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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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	<title>Kalendarium Kandili &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Ludwig Wittgenstein zum 75. Todestag</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:19:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (73) Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal. Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (73)</h2>



<p>Abgesehen von Kennern der Philosophie dürfte der Kreis jener arg geschrumpft sein, die noch etwas mit dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verbinden, der gleichwohl einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts war. Sein Tod jährt sich nun zum 75. Mal.</p>



<p>Der am 26. April 1889 in Wien geborene Ludwig Wittgenstein kam aus einer wohlhabenden Familie; sein Vater betätigte sich als Unternehmer in der Stahlindustrie. Zunächst ab 1906 Ingenieurwissenschaften in Berlin-Charlottenburg und danach in Cambridge studierend traf Ludwig Wittgenstein mit Bertrand Russell zusammen. Aus dem Ersten Weltkrieg zurück in Wien verzichtete Wittgenstein auf sein Erbe, wurde Lehrer, reüssierte dabei aber nicht. Nach einer Depression kehrte er in den 1930er-Jahren ins Universitätsleben zurück.</p>



<p>Auf die Frage, ob die menschliche Sprache alles sagen könne, gibt Wittgenstein zwei quasi entgegengesetzte Antworten. Die erste, im <em>Tractatus logico-philosophicus</em> (1921) enthalten, sagt, daß sie es nicht könne. Die gewöhnliche Sprache sei unvollkommen und könne die volle Komplexität der Realität nicht erfassen. Die zweite, die aus Wittgensteins <em>Philosophischen Untersuchungen</em> (1953 posthum publiziert) stammt, formuliert das Problem auf andere Art neu: Indem man Sprache in ihren relativen und bewegenden Aspekten analysiere, lasse sich ihr ganzes Potential erkennen. Daher ist es Usus, von einem „ersten“ und „zweiten“ Wittgenstein zu reden.</p>



<p>Für den „ersten“ Wittgenstein ist die logische Form von Sprache unzugänglich. Er urteilt, nur eine perfekte Sprache würde es ermöglichen, die für sie geltenden Regeln offenzulegen. Dieses Modell einer perfekten Sprache verläßt der „zweite“ Wittgenstein und interessiert sich für die Sprache, wie sie konkret praktiziert wird: Die logische Analyse sei die Analyse der Sätze so, wie sie seien. Denn es wäre ja seltsam, wenn die menschliche Gesellschaft bisher gesprochen hätte, ohne einen richtigen Satz konstruieren zu können. Eine Idee verbindet die „zwei Wittgensteins“ dennoch: Philosophie sei eine von innen heraus voranschreitende, von der Sprache ausgehende Tätigkeit begrifflicher Klärung – und keine abstrakte Begriffsspekulation.</p>



<p>Der am 29. April 1951 in Cambridge verstorbene Ludwig Wittgenstein besitzt nicht nur als Philosoph der Sprache und des Bewußtseins, sondern auch der Logik große Bedeutung. Sein philosophischer Nachlaß umfaßt ca. 20.000 Seiten Geschriebenes.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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		<title>Beneš-Dekrete Nr. 5</title>
		<link>https://dereckart.at/benes-dekrete-nr-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 07:32:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Am 28. März 1946 billigte die provisorische tschechoslowakische Nationalversammlung die 1940-45 erlassenen 143 Beneš-Dekrete – und damit auch das fünfte Dekret dieser unsäglichen Reihe: das vom 19. Juni 1945. Auf ihm basierte scheinjuristisch die vor nunmehr achtzig Jahren begonnene Heimatvertreibung der Sudetendeutschen, von denen viele im damals in der US-Besatzungszone liegenden Bayern eine neue Bleibe fanden.</p>



<p>Edvard Beneš, Präsident der Tschechoslowakischen Republik, hatte in jenem Dekret „über die Ungültigkeit einiger vermögensrechtlicher Handlungen aus der Zeit der Unfreiheit […]“ massive vermögensrechtliche Einschränkungen für Deutsche und Ungarn, angeblich „staatlich unzuverlässige Personen“, verfügt. Eine Folge dessen war die organisierte Deportation von über drei Millionen Sudetendeutschen aus ihren jahrhundertealten Siedlungsgebieten, die jetzt von der Tschechoslowakei beansprucht wurden.</p>



<p>Am 25. Januar 1946 traf im bayerischen Grenzbahnhof Furth im Wald der erste der Züge mit Sudetendeutschen ein, die diese beklagenswerten Menschen abschoben. Die erste „Fuhre“ brachte 1.205 Sudetendeutsche aus Budweis fort, wobei der Zug 40 Waggons umfaßte. Nur 40 Kilogramm Gepäck durften die oft schlechter als Vieh traktierten Vertriebenen aus ihren Häusern mit auf die Reise ins Ungewisse nehmen – und hatten dafür nicht einmal 60 Minuten Zeit. In aller Regel verkündete ihnen ein Tscheche ihr Los, und dann mußten sie von jetzt auf gleich ihr altes Daheim aufgeben. Bei Beginn dieser Austreibung waren aber bereits 800.000 Deutsche Opfer der „wilden Vertreibungen“ geworden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“&#8230;</h3>



<p></p>



<p>Um den von der Tschechoslowakei per Zug aus der Heimat geschafften Sudetendeutschen einen Namen zu geben und so das dahinter stehende grausame Schicksal persönlich zu machen, bereitet das Sudetendeutsche Museum in der ersten Hälfte dieses Jahres die Möglichkeit vor, in den Digitalisaten der in Tschechien überlieferten ca. 1.000 Transportlisten der Vertreibung von 1946 zu recherchieren. Diese Listen beziehen sich auf 55 Prozent aller Transporte. Ab August 2026 sollen die Digitalisate im Sudetendeutschen Museum in München in einer Medienstation einzusehen sein.</p>



<p>Erinnern wir die heutige SPD angesichts dessen an ihren auch von Willy Brandt – ehe er die Oder-Neiße-Linie anerkannte – getragenen Aufruf von 1963, in dem es heißt: „Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern.“ Noch bekannt?</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Heinz Nixdorf – 40. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/heinz-nixdorf-40-todestag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 17:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (72) Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf. Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (72)</h2>



<p>Computer prägen unser gegenwärtiges Leben weit stärker als noch vor etwa fünfzig oder mehr Jahren. Einer, der mit Fug und recht als Computerpionier für Deutschland bezeichnet werden darf, starb vor 40 Jahren: Heinz Nixdorf.</p>



<p>Am 9. April 1925 in Paderborn als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters geboren wuchs er im kleinbürgerlichen Milieu auf. Nach Abschluß seiner Schulausbildung studierte der ungemein talentierte Nixdorf in Frankfurt Physik und BWL. Die Begegnung mit einem Entwicklungsingenieur veranlaßte ihn 1952 zu Abbruch seines Studiums und zur Gründung einer eigenen Firma, des „Labors für Impulstechnik“. In einer Essener Kellerwerkstatt im Haus des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes (RWE), das Heinz Nixdorf u. a. mit 30.000 DM Starthilfe unterstützte, fabrizierte er seinen ersten Abrechnungscomputer.</p>



<p>Der eigentliche unternehmerische Durchbruch glückte dem mittlerweile nach Paderborn umgesiedelten Nixdorf 1968, als er um 17,5 Millionen DM seinen Hauptkunden, die Wanderer-Werke, aufkaufte. Jetzt besaß er neben effizienten Abteilungen für Entwicklung und Produktion auch eine Vertriebsstruktur, die die ganze BRD abdeckte. Die Nixdorf Computer AG wurde in den 1970er-Jahren in Deutschland Marktführer, expandierte ins Ausland und beschäftigte am Ende jenes Jahrzehntes weltweit ca. 10.000 Mitarbeiter. Mit Blick auf die Zukunft – die heute Gegenwart ist – vertrat Heinz Nixdorf die Ansicht, Computer „müssen so klein sein, daß sie in die […] Schublade eines Buchhalterschreibtisches passen“. Sie sind heute noch weitaus kleiner!</p>



<p>Doch der Mann, der großen persönlichen Einsatz und viel Geld in die Ausbildung seiner Lehrlinge steckte, der selbst sportlich aktiv und dessen höhere Leitlinie der Aufbau einer sozialen Gesellschaft war, wurde durch die Folgen eines Herzinfarktes schon recht früh aus seinem immer so aktiven Leben gerissen: Wie ein Schauspieler auf der Bühne, so starb Heinz Nixdorf am 17. März 1986 auf der Computermesse Cebit in Hannover. Mit ihm ging urplötzlich einer der unternehmerischen Pioniere, die in der BRD durch ihr unermüdliches Schaffen, ihren Einfallsreichtum und ihre Ausdauer das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg erst möglich gemacht hatten. Mit seinen Kleinrechnern hatte Nixdorf im damals aufkommenden Zeitalter der Computer eine Marktlücke gefüllt und war imstande gewesen, sich damit gegen die Konkurrenz mit ihren Großrechnern zu halten.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Maecenas – Kaiserberater, Kunstförderer und Namensgeber</title>
		<link>https://dereckart.at/maecenas-kaiserberater-kunstfoerderer-und-namensgeber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (71) Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (71)</h2>



<p>Noch vor rund 40 Jahren erschienen die antiken Römer in Lehrbüchern der lateinischen Sprache als Vorbilder, denen es nachzueifern gelte. Denn es hieß: „Romani antiqui probe et simpliciter vivebant.“ Zu Deutsch: „Die alten Römer lebten rechtschaffen und einfach.“ Einfach lebte Gaius Cilnius Maecenas sicher nicht, und gewiß wäre er heute weitgehend vergessen, wäre er nicht für alle Mäzene Namensgeber geworden.</p>



<p>Dieser Förderer der Künste und Berater von Caesars Adoptivsohn Octavian, dem nachmaligen Kaiser Augustus, stammte laut Horaz „aus uraltem Königsgeschlecht“, war Properz zufolge ein „Ritter aus etruskischem Königsgeblüt“. Geboren am 13. April 70 v. Chr.&nbsp; bzw. nach einer anderen Lesart 65 v. Chr. in der etruskischen Stadt Arretium gehörte Gaius Cilnius Maecenas seit seiner Geburt dem vermögenden Ritterstand an. Er war erfüllt von Stolz auf seine Herkunft aus altem Adels- und Königsgeschlecht – wiewohl der mit ihm befreundete Dichter Horaz diese vornehme Abkunft in einem Gedicht überhöht hat. Väterlicherseits dem in Arretium beheimateten Rittergeschlecht der Maecenates (daher Maecenas), mütterlicherseits der etruskischen Aristokratensippe der Cilnia (daher Cilnius) entstammend ererbte Maecenas nicht nur ein veritables Vermögen, sondern auch die Zugehörigkeit zum Ritterstand und – für sein weiteres Dasein von geradezu unschätzbarem Wert – die politische Nähe zu Octavian. In dessen Entourage befand sich Maecenas schon während der Schlacht von Philippi 42 v. Chr., in der die Heere Octavians und&nbsp; Marcus Antonius’ die Truppen der Cäsarmörder Brutus und Cassius entscheidend besiegten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ererbtes Vermögen, ägyptischer Wein und Wohnimmobilien als Basis</h3>



<p></p>



<p>Weil Maecenas ein überaus geschäftstüchtiger Mann war, verstand er es hervorragend, den ererbten Wohlstand zu mehren. Dadurch wurde er in seiner Epoche mit der Zeit zu einem der wohlhabendsten Bürger Roms. Nachdem Octavian als Kaiser zu Augustus geworden war, übertrug er Maecenas Ländereien in Ägypten, das nach dem Sieg Octavians im Machtkampf mit Marcus Antonius und Kleopatra an Rom gefallen war. Im Land der Pharaonen ließ der von Augustus so großzügig bedachte Maecenas alsdann Weine für den römischen Markt herstellen. Bei dem Dichter Plinius werden diese Rebensäfte als „vina maecenatiana“ erwähnt. Damit nicht genug, verschafften ihm seine guten Beziehungen zu Augustus in jener Zeit neu erschlossene Areale der Stadt Rom, in denen Maecenas eine Vielzahl von Mietshäusern unterhielt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Diplomat und Berater ohne eigene Karriereambitionen</h3>



<p></p>



<p>Nachdem bereits der Vater Maecenas’ in den ersten Jahren nach dem Tod Gaius Iulius Caesar’ den noch jungen, unerfahrenen Octavian beraten hatte, wuchs auch der Sohn mehr und mehr in diese einflußreiche Rolle hinein, die ihm einen direkten Zugang zu dem Alleinherrscher des römischen Imperiums sicherte. Maecenas unterstützte diesen bei der Festigung seiner Prinzipat genannten Herrschaft maßgeblich. Er legte dabei große Loyalität an den Tag und entwickelte keinen persönlichen Ehrgeiz. Letzteres zeigt sich besonders daran, daß Maecenas niemals ein öffentliches Amt bekleidete. Er verschmähte es immer, in Rom eine Ämterlaufbahn (lat. cursus honorum) einzuschlagen, und so war er kein einziges Mal Quästor, Prätor oder Konsul. Ohne Streben nach politischer Macht war Maecenas für Augustus u. a. als Diplomat tätig. So brachte dieser Berater des Alleinherrschers nicht nur – als Augustus noch Octavian war – die temporäre Allianz mit Marcus Antonius zustande, sondern war auch an der neuen Staatsdoktrin mit der Überwindung der Republik als Kern beteiligt.</p>



<p>Was jedoch in Maecenas’ Leben für uns Heutige den bekanntesten Aspekt darstellt, ist seine mit System betriebene Förderung zeitgenössischer Dichter. Daher leitet sich das Wort „Mäzen“ auch von seinem Namen ab, was aber in unserer bildungsfernen Gegenwart nur noch sehr wenigen Zeitgenossen bekannt sein dürfte. Zu seinen Schützlingen zählten die schon genannten Horaz und Properz, aber auch der berühmte Vergil. Allerdings war Maecenas’ Förderung der Dichtkunst durchaus strategisch und propagandistisch motiviert und keineswegs so selbstlos wie das, was wir uns heute unter einem Mäzen vorstellen. Der vom 8 v. Chr. in Rom verstorbenen Maecenas so geförderte Vergil z.B. ließ mit seiner Version der Aeneas-Sage die Herkunft der Iulier – und damit auch die des Augustus – als eine göttliche erscheinen&#8230;</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>50 Jahre Olympia in Innsbruck</title>
		<link>https://dereckart.at/50-jahre-olympia-in-innsbruck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 10:36:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (70) 50 Jahre liegt heuer ein Ereignis zurück, das Anfang 1976 nicht nur in Österreich, sondern rund um die Welt größte Beachtung fand und nicht nur für den Sport hohe Bedeutung besaß: die Olympischen Winterspiele von Innsbruck. Dabei hatte es bereits 1964 in Innsbruck Olympische Winterspiele gegeben. Daß es zwölf [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (70)</h2>



<p>50 Jahre liegt heuer ein Ereignis zurück, das Anfang 1976 nicht nur in Österreich, sondern rund um die Welt größte Beachtung fand und nicht nur für den Sport hohe Bedeutung besaß: die Olympischen Winterspiele von Innsbruck. Dabei hatte es bereits 1964 in Innsbruck Olympische Winterspiele gegeben. Daß es zwölf Jahre später erneut zur Vergabe der Spiele an die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol kommen konnte, war folgendem Faktum zuzuschreiben: Bezüglich Denver im US-Bundesstaat Colorado, das zuerst ausgewählt worden war, sprach sich in einer Volksabstimmung im November 1972 die Mehrheit der Bevölkerung von Colorado gegen die Spiele aus und gab diese an das Internationale Olympische Komitee (IOC) zurück. Als es im IOC erneut zur Abstimmung kam (Februar 1973), setzte sich Innsbruck u. a. gegen Lake Placid (USA) durch, wo 1932 auch schon einmal die Olympischen Winterspiele stattgefunden hatten. Innsbrucks Austragungsstätten waren noch nicht so „angestaubt“ wie die von Lake Placid, und auch das entschied.</p>



<p>Die bis zum 15. Februar 1976 dauernden XII. Olympischen Winterspiele eröffnete am 4. Februar 1976 der österreichische Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, der als Parteiloser 1974-1986 das höchste Staatsamt Österreichs innehatte. Wegen der späten Vergabe dieser Spiele stand Innsbruck nur wenig Zeit für Planung und Vorbereitung dieses sportlichen Großereignisses zu Gebote. Die schon existierenden Sportanlagen von 1964 mußten aber nur teilweise saniert werden, während in Igls eine Bob- und Rodelbahn völlig neu zu errichten war. Neben dem Sportstättenbau erlebte Innsbruck viele städtebauliche Veränderungen.</p>



<p>Wie identitätsstiftend der Sport oftmals wirkt, bewies für das Gastgeberland Franz Klammer, der durch seinen Sieg im Abfahrtslauf der Herren gegen den Schweizer Bernhard Russi zum Nationalhelden aufstieg und die Stimmung in Österreich für die Spiele „rettete“. Nach Ansicht vieler Österreicher hätte man diese nämlich gleich auch abbrechen können, wäre Klammer nicht Sieger geworden.</p>



<p>Im Vergleich zu den Spielen von Innsbruck 1964 waren die von 1976 bereits kommerzieller und von viel Medienrummel begleitet. Auch die Sportler, diesmal insgesamt 1.261, waren 1976 professioneller als zwölf Jahre zuvor. In der Medaillenwertung lagen die UdSSR mit dreizehn und ihr „Bruderstaat“ DDR mit sieben Goldmedaillen vorne, während die USA als ihr Hauptgegner bloß Dritte wurden.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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			</item>
		<item>
		<title>80 Jahre CDU</title>
		<link>https://dereckart.at/80-jahre-cdu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2025 10:18:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (69) Eine Partei, in deren Namen das „C“ für christlich zur Mogelpackung verkommen ist; die teilweise sogar mit der postkommunistischen Linkspartei kooperiert, um nur ja die AfD auszubooten; die seit der Ägide der Ex-Kommunistin Angela Merkel fast schon eine Kopie der SPD ist – das alles verkörpert die CDU der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (69)</h2>



<p>Eine Partei, in deren Namen das „C“ für christlich zur Mogelpackung verkommen ist; die teilweise sogar mit der postkommunistischen Linkspartei kooperiert, um nur ja die AfD auszubooten; die seit der Ägide der Ex-Kommunistin Angela Merkel fast schon eine Kopie der SPD ist – das alles verkörpert die CDU der Gegenwart. Eine zwar nicht makellose Partei, aber doch eine, die das „C“ im Namen noch zurecht trug – das war die CDU, die vom 14. bis 16. Dezember 1945, vor nunmehr&nbsp; 80 Jahren, in Bad Godesberg ihr erstes Reichstreffen abhielt.</p>



<p>Damals war Konrad Adenauer, der über das Amt des Kölner Oberbürgermeisters hinausstrebte, noch nicht die dominierende Figur in dem, was ab diesem Reichstreffen offiziell Christlich-Demokratische Union Deutschlands hieß. Diese Benennung stand am Ende der Tagung von ca. 200 christlichen Demokraten aus der US-amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Besatzungszone sowie aus Berlin im Bad Godesberger Pädagogium. Die Zusammenkunft offenbarte allzu deutlich, wie sehr eine überlegene Führungsfigur fehlte. Der einzige, dem das außer Adenauer zugetraut wurde, war der Vorsitzende der Ost-CDU, Andreas Hermes. Dessen Rede mußte aber verlesen werden, da die Sowjets ihn nicht hatten reisen lassen. Zudem mußte er schon bald als Chef der Ost-CDU abdanken, weil er die von den Sowjets betriebene Bodenreform ablehnte.</p>



<p>Die Reichstagung zeigte, wie stark seinerzeit die sozialistische Programmatik auch auf die CDU einwirkte: „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“, „Verstaatlichung“, „Wirtschaftslenkung“ und „gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeitnehmerschaft“ bei letzterer. All diese Schlüsselbegriffe standen auch in der abschließenden Resolution. Andreas Hermes und Jakob Kaiser übten als „Reichsleitung“ der christlichen Demokraten einen immensen Einfluß auf die CDU in den Westzonen aus.</p>



<p>Was Adenauer mit Blick auf seine künftige Rolle in der CDU allein optimistisch stimmte: Niemand hatte sich in Bad Godesberg nachhaltig für die Führung profilieren können. Am Ende sollte sich der Wunsch nach einem fähigen Parteivorsitzenden als stärker erweisen als alle Vorbehalte gegen ihn als einen Mann des „rechten“ Parteiflügels. So zeichnete sich schon zwei Wochen nach Bad Godesberg ab, daß Adenauer in der gesamten britischen Zone die Führung der CDU erlangen werde. Weit mehr sollte bald folgen.</p>



<p></p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>80 Jahre erste Nationalratswahl nach dem Zweiten Weltkrieg</title>
		<link>https://dereckart.at/80-jahre-erste-nationalratswahl-nach-dem-zweiten-weltkrieg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 10:41:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (68) Vor 80 Jahren, am 25. November 1945, fand&#160; in Österreich die erste Nationalratswahl nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Nicht nur für viele heutige Historiker war das der Beginn einer neuen Ära. Der Zweite Weltkrieg in Europa hatte erst rund sieben Monaten zuvor geendet. Ein halbes Jahr vor dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (68)</h2>



<p>Vor 80 Jahren, am 25. November 1945, fand&nbsp; in Österreich die erste Nationalratswahl nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Nicht nur für viele heutige Historiker war das der Beginn einer neuen Ära.</p>



<p>Der Zweite Weltkrieg in Europa hatte erst rund sieben Monaten zuvor geendet. Ein halbes Jahr vor dem Wahlsonntag im November wurde die Proklamation über die Selbständigkeit Österreichs unterzeichnet. Am 27. April 1945 hatte die Provisorische Staatsregierung unter Staatskanzler Karl Renner von der SPÖ ihre Arbeit aufgenommen. Doch Österreich lag noch in Trümmern, der Wiederaufbau vollzog sich nur schleppend, und die alliierten Siegermächte standen als Besatzer im Land.</p>



<p>Für die Nationalratswahl besaßen etwas weniger als dreieinhalb Millionen Österreicher eine Wahlberechtigung, rund 800.000 einstige Mitglieder der NSDAP hatten diese nicht. Die Wahlbeteiligung lag bei sehr hohen 93,27 %. Die ÖVP unter Leopold Figl ging als Sieger aus der Wahl hervor und erreichte eine absolute Mandatsmehrheit (49,8 % der Stimmen, 85 Sitze). Zweiter wurde die SPÖ unter Staatskanzler Renner mit 44,6 % der Stimmen und 76 Sitzen. Die KPÖ blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, indem sie lediglich 5,4 % erhielt, was für sie vier Mandate ergab. Die Demokratische Partei Österreichs (DPÖ) kam auf einen Stimmenanteil von nur 0,2 % und zog nicht ins Parlament ein.</p>



<p>Bei den zeitgleich abgehaltenen Wahlen in Niederösterreich – in allen österreichischen Bundesländern wurde parallel zur Nationalratswahl abgestimmt – sah das Resultat beinahe identisch aus, und auch dort errang die ÖVP die absolute Mehrheit. Die KPÖ hatte sowohl in Niederösterreich als auch auf Bundesebene ein besseres Ergebnis erwartet. Die sowjetischen Besatzer waren enttäuscht und verärgert, und so hatte dieses Wahlergebnis auch Folgen für das Verhältnis zwischen Landesregierung sowie Landesverwaltung und der sowjetischen Besatzungsmacht. Auf dieser Ebene trat eine regelrechte Eiszeit ein.</p>



<p>Kurz vor Weihnachten 1945 trat der Nationalrat zur konstituierenden Sitzung zusammen, wobei Figl zum Bundeskanzler ernannt und von ihm die neue Bundesregierung gebildet wurde. Diese war – wie bereits die Provisorische Staatsregierung – eine Regierung aller im Parlament vertretenen Parteien, also der ÖVP, SPÖ und KPÖ. In der Folge verlor die KPÖ zunehmend ihren bisherigen Einfluß, während sich der Dualismus ÖVP – SPÖ immer mehr herausbildete.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Zum 150. Todestag von Fritz Reuter</title>
		<link>https://dereckart.at/zum-150-todestag-von-fritz-reuter/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 09:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (67) Wer kennt heute außerhalb Norddeutschlands noch Fritz Reuter, den Dichter und Schriftsteller niederdeutscher Sprache? Am 12. Juli vor 150 Jahren verstarb der Mann, der als Wegbereiter einer Wiederbelebung der niederdeutschen Literatur gilt. Am 7. November 1810 – also noch zur Zeit der französischen Dominanz in Deutschland – im mecklenburgischen [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (67)</h2>



<p>Wer kennt heute außerhalb Norddeutschlands noch Fritz Reuter, den Dichter und Schriftsteller niederdeutscher Sprache? Am 12. Juli vor 150 Jahren verstarb der Mann, der als Wegbereiter einer Wiederbelebung der niederdeutschen Literatur gilt.</p>



<p>Am 7. November 1810 – also noch zur Zeit der französischen Dominanz in Deutschland – im mecklenburgischen Stavenhagen als Sohn des dortigen Bürgermeisters geboren studierte Fritz (eigentlich Heinrich Ludwig Christian Friedrich) Reuter in Rostock Jura. Er wurde allerdings der Universität verwiesen und geriet bei seiner Studienfortsetzung in Jena erneut in arge Nöte: Er sah sich wegen Mitgliedschaft in einer Burschenschaft 1832 erstmals verhaftet, 1833 wegen Majestätsbeleidigung neuerlich festgenommen und in der Festung Silberberg inhaftiert. Sein 1836&nbsp; gefälltes Todesurteil wurde in 30 Jahre Haft umgewandelt, Reuter nach sieben Jahren entlassen. Damals duldete die Obrigkeit nichts, das nicht in ihr Weltbild paßte. Doch ist das heute so viel anders?</p>



<p>1842 zog Fritz zu seinem Onkel, einem Pastor, und wurde Volontär bei einem Gutspächter in Demzin. Wiewohl vom Vater enterbt ging der unangepaßte Mann weiter seinen Weg, begann seine Arbeit als Schriftsteller – zunächst auf Hoch-, dann auf Niederdeutsch – und nahm an der Revolution von 1848 teil. Erfolg hatte er vor allem mit Schwänken in Mundart. Langsam geriet sein Dasein in ruhigeres Fahrwasser, denn er ließ sich 1850 in Treptow nieder, arbeitete als Privatlehrer, wurde preußischer Staatsbürger, betätigte sich gar als Stadtverordneter und ehelichte 1852 Luise Kuntze.</p>



<p>Seine Zeit in Neubrandenburg 1856 bis 1863 war seine produktivste und glücklichste Phase. In dieser veröffentlichte er u. a. 1860 den heute noch bekannten Roman <em>Ut de Franzosentid</em> („Aus der Franzosenzeit“). Reuter, dessen Werk ab 1859 Dethloff Carl Hinstorff verlegte, wurde sogar die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock zugesprochen – welch ein Wandel nach Reuters dortiger Studienzeit! Doch lange durfte sich der erst spät Anerkannte nicht seines Erfolges freuen, denn schon am 12. Juli 1874 verstarb Fritz Reuter in seiner Villa in Eisenach am Fuße der Wartburg.</p>



<p>In Reuters Werken finden sich feinsinniger Humor und moderate Satire, wobei er des Volkes Sprache beispielhaft einzufangen verstand. Das Niederdeutsche war für ihn ein Stilmittel, um seine Attacken gegen Obrigkeit und Adel zu verbrämen.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Nobelpreisträger Gustav Hertz zum 50. Todestag</title>
		<link>https://dereckart.at/nobelpreistraeger-gustav-hertz-zum-50-todestag/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 15:33:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (67) Weltweit ist der Name Hertz bekannt. Nach Heinrich Hertz, der für freien Forschergeist steht, ist z. B. der im Internationalen Einheitensystem definierte Schwingungswert „Hertz“ (Hz) als Maß für die Frequenz, die Geschwindigkeit von Wellen aller Art, benannt. Weniger bekannt als dieser Physiker, jedoch auch beachtenswert ist sein Neffe Gustav [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (67)</h2>



<p>Weltweit ist der Name Hertz bekannt. Nach Heinrich Hertz, der für freien Forschergeist steht, ist z. B. der im Internationalen Einheitensystem definierte Schwingungswert „Hertz“ (Hz) als Maß für die Frequenz, die Geschwindigkeit von Wellen aller Art, benannt. Weniger bekannt als dieser Physiker, jedoch auch beachtenswert ist sein Neffe Gustav Hertz, der vor 50 Jahren verstarb.</p>



<p>Der am 22. Juli 1887 in Hamburg geborene Gustav Hertz studierte Physik und Mathematik in München, Göttingen und Berlin. In Berlin promovierte er 1911 und wirkte anschließend als Assistent am Physikalischen Institut der Universität Berlin. Für Versuche, die er 1912/13 zusammen mit dem Physiker James Franck durchführte, erhielten diese beiden 1926 den Nobelpreis für Physik rückwirkend für 1925. Am Ersten Weltkrieg nahm Hertz als Offizier teil und wurde 1915 in Polen bei einem Gasangriff schwer verwundet. Für mehrere Monate mußte er im Lazarett bleiben und wurde danach aus der Armee entlassen.</p>



<p>Nach seiner Habilitation 1917 lehrte Hertz drei Jahre lang als Privatdozent an der Universität Berlin und ging 1920 in die Niederlande. Dort arbeitete er für fünf Jahre im Laboratorium der Glühlampenfabrik Philips in Eindhoven als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1925 wurde er als ordentlicher Professor für Physik an die Universität Halle berufen. 1928 übernahm er diese Funktion an der TH Berlin-Charlottenburg, wo er auch Leiter des Physikalischen Institutes war.</p>



<p>Wegen seiner jüdischen Vorfahren ab 1935 ohne Prüfungsbefugnis, betrieb Hertz während des Zweiten Weltkrieges bei den Siemens-Werken in Berlin u. a. Atomforschung. Deshalb wurde er von den Sowjets kurz nach der Einnahme Berlins 1945 ans Schwarze Meer gebracht, wo er ein Forschungslabor leitete, an dem viele weitere deutsche und sowjetische Spezialisten tätig waren. Sie arbeiteten dort u. a. an der Trennung von Isotopen und der Anreicherung von Uran im industriellen Maßstab.</p>



<p>Im Jahr 1954 übersiedelte Hertz in die DDR und hatte daselbst bis 1961 einen Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität Leipzig inne sowie die Leitung des dortigen physikalischen Institutes. In Ost und West genoß der stille, bescheidene Pionier der Quantenphysik höchstes Ansehen und wurde mit Ehrungen überhäuft. Am 30. Oktober 1975 starb Gustav Hertz mit 88 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er in Hamburg im Familiengrab, in dem auch sein Onkel Heinrich Hertz begraben liegt.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>75 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen</title>
		<link>https://dereckart.at/75-jahre-charta-der-deutschen-heimatvertriebenen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 11:29:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (66) Bis heute werden die deutschen Heimatvertriebenen seitens linker Kräfte und seitens der meisten Staaten Osteuropas als „Revanchisten“ diffamiert, und es wird ihnen unterstellt, sie würden versuchen, mit allen Mitteln ihre verlorene Heimat zurückzuholen. Doch eine völlig andere Sprache spricht die Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950, die [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (66)</h2>



<p>Bis heute werden die deutschen Heimatvertriebenen seitens linker Kräfte und seitens der meisten Staaten Osteuropas als „Revanchisten“ diffamiert, und es wird ihnen unterstellt, sie würden versuchen, mit allen Mitteln ihre verlorene Heimat zurückzuholen. Doch eine völlig andere Sprache spricht die Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950, die vor 75 Jahren unterzeichnet wurde.</p>



<p>In Stuttgart – Bad Cannstatt von dreißig Vertretern der deutschen Heimatvertriebenen unterzeichnet und tags darauf vor dem Stuttgarter Schloß und im ganzen Bundesgebiet verkündet gilt die Charta als Grundgesetz der deutschen Heimatvertriebenen. In ihrem Kern enthält sie einen Aufruf zum Verzicht auf Rache und Gewalt trotz des soeben erlittenen Unrechtes und ein Bekenntnis zur Schaffung eines geeinten Europas sowie zur Verständigung zwischen den Staaten, Völkern und Volksgruppen.</p>



<p>Doch eines wird allzu leicht übersehen: Es ist eine irreführende Zitierung der Charta, wenn deren Verzicht auf Rache und Vergeltung betont, doch immer totgeschwiegen wird, daß diese Charta in ihrem weiteren Wortlaut ebenso die Verwirklichung des Rechtes auf Heimat als eines der Grundrechte der Menschheit fordert. Wenn dieses Grundrecht auf Heimat realpolitisch für die Vertriebenen utopisch geworden ist, dann muß zumindest ihre Vertreibung aus Gedächtnis und Geschichte der Deutschen verhindert werden. Sie ist ohnehin schon zu weit fortgeschritten.</p>



<p>Die Charta war ihrer Zeit weit voraus und eine große moralische Leistung der Vertriebenen, die damals noch nicht wußten, wie es mit ihnen weitergehen würde. Tausende befanden sich überdies noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Es bleibt aber auch zu konstatieren: Die Vertriebenenbewegung und -politik wären 1946 bis 1948 in ganz anderen Bahnen verlaufen, wenn sie nicht von den Alliierten brüsk gestoppt worden wären. Diese Jahre ließen sich nicht mehr nachholen. Denn der Elan der ersten Jahre wurde den deutschen Heimatvertriebenen genommen und ihnen dafür landsmannschaftliche und parteipolitische Zersplitterung „beschert“. Die generelle Untersagung von Vertriebenenorganisationen endete in Deutschland erst 1948, und bereits am 9. April 1949 kam es zur Gründung des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen. Und der Bund der Vertriebenen, Dachverband der deutschen Vertriebenenverbände, wurde erst am 27. Oktober 1957 gegründet. </p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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