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	<title>Brauchtum &#8211; Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Brauchtum &#8211; Der Eckart</title>
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		<title>Fetzn, Loafen und Maskenschnegerer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2026 23:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (51) Der Rosenmontag, auch Faschingsmontag genannt, bringt diese drei Mundartbegriffe zusammen. Sie stammen aus dem kleinen verschlafenen Nest Ebensee im Salzkammergut, das an eben jenem Montag zur großen Bühne des „Fetznfaschings“ wird. Die Bezeichnung des Fetznfaschings rührt daher, daß die Teilnehmer, ursprünglich ausschließlich männlichen Geschlechtes, alte Frauenkleider tragen, behängt und „geschmückt“ [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (51)</strong></h2>



<p>Der Rosenmontag, auch Faschingsmontag genannt, bringt diese drei Mundartbegriffe zusammen. Sie stammen aus dem kleinen verschlafenen Nest Ebensee im Salzkammergut, das an eben jenem Montag zur großen Bühne des „Fetznfaschings“ wird.</p>



<p>Die Bezeichnung des Fetznfaschings rührt daher, daß die Teilnehmer, ursprünglich ausschließlich männlichen Geschlechtes, alte Frauenkleider tragen, behängt und „geschmückt“ mit Fetzen. Dazu kommen noch ein Kopftuch oder Hut, ebenfalls bunt geziert mit Fetzen und Blumen und eine Verkleidung des Gesichtes. Diese ist besonders wichtig, um den Träger unerkannt Witze reißen und scharfe Kritik üben zu lassen. Da wurde ursprünglich auf ein Tuch zurückgegriffen, dann entwickelten sich Holzmasken als „Versteck“ und wurden abgelöst von wilder bunter Schminke. Heute versuchen die Ebenseer, wieder zurück zu den schönen Holzmasken – den Larven oder in Mundart „Loafen“ – zu kommen. Es gibt mittlerweile auch wieder ein paar Schnitzer im Ort, die sogenannten Maskenschnegerer. Diese schnitzen in mühevollen 40 – 50 Stunden Handarbeit aus Zirben- oder Lindenholz Masken nach alter Art.</p>



<p>Die Herkunft dieses Brauches ist unklar und damit auch sein Alter. Fest steht, daß er vor 120 Jahren das erste Mal schriftlich und bildlich festgehalten wurde und 2011 ins immaterielle Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Verschiedene Spekulationen vermuten, daß die einfachen „Fetzn“ eine Antwort auf die Ausseer „Flinserl“, die mit ihren schillernden Pailettengewändern an mittelalterliche Prunkkleidung erinnern und den wohlhabenden, bürgerlichen Fasching in Gmunden&nbsp; sein sollen.</p>



<p>Der Ablauf in Ebensee ist simpel: Am Rosenmontag formiert sich ein Zug der traditionellen Ebenseer Fetzn beim Gasthaus in der Kohlstatt und zieht mit lautem Spektakel und reichlich Spott für Politiker, Nachbarn, Bürgermeister und sonstige Mitbürger durch den Ort. Alles auf eine liebevolle Art mit viel Humor und ohne Böswilligkeit. Zwei Stunden und länger, je nach Spottlust der Fetzn und verfügbaren Anekdoten, dauert der Zug und löst sich am Rathausplatz auf. Von dort aus werden Wirtshäuser gestürmt und bis Mitternacht besetzt. Zur Geisterstunde müssen dann die Larven fallen, und die Ebenseer schlüpfen wieder in ihre zivilen Rollen.</p>



<p>Der Fetznumzug stellt zwar den Kern des Ebenseer Faschings dar, doch gehen die „Heiligen Tage“ von Samstag bis Aschermittwoch. Kinderfasching und ein trauriger Abschied dieser schönen Zeit gehören auch dazu. Am Aschermittwoch wird feierlich eine Fetznfigur am Traunufer verbrannt, und die durch die „Heiligen Tage“ geleerten Geldbörsen werden in den Fluten sauber gewaschen. Damit beginnen wieder die trüben Tage, bis es in einem Jahr wieder hell und lustig im Leben der Ebenseer wird!</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
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		<title>Symbole im Brauchtum</title>
		<link>https://dereckart.at/symbole-im-brauchtum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 13:13:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (50) Ein grundlegendes Element von Bräuchen ist das Spiel mit Symbolen. Viele der traditionellen Requisiten einzelner Bräuche entspringen einem symbolischen Hintergrund. Symbole sprechen das menschliche Unterbewußtsein direkt an und wirken, ohne großartig in Szene gesetzt zu werden. Sie lösen Assoziationen, Erinnerungen und Gefühle aus. Bei den Germanen galten Symbole vor allem [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (50)</strong></h2>



<p>Ein grundlegendes Element von Bräuchen ist das Spiel mit Symbolen. Viele der traditionellen Requisiten einzelner Bräuche entspringen einem symbolischen Hintergrund. Symbole sprechen das menschliche Unterbewußtsein direkt an und wirken, ohne großartig in Szene gesetzt zu werden. Sie lösen Assoziationen, Erinnerungen und Gefühle aus. Bei den Germanen galten Symbole vor allem als eine Möglichkeit, Verbindung zu den Göttern, Ahnen und unsichtbaren Kräften aufzubauen. Zugleich waren diese Bräuche dadurch vor Fremden geschützt, da die Symbolkraft und -bedeutung nur den Eingeweihten verständlich war. Mit der Christianisierung wurden viele der Symbole umgedeutet oder durch neue Symbole ersetzt. Beispielsweise war das Kreuz das Symbol für die Sonnenkraft, die vier Jahreszeiten und die vier Himmelsrichtungen. Als zentrales Zeichen des neuen Glaubens erfuhr es eine tiefgreifende Umdeutung und führte über die nächsten Jahrhunderte zu einem kulturellen Wandel. Die Gefühle der Menschen zu dem Bild des Kreuzes wurden umprogrammiert. Bilder wie das Lamm, die Taube oder der Fisch wurden neu eingeführt und verdrängten andere Zeichen.</p>



<p>Einige der Symbole, die bis heute in unseren Bräuchen tief verwurzelt sind und den Prozeß der Christianisierung überstanden oder nur minimale Umdeutung erfahren haben sind zum Beispiel Baum, Feuer, Lärm, Wasser und Gebäck.</p>



<p><strong>Der Baum</strong> als Symbol für Leben, Fruchtbarkeit, Gemeinschaft und Beständigkeit ist bis heute vor allem zu Weihnachten ein weit verbreitetes Requisit. Aber auch das Pflanzen eines Lebensbaumes zur Geburt und der Maibaum nutzen diese Assoziation. In den bis heute erhaltenen heiligen Dorflinden finden wir insbesondere die Assoziation mit Gemeinschaft und Leben.</p>



<p><strong>Feuer</strong> werden in unzähligen Traditionen entzündet, um die Erde zu reinigen, vom Winter zu befreien und die Rückkehr des Lichtes zu feiern. Als Beispiele lassen sich Sonnwendfeuer, Funkenfeuer, Osterfeuer und Feuerräder nennen.</p>



<p>Fast alle Frühlingsbräuche wie Osterschießen und Osterratschen sind geprägt durch<strong> Krach und Lärm</strong> jeder Art. Aber auch schon die Glöckler am 5. Jänner im Ausseerland machen vor allem Krach. Ziel sind die Vertreibung von bösen Hexen und Geistern und der Schutz der Häuser und Ställe vor allem Bösen, besonders in den wilden Rauhnächten.</p>



<p>Auch <strong>Wasser </strong>diente bereits in vorchristlichen Zeiten als Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit und wurde zur Reinigung und zu heilenden Zwecken eingesetzt. Es findet sich im kirchlichen Gebrauch als Taufwasser und Weihwasser und aus älterer Überlieferung im Brauch des Osterwasserholens.</p>



<p><strong>Gebildbrote und Hefezop</strong>f als Sinnbilder für Gesundheit und Wohlstand finden sich in unzähligen Bräuchen und Regionen wieder. Einstmals als Gabe für die Ahnen und Toten gedacht, wird dergleichen heute an Festtagen wie Ostern, Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr gerne verzehrt.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
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		<title>Der Herrnhuter Stern</title>
		<link>https://dereckart.at/der-herrnhuter-stern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 09:49:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (49) Die Entstehungsgeschichte dieses Sternes beginnt – wie schon der Name vermuten läßt – in Herrnhut. Diese Siedlung in der Oberlausitz entstand zu Beginn des 18. Jh., als protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und Mähren in das lutherische Sachsen zogen.&#160; Die Herrnhuter Brüdergemeinde entwickelte sich rasch zu einer starken Gemeinschaft mit über [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (49)</strong></h2>



<p>Die Entstehungsgeschichte dieses Sternes beginnt – wie schon der Name vermuten läßt – in Herrnhut. Diese Siedlung in der Oberlausitz entstand zu Beginn des 18. Jh., als protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und Mähren in das lutherische Sachsen zogen.&nbsp; Die Herrnhuter Brüdergemeinde entwickelte sich rasch zu einer starken Gemeinschaft mit über die ganze Welt verstreuten Missionen. Die Kinder der Missionare wurden zu Bildungszwecken in die Standorte in Deutschland geschickt. Im Hauptsitz der Brüdergemeinde in Herrnhut wurden Mitte des 19. Jh. mit diesen Kindern zur Weihnachtszeit die ersten Herrnhuter Sterne gebastelt – und zwar im Mathematikunterricht. Der Lehrer verwendete die Form des Sternes, um seinen Schützlingen ein besseres geometrisches Verständnis zu vermitteln. Die Sterne waren weiß und rot, als Sinnbild für Reinheit und für das Blut von Jesus Christus und sollten den heimwehgeplagten Kindern als „Stern von Bethlehem“ Trost schenken. Seit dieser historisch bedeutenden Mathematikstunde wurden in der Herrnhuter Brüdergemeinde – weltweit bekannt unter „Moravian Church/Mährische Kirche“ – diese Sterne zum ersten Advent gebastelt und aufgehängt. Die Kinder trugen diese Sterne in alle Missionarshaushalte, und so verbreitete sich der neue Brauch rasch.</p>



<p>Traditionell wird der Stern am 1. Advent aufgehängt und leuchtet die gesamte Weihnachtszeit hindurch. Der „Saisonschluß“ dieses Schmuckstückes ist jedoch undefiniert. Mancherorts wird er mit dem Ende der Weihnachtszeit am 6. Jänner wieder abgebaut, andere lassen ihn bis Mariae Lichtmeß am 2. Februar hängen und manche wollen diese Zierde noch länger genießen und lassen ihn überhaupt auf unbestimmte Zeit in ihren Stuben.</p>



<p>Der echte Herrnhuter Stern besteht aus 25 Zacken: 17 viereckigen und acht dreieckigen Spitzen, wobei ganz ursprünglich die dreieckigen Spitzen rot und die viereckigen weiß waren. Und ganz traditionell muß der Stern selbst zuhause zusammengebaut werden.&nbsp; Der Herrnhuter Buchhändler Pieter Hendrick Verbeek entwickelte einen Modellbogen zum Zusammenbauen des Sternes und ließ sich Ende des 19. Jh. diese Idee patentieren. Die Beliebtheit dieser Sterne ist bis heute ungebrochen. Mittlerweile gibt es sie in unzähligen Größen und Farben sowie aus verschiedensten Materialien.</p>



<p>So wurde aus einer kleinen Bastelidee im Mathematikunterricht einer ursprünglich mährischen geflüchteten Minderheit eine weltweit beliebte Weihnachtsdekoration mit starker Symbolik. Ein Brauch, der sich in jedem (Papier-)Stern zur Weihnachtszeit zeigt.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neunerlei aus dem Erzgebirge – Symbolträchtiges Festessen</title>
		<link>https://dereckart.at/neunerlei-aus-dem-erzgebirge-symboltraechtiges-festessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Dec 2025 09:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (48) Das traditionelle Heilig-Abend-Essen aus dem Erzgebirge, das „Neinerlaa“, zu Hochdeutsch „Neunerlei“, ist vor allem ein Essen mit viel Symbolkraft. Die Zusammensetzung der Zutaten entspricht kaum der Vorstellung von einem klassischen Festmenü und bedeutet für die Menschen des Erzgebirges doch Festlichkeit in seiner höchsten Form. Die Zahl Neun steht dabei für [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (48)</strong></h2>



<p>Das traditionelle Heilig-Abend-Essen aus dem Erzgebirge, das „Neinerlaa“, zu Hochdeutsch „Neunerlei“, ist vor allem ein Essen mit viel Symbolkraft. Die Zusammensetzung der Zutaten entspricht kaum der Vorstellung von einem klassischen Festmenü und bedeutet für die Menschen des Erzgebirges doch Festlichkeit in seiner höchsten Form. Die Zahl Neun steht dabei für dreifaches Glück, da sie durch drei teilbar ist, was wieder Drei ergibt und die Drei als große Glückszahl gilt. Die christlichen Verbindungen sind mit der heiligen Dreifaltigkeit gegeben, neun ist zudem die Zahl der Engelschöre, und auch der Himmelsweg der Seele gelangt über neun Stufen zur Erlösung. Und so ergibt sich: Drei mal Drei ist Neunerlei!</p>



<p>Sämtliche Gerichte werden auf einer Tafel aufgetischt und sollten alle zumindest gekostet werden, um die symbolische Wirkung auch voll entfalten zu können. Welche neunerlei Gerichte auf den Festtafeln landen, variiert von Haushalt zu Haushalt ein wenig, denn zur Auswahl symbolträchtiger Gerichte stehen: Bratwurst für den Erhalt von Kraft und Herzlichkeit; gut kombinierbar mit Sauerkraut, Sinnbild für Gesundheit im neuen Jahr; für den großen Hunger werden Klöße für den Wohlstand gegessen; Linsen für das stets nötige Kleingeld, ein Braten aus Gans, Schwein oder Kaninchen als Sinnbild für das Glück und immer reichlich Essen in der Vorratskammer. Hierzu finden sich auf der Tafel noch Sellerie für die Fruchtbarkeit, Brot und Salz für Gastfreundschaft und Herzlichkeit, Pilze für Freude und Glück. Als Nachtisch finden wir schließlich Kompott, Sinnbild für die Freude am Leben, und Semmel- oder Buttermilch für eine starke Familie, wahlweise mit Nüssen – für viele gute Jahre – verfeinert.</p>



<p>Dem Aberglauben nach wird man im kommenden Jahr bestohlen oder zumindest von den Hühnern um die Eier gebracht, sollte man während des Mahles die Tafel verlassen. Dies führt zu einem sehr ruhigen und geschlossenen Festmahl, welches, begleitet von Liedern über dieses Gericht, beispielsweise dem Ur-Heilig-Obnd-Lied, abgehalten wird. Wem es zu aufwändig ist, dieses umfangreiche Festmahl selbst zu kochen und auf den Tisch zu bringen, der muß zumindest im Erzgebirge glücklicherweise trotzdem nicht auf diesen Segen für das kommende Jahr verzichten und kann in ausgewählten Gasthäusern in den entsprechenden Genuß kommen.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fermentieren – Vorausdenken der anderen Art</title>
		<link>https://dereckart.at/fermentieren-vorausdenken-der-anderen-art/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2025 12:49:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (47) Es ist Erntezeit. Essen gibt es im Übermaß, und wir könnten uns genußvoll jeder Sekunde des Lebens hingeben. Doch in uns steckt das Gen des Vordenkens, wie es unsere Vorfahren in unseren Breitengraden brauchten, um auch im Winter zu überleben. Sie waren Vordenker, die in der Fülle des Herbstes den [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (47)</strong></h2>



<p>Es ist Erntezeit. Essen gibt es im Übermaß, und wir könnten uns genußvoll jeder Sekunde des Lebens hingeben. Doch in uns steckt das Gen des Vordenkens, wie es unsere Vorfahren in unseren Breitengraden brauchten, um auch im Winter zu überleben. Sie waren Vordenker, die in der Fülle des Herbstes den Speiseplan für den Winter erstellten. Doch ohne Tiefkühler und Weckgläser war das nicht einfach. Trocknen, Einlegen und Fermentieren waren die gängigen Methoden des Konservierens, seit der Mensch seßhaft ist. Das Fermentieren rückt in den vergangenen Jahren wieder mehr in den Fokus der gesunden Ernährung. Daher wollen wir uns heute dieser alten Kulturform der Haltbarmachung widmen.</p>



<p> Mit Hilfe kleiner Pilze und Mikroorganismen schafften es unsere Ahnen, rohes Gemüse und Obst zu konservieren. Die drei bekannten Arten des Gärens sind die alkoholische Gärung, jene auf Basis von Essigbakterien und jene mit Milchsäurebakterien. Dabei wird der Zucker der Lebensmittel zersetzt. Begonnen hat der Mensch mit dieser Methode vor rund 10.000 Jahren. Da der Prozeß jedoch nicht verstanden wurde, schrieb man ihn den Göttern zu. Im 18. Jh. entdeckten Seefahrer durch Zufall, als ihnen nämlich das Kraut an Bord vergoren war, daß dieses nicht nur irgendwie genießbar, sondern sogar sehr gesund war und den gefürchteten Skorbut verhinderte. Seither war Sauerkraut auf jeder längeren Seefahrt mit an Bord. Mit der Entdeckung der Bakterien im 19. Jh. gerieten diese Praktiken vorübergehend in Verruf, erfreuen sich nun seit einigen Jahren aber wieder einer steigenden Zahl von Anhängern.</p>



<p>Sauerteig und Sauerkraut sind die bis heute bekanntesten milchsauer vergorenen Lebensmittel, die auch bei weniger bewußt gesund lebenden Menschen auf dem Speiseplan stehen. Doch das ist längst nicht das Ende der Möglichkeiten. Letztlich kann man jedes Gemüse vergären und damit auch leichter verdaulich machen. Die Zutaten dafür sind recht überschaubar: das Gemüse selbst, Salz, Wasser, ein Glas oder Gärtopf und ca. vier bis sechs Wochen Zeit – mehr bedarf es nicht. Es entspricht damit der aktuellen Forderung nach Energiesparen, denn Fermentieren kommt ohne Hitze und Kälte aus. Und so kann man im Winter dennoch Gemüse essen, daß frisch und gesund ist, ohne von der anderen Erdhalbkugel zu stammen.</p>



<p>Wer nun immer noch denkt, das Fermentieren sei nichts für ihn, der muß allerdings auch auf Tee, Käse, Bier und Wein verzichten: All diese Lebensmittel erhalten erst durch die Fermentation ihre Konsistenz und ihren Geschmack. Vielleicht lohnt sich doch ein Versuch in dieser alten Tradition des Haltbarmachens!</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hollerbusch – Wo der Hausgeist wohnt</title>
		<link>https://dereckart.at/hollerbusch-wo-der-hausgeist-wohnt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 09:03:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (46) Die Holunderbeeren leuchten schwarz durch das dichte Laub und zeigen uns den Herbst an. Der Holler als Zeigerpflanze ist nicht nur ein Indikator für den schwindenden Herbst, sondern zeigt mit dem Verwelken seiner Blüten an, wann das Wetter im Frühjahr beständig wird. Doch nicht nur dafür ist der Holler bekannt. [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (46)</strong></h2>



<p>Die Holunderbeeren leuchten schwarz durch das dichte Laub und zeigen uns den Herbst an. Der Holler als Zeigerpflanze ist nicht nur ein Indikator für den schwindenden Herbst, sondern zeigt mit dem Verwelken seiner Blüten an, wann das Wetter im Frühjahr beständig wird. Doch nicht nur dafür ist der Holler bekannt.</p>



<p>Seit der germanischen Urzeit verfolgt der Holler den Menschen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kulturfolger fühlt er sich besonders wohl in der Umgebung des Menschen und wächst vornehmlich überall dort, wo wir die Natur kultiviert haben, weshalb es fast keinen Hof und keinen Garten ohne Holler gibt. Dieser Strauch, der bis zu elf Meter hoch und hundert Jahre alt werden kann, wird mit der Göttin Hulda, auch Frau Holle genannt, in Verbindung gebracht. Sie war die Schutzgöttin von Haus, Hof, Menschen und Tieren und soll sich den Holunder als Lieblingsbaum gewählt haben. Der Sage nach werden ihre schützenden Kräfte durch den Busch den Menschen zugänglich gemacht. Es entwickelte sich der Brauch, an jedem Haus und Hof einen Holunderbusch zu pflanzen, um das Wohl der Bewohner zu stärken. Die Gesundheit des Hofhollers wurde mit der Gesundheit der Hausbewohner gleichgesetzt. Das Umschneiden eines Holunders soll Unglück und Krankheit bringen. Wenn ein Busch verdorrt, so gilt dies als Zeichen eines baldigen Todesfalles unter den Hausbewohnern.</p>



<p>Es ranken sich Liebesorakel um den in voller Blüte stehenden Busch, und das Maß für den Sarg wurde zeitweise mit einem Hollerstecken genommen. Um das Vieh vor Krankheiten zu schützen, wurde der Stallriegel aus seinem Holze geschnitzt, und die Felder wurden mit Hollerruten besteckt, um die Ernte vor Maulwürfen zu schützen. Noch aus dem 18. Jh. ist überliefert, daß dem Holler als Wohnort des guten Hausgeistes Opfer dargebracht wurden und man ihn beim erforderlichen Stutzen um Verzeihung bat. Kein Wunder, daß er, mit vielen Namen versehen, im ganzen deutschen Sprachraum eine wichtige Rolle spielt: Schwarzer Holunder, Holler, Holderbusch, Holderstock, Flieder, Elderbaum, Kisseke und Schwitztee. Über seine schützenden und vorraussagenden Kräfte hinaus ist er auch auf materieller Ebene eine Nutzpflanze. Die Anwendung der Blüten und Beeren als Genuß- und Heilmittel sind gut bekannt. Doch wer kennt neben Tee, Hollerstrauben, Sirup und Marmelade auch die Verwendung der Wurzeln, Rinde und Blätter?</p>



<p>Wenn Sie also einen Flecken Erde auf Ihrem Grund haben, der seiner Bestimmung noch harrt, so wäre der Schwarze Holunder auf jeder Ebene eine gute Wahl. Auch als Geschenk zum Einzug in ein neues Haus könnte man Freunden damit Segen und Nutzen bringen.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Quellen der Tradition</title>
		<link>https://dereckart.at/quellen-der-tradition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 15:50:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (45) Wasser gilt als Elixier des Lebens und wird in vielen Religionen als Element mit göttlicher Kraft verehrt. Auch unsere frühen Vorfahren, die Germanen, erkannten für sich eine große Bedeutung in Quellen, Flüssen und Seen. Auch im Christentum finden wir diese wieder – das bekannteste und wichtigste Ritual ist&#160; die Taufe. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (45)</strong></h2>



<p>Wasser gilt als Elixier des Lebens und wird in vielen Religionen als Element mit göttlicher Kraft verehrt. Auch unsere frühen Vorfahren, die Germanen, erkannten für sich eine große Bedeutung in Quellen, Flüssen und Seen. Auch im Christentum finden wir diese wieder – das bekannteste und wichtigste Ritual ist&nbsp; die Taufe.</p>



<p>Wasser bedeutet Energie, Reinheit, Lebenskraft und symbolisiert mit den Gezeiten der Meere auch den Kreislauf des Lebens. Dies alles und auch der praktische Nutzen als Energie, Reinigungsmittel, Fortbewegungshilfe und so fort spiegeln sich in Ritualen und Traditionen wider. Es wurden Quellen nach Gottheiten benannt und spirituell erfahrene Leute zum Schutz dieser Wasser abgestellt. Heute ist bekannt, daß einige Quellen, die als besonders heilsam galten und in grauer Vorzeit bereits genutzt und beschützt wurden, besondere heilsame Merkmale aufweisen.<br><br>Beispiele von Bräuchen, die an Gewässer gekoppelt sind, gibt es viele. Das Osterwasserholen ist ein stiller Reinigungsbrauch, bei dem Flüsse oder Quellen besucht werden und mit dem besonders heilkräftigen Schneeschmelzwasser des Frühlings Waschungen der Frauen und Mädchen gemacht werden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="777" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2025/10/Rudolf-Riege_Steinmuehle-an-der-Weser.webp" alt="" class="wp-image-11495" style="width:261px;height:auto" srcset="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2025/10/Rudolf-Riege_Steinmuehle-an-der-Weser.webp 600w, https://dereckart.at/wp-content/uploads/2025/10/Rudolf-Riege_Steinmuehle-an-der-Weser-232x300.webp 232w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Rudolf Riege, </em>Steinmühle an der Weser</figcaption></figure>



<p>Das Gegenteil ist der Brauch des Wasserscheibenschießens aus dem Salzburgischen. Hierbei wird das Wasser, genauer gesagt der Prebersee, Schattensee und der Großauer Teich, jeweils als Spielwiese für fröhlich-lautes Wettschießen verwendet. Diese Tradition geht auf die besondere Entdeckung zurück, daß stehendes ruhiges Wasser eine Kugel abprallen läßt, wenn der Einschußwinkel stimmt. So müssen die Schützen Scheiben treffen, die kurz oberhalb der Wasseroberfläche befestigt sind, indem die Kugel ins Wasser geschossen wird und dann erst auf die Zielscheibe trifft.<br><br>Ein weiterer Brauch ist das Lichterschwemmen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck in Bayern. Diese Tradition geht auf die lauernde Gefahr der Überschwemmung der Amper zurück. Mit einem Gottesdienst am 13. Dezember wird die Heilige Lucia gebeten, die Häuser zu verschonen. Nach dem Gottesdienst werden Miniaturen der Häuser, beleuchtet mit Kerzen, auf die Amper gesetzt und treiben gelassen.</p>



<p> Das Element Wasser beschäftigte die Menschen im Positiven wie im Negativen, und genauso sind auch die Bräuche. Die Faszination, dieses Element in der Natur in verschiedenen Aggregatzuständen, Farben und Formen zu erleben, veranlaßte die Menschen dazu, Göttliches in ihm zu sehen und in ihre Bräuche mit aufzunehmen.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



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		<title>Das „Bachkuchafescht“</title>
		<link>https://dereckart.at/das-bachkuchafescht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2025 06:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (44) Im Juli verschlägt uns die Suche nach regionalem Brauchtum in eine kleine Gemeinde im Oberallgäu. Vom 20. bis 21. Juli wird in Lauben jährlich das Bachkuchafescht gefeiert. Zuerst wollen wir uns dem Titel widmen. Das Wort Bachkucha leitet sich vom hochdeutschen Backküche ab, das „fescht“ ist der schwäbische Begriff für [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (44)</strong></h2>



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<p>Im Juli verschlägt uns die Suche nach regionalem Brauchtum in eine kleine Gemeinde im Oberallgäu. Vom 20. bis 21. Juli wird in Lauben jährlich das Bachkuchafescht gefeiert.<br><br>Zuerst wollen wir uns dem Titel widmen. Das Wort Bachkucha leitet sich vom hochdeutschen Backküche ab, das „fescht“ ist der schwäbische Begriff für Fest. Dieses traditionelle Fest ist also ein Backküchenfest. Drei Viertel aller Häuser in Lauben hatten im Jahre 1718 eines dieser kleinen freistehenden Backhäuschen. Diese waren aus Stein gemauert mit einem dicken Kamin und einem großen gewölbten Steinofen darin. Diese verschwanden immer mehr aus den Gärten, bis im Jahre 1988 nur noch eine einzige Bachkucha in Lauben stand. In besagtem Jahr sollte auch diese letzte Küche auf dem Anwesen Scholiaba abgerissen werden. Der damalige Vorstand der Laubener Blasmusik Helmut Sommer verhinderte den Abriß erfolgreich und startete die Tradition, einmal im Jahr in dieser Bachkucha nach alten Rezepten zu backen und den Backtag wie in früheren Zeiten zu einem geselligen kleinen Ereignis zu machen. In den ersten Jahren wurde mit ca. 300 Gästen im Garten vom Scholiaba gefeiert und wurden die frischen Backwaren genossen – die Blasmusikkapelle spielte dazu. Auf Grund der stark steigenden Teilnehmerzahl wurde das Fest schließlich 1997 auf den Dorfplatz verlegt. Dort wurde eigens dafür eine neue Bachkucha nach altem Vorbild gebaut, mit alten Materialen aus dem Abriß alter Häuser. Ob sie bis heute nur mit dem traditionellen Tannenholz beheizt wird, ist allerdings fraglich.</p>



<p>&nbsp;<br>Heute wird das Bachkuchafescht von der Laubener Blasmusik und dem Verein Volksmusik e.V. organisiert. Jung und Alt sind dazu eingeladen, bei Backspezialitäten, Blasmusik und Laternenschein zu feiern. Samstagabend stellt der Stimmungsabend der Blasmusik den fröhlichen Auftakt dar. Am Sonntag Morgen starten alle Teilnehmer mit einem Freiluftgottesdienst. Danach geht es beschwingt zum bunt geschmückten Dorfplatz. Jedes Jahr darf eine andere Blasmusik aus der Umgebung die musikalische Umrahmung gestalten, und auch Flötengruppen und andere Orchester bieten ein abwechslungsreiches akustisches Programm. Von nah und fern reisen die Besucher an, um den traditionellen Bachkuchakuchen, Brot und Weihen zu verkosten. Weihen sind runde Fladenbrote, die in der Nachwärme des Ofens gebacken werden und mit Schnittlauch oder Zwiebeln belegt als Stärkung der Backmannschaft dienten.</p>



<p><br>Mittlerweile werden auch allgemeine Festspeisen wie Schnitzel, Pommes, Schupfnudeln und Kuchen angeboten. Außerdem wurde das Fest mit Kinderschminken, Kasperltheater und Rutsche ausgebaut, um es familienfreundlicher zu gestalten. Mit vollem Magen und einem Ohrwurm treten wir den Heimweg an und freuen uns aufs nächste Fest!</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



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		<title>Kronenfest der Siebenbürger Sachsen</title>
		<link>https://dereckart.at/kronenfest-der-siebenbuerger-sachsen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2025 07:42:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (43) Das feierliche „Baumbesteigen“ der Siebenbürger Sachsen ist der Brauch, der sich nach der Vertreibung mit einigen kleinen Anpassungen zu ihrem bekanntesten und beliebtesten Erbstück&#160; entwickelte – das Kronenfest, bei welchem ein geschmückter Baum ähnlich dem bekannten Maibaum aufgestellt wird.  Den Ursprung hat das Kronenfest in zahlreichen Dörfern Mittel- und Südsiebenbürgens. [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (43)</strong></h2>



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<p>Das feierliche „Baumbesteigen“ der Siebenbürger Sachsen ist der Brauch, der sich nach der Vertreibung mit einigen kleinen Anpassungen zu ihrem bekanntesten und beliebtesten Erbstück&nbsp; entwickelte – das Kronenfest, bei welchem ein geschmückter Baum ähnlich dem bekannten Maibaum aufgestellt wird.</p>



<p> Den Ursprung hat das Kronenfest in zahlreichen Dörfern Mittel- und Südsiebenbürgens. Seit 1764 ist dieses Fest am Johannistag, dem 24. Juni, schriftlich festgehalten. Heute wissen wir aber, daß es je nach Dorf eine anderes Datum gab. Die zwei großen kirchlichen Feiertage im Juni, der Johannistag und der Peter- und Paulstag am 29. Juni sind der Rahmen, wobei auch der Sonntag in diesem Zeitraum in einigen Kirchenaufzeichnungen als Austragungsdatum zu finden ist. Während am Johannistag die Wiesen für die erste Mahd freigegeben wurden, besagte eine Bauernregel, daß am 29. Juni das Korn zu wachsen aufhöre. In allen Fällen gilt dieser Brauch als Erntebittfest und ist der letzte große Feiertag, bevor die Feldarbeit beginnt. Der Austragungsort war zumeist der Kirchenplatz.<br><br>Das Kronenfest galt in der alten Heimat als Fest der bäuerlichen Jugend. Die Burschen fällten einen Kronenbaum im Wald, der zwischen vier und zwanzig Metern lang sein konnte und ein Tannen-, Fichten-, Buchen-, Kiefern-, Linden- oder Eichenstamm sein mußte. Dieser wurde anschließend geschält, geglättet und mit der Krone geschmückt am Vorabend oder am Morgen des hohen Tages aufgestellt. Die Mädchen hingegen hatten das Amt des Kronebindens über. Sie gilt als Symbol für die Sonne in ihrem Höchststand und repräsentiert zudem die Sommersonnenwende. Ihre Form variierte stark zwischen Baumkronen, Hängekronen, doppelter oder einfacher Ausführung und mit oder ohne Rad. In manchen Dörfern mußten die Mädchen Hutsträuße für die Burschen binden, welche am nächsten Tag dann gegen Kuchen und andere Naschereien getauscht wurden, bei den sogenannten „Heischegängen“.</p>



<p>Weitere, in ihrer Ausführung variierende, aber fixe Bestandteile dieses Tages sind der Gottesdienst in traditioneller Tracht zu Beginn. Sodann folgt das Erklettern des Kronenbaumes durch einen Alt- oder Jungknecht, Burschenschafter oder Konfirmanden. In der Krone angekommen findet er dort eine Flasche Wein zur Stärkung. Daraufhin muß er im Idealfall in Mundart eine Kronenpredigt schwingen und als krönenden Abschluß Backwaren für die Kinder hinabwerfen. Nach diesem Höhepunkt folgen gemeinsame Lieder wie „Af deser Ierd“ oder „Siebenbürgen, Land des Segens“ und fröhlicher Tanz. Aus Leblang ist zudem noch ein Flurumritt überliefert, wobei die Krone im Feld versteckt wurde und von den Burschen zu suchen war.</p>



<p>Seit den 1980er-Jahren wurde dieser Brauch im Gebiet der BRD und Österreich wieder bewußt belebt. Die Feiern sehen oberflächlich betrachtet ähnlich aus wie ihre Vorbilder, mit dem Unterschied, daß das bäuerliche Leben nicht mehr Lebensrealität der Teilnehmer und Veranstalter ist. Der gelebte dörfliche Brauch wandelte sich in einen überregionalen Vorführbrauch. Das Kronenfest ist ein wundervolles Beispiel für erfolgreiche Brauchtumsanpassung an neue Lebensumstände und trägt die wichtige Funktion, das Heimaterbe zu bewahren und die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen zu stärken.</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



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		<title>Hochzeit und Ehe – Schutz der Frauen</title>
		<link>https://dereckart.at/hochzeit-und-ehe-schutz-der-frauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2025 08:49:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (42) Der warme Jahreszeit als beliebte Saison für Hochzeiten ist wieder da und mit ihm der ganze bunte Strauß an Bräuchen. Daß nahezu alle Bräuche auf das Wohl und die Sicherheit der Braut abzielen, wissen nur noch wenige. Altmodischer Kram oder übertriebener Klamauk – unsere Gesellschaft macht es den Frauen von [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (42)</strong></h2>



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<p>Der warme Jahreszeit als beliebte Saison für Hochzeiten ist wieder da und mit ihm der ganze bunte Strauß an Bräuchen. Daß nahezu alle Bräuche auf das Wohl und die Sicherheit der Braut abzielen, wissen nur noch wenige. Altmodischer Kram oder übertriebener Klamauk – unsere Gesellschaft macht es den Frauen von heute nicht leicht, sich auf eine schlichte Hochzeit mit tiefgehender Symbolik zu freuen. </p>



<p>Folgende zwei Bräuche, die noch heute gerne zelebriert werden, galten als Schutz vor bösen Geistern und Dämonen, die es insbesondere auf die Braut abgesehen hatten. Brautjungfern hießen in Österreich traditionellerweise Kranzlbräute und dienten ursprünglich dazu, die Braut vor bösen Geistern zu schützen. Die jungen ledigen Mädchen der Familie und aus dem Freundeskreis wählten Kleider, die jenem der Braut möglichst ähnlich sahen, um böse Geister von ihr abzulenken.</p>



<p>Der erste Schritt ins eigene gemeinsame Heim wird heute noch oft so gestaltet, daß der Bräutigam die Braut trägt. Auch in diesem Brauch steckt noch der Schutz der jungen Ehefrau vor bösen Geistern. Die Geister, welche an der Hausschwelle lauern könnten, werden überlistet, indem die Braut an diesem besonderen Tag die Türschwelle nicht selbst überschritt, so der alte Aberglaube.<br><br>Absicherung der Frau auf materieller Ebene war das Geschenk des Bräutigams an seine Frau:<br>Die Morgengabe ist nicht nur ein von geschäftstüchtigen Juwelieren beworbener Brauch, sondern diente dazu, die Braut finanziell abzusichern. Das kostbare Schmuckstück konnte im Unglücksfall verkauft werden, um das Überleben von Frau und Kindern zu erleichtern.</p>



<p>Aber nicht nur oben genannte Rituale im Zuge der Hochzeit sind zum Schutz und Heil der Braut, sondern auch die Ehe an sich bedeutet bis heute auch die finanzielle Absicherung der Braut. Ehe als Fessel, Sklaverei oder schlichtweg gestrig zu bezeichnen, ist eine Blüte der Umerziehung, um Frauen in finanzieller Unsicherheit in die Arbeit zu zwingen. Der Staat als Träger der Witwenpension sichert das Auskommen der Frau im Todesfall ihres Mannes. Ob nun als Mutter junger Kinder oder als betagte Dame – ohne große eigene Einzahlungen in die Rentenkasse kann eine Ehefrau beruhigt der Zukunft entgegengehen.</p>



<p>Deshalb Frauen, laßt euch heiraten, auch wenn der Mann als Ehemuffel sich ziert und die Gesellschaft euch anderes rät; beharrt auf euren Traum, um wirklich frei und unabhängig wirken zu können!</p>



<p><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>28 Jahre alt, Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



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