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	<title>Kolumne &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Kolumne &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Der Fliegende Holländer</title>
		<link>https://dereckart.at/der-fliegende-hollaender/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 16:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mythen, Sagen, Wundersames]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[Mythen, Sagen, Wundersames von Alain Felkel Die Freunde des mehrteiligen Kassenschlagers Fluch der Karibik kennen sie: die gruseligen Auftritte des gespenstischen Piratenjägers Armando Salazar, der mit seinem Geisterschiff den von Johnny Depp gespielten Piraten Jack Sparrow bis in alle Ewigkeit mit seiner Rache verfolgt. Weniger bekannt ist dagegen der Mehrheit der Kinobesucher, daß das Erzählmotiv [&#8230;]]]></description>
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<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mythen, Sagen, Wundersames </h2>



<p></p>



<p><em>von Alain Felkel</em></p>



<p></p>



<p>Die Freunde des mehrteiligen Kassenschlagers <em>Fluch der Karibik</em> kennen sie: die gruseligen Auftritte des gespenstischen Piratenjägers Armando Salazar, der mit seinem Geisterschiff den von Johnny Depp gespielten Piraten Jack Sparrow bis in alle Ewigkeit mit seiner Rache verfolgt. Weniger bekannt ist dagegen der Mehrheit der Kinobesucher, daß das Erzählmotiv des Geisterschiffes eng mit Benelux und der deutschen Romantik verflochten ist und erst durch die Sage vom Fliegenden Holländer populär wurde.</p>



<p>Grundlage der Legende ist allgemeiner Überlieferung nach ein Vorfall gegen Ende des 17. Jh., als die Niederlande den Ostindienhandel dominierten. Damals machte ein holländischer Kapitän namens Bernard Fokke von sich reden, weil er mit seinem Schiff, einem Dreimaster mit eisernen Rahen, selbst bei höchsten Windstärken noch durch die schwersten Stürme am Kap der Guten Hoffnung segelte. Für die lange Strecke zwischen den Niederlanden und der Gewürzinsel Java brauchte er im Jahr 1678 so nur drei Monate, seine Konkurrenz dagegen sechs. Derartiges konnte in den Augen seiner Zeitgenossen nicht mit rechten Dingen zugehen. Und so munkelte man bereits zu Fokkes Lebzeiten, er stehe mit dem Teufel im Bunde. Doch der angebliche Teufelspakt fand bald ein jähes Ende. Als Fokke wieder tollkühn in ein Sturmtief segelte, verschwand sein Schiff spurlos in den Weiten des Ozeans. Kaum verbreitete sich die Kenntnis von dem Unglück, setzte schon die Legendenbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Geschehen so zur Sage vom „Fliegenden Holländer“. Dieser sei aufgrund seines gotteswidrigen Teufelsbundes bis in alle Ewigkeit dazu verdammt, mit seiner Mannschaft und seinem Schiff die Weltmeere zu befahren, ohne je einen Hafen zu finden.</p>



<p>Bereichert wurde die Gruselgeschichte dadurch, daß sich das Erzählmotiv des Fliegenden Holländers – der Begriff umfaßt sowohl den Kapitän als auch seinen Dreimaster – sofort mit dem realen Phänomen der Geisterschiffe verband: Seefahrzeugen, die zuvor von ihren Mannschaften wegen einer Seuche oder aufgrund eines Sturmes aufgegeben worden waren. War dies schon in der Realität gespenstisch genug, so entwickelte sich der Fliegende Holländer im Laufe der Jahrhunderte zu einer wahren Ausgeburt der Hölle: Mal ist das Gespensterschiff so schnell, daß es über den Wellen zu fliegen scheint, mal kann es bei Flaute rückwärtsfahren. Oft taucht der Fliegende Holländer plötzlich vor einem Schiff aus den Wellen auf, was für die Lebenden nichts Gutes bedeutet. Wer dem unheilvollen Dreimaster mit seinen roten Segeln begegnet, dem widerfährt meist alsbald ein Unglück. Derartig mit schaurigen Zutaten ausgestattet dauerte es nicht lange, bis die Sage sich großer Lesergunst erfreute. Nach den Napoleonischen Kriegen riß eine Welle von Balladen, Gruselgeschichten und Schauerromanen über den Fliegenden Holländer die Leserschaft mit, die sich damals nach Übersinnlichem verzehrte.</p>



<p>Doch der Untote hatte einen Geburtsfehler: Er ließ keine Frauenherzen pochen und weckte wenig Anteilnahme. Erst der deutschen Romantik war es beschieden, den Verdammten zu einer beklagenswerten, tragischen Figur auszugestalten. An der Metamorphose hatten zwei deutsche Geisteshelden Anteil: Heinrich Heine und Richard Wagner. Ersterer entdeckte den Stoff in den Niederlanden, wo er ein Theaterstück über den Fliegenden Holländer sah. Der Theaterbesuch inspirierte Heine. Er verarbeitete die Sage 1826 in seiner Erzählung <em>Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski</em> und flocht das Erzählmotiv ein, daß der Holländer nur durch die Treue einer liebenden Frau erlöst werden könne.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wagner macht die Legende durch Ergänzung einer Liebesgeschichte zum Kassenschlager.</h3>



<p></p>



<p>Heines Kunstgriff wiederum beflügelte Wagner zur Verarbeitung des Stoffes zur Oper. Hierbei nahm er die alles entscheidenden Änderungen vor, welche die Sage zum Kassenschlager machen sollten: In seinem Opus läßt er den Fliegenden Holländer, der bei Wagner nur alle sieben Jahre erlöst werden kann und Vanderdecken heißt, um die schöne Senta freien. Des Weiteren ergänzte Wagner die Sage, indem er dem Unerlösten einen Rivalen gab: den jugendlichen Nebenbuhler Erik, der gleichfalls Senta begehrt. Doch Erik geht in der Oper leer aus. Nachdem Vanderdecken Senta vom schrecklichen Fluch erzählt hat, der auf ihm lastet, stürzt sich Senta ins Meer, um ihn zu erlösen. Unmittelbar darauf sinkt das Geisterschiff. Zu guter Letzt entsteigen Vanderdecken und Senta den Wellen und schweben gemeinsam zum Himmel. Nun endlich ist der Unglückliche erlöst. Was für ein Happy End! Was für ein Spektakel! Und was für ein Meilenstein der Opern- und Sagenwelt! </p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Holländisch und Deutsch – Falsche und richtig gute Freunde</title>
		<link>https://dereckart.at/hollaendisch-und-deutsch-falsche-und-richtig-gute-freunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 22:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachkolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Caroline Sommerfeld Zwischen keinen zwei anderen Sprachen gibt es so viele „falsche Freunde“ wie zwischen Deutsch und Niederländisch. Bei diesem Phänomen handelt es sich um Wörter, die in zwei oder mehreren Sprachen die gleiche oder eine sehr ähnliche Form aufweisen, sodaß man fälschlicherweise annimmt, sie müßten dasselbe bedeuten. Deshalb erweist sich ein solches Wort [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Caroline Sommerfeld</em></p>



<p>Zwischen keinen zwei anderen Sprachen gibt es so viele „falsche Freunde“ wie zwischen Deutsch und Niederländisch. Bei diesem Phänomen handelt es sich um Wörter, die in zwei oder mehreren Sprachen die gleiche oder eine sehr ähnliche Form aufweisen, sodaß man fälschlicherweise annimmt, sie müßten dasselbe bedeuten. Deshalb erweist sich ein solches Wort als ein „falscher Freund“: Es scheint das Übersetzen zu erleichtern, erschwert es indes durch die von der Lautgestalt ausgehende, zum Irrtum verführende Wirkung.</p>



<p>Deutsch ist in den Niederlanden an vielen Schulen zweite oder dritte Fremdsprache. Wenn Schüler erst in der 8. Schulstufe Deutsch lernen, übertragen sie automatisch bereits gefestigte Gewohnheiten aus ihrer Muttersprache in das andere System. Das hat vielfach zur Folge, daß eine sprachliche Norm verletzt wird; Linguisten nennen dies einen „negativen Transfer“. Deutsch und Niederländisch sind zwei verschiedene rezente Sprachen – anders als Niederdeutsch, das einen deutschen Dialekt darstellt –, die sich wegen ihrer sehr langen gemeinsamen Sprachentwicklung so verflixt ähnlich sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Phänomen der „falschen Freunde“ wurde sprachwissenschaftlich erstmals Ende des 19. Jh. im Französischen beschrieben.</h3>



<p></p>



<p>Das erste Buch über deutsch-niederländische „falsche Freunde“ erschien im Jahre 1919: <em>Deutsch-Holländisch: eine Zusammenfassung der wichtigsten, dem Holländer nicht ohne weiteres verständlichen deutschen Wörter. </em>Ein aktuelleres Buch ist 2006 in den Niederlanden veröffentlicht worden: <em>Als er gebellt wordt, blaffen de honden. Dwaalduiders en aanverwante woorden in het Duits</em> von Jan Lanneau, aus dem die unten folgenden Beispiele stammen, die sich in zwei Kategorien einordnen lassen:</p>



<p>Erstens Ausdrücke mit vollkommen abweichender Bedeutung, zum Beispiel <em>Enkel </em>(niederländisch: <em>kleinkind</em>) – <em>enkel </em>(deutsch: <em>Knöchel</em>), <em>liegen </em>(niederländisch: <em>liggen</em>) – <em>liegen </em>(deutsch: <em>lügen</em>).</p>



<p>„Falsche Freunde“, die zu dieser Kategorie gehören, verursachen die größten Mißverständnisse, weil sie auf der Bedeutungsebene so gut wie nichts mit einander zu tun haben.</p>



<p>Anders verhält es sich, und damit zu zweitens, bei Ausdrücken mit Bedeutungsüberschneidungen: Die Bedeutung eines Wortes im Niederländischen kann etwa deutlich umfangreicher sein als im Deutschen, zum Beispiel <em>wortel</em>, was sowohl <em>Wurzel</em> (allgemein einer Pflanze) als auch im engeren Sinne <em>Karotte </em>bedeuten kann. Oder es handelt sich um stilistische bzw. kulturelle Unterschiede. Ein gutes Beispiel für einen stilistischen Unterschied ist der Wortbestandteil <em>rond-</em>. Auf Deutsch sagt man hochsprachlich <em>herum</em>-, in der norddeutschen Umgangsspache aber <em>rum</em>-, im Niederländischen gibt es nur <em>rond-. </em>Ein kultureller Unterschied ließe sich bei dem Wort <em>Wohnung</em> erkennen – das niederländische <em>woning </em>steht meistens für ein <em>Haus</em>, eine <em>Wohnung </em>würde man im Niederländischen als <em>flat </em>oder <em>appartement </em>bezeichnen.</p>



<p>Die Liste solcher „falschen Freunde“ aufgrund von Überschneidungen ist wesentlich länger als die der oben aufgeführten „echten falschen Freunde“, ein paar typische Exemplare sind: Das Wort <em>belasting</em> bedeutet manchmal <em>Belastung</em> und manchmal <em>Steuer</em> – der Bedeutungsbestandteil „Last“ macht, daß Deutsche das niederländische Wort zwar sofort verstehen, Holländer aber im fiskalischen Zusammenhang womöglich von „mehr Belastung zahlen“ sprechen. Ähnlich verhält es sich bei <em>bureau</em> (<em>das Büro</em>, aber auch <em>der Schreibtisch</em>) oder bei <em>overwinnen</em> (<em>überwinden</em>, aber auch <em>jemanden besiegen</em> in einem Wettkampf).</p>



<p>Diese „falschen Freunde“ sind nicht immer falsche Freunde, da sie in manchen Situationen genau die richtigen Freunde sind. In vielen Fällen hat man im Deutschen mehrere Wörter dafür, was man im Niederländischen nur mit einem Wort bezeichnen kann. Und manchmal bezeichnet man ein und dasselbe mit völlig anders gebildeten Komposita. Ich litt einmal unter einem Bandscheibenvorfall. Ein sehr gut Deutsch sprechender holländischer Freund verstand das Wort überhaupt nicht, ein Blick in sein Wörterbuch förderte zutage: „uitpuilende tussenwervelschijven“, etwa: „herausquellende Zwischenwirbelscheiben“. Macht nichts bzw. „doet niks“ – man versteht einander ja unter Freunden! </p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Böllerverbot bei „Rhein in Flammen‘‘</title>
		<link>https://dereckart.at/rhein-rein-tot-warum-ist-es-im-rhein-nicht-schoen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2026 23:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Alain Felkel Tief im Westen Der Düsseldorfer Tierschützer Stefan Bröckling von tiernotruf.de liebt wie so viele Aktivisten der linksgrün dominierten Tierschutzszene die Pose des Chefanklägers. Kaum ist das auf der Bonner Rheinaue stattfindende Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen‘‘ beendet, findet er am nächsten Morgen am Straßenrand der Konrad-Adenauer-Brücke nach kurzer Suche den Kadaver einer Kanadagans. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Alain Felkel</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Tief im Westen</h2>



<p></p>



<p>Der Düsseldorfer Tierschützer Stefan Bröckling von <em>tiernotruf.de</em> liebt wie so viele Aktivisten der linksgrün dominierten Tierschutzszene die Pose des Chefanklägers. Kaum ist das auf der Bonner Rheinaue stattfindende Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen‘‘ beendet, findet er am nächsten Morgen am Straßenrand der Konrad-Adenauer-Brücke nach kurzer Suche den Kadaver einer Kanadagans. Für Bröckling ist der Fall sofort klar. Alljährlich findet „Rhein in Flammen‘‘ zur Vogelbrutzeit auf der Bonner Rheinaue statt. Inmitten des Parks befindet sich ein See, an dessen Ufern Enten, Schwäne und Kanadagänse nisten. Und diese werden durch das Feuerwerk so verängstigt, daß sie panisch aufflattern und gegen Brücken oder Starkstromleitungen fliegen. Bröckling benennt daher vor laufender Kamera sofort die Organisatoren von „Rhein in Flammen‘‘ als Täter: „Das wart ihr mit eurem beknackten Feuerwerk! Ihr habt dieses Tier getötet!‘‘.</p>



<p>Doch ist die Gans wirklich aufgrund von „Rhein in Flammen‘‘ zu Tode gekommen? Zweifel sind angebracht. Von der Stadtverwaltung beauftragte Ornithologen haben die Vögel der Rheinaue die ganze Zeit während des Feuerwerks mit Argusaugen von der Brücke aus beobachtet und die Gans nicht herunterstürzen sehen.&nbsp; Auch ist folgender Umstand eigenartig: Genau vor einem Jahr fand Spröckling schon einmal an derselben Stelle einen toten Schwan. Bereits damals erhob er Anklage gegen die Stadt Bonn. Zudem entfachte er mit Erfolg eine Politkampagne gegen „Rhein in Flammen“. Gemeinsam mit der Linken und den Grünen forderten verschiedene Tierschutzorganisationen nicht nur die Abschaffung der ihrer Meinung nach idiotischen Tradition des Höhenfeuerwerks, sondern auch ein generelles Böllerverbot sowie die Verlegung des Festes von der Rheinaue weg.</p>



<p>Die Stadt Bonn nahm die Beschwerden der Tierschützer ernst und beugte sich damals der Diktatur der Gutmenschen. Sie verlagerte dieses Jahr die Feuerwerksabschußrampen etwas von den Brutstätten weg und verkürzte die Feuerwerksdauer – mit fatalen wirtschaftlichen Folgen. &nbsp;Das Fest war längst nicht so gut besucht wie in den vergangenen Jahren und fällt nächstes Jahr sogar aus. Erst 2028 wird&nbsp; im Innenstadtbereich wohl ein Lichterspektakel mit einer „Drohnen-Lightshow“ stattfinden. Dies mag im Sinne diverser, lustfeindlicher Tierschutzorganisationen ein Erfolg sein. Die Allgemeinheit wird das allseits beliebte Feuerwerksspektakel am Rhein jedoch schmerzlich vermissen.&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>25. Todestag von Peter von Zahn</title>
		<link>https://dereckart.at/25-todestag-von-peter-von-zahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 12:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (78) Vor einem Vierteljahrhundert, am 26. Juli 2001, starb Peter von Zahn, einer der großen deutschen Hörfunk- und Fernsehjournalisten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Älteren als einer der Reporter der „Windrose“ bekannt, machte von Zahn auch durch seine einprägsame Sprechweise auf sich aufmerksam. Doch das war beileibe nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (78)</h2>



<p>Vor einem Vierteljahrhundert, am 26. Juli 2001, starb Peter von Zahn, einer der großen deutschen Hörfunk- und Fernsehjournalisten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Älteren als einer der Reporter der „Windrose“ bekannt, machte von Zahn auch durch seine einprägsame Sprechweise auf sich aufmerksam. Doch das war beileibe nicht alles, was der humanistisch gebildete Journalist zu bieten hatte.</p>



<p>Es darf bei allem Lob für den am 29. Januar 1913 in Chemnitz geborenen und im Zweiten Weltkrieg als Dolmetscher und Kriegsberichterstatter eingesetzten von Zahn nicht vergessen werden, daß er von den britischen Besatzern für den Nordwestdeutschen Rundfunk – 1956 aufgegliedert in Norddeutscher Rundfunk (NDR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR) – für den Sender der alliierten Militärregierung engagiert wurde. Er machte Journalismus, wie die Besatzer ihn sehen wollten. Es ist daher nur beschönigend, wenn heute gesagt wird, er habe den Rundfunk in Westdeutschland „nach britischem Vorbild“ gestaltet, die britischen Besatzer hätten den Sender zwar kontrolliert, jedoch „den deutschen Journalisten viele Freiheiten“ gewährt.</p>



<p>1948 wechselte Peter von Zahn, der Jura, Geschichte und Zeitungswissenschaften studiert und 1939 promoviert hatte, ins Studio Düsseldorf, dessen Leitung er 1949 übernahm. Doch wegen Differenzen mit Generaldirektor Adolf Grimme blieb von Zahn nicht lange am Rhein: 1951 machte er den Sprung über den großen Teich und wurde in den USA zu einem Pionier der Auslandsberichterstattung. Seine 15minütige Radiosendung „Aus der neuen Welt“ erklärte den Deutschen Gesellschaft und Politik der US-Besatzungsmacht – was natürlich keinesfalls unabhängiger Journalismus war. Das gleiche Format führte Peter von Zahn ab 1955 auch im TV zum Erfolg. Legendär sind seine „Windrose“-Reportagen. Nach langen Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk verließ von Zahn den NDR und gründete 1961 seine eigene Produktionsfirma, die Windrose Film- und Fernsehproduktions-GmbH. Seine Reportagen liefen z. B. im WDR, der daraus die Reihe&nbsp;„Weltspiegel“ machte, die es heute noch gibt.</p>



<p>Aus den USA zurück, veröffentlichte von Zahn 1991 seine Autobiographie <em>Stimme der ersten Stunde</em>. Sein imposantes Gesamtwerk umschließt rund 3.000 Hörfunk- und mehr als 1.000 Fernsehbeiträge, und es ist trotz aller erwähnten Einschränkungen nicht übertrieben, ihn als einen wahren Pionier des Journalismus zu ehren.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Osten ist Avantgarde!</title>
		<link>https://dereckart.at/der-osten-ist-avantgarde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 12:10:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kaisers Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Benedikt Kaiser Kaisers Zone Philip Manow wurde in Hamburg geboren, lehrte in Konstanz am Bodensee, in der Neckarstadt Heidelberg und seit 2024 in Siegen im Sauerland: Er ist damit unverdächtig, Mittel- oder Ostdeutscher zu sein. Und doch ist der Politikwissenschaftler und Analyst zweifellos Experte für die ostdeutsche Sondersituation – und darüber hinaus. Als Solitär [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Benedikt Kaiser</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaisers Zone</h2>



<p>Philip Manow wurde in Hamburg geboren, lehrte in Konstanz am Bodensee, in der Neckarstadt Heidelberg und seit 2024 in Siegen im Sauerland: Er ist damit unverdächtig, Mittel- oder Ostdeutscher zu sein. Und doch ist der Politikwissenschaftler und Analyst zweifellos Experte für die ostdeutsche Sondersituation – und darüber hinaus. Als Solitär in seiner mittlerweile zu homogenen Zunft eckt er regelmäßig an, und das geht schnell: Er ist nicht linksliberal, argumentiert nicht moralisierend, folgt den Trends der identitätspolitischen Neujustierung nicht. In der 121. <em>Sezession</em> (August 2024) rezensierte ich Manows damalige neue Schrift <em>Unter Beobachtung</em> (Berlin 2024) und lobte, „daß er Fragen beantwortet, die seine Kollegen nicht mal stellen“. Das trifft es wohl auch zwei Jahre später gut.</p>



<p>In seinem neuen Großessay <em>Spaltungslinien</em> nimmt er sich nun <em>Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats </em>(München 2026) vor. Der Text ist in Gänze wichtig für das Verständnis der politisch-ökonomisch-kulturellen Konstellation, in der wir leben. Für die Zwecke dieser Kolumne, die sich explizit auf die Situation in der einstigen „Zone“, dem ehemaligen Mitteldeutschland und heutigen Ostdeutschland, zu fokussieren hat, blicken wir indes auf jene Aspekte, die ausdrücklich in unseren Beritt gehören. Und da fiel mir bei der Lektüre Manows jener Schlußsatz meiner Kolumne – eine pro Monat erscheint gedruckt, eine online – im Mai-Heft des <em>ECKARTs</em> mit dem Themenschwerpunkt „Parteiisch“ ein, der wie folgt lautet: „Der Ostdeutsche im Jahr 2026 bevorzugt, parteifrei zu bleiben, selbst dann, wenn er stark parteiisch ist.“ Philip Manow nun erläutert die aktuelle Debatte um die Neusortierung von Wählerschaften und Parteien, die man „De-Alignment“ – Abwendung von einer Partei bzw. Parteien – und „Re-Alignment“ – langfristige Verschiebung und Neusortierung – nennt. Wenn heutzutage im politischen Kontext etwas „ostdeutsch“ ist, dann dies: die Skepsis gegenüber Parteiengagement, die Bereitschaft, neu zu denken und neu zu wählen. Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) urteilt treffend: „Die fehlende Parteibindung [im Osten; B.K.] spiegelt sich sowohl in vergleichsweise niedrigen Parteimitgliederzahlen als auch einer hohen Anzahl an Wechselwählern […] wider.“</p>



<p>Folgt daraus mangelndes Interesse „der“ Ostdeutschen an ihrem Gemeinwesen und an „der“ Politik? Mitnichten. „Typisch“ ostdeutsch ist vielmehr die „neuartige Verbindung aus ideologischen Positionen“ (Manow), die – ob im AfD- oder, schwächer, im BSW-Kontext – immer häufiger darin zu bestehen scheint, daß man dazu übergeht, die „gesellschaftspolitisch prononciert rechten mit wirtschafts- und sozialpolitisch eher linken Positionen“ zu vermählen. Doch Ostdeutschland ist hier kein freischwebender Planet: Vielmehr, erklärt Manow, sei das vielerorts in Europa zu beobachten, insbesondere bei „rechtspopulistischen“ Formationen. Diese starten oftmals als liberale oder gar neoliberale Projekte und werden, aufgrund ihrer zunehmenden Verankerung im breiten Volk und einer entsprechenden realistischen Selbstschau, zunehmend „linker“ im ökonomischen Bereich, d.h. sozialer und solidarischer, weniger liberal und marktradikal. Als Beispiele nennt Manow u.a. den Rassemblement National in Frankreich, die PiS in Polen, Fidesz in Ungarn oder auch die PVV in den Niederlanden, die einst neoliberal und islamkritisch begann und mittlerweile sozialen Wohnungsbau und öffentliche Gesundheitsversorgung protegiert, ohne dabei den islamkritischen Markenkern zu negieren.</p>



<p>Die Verschmelzung gesellschaftspolitisch rechter mit wirtschafts- und sozialpolitisch linken Themen sorge, so leitet Manow historisch-politisch her, eher im Westen für Aufsehen. Im Osten, und dazu zählt auch die ehemalige DDR, sei das eben gerade nicht neu: Es gebe seit jeher „markante Unterschiede zwischen Ost und West in der grundsätzlichen Ausrichtung des politischen Raums“. Betrachtet man das dergestalt, holt das rechte Lager im „Westen“ aktuell eine Entwicklung nach, die im „Osten“ schon vollzogen wurde: Philip Manow nennt diese Links-rechts-Synthese die neue „Erfolgsformel“ der Parteienpolitik, wobei man ihn hier daran erinnern darf, daß dies einige Jahre vor ihm bereits der Politikwissenschaftler Timo Lochocki im Polit-Magazin <em>Cicero</em> tat, der – mit denselben Inhalten und in ähnlichen Worten – von der neuen „Gewinnerformel“ der Zukunft sprach, doch in Manows Literaturapparat gar nicht erst auftaucht. Geschenkt – denn Manow besitzt den Vorteil, daß wir die Ergebnisse dieser Erfolgs- bzw. Gewinnerformel 2026 insbesondere in Sachsen-Anhalt, Thüringen und anderswo anhand von Wahlabsichtserklärungen in Form von Wahlumfragen der 40-Prozent-Ost-AfD immer greifbarer vor uns sehen.</p>



<p>Abseits dieser Parteifragen ist ein weiterer Ost-Fakt augenfällig, wenn Manow eine „deutlich erhöhte Volatilität politischer Mobilisierung“ diagnostiziert, die von einem „stärker in den Vordergrund tretenden Bewegungscharakter von Politik“ begleitet wird: Ebendies vollzieht sich beispielsweise in Sachsen, wo nicht nur die AfD wächst und wächst, sondern auch der graswurzelartige vorpolitische Raum – durch „Freie Sachsen“ und zahllose Bürgerinitiativen in den Bereichen Windkraftkritik bis Lebensschutz – belebter denn je erscheint. Wir erleben die Rückkehr einer Politik der Nähe, in der jenseits der „großen Fragen“ die lokale und regionale Verankerung zunehmend Gewicht erhält. Eine Politik der Nähe, organischer Gemeinschaft und Vor-Ort-Verantwortlichkeit, die man in der politischen Wissenschaft seit geraumer Zeit als „Postliberalismus“ beschreibt.</p>



<p>Das, was Philip Manow <em>beschreibend</em> (deskriptiv) und Patrick J. Deneen oder Philip Pilkington <em>bekräftigend</em> (affirmativ) als einen solchen Postliberalismus fassen – d.h. als gemeinwohlorientierte Weltanschauung, in der das solidarische Miteinander, die klassische Familie, Traditionen und, ganz entscheidend, lokale sowie regionale Verbundenheit „von unten“ her gegen die wirtschafts- und linksliberalen Eliten „da oben“ gestärkt werden soll –, ist im Osten also längst konkret greifbar, wo anderswo darüber noch fachlich-abstrakt debattiert wird. „Die Nähe wird als ein Wert empfunden“, weiß der Essayist Simon Strauss, und der neue „Topos“ laute, daß der „Osten damit ein ureigenes Mittel zur Verteidigung der Seele gegen die Zerschlagungstendenzen des westlichen Neoliberalismus“ besitze. Das ist, was Philip Manow meint, wenn er die postliberale Synthese „linker“ (sozialer, solidarischer) und „rechter“ (konservativer, volksverbundener) als künftige „Erfolgsformel“ skizziert.</p>



<p>Pathetisch gesprochen: Der Osten hinkt nicht hinterher, er ist Avantgarde! Als Gegenbewegung zur Entortung und Entgrenzung der globalistischen Epoche sucht er die „Neugeburt des Politischen aus dem Geist der Nachbarschaft, aus der Sehnsucht nach Nähe“ (Strauss), und ebendies läßt die Manowsche Spaltungslinie zwischen den als urban, kosmopolitisch und „abgehoben“ wirkenden „Westlern“ größer werden. &nbsp;Die wesentliche Frage bleibt, ob das einst wieder zu kitten sei. Am ehesten wohl dann, wenn der Westen beim Osten konstruktiv und neugierig in die Lehre ginge. Die kommenden Krisenschübe dürften diese Tendenz zumindest verstärken.</p>



<h3 class="wp-block-heading"></h3>



<p>Benedikt Kaiser</p>



<div class="inherit-container-width wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p><em>Über den Autor:<br>Benedikt Kaiser, Jg. 1987, studierte an der Technischen Universität Chemnitz im Hauptfach Politikwissenschaft. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lektor und Publizist. Kaiser schreibt u.a. für Sezession (BRD), Kommentár (Ungarn) und Tekos (Belgien); für éléments und Nouvelle École (Frankreich) ist er deutscher Korrespondent. </em></p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>100. Geburtstag von Peter Alexander</title>
		<link>https://dereckart.at/100-geburtstag-von-peter-alexander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 16:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dereckart.at/?p=12069</guid>

					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (77) Er war im deutschsprachigen Raum unleugbar einer der ganz großen Unterhaltungskünstler und ist bis heute unvergessen: Peter Alexander, dessen 100. Geburtstag jetzt zu feiern ist. Mit bürgerlichem Namen hieß der am 30. Juni 1926 in Wien geborene Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. Er war Sohn eines Bankbeamten, doch seine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (77)</h2>



<p>Er war im deutschsprachigen Raum unleugbar einer der ganz großen Unterhaltungskünstler und ist bis heute unvergessen: Peter Alexander, dessen 100. Geburtstag jetzt zu feiern ist.</p>



<p>Mit bürgerlichem Namen hieß der am 30. Juni 1926 in Wien geborene Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. Er war Sohn eines Bankbeamten, doch seine Mutter, Tochter eines Musikalienhändlers, vererbte Peter die Musikalität. Da schon als Schüler der Hang zum Parodieren auftrat, erwies sich das vom Vater für ihn präferierte Medizinstudium als unpassend. Vielmehr legte Peter 1948 eine staatliche Prüfung als Schauspieler ab.</p>



<p>Für sein erstes Engagement am Wiener Burgtheater mit gerade einmal 200 Schilling Monatsgage entlohnt entwickelte sich Peter Alexander statt zum jugendlichen Helden immer mehr zum Talent für komische Rollen. 1951 besann sich Peter auf sein Sangestalent und sang bei einer österreichischen Plattenfirma vor, was ihm sogleich einen Plattenvertrag und seinen ersten Hit („Die Beine von Dolores“) eintrug.</p>



<p>Der Rest ist Musik-, TV- und Unterhaltungshistorie: über vierzig Filme, dazu Tourneen mit bis zu achtzig Konzerten in Folge durch Österreich, die Schweiz und Deutschland, unzählige Nr. 1-Hits, noch mehr Plazierungen in den Musikcharts, zahlreiche LPs/CDs und eine lange Liste von Film-, Gesangs- und Showpartnern. Viele kennen Peter Alexander besonders aus seinen Filmen, etwa als verarmten Adligen in der Graf Bobby-Reihe, als braven Soldaten Schwejk, als Charleys Tante oder als sympathischen Lehrer in der Filmreihe <em>Die Lümmel von der ersten Bank</em>. Viele pfeifen noch heute seine Melodien, wenn es „Endlich Feierabend!“ heißt oder sie „Die kleine Kneipe“ (in Österreich: „Das kleine Beisl“) aufsuchen. Und wer erinnert sich nicht an die „Peter-Alexander-Show“, die 1963-1996 in der BRD und Österreich eine echte Fernsehinstitution war?</p>



<p>Bei allen seinen Erfolgen und Ehrungen ist Peter Alexander immer der freundliche, liebenswürdige Mensch geblieben, der für jeden Spaß zu haben war und lieber zum Angeln, seiner großen Passion, ging, als sich dem Streß des Showgeschäftes auszusetzen. Daher ging er auch nicht wie viele andere aus dieser Branche in die USA. Vom Tod seiner Frau 2003 und seiner Tochter 2009 erschüttert lebte er zuletzt zurückgezogen in Grinzing. Als er am 12. Februar 2011 in aller Stille verstarb, paßte dazu der Titel eines von ihm gesungenen Liedes: „Sag beim Abschied leise Servus“.</p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>160 Jahre Königgrätz</title>
		<link>https://dereckart.at/160-jahre-koeniggraetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 19:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (76) 160 Jahre liegt der als „Deutscher Krieg“ in die Geschichte eingegangene Bruderkampf zwischen den beiden deutschen Großmächten Preußen und Österreich zurück. Der Ausgang dieses Krieges stellte die Weichen dafür, daß innerhalb Deutschlands Preußen zum Hegemon, Österreich aber aus Deutschland verdrängt wurde. Es soll hier nicht darum gehen, gerafft die [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (76)</h2>



<p>160 Jahre liegt der als „Deutscher Krieg“ in die Geschichte eingegangene Bruderkampf zwischen den beiden deutschen Großmächten Preußen und Österreich zurück. Der Ausgang dieses Krieges stellte die Weichen dafür, daß innerhalb Deutschlands Preußen zum Hegemon, Österreich aber aus Deutschland verdrängt wurde.</p>



<p>Es soll hier nicht darum gehen, gerafft die Ereignisse aufzuzählen, die zu Preußens Sieg von Königgrätz (3. Juli 1866) führten, der beileibe noch nicht das Ende dieses Krieges hätte sein müssen – denn Österreich hätte noch weiterkämpfen können, was Kaiser Franz Joseph I. jedoch nicht wollte. Vielmehr wollen wir hier bewerten und einordnen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Veröffentlichung von Akten und einer Befreiung des Bismarck-Bildes von nationalstaatlichen Klischeevorstellungen brach sich diese Ansicht Bahn: Zwischen 1864 und 1866 habe Otto von Bismarck erwogen, gemeinsam mit Österreich eine Alternative zum Krieg um die Führung in Deutschland zu verfolgen. Doch trifft das die Realität?</p>



<p>Aus Sicht eines gesamtdeutsch denkenden Patrioten darf nicht übersehen werden: Mit dem Sieg Preußens über dessen deutschen Widersacher Österreich im Krieg von 1866 war für die Schaffung eines deutschen Nationalstaates die „großdeutsche“ Variante obsolet geworden. Der Hohenzollernstaat hatte mittels der von Bismarck betriebenen Politik von „Eisen und Blut“ die nationalstaatliche Einigung Deutschlands in die Tat umgesetzt. Doch das war eine Einigung <em>unter der Führung Preußens</em> und <em>unter dem Ausschluß Österreichs</em> – ergo nur die „kleindeutsche“ Variante.</p>



<p>Österreich ging notgedrungen einen anderen Weg, sodaß erst nach der Auflösung der Habsburgermonarchie nach dem Ersten Weltkrieg die Frage nach der „kleindeutschen“ oder der „großdeutschen“ Lösung nochmals akut wurde. Die Pariser Vorortverträge von Versailles und Saint-Germain-en-Laye schlossen eine deutsch-österreichische Vereinigung kategorisch aus, und so scheiterte 1931 auch eine Zollunion zwischen dem Deutschen Reich und Österreich. Als es im März 1938 zum „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich kam, dauerte das Zusammengehen ganze sieben Jahre lang. Das „Großdeutsche Reich“ brach 1945 auseinander, und seitdem gehen Deutsche und Österreicher erneut getrennte Wege. Daran, daß es dazu kam, hat der Ausgang des Deutschen Krieges von 1866 einen maßgeblichen Anteil. Und hinter all dem steht als treibende Kraft Bismarcks deutsche Politik.</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>„Der alte Dessauer ist verreckt“ – und vor 350 Jahren geboren</title>
		<link>https://dereckart.at/der-alte-dessauer-ist-verreckt-und-vor-350-jahren-geboren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 18:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kalendarium Kandili]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Mario Kandil Kalendarium Kandili (75) Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Mario Kandil</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kalendarium Kandili (75)</h2>



<p>Wer unter den Geschichtskundigen älteren Datums kennt nicht den als „alten Dessauer“ berühmt gewordenen Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau? Und die Jüngeren sollen ihn jetzt kennenlernen. Er, dessen Drill sein Regiment in Sachen Disziplin und Kampfesweise zu einem Vorbild für die damalige Zeit erhob, wurde am 3. Juli 1676 – vor 350 Jahren – geboren.</p>



<p>Durch seine Mutter mit den Herrscherhäusern der Republik der Niederlande und Englands verwandt, offenbarte Leopold bereits früh seine Vorliebe für das Militärwesen. Seit 1698 an der Herrschaft, konnte der junge Fürst mit seinem kleinen Reich militärisch nicht viel Staat machen und trat daher in fremde Dienste. Mit gerade 18 Jahren verdingte er sich als Oberst im brandenburgischen Regiment Anhalt zu Fuß. Dieses machte er zu einer vorbildlichen Einheit und wirkte darüber hinaus mustergültig in Brandenburg-Preußens gesamter Armee.</p>



<p>Während Leopold auf die Heeresorganisation im großen Rahmen kaum Einfluß nehmen konnte – denn sie war Friedrich Wilhelms I. eigenes Werk –, richtete der Dessauer sein Augenmerk auf die straffe Reglementierung von Dienstbetrieb und Elementartaktik. Früh rüstete er sein Regiment nach seinen Vorstellungen aus, exerzierte es ein, machte es zum Modell für die ganze&nbsp;preußische&nbsp;Infanterie. Den hölzernen Ladestock ersetzte er durch den eisernen und standardisierte das Gewehrkaliber. Dazu führte er den Gleichschritt für die nur noch drei Glieder tief aufgestellten Pelotons ein. Die Steigerung der Feuergeschwindigkeit und die Verbindung von Salvenfeuer und geordneter Bewegung lagen Leopold besonders am Herzen. Dies wollte er dadurch realisieren, daß er die Truppe unter Einschluß der Offiziere einem bis dahin beispiellosen Drill unterwarf. Er brachte so die Lineartaktik zur Vollendung und wurde zum Schöpfer der preußischen&nbsp;Infanterie, die sich in den Kriegen Friedrichs des Großen bewährte. Auch in Fragen der Kavallerie war Leopold beschlagen und trug dazu bei, daß sie während des ersten Schlesischen Krieges in Preußens&nbsp;Armee glänzte.</p>



<p>Die erwähnten Neuerungen&nbsp; wogen mehr als seine Leistungen im Krieg, obwohl Leopold sowohl im Spanischen Erbfolgekrieg wie in den beiden Schlesischen Kriegen Ruhm erwarb. Im zweiten gewann er Friedrich die Schlacht von Kesselsdorf, was den Krieg beendete. Trotzdem hatte der „alte Fritz“ bei der Kunde vom Tode Leopolds (9. April 1747) nur diese wenig taktvollen Worte für seinen Getreuen übrig: „Der alte Dessauer ist verreckt.“</p>



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<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p><em>Dr. phil. Mario Kandil M.A., geb. 1965, studierte in Aachen Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Politische Wissenschaft und promovierte in Hagen. Nach langjähriger Tätigkeit im universitären Bereich und in der Erwachsenenbildung heute freier Historiker und Publizist. Forschungsschwerpunkte: Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I. sowie der Nationalstaaten, Weltkriege und Kalter Krieg.</em></p>



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		<title>Das Alphorn – Signal der Hirten</title>
		<link>https://dereckart.at/das-alphorn-signal-der-hirten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (52) Das Alphorn gilt als Nationalsymbol der Schweiz und ist doch eigentlich in allen Alpenländern weit verbreitet. So kann man auch in Südtirol Alphornkonzerte&#160; hören, alle fünf Jahre das internationale Alphornbläserfest auf der Seiser Alm im Schlerngebiet besuchen oder bei verschiedenen öffentlichen Feiern, kulturellen Veranstaltungen oder Jubiläen den Alphornklängen lauschen. Hierbei [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (52)</strong></h2>



<p><br>Das Alphorn gilt als Nationalsymbol der Schweiz und ist doch eigentlich in allen Alpenländern weit verbreitet. So kann man auch in Südtirol Alphornkonzerte&nbsp; hören, alle fünf Jahre das internationale Alphornbläserfest auf der Seiser Alm im Schlerngebiet besuchen oder bei verschiedenen öffentlichen Feiern, kulturellen Veranstaltungen oder Jubiläen den Alphornklängen lauschen. Hierbei wird dieses Instrument oft zur Steigerung der Feierlichkeit für die musikalische Umrahmung eingesetzt.</p>



<p>Das Alphorn wird zumeist aus Fichtenholz gebaut, ist ein zwei bis vier Meter langes, konisch zulaufendes Rohr, das in eine Biegung wie ein Kuhhorn übergeht und mit einem Schallbecher endet. Auf Grund der Blastechnik gilt es als Blechblasinstrument. Da es weder Löcher noch eine Möglichkeit zur Veränderung der Rohrlänge hat, ist es auf die Naturtonreihe beschränkt und gilt daher als Naturhorn.</p>



<p>Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer kirchlichen Aufzeichnung aus dem Oberaargau aus dem Jahre 1527. Weitere Schriftstücke aus dem 16. Jh. belegen, daß der Kühreihen – eine bestimmte Melodie, nur spielbar mit dem Alphorn – stundenlang von den Kuhhirten geblasen wurde. Bildlich dargestellt wurde das Alphorn, wie wir es heute kennen, zuerst auf einem Allgäuer Altarbild einer Bergkapelle um 1568. Erfunden wurde dieses mehrere Meter lange Blasinstrument als Verständigungsmöglichkeit zwischen den Kuhhirten auf den Almen. Zunächst nannte man auch noch das kürzere Hirtenhorn, das als Signal- und Rufhorn verwendet wurde, Alphorn. Im 17. Jh. verwendeten die verarmten Hirten das Instrument für Straßenmusik in den Städten und brachten es damit als Bettelhorn in Verruf, was dazu führte, daß es im 18. Jh. fast in Vergessenheit geriet. Erst mit dem aufkommenden Fremdenverkehr wurde es wiederbelebt. Im frühen 19. Jh. fanden sodann die ersten Hirtenfeste in der Schweiz statt. Seitdem ist das Alphorn wieder fester Bestandteil des gelebten Brauchtums und wird in Vereinen, Musikgruppen, Musikschulen und sogar am Konservatorium gelehrt. Schlussendlich fand das Alphorn sogar Berücksichtigung in einigen klassischen Kompositionen. Daher kann man es heute fern seines ursprünglichen Habitates auch in Konzertsälen hören und sogar in der Jazzmusik und in Ensembles mit elektronischer Musik finden.</p>



<p>Der interessierte Leser kann sich im Netz unter den Namen Kuhreihen oder „Ranz des Vaches“ die ältesten überlieferten Alphornmelodien anhören – und natürlich auch die neueren Kompositionen.<br><br><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



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		<title>Rechter Ostfußball?</title>
		<link>https://dereckart.at/rechter-ostfussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 17:03:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kaisers Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Benedikt Kaiser Kaisers Zone Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast Von rechts gelesen des [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Benedikt Kaiser</em></p>



<p><a></a><strong>Kaisers Zone</strong></p>



<p>Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast <em>Von rechts gelesen</em> des Dresdner Jungeuropa Verlages; einmal wurde „Undercover“ während einer öffentlichen Veranstaltung der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Boßdorf mit dem neuen AfD-Jugendchef Jean-Pascal Hohm und mir gefilmt.</p>



<p>Es ging in der effekthascherischen Linksdoku – neben einzelnen unschönen Entgleisungen rechtsorientierter Fußballfans – ganz grundsätzlich um die vermeintliche rechte „Unterwanderung“ von Fankurven im bundesdeutschen Fußball durch patriotische Kreise. Summa summarum ist die Doku (frei auf <em>YouTube</em> und anderswo verfügbar) für mich ein Lehrstück propagandistisch motivierter Realitätsverdrehung. Nicht, weil die Macher der Sendung es nicht besser wüßten, sondern weil sie die alte „Kampf gegen rechts“-Stimmung neu aufdrehen wollen. Ihre bisherigen Anstrengungen diesbezüglich reichen ihnen selbst offenbar nicht mehr aus.</p>



<p>Es ist derweil so: Während ein je nach Stadt und Region verschiedenartiges Geflecht aus Antifas, Sozialarbeitern, Journalisten und Fußballfunktionären von der Bundesliga bis in den Amateurbereich hinunter über viele Jahre hinweg einigermaßen deutschlandweit eine feingliedrige linksorientierte Hegemonie errichtete – von Bremen bis München, von Potsdam bis Bochum –, werden einzelne Rechte im Fußball, die sich ungern verdrängen lassen, sondern sich zu behaupten wagen, als Bedrohung nach einem dunklem Masterplan inszeniert. Die Art der massiv überzeichneten, unverhohlen diffamierenden, wenn nicht sogar teils hysterischen Berichterstattung über solche einzelnen Fälle, beispielsweise in der brandenburgischen Fußballhochburg Cottbus, spricht für die Angst vor einem nahenden Hegemonieverlust der linken Lebenswelten im Sport. Man hat sich nach den erfolgreichen Kämpfen längst eingerichtet, mitunter lukrative, jedenfalls meinungsprägende und einflußnehmende Posten besetzt und Andersdenkende – das sind meistens einfach Nicht-Linke – ausgegrenzt oder gar vollkommen aus den Kurven verdrängt.</p>



<p>Daß diese Situation der linken Hegemoniesicherung in einzelnen Gegenden der BRD aufgebrochen wird, ist ein Ausdruck sich derzeit wandelnder gesamtgesellschaftlicher Realitäten: Links ist nicht vorbei, aber eben nicht mehr selbstverständlich! Und bereits das läßt die vielfältige linke Szene im Zeichen ihrer ätzenden Platzhirschattitüde wütend werden, begleitet von ihren journalistischen Assistenten und Hofberichterstattern. Dabei ist mindestens in bezug auf unsere politischen Zusammenhänge schon der Terminus „Unterwanderung“ absurd. Denn eine solche – und das diskutiere ich in meinem neuen Buch <em>Der Hegemonie entgegen</em> (2. Aufl., Dresden 2026) genauso wie die linke Sportstrategie ausführlich, was den „Monitor“-Journalisten entging – funktioniert nie. Entweder korrigiert und beeinflußt man etwas „organisch“ – d.h. durch Leute, die den Sport und das Fandasein in dieser Sphäre leben, und zwar authentisch, glaubwürdig und unverstellt –, oder man läßt es sein. Von außen als politischer Akteur zu „Szenen“ und „Subkulturen“ zu predigen, ist nicht nur peinlich, sondern, wie vor allem die realexistierende Situation in der BRD unter Beweis stellt, auch chancenlos.</p>



<p>Die erfolgreiche Prägung ganzer Sportwelten in der BRD durch linke Strukturen aller Art kam so erfolgreich, wie sie ist, eben von innen, nicht von außen, und just dies garantiert die Nachhaltigkeit ihres Tuns. Unterstützt werden linke Kräfte dabei vielerorts durch sogenannte Fanprojekte in Trägerschaften durch bestimmte linksoffene Sozialverbände. Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat passenderweise Anfang Mai 2026 einen Antrag eingereicht, in dem sie mehr Förderungen, mehr Geld, mehr Arbeitsplätze, mehr Befugnisse usf. für die Fanprojekte verlangt. Die Autoren des Antrags, kundig im Jargon und in den Lebenswelten des Sports, vermengen hierbei kluge und berechtigte Anliegen zum Schutz der bedrohten Fankultur mit explizit ideologiemotivierten Bestrebungen zugunsten ihnen zugeneigter „sozialarbeiterischer Fanprojekte“, wie es im Antragstext heißt.</p>



<p>Wer sich mit diesem „rechts der Mitte“ seit Jahrzehnten (!) unterschätzten Thema beschäftigen möchte, sollte sich die eingangs vorgestellte „Monitor“-Reportage sparen – und beim alternativen Sender AUF1 den kurzen „Input“ mit dem in Österreich lebenden mitteldeutschen Fußballexperten Steve Henschke ansehen (<a href="https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026">https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026</a>). Denn es ist wichtig und richtig, die linken Domänen auch im Fußball aufzubrechen – wenn etablierte Journalisten schäumen, scheinen sich mindestens erste Risse in deren linksliberalem Hegemonieapparat abzuzeichnen. Der Sommer wird heiß!</p>



<h3 class="wp-block-heading"></h3>



<p>Benedikt Kaiser</p>



<div class="inherit-container-width wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p><em>Über den Autor:<br>Benedikt Kaiser, Jg. 1987, studierte an der Technischen Universität Chemnitz im Hauptfach Politikwissenschaft. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lektor und Publizist. Kaiser schreibt u.a. für Sezession (BRD), Kommentár (Ungarn) und Tekos (Belgien); für éléments und Nouvelle École (Frankreich) ist er deutscher Korrespondent. </em></p>
</div></div>



<p></p>
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