vater Maecenas’ in den ersten Jahren nach dem Tod Gaius Iulius Caesar’ den noch jungen, unerfahrenen Octavian beraten hatte, wuchs auch der Sohn mehr und mehr in diese einflußreiche Rolle hinein, die ihm einen direkten Zugang zu dem Alleinherrscher des römischen Imperiums sicherte. Maecenas unterstützte diesen bei der Festigung seiner Prinzipat genannten Herrschaft maßgeblich. Er legte dabei große Loyalität an den Tag und entwickelte keinen persönlichen Ehrgeiz. Letzteres zeigt sich besonders daran, daß Maecenas niemals ein öffentliches Amt bekleidete. Er verschmähte es immer, in Rom eine Ämterlaufbahn (lat. cursus honorum) einzuschlagen, und so war er kein einziges Mal Quästor, Prätor oder Konsul. Ohne Streben nach politischer Macht war Maecenas für Augustus u. a. als Diplomat tätig. So brachte dieser Berater des Alleinherrschers nicht nur – als Augustus noch Octavian war – die temporäre Allianz mit Marcus Antonius zustande, sondern war auch an der neuen Staatsdoktrin mit der Überwindung der Republik als Kern beteiligt.</p>



<p>Was jedoch in Maecenas’ Leben für uns Heutige den bekanntesten Aspekt darstellt, ist seine mit System betriebene Förderung zeitgenössischer Dichter. Daher leitet sich das Wort „Mäzen“ auch von seinem Namen ab, was aber in unserer bildungsfernen Gegenwart nur noch sehr wenigen Zeitgenossen bekannt sein dürfte. Zu seinen Schützlingen zählten die schon genannten Horaz und Properz, aber auch der berühmte Vergil. Allerdings war Maecenas’ Förderung der Dichtkunst durchaus strategisch und propagandistisch motiviert und keineswegs so selbstlos wie das, was wir uns heute unter einem Mäzen vorstellen. Der vom 8 v. Chr. in Rom verstorbenen Maecenas so geförderte Vergil z.B. ließ mit seiner Version der Aeneas-Sage die Herkunft der Iulier – und damit auch die des Augustus – als eine göttliche erscheinen&#8230;</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>50 Jahre Olympia in Innsbruck</title>
		<link>https://dereckart.at/50-jahre-olympia-in-innsbruck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 10:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (70) 50 Jahre liegt heuer ein Ereignis zurück, das Anfang 1976 nicht nur in Österreich, sondern rund um die Welt größte Beachtung fand und nicht nur für den Sport hohe Bedeutung besaß: die Olympischen Winterspiele von Innsbruck. Dabei hatte es bereits 1964 in Innsbruck Olympische Winterspiele gegeben. Daß es zwölf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (70)</h2>



<p>50 Jahre liegt heuer ein Ereignis zurück, das Anfang 1976 nicht nur in Österreich, sondern rund um die Welt größte Beachtung fand und nicht nur für den Sport hohe Bedeutung besaß: die Olympischen Winterspiele von Innsbruck. Dabei hatte es bereits 1964 in Innsbruck Olympische Winterspiele gegeben. Daß es zwölf Jahre später erneut zur Vergabe der Spiele an die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol kommen konnte, war folgendem Faktum zuzuschreiben: Bezüglich Denver im US-Bundesstaat Colorado, das zuerst ausgewählt worden war, sprach sich in einer Volksabstimmung im November 1972 die Mehrheit der Bevölkerung von Colorado gegen die Spiele aus und gab diese an das Internationale Olympische Komitee (IOC) zurück. Als es im IOC erneut zur Abstimmung kam (Februar 1973), setzte sich Innsbruck u. a. gegen Lake Placid (USA) durch, wo 1932 auch schon einmal die Olympischen Winterspiele stattgefunden hatten. Innsbrucks Austragungsstätten waren noch nicht so „angestaubt“ wie die von Lake Placid, und auch das entschied.</p>



<p>Die bis zum 15. Februar 1976 dauernden XII. Olympischen Winterspiele eröffnete am 4. Februar 1976 der österreichische Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, der als Parteiloser 1974-1986 das höchste Staatsamt Österreichs innehatte. Wegen der späten Vergabe dieser Spiele stand Innsbruck nur wenig Zeit für Planung und Vorbereitung dieses sportlichen Großereignisses zu Gebote. Die schon existierenden Sportanlagen von 1964 mußten aber nur teilweise saniert werden, während in Igls eine Bob- und Rodelbahn völlig neu zu errichten war. Neben dem Sportstättenbau erlebte Innsbruck viele städtebauliche Veränderungen.</p>



<p>Wie identitätsstiftend der Sport oftmals wirkt, bewies für das Gastgeberland Franz Klammer, der durch seinen Sieg im Abfahrtslauf der Herren gegen den Schweizer Bernhard Russi zum Nationalhelden aufstieg und die Stimmung in Österreich für die Spiele „rettete“. Nach Ansicht vieler Österreicher hätte man diese nämlich gleich auch abbrechen können, wäre Klammer nicht Sieger geworden.</p>



<p>Im Vergleich zu den Spielen von Innsbruck 1964 waren die von 1976 bereits kommerzieller und von viel Medienrummel begleitet. Auch die Sportler, diesmal insgesamt 1.261, waren 1976 professioneller als zwölf Jahre zuvor. In der Medaillenwertung lagen die UdSSR mit dreizehn und ihr „Bruderstaat“ DDR mit sieben Goldmedaillen vorne, während die USA als ihr Hauptgegner bloß Dritte wurden.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>80 Jahre CDU</title>
		<link>https://dereckart.at/80-jahre-cdu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2025 10:18:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (69) Eine Partei, in deren Namen das „C“ für christlich zur Mogelpackung verkommen ist; die teilweise sogar mit der postkommunistischen Linkspartei kooperiert, um nur ja die AfD auszubooten; die seit der Ägide der Ex-Kommunistin Angela Merkel fast schon eine Kopie der SPD ist – das alles verkörpert die CDU der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (69)</h2>



<p>Eine Partei, in deren Namen das „C“ für christlich zur Mogelpackung verkommen ist; die teilweise sogar mit der postkommunistischen Linkspartei kooperiert, um nur ja die AfD auszubooten; die seit der Ägide der Ex-Kommunistin Angela Merkel fast schon eine Kopie der SPD ist – das alles verkörpert die CDU der Gegenwart. Eine zwar nicht makellose Partei, aber doch eine, die das „C“ im Namen noch zurecht trug – das war die CDU, die vom 14. bis 16. Dezember 1945, vor nunmehr&nbsp; 80 Jahren, in Bad Godesberg ihr erstes Reichstreffen abhielt.</p>



<p>Damals war Konrad Adenauer, der über das Amt des Kölner Oberbürgermeisters hinausstrebte, noch nicht die dominierende Figur in dem, was ab diesem Reichstreffen offiziell Christlich-Demokratische Union Deutschlands hieß. Diese Benennung stand am Ende der Tagung von ca. 200 christlichen Demokraten aus der US-amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Besatzungszone sowie aus Berlin im Bad Godesberger Pädagogium. Die Zusammenkunft offenbarte allzu deutlich, wie sehr eine überlegene Führungsfigur fehlte. Der einzige, dem das außer Adenauer zugetraut wurde, war der Vorsitzende der Ost-CDU, Andreas Hermes. Dessen Rede mußte aber verlesen werden, da die Sowjets ihn nicht hatten reisen lassen. Zudem mußte er schon bald als Chef der Ost-CDU abdanken, weil er die von den Sowjets betriebene Bodenreform ablehnte.</p>



<p>Die Reichstagung zeigte, wie stark seinerzeit die sozialistische Programmatik auch auf die CDU einwirkte: „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“, „Verstaatlichung“, „Wirtschaftslenkung“ und „gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeitnehmerschaft“ bei letzterer. All diese Schlüsselbegriffe standen auch in der abschließenden Resolution. Andreas Hermes und Jakob Kaiser übten als „Reichsleitung“ der christlichen Demokraten einen immensen Einfluß auf die CDU in den Westzonen aus.</p>



<p>Was Adenauer mit Blick auf seine künftige Rolle in der CDU allein optimistisch stimmte: Niemand hatte sich in Bad Godesberg nachhaltig für die Führung profilieren können. Am Ende sollte sich der Wunsch nach einem fähigen Parteivorsitzenden als stärker erweisen als alle Vorbehalte gegen ihn als einen Mann des „rechten“ Parteiflügels. So zeichnete sich schon zwei Wochen nach Bad Godesberg ab, daß Adenauer in der gesamten britischen Zone die Führung der CDU erlangen werde. Weit mehr sollte bald folgen.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>80 Jahre erste Nationalratswahl nach dem Zweiten Weltkrieg</title>
		<link>https://dereckart.at/80-jahre-erste-nationalratswahl-nach-dem-zweiten-weltkrieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 10:41:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (68) Vor 80 Jahren, am 25. November 1945, fand&#160; in Österreich die erste Nationalratswahl nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Nicht nur für viele heutige Historiker war das der Beginn einer neuen Ära. Der Zweite Weltkrieg in Europa hatte erst rund sieben Monaten zuvor geendet. Ein halbes Jahr vor dem [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (68)</h2>



<p>Vor 80 Jahren, am 25. November 1945, fand&nbsp; in Österreich die erste Nationalratswahl nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Nicht nur für viele heutige Historiker war das der Beginn einer neuen Ära.</p>



<p>Der Zweite Weltkrieg in Europa hatte erst rund sieben Monaten zuvor geendet. Ein halbes Jahr vor dem Wahlsonntag im November wurde die Proklamation über die Selbständigkeit Österreichs unterzeichnet. Am 27. April 1945 hatte die Provisorische Staatsregierung unter Staatskanzler Karl Renner von der SPÖ ihre Arbeit aufgenommen. Doch Österreich lag noch in Trümmern, der Wiederaufbau vollzog sich nur schleppend, und die alliierten Siegermächte standen als Besatzer im Land.</p>



<p>Für die Nationalratswahl besaßen etwas weniger als dreieinhalb Millionen Österreicher eine Wahlberechtigung, rund 800.000 einstige Mitglieder der NSDAP hatten diese nicht. Die Wahlbeteiligung lag bei sehr hohen 93,27 %. Die ÖVP unter Leopold Figl ging als Sieger aus der Wahl hervor und erreichte eine absolute Mandatsmehrheit (49,8 % der Stimmen, 85 Sitze). Zweiter wurde die SPÖ unter Staatskanzler Renner mit 44,6 % der Stimmen und 76 Sitzen. Die KPÖ blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, indem sie lediglich 5,4 % erhielt, was für sie vier Mandate ergab. Die Demokratische Partei Österreichs (DPÖ) kam auf einen Stimmenanteil von nur 0,2 % und zog nicht ins Parlament ein.</p>



<p>Bei den zeitgleich abgehaltenen Wahlen in Niederösterreich – in allen österreichischen Bundesländern wurde parallel zur Nationalratswahl abgestimmt – sah das Resultat beinahe identisch aus, und auch dort errang die ÖVP die absolute Mehrheit. Die KPÖ hatte sowohl in Niederösterreich als auch auf Bundesebene ein besseres Ergebnis erwartet. Die sowjetischen Besatzer waren enttäuscht und verärgert, und so hatte dieses Wahlergebnis auch Folgen für das Verhältnis zwischen Landesregierung sowie Landesverwaltung und der sowjetischen Besatzungsmacht. Auf dieser Ebene trat eine regelrechte Eiszeit ein.</p>



<p>Kurz vor Weihnachten 1945 trat der Nationalrat zur konstituierenden Sitzung zusammen, wobei Figl zum Bundeskanzler ernannt und von ihm die neue Bundesregierung gebildet wurde. Diese war – wie bereits die Provisorische Staatsregierung – eine Regierung aller im Parlament vertretenen Parteien, also der ÖVP, SPÖ und KPÖ. In der Folge verlor die KPÖ zunehmend ihren bisherigen Einfluß, während sich der Dualismus ÖVP – SPÖ immer mehr herausbildete.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Zum 150. Todestag von Fritz Reuter</title>
		<link>https://dereckart.at/zum-150-todestag-von-fritz-reuter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 09:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (67) Wer kennt heute außerhalb Norddeutschlands noch Fritz Reuter, den Dichter und Schriftsteller niederdeutscher Sprache? Am 12. Juli vor 150 Jahren verstarb der Mann, der als Wegbereiter einer Wiederbelebung der niederdeutschen Literatur gilt. Am 7. November 1810 – also noch zur Zeit der französischen Dominanz in Deutschland – im mecklenburgischen [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (67)</h2>



<p>Wer kennt heute außerhalb Norddeutschlands noch Fritz Reuter, den Dichter und Schriftsteller niederdeutscher Sprache? Am 12. Juli vor 150 Jahren verstarb der Mann, der als Wegbereiter einer Wiederbelebung der niederdeutschen Literatur gilt.</p>



<p>Am 7. November 1810 – also noch zur Zeit der französischen Dominanz in Deutschland – im mecklenburgischen Stavenhagen als Sohn des dortigen Bürgermeisters geboren studierte Fritz (eigentlich Heinrich Ludwig Christian Friedrich) Reuter in Rostock Jura. Er wurde allerdings der Universität verwiesen und geriet bei seiner Studienfortsetzung in Jena erneut in arge Nöte: Er sah sich wegen Mitgliedschaft in einer Burschenschaft 1832 erstmals verhaftet, 1833 wegen Majestätsbeleidigung neuerlich festgenommen und in der Festung Silberberg inhaftiert. Sein 1836&nbsp; gefälltes Todesurteil wurde in 30 Jahre Haft umgewandelt, Reuter nach sieben Jahren entlassen. Damals duldete die Obrigkeit nichts, das nicht in ihr Weltbild paßte. Doch ist das heute so viel anders?</p>



<p>1842 zog Fritz zu seinem Onkel, einem Pastor, und wurde Volontär bei einem Gutspächter in Demzin. Wiewohl vom Vater enterbt ging der unangepaßte Mann weiter seinen Weg, begann seine Arbeit als Schriftsteller – zunächst auf Hoch-, dann auf Niederdeutsch – und nahm an der Revolution von 1848 teil. Erfolg hatte er vor allem mit Schwänken in Mundart. Langsam geriet sein Dasein in ruhigeres Fahrwasser, denn er ließ sich 1850 in Treptow nieder, arbeitete als Privatlehrer, wurde preußischer Staatsbürger, betätigte sich gar als Stadtverordneter und ehelichte 1852 Luise Kuntze.</p>



<p>Seine Zeit in Neubrandenburg 1856 bis 1863 war seine produktivste und glücklichste Phase. In dieser veröffentlichte er u. a. 1860 den heute noch bekannten Roman <em>Ut de Franzosentid</em> („Aus der Franzosenzeit“). Reuter, dessen Werk ab 1859 Dethloff Carl Hinstorff verlegte, wurde sogar die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock zugesprochen – welch ein Wandel nach Reuters dortiger Studienzeit! Doch lange durfte sich der erst spät Anerkannte nicht seines Erfolges freuen, denn schon am 12. Juli 1874 verstarb Fritz Reuter in seiner Villa in Eisenach am Fuße der Wartburg.</p>



<p>In Reuters Werken finden sich feinsinniger Humor und moderate Satire, wobei er des Volkes Sprache beispielhaft einzufangen verstand. Das Niederdeutsche war für ihn ein Stilmittel, um seine Attacken gegen Obrigkeit und Adel zu verbrämen.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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